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Lieber Besucher,
hier der Beratungsschriftverkehr aus dem Kalenderjahr 2007.
Sollten Sie hier keinen Rat finden, scheuen Sie sich nicht, Ihre eigene Situation zu schildern und sich direkt an mich zu wenden. (Hier der direkte Link zum Gästebuch, bzw. zum Mailformular)
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Ihr Marion Kuhn Team


Es sind noch nicht alle Anfragen aus diesem Jahr eingestellt.



26. Anfrage vom 22.6.07
hallo erstmal... mein freund & ich sind seit 11 mon zusammen und er muss beruflich dauernd auf lehrgänge, nun ist er seit 3 wochen dort und:
-hat kein geld auf dem handy -das handy irgendwo -ich nerve ihn wenn ich anrufe -er wollte mir was mitbringen, was er nicht tut -er ruft nicht von der tel.zelle an
ich denke langsam er hat keine lust mehr, aber: -in sms hat er mich lieb -im gespräch will er mich nicht verlieren -er findet es schön, wenn wir was zusammen unternehmen....
was soll ich denn davon halten?!
vielleicht bekomme ich hier eine antwort---ich würde mich freuen. liebe grüße Tammy
Hallo Tammy,
Fernbeziehungen haben ihre eigenen Regeln und Gesetze und es ist nicht leicht mit diesem räumlichen Abstand zu leben, vor allem wenn wie bei Euch zuwenig Geld da ist.
Versucht es doch beim Handy mit einer Flatrate, denn gerade bei einer Fernbeziehung ist es wichtig, dass die Kommunikation stimmt. Rede mit ihm und sage ihm ganz ehrlich Deine Gefühle, dass Du das Gefühl hast, er hat keine Lust mehr und Du sichtbare Zeichen seiner Zuneigung brauchst.
Er lebt im Augenblick in 2 Welten und das ist für einen Mann einfacher als für eine Frau, da er blockweise denkt und Du ganzheitlich.
Das bedeutet er denkt in Blöcken, und wenn er auf Lehrgang ist, dann ist er dort und kann alles andere abschalten, aber Du bist ganzheitlich. Bei Dir ist es genau umgedreht: Eines beeinflusst  das andere und Du kannst Deine Gefühle nicht trennen. Dieses unterschiedliche Gefühlswelt macht vielen Paaren auch ohne Fernbeziehung große Probleme, aber wenn man dann getrennt ist kommt es richtig raus und diese Unterschiedlichkeit geben Dir das Gefühl, dass er Dich nicht mehr so mag.
Aus seiner Sicht ist es wahrscheinlich ganz anders, weil er Dir schreibt  er hat Dich lieb u.s.w. Versuch ihm klarzumachen wie sehr Du durch den Abstand ein wenig mehr an Gespräch brauchst um ein gutes Gefühl zu ihm aufzubauen. Wenn Du ohne Vorwürfe ihm Deine Lage erklärst wird er das bestimmt verstehen und versuchen auf Dich einzugehen.
Ich wüsche Euch viel Kraft die nicht ganz einfache Zeit gemeinsam zu überstehen.
Ganz herzlich, Marion

25. Anfrage vom 14.6.07
hallo, ich hab ein riesen problem und zwar bin ich jetzt seit dreieinhalb jahren mit meinen Freund zusammen, anfangs lief alles super, aber die letzten Jahre hat er sich sehr verändert. Er meckert immer, spricht nicht normal mit mir wird gleich aufbrausend. Obwohl ich ihn öfter frage ob alles in Ordnung ist oder ihm was nicht passt, sagt er daqs alles ok ist. Vor kurzem hab ich gesehen das er mit anderen Frauen chattet und sich auch treffen will, und er sieht sich auch filme übers Internet an die auch Ziemlich teuer sind. Ab und zu sagt er , er trifft sich mit einem Kumpel , mittlerweile hab ich bedenken ob das auch wirklich ein Kumpel ist oder eine Frau aus dem chat. Ich hab keine Ahnung wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Mit ihm muss ja irgendwas sein......Oder mach ich was falsch!!!!!!! Bitte helft mir
Hallo Tanja,
die erste Verliebtheitsphase ist vorbei und nun beginnt eine Zeit, in dem der Alltag Einzug hält. Es entscheidet sich ob aus der Verliebtheit Liebe wächst, das heißt ob ihr euch mit euren Fehlern und Schwächen annehmen könnt. Ihr habt euch wahrscheinlich beide verändert und das Einzige was Du tun kannst, ist mit ihm ganz offen und ehrlich über Deine Gefühle zu reden.
Er entwickelt im Moment Eigenarten, die für die Beziehung nicht sehr förderlich sind. Du musst dir klar werden, was du willst und dann sollte er auch wissen was er von euerer Beziehung erwartet. Denn nun beginnt die Zeit der Beziehungsarbeit, ihr müsst lernen an für eure Liebe zu arbeiten.
Das ist der schwerste Schritt, weil man glaubt entweder es klappt oder man geht auseinander, aber so ist es nicht (so sind schon manche Beziehung auseinander gegangen, die gar nicht hätten
scheitern müssen). Jede Beziehung kommt irgendwann an diesen Punkt. Seid ihr bereit für den nächsten Schritt?
Offenheit, Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Pfeiler einer liebevollen Beziehung, aber durch Verletzungen wird das immer wieder erschüttert und Du fühlst dich gerade verletzt genau in diesem Bereich. Und das musst du ihm sagen! Lernt auch euch gegenseitig zu verzeihen auch das ist ein ganz wichtiges Kriterium in einer guten Beziehung.
Ein Buch, das ich dir empfehlen kann ist: Die 5 Sprachen der Liebe von Gary Chapman.
Also du machst gar nichts falsch sondern du spürst, dass da etwas nicht stimmt und willst was verändern und das ist genau der richtige Weg.
Ganz herzlich, Marion

24. Anfrage vom 26.5.07
Hallo! Ich hab ein Problem. Vor über 3 Jahren lernte ich (jetzt 27) während ich noch in einer anderen Beziehung steckte meinen letzten Freund R. (jetzt 28) kennen. Wir arbeiteten zusammen, es war vielleicht auch der Reiz des neuen nach 5 Jahren mit dem anderen.
Wir kamen zusammen, waren über drei Jahre zusammen und im Februar diesen Jahres grübelte er sehr. Es stellte sich heraus dass er nicht wusste ob das was wir haben noch eine Beziehung oder schon Freundschaft ist. Nachdem er sich nach drei Tagen nicht entscheiden konnte was er fühlte, machte ich den Vorschlag abzuschließen. Wir machten Schluß sprachen es aber nicht aus, versprachen uns weiterhin zu sehen.
So kam es auch, wir texteten, mailten und sahen uns. Nach drei Wochen kam der Schock für mich: eine Neue!
2 Wochen Funkstille, aber ich hielt es nicht durch, er meldete sich wieder, wir sahen uns ca. alle zwei Wochen,texteten weiterhin regelmäßig. Nun ist er über 2 Monate mit ihr zusammen.
Letzten MI sagte er zu mir er wolle sich von ihr trennen, am SO darauf trafen wir uns und ich gestand ihm mein Gefühlschaos dass ich seit der Trennung in wachsender Chaotik mit mir herumschleppte! In mir war ein Teil der wollte ihn zurück, ein anderer wusste nicht ob ich die Beziehung wieder möchte (am Ende der Beziehung war viel Gewohnheit, leider...). Er rückte daraufhin heraus er liebe mich auch noch. Wir beschlossen einen langsamen Neuanfang zu wagen.
An diesem MI erreicht mich eine SMS: er weiss nicht ob er nicht einen Fehler gemacht hat am SO, er habe nun das Gefühl er müsste sich entscheiden. Von den Gefühlen her wäre ich seine erste Wahl, doch hat seine jetzige auch Vorzüge die er nicht missen will (sie toleriere seine negativen Eigenschaften besser (die sie ja nach zwei Monaten noch nicht genau kennt!) und er habe einen Schlüssel zu ihrer Wohnung (was bei mir schlecht möglich war wegen meinen Eltern, ich wohne noch zuhause).
Ich war geschockt! Gleichzeitig verstehe ich dass er zwischen den Stühlen sitzt, er sagte schon SO er wolle ihr nicht wehtun. Aber wieso? Wenn er mich doch liebt. Nun treffen wir uns morgen um zu reden. Ich sagte ihm MI abend nach seiner SMS dass ich um ihn kämpfen werde, und das werde ich auch. Ein Schlüssel für meine Wohnung ist nachgemacht und ich hoffe so sehr er entscheidet sich für uns...
Wie kann ich ihn "umstimmen" bzw für mich/uns gewinnen? Was darf ich auf keinen Fall sagen, wie erinnere ich ihn daran dass er sagte er habe keine Zukunft mit seiner Jetzigen ohne dass er denkt ich will sie schlecht machen? Kurz gesagt: wie schaffe ich es dass es wieder uns gibt? Bitte antworten Sie schnell! Vielen Dank!
Sahra
Hallo, Sahra. Es kommt weniger darauf an, ob man jetzt die "richtigen Worte" sagt.
Prinzipiell können Sie Ihren Freund nicht gegen seinen Willen bzw. gegen seine Unentschlossenheit (zurück) gewinnen.
Es ist für ihn sehr verführerisch und bequem ist, in eine neue Beziehung zu schlittern, während die andere gerade bzw. noch nicht ganz beendet ist.
Sie haben sich, als Sie früher selbst in einer anderen Beziehung waren, ähnlich verhalten.
Natürlich hat für Ihren Freund die neue Frau einen besonderen Reiz: Sie verspricht zumindest nicht die alten Alltäglichkeiten zu wiederholen. Vorerst nicht. Vielleicht erst später. Vielleicht dann in einer anderen Form. Doch eines ist sicher: Kommen werden sie, die Fesseln des Alltags.
Mein Tipp also: Setzen Sie sich nicht selbst und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Einen Mann zurückgewinnen, der nur aufgrund einer Abwägung der Vor- und Nachteile, die eine Frau zu bieten hat, zu ihnen kommt, der geht auch wieder bei der nächsten Gelegenheit.
Veranstalten Sie keinen Ausverkauf Ihres Herzens!
Sie investieren im Moment viel Energie für den Erhalt dieser Beziehung. Jetzt, wo sie eigentlich vorbei ist.
Die Sache ist die: Eine Beziehung, die einfach so vor sich hin existiert, wird früher oder später ihren Reiz verlieren. Man wird sich nerven, streiten, aneinander vorbei und letztendlich aus dem Weg gehen. Wenn man nichts tut, um die Beziehung zu erhalten.
Verliebtheit ist sehr schön und angenehm. Vor allem muss man dafür nichts tun. Die sich anschließende Liebe hat erst eine Chance, wenn die rosa Brille abgelegt ist. Nur sie kommt NICHT von alleine. Das Miteinander ist im Alltag nicht ganz so einfach. Es ist sogar als eine Art Arbeit anzusehen. Beziehungsarbeit.
Diese Phase haben Sie beide offensichtlich verpasst. Nun stehen Sie vor dem Ende der Verliebtheit und der Möglichkeit eines Neuanfangs.
Sind Sie bereit, einen echten Neuanfang zu wagen? Oder werden Sie eher von der Angst des Alleinseins getrieben, um diese Beziehung zu kämpfen, wie Sie sagen?
Die Angst vor der Einsamkeit ist eine starke Kraft. Ihre Verzweiflung lässt uns Dinge tun, die wir eigentlich gar nicht wollen.
Und machen Sie sich lieber Gedanken, wie Sie in Zukunft Ihre Beziehungen auf Dauer gestalten wollen. Auf unserer Literaturratgeberseite finden Sie einiges Material dazu.
Sollten Sie Ihren Freund früher oder später für eine ernsthafte Mitarbeit an dieser Aufgabe gewinnen können, dann haben Sie eine dauerhafte gemeinsame Beschäftigung, die einem viel Freude und auch Schmerz bereiten kann. Aber so ist das Leben.
Wer immer nur die Rosinen picken will, hinterlässt nur Kuchenfriedhöfe und kann nicht bei einer Sache bleiben.
Dieses Schmetterlingsleben ist ziemlich anstrengend. Wenn man jung ist, hat man noch so viel Energie, dass man das nicht merkt. Und wenn man älter ist, dann ermüdet diese Flatterei schon mehr und man bleibt öfters und zunehmend alleine, weil man nie gelernt hat, wie es ist, gemeinsam Freud und Leid zu teilen.
Gerade das sollte Ihr nächste Ziel sein.
Vielleicht erzählen Sie Ihrem Freund von diesem neuen Plan! Möglicherweise ist er ja daran interessiert? Wenn nicht, werden Sie schon jemanden finden, der Sie gerade deswegen liebt. Jeder Mensch hat das verdient. Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden. "Liebe light" macht nicht wirklich satt.
Ich glaube, Sie könnten dafür bereit sein, wenn Sie sich die Zeit nehmen, in sich zu gehen.
Ich wünsche Ihnen Viel Glück auf diesem Weg.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

23. Anfrage vom 23.5.07
Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wirklich so recht, wo genau ich anfangen soll.
Ich bin Mitte Dreißig und habe in diesem Alter nicht gedacht, dass der Begriff Liebeskummer noch einmal derartig aktuell werden könnte, dass es augenblicklich Momente gibt, wo ich nicht mehr ein noch aus weiß.
Begonnen hat alles vor sieben Jahren. Fast auf den Monat genau. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits verlobt und stand nur wenige Wochen vor der Heirat. „Wir“ besuchten mal wieder mit unserem Freundeskreis übers Wochenende eine große Open-Air-Veranstaltung mit Zeltmöglichkeit irgendwo in Deutschland.
Und dort, unweit unseres Lagerplatzes, traf ich auch auf bisher für mich noch unbekannte Freunde meines Verlobten. Unter ihnen war auch T.
Ich kann nicht genau sagen, was genau in diesem Augenblick in mir vorging, als wir einander vorgestellt wurden, aber es war ein verdammt merkwürdiges Gefühl gewesen. Mir kam es so vor, als hätte er meine Hand für eine halbe Ewigkeit gehalten, als wir uns vorgestellt wurden. Augenblicklich hatte ich das unbeschreibbare Gefühl, als würden wir uns schon ein Leben lang kennen. Und irgendetwas in seinem Blick ließ mir augenblicklich heiß und kalt werden.
Ich bin an diesem Wochenende T. noch oft begegnet und sich mit ihm zu unterhalten, war ein Traum. Ich hatte zusehends das Gefühl, als spreche ich mit einem Seelenverwandten. Zugegeben, wir waren in vielen Dingen nicht immer einer Meinung, aber das wäre auf Dauer auch langweilig geworden.
Und mit der Zeit war es sichtlich zu spüren, wie auch er unsere Gespräche merklich genoss. Einige Wochen später fand meine Hochzeit mit P. im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Und die Zeit zog dahin. Da wir selbst zweimal im Jahr eine mehr oder weniger große Party auf einem abgelegenen Gelände mit Zeltplatz geben, war es selbstverständlich, dass ich auch T. und seine Gruppe irgendwann wieder treffen würde.
Da ich ja jetzt mit P. verheiratet war, machte es mich überraschenderweise aber noch immer sichtlich nervös, sobald T. sich auch nur in meinem Umfeld aufhielt. Verzweifelt suchte ich nach Erklärungen für dieses Mysterium. Aber ich kam nicht dahinter.
Mit den Jahren spürte ich immer mehr, wie T. angestrengt versuchte, mir immer mehr aus dem Weg zu gehen ohne, dass es die Freundschaft zu mir oder meinem Mann gefährdet hätte.
Die Jahre vergingen, wobei T. und ich uns ein, zweimal im Jahr wieder sahen, und in einem ruhigen Moment sprach ich ihn auf einer unserer Partys darauf an. Ich wollte wissen, warum er sich so merkwürdig mir gegenüber verhielt. Und ich konnte mich an diesem Abend noch immer für meine Hartnäckigkeit Ohrfeigen.
Er wollte mir ausweichen, aber ich hielt ihn fest. Ich wollte eine Erklärung, doch er sagte nichts. Kein Wort. Aber für Sekunden sah ich etwas in seinen Augen, dass mich plötzlich Angst machte. T. sprach es nicht aus, aber es war sein Blick, der plötzlich alles zwischen uns erklärte. Er riss sich von mir los und ging zurück zur Party.
Das meine mehrjährige Ehezeit mit P. zu diesem Zeitpunkt bereits längst schon vor dem Aus stand, konnte T. nicht ahnen. Denn P. und ich waren sehr gut darin, unsere Eheprobleme nicht in die Öffentlichkeit zu tragen.
Umso überraschter war ich, als P. und ich, nur wenige Monate später, zu T.s Hochzeit eingeladen wurden.
Ich kann nicht beschreiben, was es für ein Gefühl gewesen war, als ich die Einladung bekam. Aber ich spürte es als Quittung dessen, wie grausam das Schicksal sein konnte. Auf dem Polterabend lernte ich T.s Zukünftige Frau kennen. Eine ausgesprochen nette und überaus gastfreundliche Frau. Eine Frau, zu der man T. nur beglückwünschen musste. Wir verstanden uns auf Anhieb super gut. Noch immer ahnte T. nichts von meiner kaputten Ehe mit P.. Und ich hatte auch nicht vor es ihm zu sagen. Ebenso nicht, wie ich ihm jetzt noch gestehen sollte, dass ich ihn längst schon liebte.
Ich wünschte ihm und B. alles Glück dieser Welt und sah wortlos zu, wie sie heirateten, während P. und ich uns kurz darauf Scheiden ließen.
Um Abstand zu den letzten Ehejahren mit P. zu bekommen, die nicht immer leicht waren, zog ich in eine andere Kreisstadt und gönnte mir eine Auszeit, der mit sehr viel Verständnis akzeptiert worden war. Ich nahm auch nicht mehr in dieser Zeit an den Partys teil, wo T. noch immer regelmäßig erschien, wenn auch überraschenderweise immer ohne Ehefrau.
Mittlerweile haben er und B. eine kleine Tochter. Und es überraschte mich, als B. vor einigen Wochen anrief und auf einen Besuch bei mir drängte. Im ersten Moment war ich völlig perplex, doch ich wollte nicht unhöflich sein. Selbstverständlich bestätigte mir T., wie sehr auch er sich freuen würde, wenn wir uns endlich mal wieder sehen.
Er schien glücklich. Und ich gönnte es ihm von ganzem Herzen. Völlig egal, was ich noch immer für ihn fühlte, sagte ich zu, und ein Wochenende später standen sie vor meiner Tür.
Ich hatte mir angestrengt vorgenommen, Herr meiner Gefühle zu sein. Schließlich war T. nunmehr glücklich verheiratet und sogar Vater einer entzückenden Tochter. Doch, als wir uns nach über einem Jahr plötzlich wieder gegenüberstanden, blickten wir uns überrascht an und wussten, dass dieser Besuch die wohl schlechteste Idee gewesen war, auf die wir uns nur einlassen konnten. Nichts schien vergessen. Und ganz egal, wie sehr sich unser beider Leben auch verändert hatte, die Gefühle für einander waren noch immer lebendig.
B. ist es Gott sei Dank weder aufgefallen noch hat sie es bemerkt, da waren wir uns beide sicher. Und zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich spüren, wie sich T. all die Jahre fühlen musste, als ich mit P. verheiratet war.
Es war ein abscheuliches Gefühl, dass dir das Herz abschnürt und dir die Kehle zudrückt.
Ich war sichtlich froh, als T. irgendwann am späten Nachmittag sichtlich darauf drängte, den zweistündigen Weg nach Hause anzutreten. Letztes Wochenende war wieder unsere Jahresparty. Eigentlich wollte ich nicht hin. Schließlich war ich schon seit über einem Jahr nicht mehr dort gewesen, doch ich ließ mich von unserem Freundeskreis überreden, da es Personelle Ausfälle gab und Not am Mann war.
Es war ein anstrengendes Wochenende mit vielen Gästen und Besuchern, aber es tat auch gut, endlich mit P. den lang ersehnten Frieden zu schließen. Kompliziert wurde es erst, als T. gleich am ersten der beiden Abende mit seiner Gruppe erschien. Ich versuchte so normal und freundschaftlich wie nur möglich mit ihm umzugehen. Schließlich war T. nunmehr verheiratet und daher mehr als nur tabu. Es lag weder am Alkohol, noch an der ausgelassenen Stimmung, als T. irgendwann in einer ruhigen Minute, nachts fern ab der Menge, meine Hand nahm und mich regelrecht damit an sich riss.
Im ersten Augenblick war ich erschrocken und perplex zugleich. Doch dann geschah etwas, dass mich derartig aus der Fassung brachte, dass ich die Kontrolle verlor. Er küsste mich. Ich war völlig unvorbereitet und fühlte mich wehrlos. Und so ließ ich es geschehen. Ich habe schon sehr viele Küsse erlebt. Aber ich schwöre bei Gott, keiner war auch nur annähernd mit diesem zu vergleichen gewesen. Und als wir es nach einer halben Ewigkeit endlich wieder schafften, uns von einander zu lösen, war ich von jener unverhofften und grenzenlosen Leidenschaft derartig überwältigt, dass ich kurz darauf einfach davon stürzte.
Ich rannte um mein Leben und kam mir augenblicklich verloren vor. Ich bereute längst schon, auf diese Party gekommen zu sein. Und T.s Anwesenheit und der Kuss machten alles nur noch schlimmer.
Irgendwann kam ich an unserem Zeltplatz an. Es war stockdunkel und vereinzelt waren noch Leute in geselliger Runde.
Ich kroch in mein Zelt und in meinen Schlafsack und wusste noch immer nicht wo oben oder unten, links oder rechts war. Alles drehte sich und mit mir die ganze Welt.
Stunden mochten vergangen sein. Oder aber auch nur Minuten. Ich wusste es nicht. Als kurze Zeit später jemand den Reißverschluss zu meinem Zelt öffnete. Es war T.. Unfähig zu reagieren, ließ ich zu, dass er zu mir krabbelte. Mir liefen die Tränen mir nur so über die Wangen. Liebevoll nahm er mich in seine Arme und versuchte mich zu trösten. Wobei auch er sichtlich feuchte Augen bekam. In dieser Nacht schliefen wir mehr als nur einmal miteinander. Nichts und niemand hätte dies noch zu verhindern vermocht. „Ich liebe Dich!“ flüsterte er, während wir noch lange aneinandergekuschelt im Schlafsack lagen. „Und wenn Du genauso für mich empfindest, dann muss ich es wissen!“
Ich fühlte mich plötzlich elend und hundsmiserabel. Nicht nur, dass wir uns geküsst und miteinander geschlafen hatten, sondern, weil ich spürte, dass er mir nunmehr eine Verantwortung in die Hände legen wollte, die ich nicht bereit gewesen war, zu tragen.
Er erklärte mir, dass er sich bereits schon seit unserer ersten Begegnung vor sieben Jahren, in mich verliebt hatte. Und selbst mit den Jahren ließ sich dieses Gefühl nur schwer unterdrücken oder kontrollieren.
Als ihm klar wurde, dass wir vermutlich keine Zukunft hatten, da ich ja immer noch mit P. „glücklich“ verheiratet war, versuchte er schweren Herzens mich aus seinem Leben zu verbannen. Dann lernte er B. kennen und heiratete sie. Nicht als Problemlösung, oder gar als Ersatz, denn er empfindet sichtlich viel für sie und seine kleine Tochter, aber die Gefühle für mich, so erklärte er, überwiegen alles und jeden, den er bis jetzt geliebt hatte.
T. ist bereit sich von B. und seiner kleinen Tochter zu trennen.
Und ja, auch ich habe das unbestimmte Gefühl, dass T. und ich zusammen gehören. Doch ich bin ihm eine Antwort, oder gar eine Entscheidung am Wochenende regelrecht schuldig geblieben. Mittlerweile ist er längst wieder, auf meinen dringenden Wunsch hin, nach Hause zurück gefahren. Und ich habe ihn gebeten, B. nichts von allem dem zu erzählen.
Soll ich T. anrufen und sagen, dass ich ihn nicht minder liebe wie er mich?
Soll ich der Grund sein, dass er sich von B. und dem Baby trennt, nur damit endlich zusammenfindet, was zusammen gehört?
Ich bin dem Wahnsinn nahe, denn ich weiß, dass es zwischen uns klappen kann. Aber ich will nicht der Grund dafür sein, der einer Frau ihren Mann und einem Kind den Vater nimmt.
Ich verspreche mir diesem Posting auf dieser Internetseite keine Antwort auf mein Problem, aber ich werde vermutlich zerbrechen, wenn ich diesen Druck nicht loswerde.
Mittlerweile sind drei Tage vergangen und ich weiß, dass er auf eine Antwort von mir wartet, die ihm sagt „Ich möchte keinen Tag mehr ohne Dich leben!“ Maja
Hallo, Maja
Wenn ich Ihre Geschichte lese, muss ich an Romeo und Julia denken: Eine Große Liebe mit schwerer Tragik und tiefen Mißverständnissen. Es ist schon etwas besonderes, so tief empfinden zu können. Viele Menschen werden dabei etwas Neid spüren, denn mit dem Begriff "Liebe" können manche unserer Zeitgenossen kaum noch etwas anfangen. Allerdings hat der Tiefgang auch seine Risiken. Alles hat seinen Preis.
Unabhängig Ihrer über die Jahre fast zugespitzten Situation:
Wenn Sie sich nicht für Ihre Liebe entscheiden, werden Sie ihr den Rest des Lebens nachtrauern.
Das muss kein Fehler sein. Man muss sich nur bewusst sein, dass gerade durch diesen Weg vermieden wird, so eine Leidenschaft im Ehealltag möglicherweise absterben zu sehen. Vielleicht schützen Sie sich unbewusst vor der doch zu erwartenden Ernüchterung: Man kann einen Bogen so weit spannen, dass er nicht mehr in der Lage ist, einen Pfeil abzuschießen.
Und das ist noch nicht alles. Hier kann ich Ihr zögern verstehen:
Was, wenn Ihre große Liebe diesen Schaden, den sie zweifelsohne anrichtet, nicht aushalten kann? Wenn sie vielleicht daran zerbricht? Nun, Garantien gibt es nie. Unabhängig davon, wie stark die Gefühle zu Beginn auch sind.
Doch scheint mir, dass Sie im Moment lediglich die Wahl zwischen verschiedenen Übeln haben.
Ich bin mir nur nicht sicher, ob Sie beide sich "in Ruhe" entscheiden können. Doch ein Wesen der Liebe ist es auch, dass diese Entscheidung einem durch die Liebe selbst meist schon abgenommen wurde. Ihnen bliebe dann nichts anderes übrig, als sich auf die Zeit, wenn die Verliebtheit und die Sehnsucht gestillt sind, vorzubereiten. Doch das ist eine andere Baustelle. Eine die jedes Paar auf seine Weise zu bewältigen hat.
Wer viel erhält, muss letztendlich auch viel geben, damit es seinen Wert nicht verliert. Diese Hypothek gilt besonders für Sie. Wenn Sie beide - trotz dieses ungeheuer aufgestauten Gefühlsberges - es schaffen, diese Große Liebe genauso zu pflegen, wie die vielen anderen "Kleinen" (die es ebenso wert sind), dann geht auch das.
Sie müssen es jedoch beide wollen. Und, das ist das Wichtigste, Sie müssen auch dazu stehen.
Darüber sollten Sie ernsthaft miteinander reden.
Und wenn Sie sich füreinander entscheiden, bedeutet das: Alle Beteiligten erfahren davon. Am besten durch Sie selbst, bevor es anderweitig herumgetratscht wird. Da Ihre Entscheidung auch das Leben weiterer Menschen betrifft, ist es wichtig offen und fair zu sein. Schmerzen werden nicht zu vermeiden sein. Die Liebe ist es auch nicht.
Auch wenn Sie sich entschließen sollten, es so zu belassen, wie es ist.
Ich kann Ihnen diese Schwere, die an diese Entscheidung geknüpft ist, nicht erleichtern. Und ich beneide Sie wirklich nicht.
Sie waren beide bisher weniger die leichtfertigen Menschen. Ich glaube, das ist eine gute Voraussetzung.
Ich wünsche Ihnen beiden ein starkes Herz für alles, was auf Sie zukommt.
Alles Gute, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

22. Anfrage vom 23.5.07
Hallo, weiss gerade noch nicht so recht, wie ich anfangen soll.
Ich habe Anfang des Jahres einen Salsa-Tanzkurs gemacht und mich mit dem Tanzlehrer - einem Kubaner- angefreundet. Er hat sich vor kurzem von seiner Ehefrau getrennt und hat mit ihr einen süßen kleinen Sohn. Durch die intensiven Gespräche, die wir miteinander schon geführt haben, habe ich herausgehört, dass er momentan nicht mehr etwas festes haben möchte, diese Ehe hat ihm schon gereicht.
Wir zwei liegen auf einer Wellenlänge, reden viel miteinander und lachen auch sehr viel. Kürzlich sagte er mir, dass er es nicht erklären kann, aber dass er sich sehr wohl fühlt, wenn ich bei ihm bin und er die Zeit mit mir geniesst. Letzte Woche ist es dann passiert: Wir haben uns leidenschaftlich geküsst. Ich habe es aber nicht zu mehr kommen lassen.
Am nächsten Abend das gleiche, er zeigt mir, wie attraktiv er mich findet und ich geniesse seine Küsse, Umarmungen und Streicheleinheiten. Aber als es weiterging habe ich wieder abgeblockt und ihm gesagt, dass ich keine Bettgeschichte sein möchte. Ich habe ihm unterstellt, dass ich austauschbar sei und mich davor schützen möchte. Ich möchte eben alles oder gar nichts.
Er antwortete darauf etwas entrüstet, ob ich wirklich glaube, dass das so schnell bei ihm geht, dass er eine andere Frau kennen lernt. Da müsse so viel stimmen. Er sagt, dass er schon Gefühle für mich hätte, die er aber nicht ausdrücken kann. Als ich zu ihm sagte, wenn ich nächste Woche zu ihm sagen würde, dass ich keine Lust mehr hätte, wäre ihm das auch egal, sagte er das wäre nicht so, aber das könne ich auch nicht wissen. Ich weiss einfach nicht, was ich tun soll. Als ich ihn gestern anrief, lachte er und sagte, dass er an Telepathie glaube, denn er habe sich gerade in dem Moment überlegt, mich anzurufen und zu fragen, was ich mache, da er den ganzen Tag an mich denken müsse.
Ich weis einfach nicht, wie Ernst es ihm mit mir ist. Er hat schließlich auch eine ganz andere Mentalität. Zudem habe ich Angst, etwas falsch zu machen, ihn vielleicht unter Druck zu setzen oder gar mich selber.
Wie kann ich feststellen, ob er es Ernst mit mir meint?
Ich hoffe auf eine baldige Antwort, Lana
Hallo, Lana
Sicher werden Sie erst sein, wenn es geschehen ist.
Gerade die andere Mentalität, die sie ansprechen (der Machismo) hat gerade heutzutage, in unserer Welt der Unverbindlichkeiten, ihren Reiz.
Einerseits wissen südamerikanische Männer sehr gut, auf was Frauen Wert legen. Andererseits haben sie auch recht wenig Hemmungen, ihre Interessen bei Bedarf sehr egoistisch wahrzunehmen. Frauen und Männer leben dort in stärker getrennten Kulturen bzw. Welten als bei uns.
Sie können davon ausgehen, dass er es ernst meint. Zumindest im Moment. Doch das bedeutet nicht, dass es auf Dauer ist. Diese leidenschaftliche Attitüde gibt es bei uns Europäern auch - im Süden häufiger, im Norden weniger.
Einerseits ist das Werben ist - besonders für Männer - ein spannendes Vergnügen. Die dabei gegebenen Versprechen werden normalerweise selten gehalten, doch Sie bekommen diesbezüglich sogar offen gesagt, dass vorerst keine Heirat vorgesehen ist. Aus seiner konservativen Sicht bedeutet das: Vorerst nur eine unverbindliche Liebelei.
Schließlich weiss niemand definitiv, ob die Gefühle nach dem Zusammenkommen noch genauso sind, wie sie davor waren. Dieses Risiko werden Sie nicht wirklich reduzieren können.
Ihr Freund ist vermutlich ein Mann, der weiss, was er will. Der sich nicht (gerne) formen und beeinflussen lässt. Der möglicherweise weniger zu Kompromissen bereit ist. Passen Sie diesbezüglich zu Ihm?
Darüber hinaus kommt es darauf an, was Sie in ihm sehen: Das, was er ist - oder das, was Sie sich wünschen?
Sie werden ihn nicht nach ihren Wünschen ändern können.
Sie sind beide verliebt. Und offensichtlich auch beide - aus früherer Erfahrung - verletzt und entsprechend vorsichtig. Das ist eine Mischung aus Versuch und Zögern. Leidenschaft und Abwägen. Glücks-Risiko-Freude und Wunsch nach Langzeitversicherung. Beides sind Zustände die von der Realität entfernt sind.
Verliebtheit mündet in Ernüchterung. Wenn man auf diese gut vorbereitet ist, kann Liebe daraus werden. Der Wunsch nach Sicherheit überfrachtet die Beziehung mit Ansprüchen an Dinge, die sie im Moment nicht leisten kann. Damit kann eine Beziehung  von Erwartungen erdrückt werden. Es ist wichtig zu erkennen, was im Augenblick zwischen beiden möglich ist.
Und es bedarf einiger Zeit, bis man sich selbst klar ist, was man sich wünscht, ob es erfüllbar ist und bis man es dem Partner erzählen kann. Denn wenn man aus dem Beziehungsstart nur ein Wunschkonzert macht und die Haken an seine Bedingungen setzt, kann man so auch über die mögliche Liebe hinweg gehen.
Lernen Sie wieder auf Ihr Herz zu hören. Manche Dinge lassen sich nicht abkürzen, ohne dass etwas fehlt.
Und Einsamkeit macht uns leichtsinnig.
Ich wünsche Ihnen ein freies Herz und einen klaren Kopf.
Alles Gute, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

21. Anfrage vom 8.5.07
Mein Freund hat einen Sohn.... damit habe ich mich auseinander gesetzt und habe es schließlich akzeptiert. Ich ließ ihm alle erdenkliche Zeit mit seinem Sohn, jedes zweite Wochenende war nur für ihm und seinem Sohn. Für mich vollkommen okay. Nun sind wir seid zwei Monaten zusammen gezogen, ich habe auch so seinen Sohn akzeptiert. Ich kann ihn nicht lieben, er ist nicht mein Sohn, aber ich kann ihn akzeptieren.
Seine Ex hat ein zweites Kind, ein Mädchen. Er hat immer gesagt, es ist sicher nicht von ihm, sie wusste es auch nicht. Dann kam der Vaterschaftstest. Es ist seine Tochter. Ich habe zwei Tage lang geheult. Wie soll ich dieses Mädchen lieben? Wie soll ich den Sohn lieben? Wo er mich doch so gerne hat... das verstehe ich nicht.
Das Mädchen ist fast drei Jahre alt, kennt weder meinen Freund noch mich. Was sollen wir machen? Immer nur den Bruder holen und sie zurücklassen? Das können wir ihr doch nicht antun! Ich habe Angst, dass das ihre Zukunft versaut... Bitte geben Sie mir Tipps, wie ich damit zurecht kommen soll und wie wir dieses Mädchen doch noch liebevoll einbauen können.
Ich sehe im Gesicht der Kinder immer seine Ex.... wie schrecklich! Gruß, F.
Hallo, F. Sie lieben diesen Mann, weil er so ist, wie er ist (ich gehe jetzt einfach davon aus). Er ist (auch) so, weil er ein Vater ist. Das lässt sich nicht voneinander lösen.
Erfreulicherweise lieben Sie seinen Sohn doch schon, ohne dass Sie es so recht wollen, auf eine bestimmte Art. Und er spürt dies wohl und liebt Sie auch! Warum nicht, er hat doch allen Grund dazu. Sie sind es offensichtlich wert. Das dürfen Sie zulassen! Ich gönne es Ihnen. Tun Sie es auch! Und wenn es nur ab und zu ist.
Sie sind nur durch Ihre zwiespältigen Gefühle verunsichert. Bleiben Sie gelassen. Sie haben eine recht bequeme Ausgangsposition: Sie müssen nicht Elternteil sein. Sie können und dürfen sie manchmal vertreten. Eltern haben feste Pflichten. Sie dagegen haben nur die, die Sie sich selbst auferlegen. Es ehrt Sie, dass Sie sich so fürsorgliche Gedanken um die Kinder machen. Es ist auch gut so. Es entspricht Ihrer Natur.
Ob Sie es wollen oder nicht, die Rolle einer "Tante" oder Quasi-Stiefmutter haben Sie sowieso. Allein durch Ihre Anwesenheit. Die Kinder werden Sie als die Frau ihres Vaters ansehen (was ganz gut ist und die Ernsthaftigkeit Ihrer Beziehung unterstreicht) Kinder nehmen alles, was Elternschaft betrifft, sehr ernst. Dieser Anteil ist auch eine Verantwortung, der Sie sich im Grunde gar nicht mehr entziehen können. Ihre von den Kindern wahrgenommene Partnerschaft ist ein Anker für die Entwicklung der Kinder. Ihre Fürsorge, soweit die Kinder sie annehmen können und wollen, wird ihnen nicht schaden. Eher gut tun. Machen Sie sich für diesen Punkt also keine Sorgen.
Man wünscht sich gerne - wie in Kontaktanzeigen oft zu lesen ist - einen Partner mit abgeschlossener Vergangenheit. Eine nette Illusion. Ich glaube, das gibt es nicht wirklich. Dass natürlich der Ex-Partner immer wieder Präsenz zeigt, nagt am Selbstwert. Gerade durch Kinder haben solche Menschen einem scheinbar Dinge voraus, die man nicht einholen kann. Dann bestehen unter Umständen noch Verhaltens-Dynamiken die aus der langen Beziehung eine gewisse Vertraulichkeit darstellen und vom neuen Partnern als trennendes Moment empfunden werden. Doch das können im Prinzip auch Geschwister und Eltern des Partners sein. Die Abgrenzung zur einen Seite und die Verbindung untereinander sind sehr empfindsam wahrgenommene Dinge in einer Beziehung.
Ihr Freund und die Ex-Frau sollten sich - wenn das möglich ist - einig sein, wie sie der Kinder wegen gemeinsam vorgehen. Das bedeutet dann auch Verhandlungen und möglicherweise Konflikte mit einer Person, die Sie im Grunde gar nicht in Ihren Beziehungsbereich hineinlassen wollen. Diese wirken dennoch bis zu Ihnen hin. Das muss man aushalten können. Darüber muss man auch reden. Hier bedarf es ausgleichender Beziehungsarbeit für Sie beide. Zeit, die eh' nicht so reichlich vorhanden ist. Aber Sie werden sie brauchen.
Es wäre wohl zu einfach für Sie beide gewesen, wenn es nur bei dem Sohn geblieben wäre. Es ist für die Tochter nicht einfach, einen vorenthaltenen Vater zu akzeptieren. Doch ihn zu verheimlichen ist letztendlich noch schlimmer. So etwas verzeihen Kinder kaum und es verletzt sie tief. Nun ist es zu spät, um bei Null anzufangen. Doch das muss kein Beinbruch sein. Kinder verstehen recht gut, wenn man ihnen etwas altersgerecht erklärt. Und dass man zuerst nicht gewusst hat, wer der Vater ist, kann eine Dreijährige schon "verstehen". Das Erfassen wird jedoch viel länger dauern. Hier sind die Eltern und vielleicht ab und an auch Sie gefordert, ihr beizustehen und dies immer wieder neu zu erklären, denn vermutlich wird sie immer wieder einige Fragen haben.
Ich hoffe, dass Ihr Freund in dieser Hinsicht einen guten "Draht" zu der Mutter hat oder finden kann. Dem Kind zuliebe.
Es heisst: 70% ist perfekt. Und dazu: Versuchen Sie nicht immer perfekt zu sein!
Sie schaffen jetzt schon Dinge, die nicht jeder so bewältigen kann. Sie haben ein großes Herz. Es verdient, dass Sie es auch stärken. Dinge die man von Herzen gibt, zehren einem auch nicht aus. Man darf sich selbst dabei nur nicht vergessen.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

20. Anfrage vom 6.5.07
Hallo Marion, ich hätte im Prinzip nur eine Frage. Also Folgendes: Wenn ich eine Freundschaft mit einer Frau habe, mit der ich Sex habe, wir uns küssen, und auch so fast alles miteinander unternehmen, was ein Pärchen tut, sich darüber hinaus aber die Freundschaft (tief geflochten & stark) weiter hält, da wir keine Liebesgefühle für einander hegen -wie nennt man so eine zwischenmenschliche Beziehung dann? "Liebesbeziehungsähnliche Freundschaft"?; "Freundschaft mit Sex"?
Ich würde nur gerne wissen, ob es dafür eine Bezeichnung gibt, oder ob man sich Klarheit verschaffen könnte. Denn es ist auszuschließen, dass es sich bei uns nur um eine Sexbeziehung handelt (in manchen Kreisen gerne F**kbeziehung genannt), da wie erwähnt die enge Freundschaft weiterhin Bestand hat, was durch intensive Gespräche geklärt wurde.
Es wäre toll, wenn ihr mir weiterhelfen könntet bei dieser Frage. Liebe Grüße, Norbert
Hallo Norbert, als erstes müssten wir klären: Was ist Liebe eigentlich? Was ist Liebe für Dich?
Denn aus meiner Erfahrung in der Beratung sind die Beziehungen, so wie Du Eure beschreibst, die Besten. Ihr habt eine Freundschaft (wie lange?), die tief und stark ist und daraus scheint sich ja etwas entwickelt zu haben, ansonsten hättet ihr keinen Sex gehabt. Oder??
Eine F**kbeziehung ist es nicht, da stimme ich Dir zu! So, wie Du es schreibst, würde ich vermuten: Ihr habt eine Liebesbeziehung, die die Verliebtheitsphase übersprungen hat und gleich tiefer eingestiegen ist. In der Zeit, in der andere verliebt sind und Schmetterlinge im Bauch haben, habt ihr Euch kennen gelernt und Vertrauen aufgebaut. Und dann kam die Sehnsucht nach mehr und auch das scheint ja super zu passen. Also seid ihr ein Liebespaar, das auch noch miteinander befreundet ist. Nur aus irgendwelchen Gründen ist das für Dich oder Deine Freundin nicht ganz so einfach.
Steckt da vielleicht eine Angst vor Beziehung dahinter?
In den letzten Jahren erlebe ich das immer wieder, diese Beziehungsangst bis hin zur Beziehungsunfähigkeit. Wenn hier die Ursache Deiner Frage liegt, dann wäre es ganz wichtig dieser Sache auf den Grund gehen, denn es gibt meistens Verletzungen in unserem Leben, die das hervorrufen.
Irgendjemand hat Dich verletzt und Du hast beschlossen nie mehr in Deinem Leben so verletzt zu werden, also sperrst Du Dich gegen Deine Gefühle. (Das ist nur eine Vermutung) Das Problem ist: Der Mensch, der Dir sehr viel bedeutet, den Du vielleicht sogar liebst, wirst Du dann wahrscheinlich gehen lassen - weil Du gar nicht erkennen kannst, wie gut ihr zueinander passt, wie sehr ihr Euch liebt.
Eines solltest Du auf Fälle wissen, wer Beziehung leben will, der muss akzeptieren, dass er verletzt wird. Gerade, die Menschen, die wir besonderes lieben tun uns oft am meisten weh. Doch wir sind auf der Suche nach der einen (oder dem einen), die (der) uns bedingungslos liebt und nicht verletzt, wir verlieben uns (in diesem Ausnahmezustand, sehen wir keine Fehler) und glauben jetzt ist alles gut.
Aber genau das Gegenteil passiert, wir beginnen - dann wenn aus Verliebtheit Liebe wächst - die Fehler des anderen zu sehen.
Kann ich den anderen mit seinen Schwächen annehmen? Kann ich verzeihen, wenn ich verletzt werde? Denn jetzt beginnt die Arbeit an der Beziehung und hier haben Paare, wie ihr, die eine tiefe Freundschaft zueinander haben einen ganz großen Vorteil, denn ihr habt schon gelernt, dass ihr nicht perfekt seid, kennt Eure Fehler und könnt, das ist das Allerwichtigste, miteinander reden. Deshalb sind diese Beziehung, die aus Freundschaft entstehen oft die stabilsten Liebesbeziehungen.
Das ist jetzt erst einmal allgemein Deine Frage beantwortet, um konkreter darauf einzugehen, wären noch einige Fragen offen: Wie lange seid ihr schon befreundet? Ab wann kamen die Zärtlichkeiten dazu? Wie sieht es Deine Freundin, weil ich glaube ihre Sicht ist eine andere als Deine? Seid ihr offiziell vor Euren Freunden ein Paar? Wieso glaubst Du, dass ihr keine Liebesgefühle füreinander hegt?
Wenn Du erkennst, dass Du mit Beziehungsangst zu tun hast, dann bitte ich Dich, bleib an diesem Thema dran, denn Du wirst mit jeder anderen Frau immer wieder ähnliche Probleme bekommen. Von Deiner kurzen Mail habe ich doch den Eindruck, ihr zwei passt ganz gut zusammen.
Es könnte also Liebe sein. Kannst Du damit leben eine ganz normale Liebebeziehung zu haben???
Ich wünsche Dir und Deiner Freundin alles Gute und seid Euch bewusst, dass Ihr etwas ganz Besonders habt!
Also passt gut auf Euch auf! Ganz herzlich, Marion

19. Anfrage vom 1.5.07
Hallo Ihr Lieben, ich suche Rat. Habe vor sechs wochen einen total süßen spinner im internet kennengelernt. ich wollte nichts von ihm wir kontakteten trotzdem permament - eigentlich war er überhaupt nicht mein typ (vom bild her). ok wir haben eine unheimliche intimität aufgebaut und alle geschichten unseres lebens und gegenseitig mitgeteilt. jeder hat echt in der letzten ecke gekehrt. er hatte vor sechs jahren seine letzte fernbeziehung. diese ging nach zwei jahren in die brüche da er fremd gegangen war. er hat sich bis heute nicht vergeben, dass er das getan hat. es war die große liebe seines lebens. seit einigen tagen hat er mir gesagt, dass noch nie ein mensch nach seiner ex so sein herz berührt hat. zwischenzeitlich hat er etliche frauen einfach nur für sex benutzt. am sonntag letzte woche rief er mich an und sagte, er will mich nur noch mich. er hatte einiges getrunken und alles kam raus aus tiefem herzen würde er mich lieben. ich war erstaunt - ich für meinen teil habe mich längst in ihn verliebt. am dienstag dann der schock - er rief an eiskalt -und sagte, dass es ihm alles zu schnell geht und er einen fehler gemacht hat. es war als telefoniere ich mit einem eisblock. ich lies ihn gehen. freitag dann erneut ein telefonat... ich liebe dich so sehr und komme montag zu dir für zwei tage. er kam nicht. ich glaube er wahnsinnige bindungsangst. ich kämpfe wie eine löwin, und versuche im impulse zu geben, über sein problem sich zu informieren und hilfe zu suchen. wie sehen sie die lage? ist da hopfen und malz verloren oder soll ich kämpfen?
Wäre sehr dankbar um Rat und Tipps wie ich diese Liebe erreichen kann. Danke! Nora
Hallo, Nora
Grundsätzlich muss man bei Internet-Kontakten davon ausgehen, dass auf diesem Weg die "Mauerblümchen"-Quote sehr hoch ist. Nicht ohne Grund: Im Internet ist es viel leichter, von sich zu erzählen, sich darzustellen als im RL (real-life). Dementsprechend muss man auf einige Überraschungen gefasst sein, denn bei Tageslicht betrachtet können sich starke Abweichungen vom dargelegtem Selbstbild des Anderen ergeben. Nichts destotrotz ist das Internet eine schnelle und direkte Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen. Die Risiken und Chancen sind gegenüber der herkömmlichen Kontaktformen also gleichermaßen gestiegen. Zudem verführt diese Geschwindigkeit zu dem Glauben, dass manches schneller geht, als nötig oder
manche Schritte sogar übersprungen werden können. Also ist etwas Skeptik nie schädlich.
Soviel allgemein. Nun speziell zu Ihrem Fall: Als Frau müssen Sie beachten, dass das Intimitätsgefühl, dass sich über die Sprache und das Schreiben aufbaut, nicht immer das der Männer ist. Männer sind davon nicht im gleichen Maße ergriffen, denn sie legen ihren Intimitätsschwerpunkt in der Regel auf das Körperliche. Insofern besteht hier die Gefahr der Fehleinschätzung und -Interpretation. So nahe, wie Sie sich ihm gefühlt haben, muss er Ihnen nicht unbedingt gewesen sein. Gerade wenn ein Mann beschreibt, dass er jemanden liebt, den er noch nicht gesehen und berührt hat, offenbart er vielleicht eine momentane Stimmung (durch Gefühlsüberschwang, Alkohol oder Ähnliches), aber kein begründetes Gefühl.
Diesen Unterschied muss er nicht unbedingt bemerken. Er sollte jedoch für Sie wichtig sein. Die Beschreibungen, die Sie von ihm geben, machen auf eine etwas zerrissene Person aufmerksam. Ausgeglichene Menschen sind anders. Ihr Helfer-Herz scheint mir sehr stark für ihn zu schlagen. Das sind aber andere Gefühle als Verliebtheit oder Liebe. Mir scheint, Sie sehen in ihm einen Schlüssel für Ihre Situation, für Ihre Gefühle, für Ihr Glück - von dem er und Sie jedoch nicht wissen, ob er dies sein und erfüllen kann. Darüber sollten Sie sich auch klar werden. Sie haben Ihre Bekanntschaft hinsichtlich Gefühl vermutlich um einige Längen überholt und sind innerlich schon viel weiter als er. Nur besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Bild von ihm nicht dem entspricht, dass Sie sehen könnten, wenn er Ihr Nachbar oder Kollege wäre. Und darauf kommt es doch an, oder?
Mein Tipp: Steigen Sie aus diesem fahrenden Zug, von dem Sie nicht wissen, wohin er fährt, aus. Setzen Sie sich auf eine Bank.
Atmen Sie tief durch und fangen Sie völlig neu an. Es ist nichts verloren. Es ist auch nichts gewonnen. Es ist auch noch gar nicht viel passiert. Es wurden nur Worte getauscht. Worte füllen einen Teil des Lebens. Sie ersetzen es jedoch nicht. Und zu kämpfen haben Sie im Moment nur gegen Ihre inneren Bilder von einer Beziehung die man so oder auch anders träumen könnte. Für diesen Mann wissen Sie noch nicht, ob es sich lohnt und ob es für Sie der Richtige ist.
Wenn Sie ihn sehen wollen, dann tun Sie dies - aber mit der üblichen Vorsicht (neutraler Boden, nicht ganz alleine). Lernen Sie diesen Menschen erst kennen, bevor Sie sich weiter in ihn verlieben. Lernen Sie bewusst seine Schattenseiten kennen. Das hilft, die rosa Brille etwas abzunehmen. Wenn er dann noch ein guter, interessanter Mann ist - warum nicht? Vielleicht könnte er der Partnter für Sie werden, aber ebenso auch nicht. Zumindest lässt sich im Moment nicht mehr sagen.
Das hat schon seinen Grund: Das Kennenlernen lässt sich nicht wirklich überspringen. Es braucht alles seine Zeit.
Ich wünschen Ihnen dafür viel Geduld, einen klaren Kopf und das dazugehörige Quentchen Glück.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

18. Anfrage vom 25.4.07
Hallo Marion! Ich lebe seit knapp 7 Monaten in einer Fernbeziehung, uns trennen ca. 330 km, was eigentlich kein Problem ist. Ich will auch nicht diesen "Schlussteil...von wegen ich wünsch dir alles Gute und Glück...". Eigentlich suche ich nur eine professionelle Hilfe oder eine Einschätzung.
Hallo,  wir haben 3 Jahre in einer Fernbeziehung gelebt. Es war eine schwere und gleichzeitig sehr lehrreiche Zeit. Das allerwichtigste ist, die Kommunikation, sie müssen die fehlende Nähe  im Gespräch irgendwie auffangen.
Reden sie über alles offen und ehrlich ganz besonders über die Gefühle. Sie dürfen sich nicht aus dem Blick verlieren und sollten dafür Zeit einplanen.
Wenn Sie sich am Wochenende sehen, dann planen sie schon unter der Woche  was sie gemeinsam tun wollen, denn die Bedürfnisse sind da oft sehr unterschiedlich. Lassen sie auch Freiräume zu, denn man braucht immer ein wenig Zeit sich
anzunähern. Vertrauen und Ehrlichkeit sind die Pfeiler einer jeden Beziehung und eine Fernbeziehung zeigt sich ob ein gutes Fundament gelegt worden ist. Doch aus Ihren kurzen Zeilen lese ich Zweifel, doch dazu müssten sie mir schon Näheres schreiben.
Auf alle Fälle ist es möglich eine gewisse Zeit auf Abstand zu leben, wenn man bereit ist, dem anderen immer wieder sein Herz zu öffnen. Denn dieser Schlusssatz, den sie befürchten, wird auch in vielen Beziehungen gesagt, die ganz nah beieinander leben. Ich wünsche Ihnen alles Gute, und dass trotz der Entfernung ihre Liebe weiter wächst.
Ganz herzlich, Marion Kuhn


17. Anfrage vom 18.4.2007
Liebe Frau Kuhn,
ich bin erst seit 2 Monaten mit meinem Freund zusammen. Er hat einen echt tollen Charakter und sieht wahnsinnig gut aus. Er ist aber auch ziemlich anhänglich und das stört mich. Oft habe ich bei ihm das Gefühl, dass ich bei ihm an erster Stelle stehe während ich eher viel Zeit für mich brauche und es auch nicht schlimm finde wenn man sich nicht jeden Tag sieht oder meldet. Wenn ich ihm aus irgendeinem Grund mal absagen muss ist er manchmal sogar total beleidigt.
Dennoch ist es superschön wenn wir uns sehen. Er ist sehr einfühlsam und romantisch, ich habe das Gefühl, dass wir uns einfach über alle möglichen Dinge unterhalten können. Ich gehe es in unserer Beziehung eher langsam an und es fällt mir schwer gleich offen mit ihm über mein Problem zu reden. Ich verliebe mich nicht schnell und war nicht oft verliebt. Darum habe ich im Moment das Gefühl, dass ich ihm viel mehr bedeute als er mir. Ich habe deswegen trotzdem kein freundschaftliches Interesse an ihm.
Ich glaube ich brauche etwas Zeit um mich überhaupt daran zu gewöhnen, dass ich einen Freund hab. Das ist total komisch, als ich keinen Freund hatte war ich
unglücklich darüber und jetzt wo ich einen habe...Ich bin einfach sehr freiheitsliebend und brauche meine Zeit für mich alleine. Ich fühle mich auch etwas unter Druck gesetzt, weil ich immer das Gefühl habe ich müsste mich bei meinem Freund melden weil er sonst glaubt, dass ich ihn vernachlässige. Hätten Sie vielleicht eine Idee für unsere relativ frische Beziehung? Ich weiß einfach nicht wie man es hinbekommen könnte, dass wir beide glücklich werden aufgrund unserer verschiedenen Ansichten was das gemeinsame Zeit miteinander verbringen in einer Beziehung angeht. Ich will nicht, dass es mit uns beiden schief läuft, denn er bedeutet mir sehr viel. Veronika
Hallo, Veronika
Sie fühlen sich geschmeichelt, dass dieser Mann um Sie wirbt und mit Ihnen zusammen sein will. Das ist ein schönes Gefühl. Er möchte offensichtlich eine "richtige Beziehung" mit Ihnen eingehen. Früher hätte man gesagt, er ist bereit Sie zu heiraten. Ich spreche diesen Vergleich nicht ohne Grund an: Dieser Mann meint es offensichtlich ernst. Irgendwo spüren Sie das auch.
Ihr Zögern sagt mir, Sie wollen noch keine Beziehung mit gegenseitiger Verantwortung und persönlichem Risiko eingehen.
Das "noch" ist ein Punkt, den Sie für sich klären sollten. Er wird Sie sonst immer wieder in Ihrem Leben einholen.
Es gibt Zeiten, in denen man "noch" nicht reif ist für eine Beziehung. Das kann auch unabhängig vom Partner sein - selbst wenn es "der Richtige" sein sollte.
Dann ist man noch nicht fertig für die Welt, in der man eigentlich leben will. Leider wartet sie niemals auf einen.
Es gibt auch das "noch"-Argument, dass man insgeheime Ausflüchte sucht, weil es nun einmal nicht "der Richtige" Partner ist - obwohl er so aussieht, alles hat, was man/frau sich wünscht und so weiter. Hier hat man meist Angst alleine zu sein.
Es gibt aber auch ein "Noch", weil man sich nicht traut, sein Herz zu öffnen und es lieber scheinbar frei aber verschlossen herumstreifen lässt.
Welches davon möglicherweise Ihr Part ist, sollten Sie herausfinden.
In einer Partnerschaft ist es durchaus möglich und gut, wenn man seine Zeit für sich hat. Beim richtigen Partner hat man jedoch normalerweise keine Angst davor, in dieser Hinsicht zu kurz zu kommen. Und manchmal will man mit dieser "Freiheit" sich und dem anderen Etwas beweisen, eigene Ängste beruhigen. Letztendlich wollen Sie ja auch nicht alleine sein. Zumindest nicht vollständig.
Ein Sie liebender Mann wird Ihnen Ihre Freiheiten lassen. Er wird aber von Ihnen - früher oder später - eine Entscheidung haben wollen.
Er wird mehr von Ihnen haben wollen, als dass Sie nur ab und zu "körperlich anwesend" sind.
Er will nicht nur Sie lieben dürfen, er will auch von Ihnen geliebt werden.
Und ich glaube, davor drücken Sie sich gerade ein bisschen.
Sie gehen mit Ihrem Herzen sehr sparsam um.
Man könnte es fast schon "geizig" nennen, denn Sparsamkeit, die keinen Gewinn einbringt ist die Grenze, die ich persönlich als Geiz ansehe.
Sie sparen zu einen sehr hohen Preis. Sie sparen bei Etwas, das es sogar umsonst gibt. Obwohl man es für Geld nicht kaufen kann. Oder vielleicht gerade deshalb. Unser Herz ist eine Quelle. Es kann verletzt werden, sicher. Davor haben Sie und auch ich Angst. Aber es kann verschlossen auch nicht leben. Und es heilt auch wieder, wenn etwas schmerzhaftes geschehen ist. Das glaubt man vielleicht erst, wenn man es erlebt hat. Und das macht die Liebe von und mit herzensvorsichtigen Menschen so schwierig.
Ich weiss nicht, ob Sie einen Menschen kennen, der sich diese Quelle im Herzen aufgemacht hat. Es ist faszinierend anzusehen, wie diese Menschen Liebe verteilen, dass man meint sie hätten davon in unendlicher Menge. Ich habe selbst gelernt, dass dies wirklich so ist: Liebe zu geben, ist nichts was einem auszehrt oder "leer" machen kann. Es ist immer wieder etwas da. Es wächst nach. Es macht Menschen glücklich. Und diese Freude des anderen vermag sogar uns glücklich zu machen. Man gibt, und erhält etwas dafür. Verrückt, nicht wahr? Doch ein Ziel oder ein Hinweis, in welche Richtung es gehen kann.
Aber die Menschen sind unterschiedlich. Sie haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und auch deshalb unterschiedliche Formen und Zeichen von Liebe in ihrem Programm. Und es gibt Menschen, die damit sehr zögerlich und bescheiden umgehen. Ohne es anders zu können. Zumindest nicht gleich.
Wenn Sie also glauben, dass Sie diesen Mann lieben können, dann versuchen Sie es. Reden Sie mit Ihm darüber, wie es in Ihnen aussieht.
Er muss Ihre Sprache der Liebe auch verstehen können, wenn aus Ihrer Beziehung etwas werden soll.
Umgekehrt gilt dies natürlich auch.
Sprechen Sie gemeinsam über Ihre Bedürfnisse. Tun Sie dies in regelmäßigen Abständen, denn unsere Bedürfnisse können sich ändern.
Sprechen Sie darüber, inwieweit der Eine auf die Bedürfnisse des Anderen eingehen kann und inwieweit dies nicht möglich ist.
Was einem beengt und was einem glücklich macht. Was einem zuviel oder zuwenig ist und wie man damit umgehen will, ohne sich gegenseitig zu belasten.
Ihr Freund hat es verdient, dass er Sie so kennenlernt, wie Sie sind. Nur so kann er Sie lieben.
Sie sind jetzt an einem Punkt, an dem es nicht mehr "von alleine" weiter läuft. An dem Sie aber gestaltend eingreifen können und sollten. Wenn die Bedürfnislage eines Paares ähnlich ist, kommt dieser Punkt später - aber er ist unvermeidlich. Bei Ihnen ist es jetzt schon so weit: Nehmen Sie Ihr Glück in die Hand. Riskieren Sie, sich wirklich kennen zu lernen. Bevor Sie sich wieder verlieren. Es gibt keine Garantie. Aber es gibt immer eine Chance.
Und für Sie selbst: Suchen Sie die Tür in Ihrem Herzen. Ich glaube, dann geht Vieles leichter.
Ich wünsche Ihnen dafür den richtigen Mut.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

P.S.
Vielleicht wollen Sie dazu etwas Lesestoff? Ich hätte da einige Vorschläge. Vielleicht spricht Sie davon etwas an:
- Die fünf Sprachen der Liebe, wie Kommunikation in der Ehe gelingt von Gary Chapman
- Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt von Bas Kast
Und für Möglichkeiten, sich selbst besser kennen zu lernen:
- Einfühlung oder die Intelligenz des Herzens von Jirina Prekop
- Das Enneagramm - Die 9 Gesichter der Seele von Richard Rohr, Andreas Ebert

16. Anfrage vom 31.3.07
Hallo Marion, mein Problem ist, dass ich vor ca. 2 Jahren ein, wie soll ich es nennen, Verhältnis/Beziehung mit meinem besten Freund angefangen haben. Wir kennen uns schon fast 20 Jahre und waren beide lange Zeit Single. Wir waren uns von einig, dass wir diese Änderung erst einmal für uns behalten. Erst einmal dauert bis heute an. Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, dass unsere Freunde nichts davon wissen. Es ist nur, dass er immer wieder Phasen hat, in denen er mich nicht sehen geschweige denn mich berühren möchte. Spreche ich ihn darauf an, dann kommt immer nur, dass es an ihm läge und nichts mit mir zu tun habe. Dann will er die Beziehung beenden, weil er Angst hat, dass unsere Freundschaft daran kaputt gehe. Ich wäre ihm viel zu wichtig und er möchte mich nicht verlieren. Ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll. Einerseits will ich ihn weder als Freund noch als \"Freund\" verlieren, aber andererseits merke ich, dass ich diesen Zustand der Ungewißheit nicht mehr lange ertrage. Ich schlafe schlecht, leide unter Appetitlosigkeit und fühle mich einfach nur elend. Der Kopf sagt, laß es aber das Herz ist da ganz anderer Meinung. Melde ich mich längere Zeit nicht bei ihm, dann kann er sich melden. Ich sollte noch erwähnen, dass wir 40 bzw. 39 Jahre alt sind. Also ein Alter indem man erwarten könnte, dass Mann weiß was er will. Ist doch etwas dran, dass aus Freundschaft keine Liebe werden kann? Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen. Corinna
Liebe Corinna, mir ist der Grund dieser Heimlichkeit nicht ganz klar. Natürlich steht man in einer Clique bezüglich Beziehung etwas unter Kontrolle - die anderen Singels würden ja auch gerne eine Partner haben. Aber dass dabei kein Bekenntnis zu einer "richtigen Beziehung" herausgekommen ist, finde ich etwas vage.
Woher hast Du das Gerücht, dass aus einer Freundschaft keine Liebe werden kann? Die stabilsten Beziehungen, die ich kenne sind aus einer guten Freundschaft gewachsen. Ich denke es wird Zeit mit offenen Karten zu spielen und das heißt Farbe bekennen. Warum will Dein Freund nicht, dass alle es wissen? Weißt Du was dahinter steckt?
Es könnte natürlich auch sein, dass Du gefühlsmäßig dieses Beziehungsrisiko eingehen möchtest. Ich weiß es ist schwer, konsequent zu sein, wenn man schon zwei Jahre geschummelt hat. Wenn Du Dir also klar bist, was Du willst, dann sage es
Deinem Freund. Gib ihm eine Entscheidungsfrist und dann macht Ihr klare Verhältnisse: Entweder Freundschaft oder Liebe.
Im Grunde ganz einfach. Das Blöde dabei ist, dass da sich schon die Sexualität mit eingemischt hat. Sie ist ein Zeichen intensiver Nähe und läßt eine Beziehung mit Abstand immer recht schwierig gestalten.
Auch Männer, die dem Klischee nach Sex und Liebe besser trennen können sollen, schaffen das nicht so ohne Weiteres. Wie auch Dein Freund. Was einerseits vielleicht gar kein so schlechten Zeichen ist.
Nach 2 Jahren hast Du ein Recht darauf. Du bist die Frau an seiner Seite Der richtige Zeitpunkt auf den er wartet gibt es nicht, der richtige Zeitpunkt ist immer das Jetzt, denn mehr habt ihr nicht. Mach ihm ruhig ein wenig Druck, und sag ihm, wenn er es jetzt nicht sagt, dann erfahren alle wie lange das schon geht. (Aber nur wenn Du Dir ganz klar bist, denn Du hast das Spiel 2 Jahre mitgemacht) Und wenn das nicht zieht, dann schreib mir bitte nochmal, denn dann steckt da mehr dahinter und da müssen wir dann herausfinden. Aber ich glaube er ist einfach ein ganz gemütlicher, und alles soll so bleiben wie es ist. Diese Männer brauchen manchmal liebevolle Unterstützung!
Also viel Mut und dann entwickelt gemeinsam eine kreative Idee, wie ihr das ganz originell Euren Freunden erzählen könnt.
Ganz herzlich, Marion

15. Anfrage vom 26.3.07
Ich habe vor kurzem am Computer meines Freundes 2 Pornofilme entdeckt. Ich war natürlich ziemlich geschockt und hab ihn auch (indirekt) darauf angesprochen. Er hat zugegeben, alte Fotos zu besitzen, die er aber lange nicht mehr angesehen hat. Filme hat er verleugnet.
Seit diesem Ereignis habe ich Probleme beim Sex. Es beginnt ganz normal, aber wenn es zum eindringen kommt, verkrampfe ich mich und habe Schmerzen. Von den Schmerzen hab ich ihm auch erzählt, nicht aber vom vermeintlichen Grund dafür. Soll ich ihn nochmal (direkt) darauf ansprechen? Wie kann ich es schaffen damit klar zu kommen?
Hallo, Sie müssen eines wissen: Männer sind durch Bilder erregbar. Man könnte sie als Augenmenschen bezeichnen.
Für eine Frau ist das nur ganz schwer vorstellbar, weil es bei Frauen ganz andere Auslöser gibt. Die meisten Männer haben schon einen oder mehrere Pornos gesehen, das Problem ist, dass sie nicht darüber sprechen. Das kann auch auf die meist unangenehme Reaktion einer Frau zurückzuführen sein. Die meisten Männer wissen, dass Pornos bei Frauen selten gut ankommen.
Problematisch ist es, wenn Männer glauben, dass diese Bilder Realität sind und Sexualität so abläuft. Und genau da geht es in die falsche Richtung. Sprechen Sie auf alle Fälle mit ihm darüber. Nehmen Sie ihm die Angst, denn er hat sich ja bei ihrem ersten Versuch nicht getraut etwas zu sagen, weil er sich wahrscheinlich schämt, oder dachte, er würde Sie vor dem Kopf stoßen. Fragen Sie ihn, was er toll findet und wie er sich Sex mit ihnen wünscht. Und versuchen Sie mal nicht gleich ihre (evtl. negativen) Gefühle zu zeigen, sondern halten sich zurück.
Die meisten Männer verbinden die Pornos nicht mit ihrer Partnerin und trennen das für sich selber, allerdings hat es viel mit ihren Phantasien zu tun und da trauen sie sich nicht darüber zu sprechen. Mitunter benutzen Sie diese Filme zur optischen An- und Abregung. Einigen Männern ist durchaus bewusst, dass "normale" Sexualität selten so abläuft. Aber das stört sie nicht unbedingt. Für sie ist das dann die schnelle Befriedigung ohne Nachzudenken.
Es ist wirklich nicht schlimm, außer der Partner wäre mehr oder weniger davon abhängig, Pornos zu sehen.
Sehen Sie es nicht als persönlicher Angriff sondern sehen sie es als Chance neu über Sex und ihre Beziehung zu sprechen.
Vielleicht gibt es sogar Filme, die Sie selbst auch ansprechend finden. Das kann dann etwas für eine gemeinsame Zeit sein.
Allerdings sind diese Sorte Filme schwerer zu finden. Das Massenpublikum ist hier immer noch männlich und das sieht man den Filmen (leider) oft auch an. Die Gefühlswelt des Mannes ist nun mal anders als bei einer Frau.
Sind Sie bereit sich darauf einzulassen? Wenn ja, wird ihre Beziehung wieder ein kleines Stück aufeinander zuwachsen.
Viel Mut! Ganz herzlich, Marion

14. Anfrage vom 23.3.07
Hallo,mein Name ist Susanne und ich bin 20 Jahre alt,ich ich hab keine Frage zu meiner Partnerschaft, da ich zurzeit wieder single bin seid 3 Monaten,viel eher habe ich eine Frage zu meinen für mich unangenehmen Sexfantasien, also immer wenn ich mich befriedige denke ich an meinen Vater, in dem moment finde ich es eher weniger schlimm aber mache mir danach gedanken ob das normal ist das man an seinen vater denkt und ob das nicht irgendwo pervers oder abstoßend ist, weil es in der realität ja eher bestraft werden würde, auf einer anderen homepage stand, das das durchaus bei frauen des öfteren vor kommt das sie an ihren vater denken... aber weiß nicht ob ich das so glauben kann ich hoffe das sie mir schnell eine antwort zu kommen lassen können da es mich schon sehr belastet. gruß susanne
Hallo, Susanne
Dass der Vater in den erotischen Bereich einer Tochter Einzug hält, ist in der Tat eher ungewöhnlich. Dabei ist es wahr:
Der erste Mann im Leben einer Frau ist normalerweise der Vater. Das unangenehme daran ist, dass er schon vergeben ist. So muss man als Tochter mit der ersten Eifersucht fertig werden. Vielleicht ist da noch eine gefühlsmäßige Altlast übrig?
Ich gehe davon aus, dass diese Fantasien nicht während Ihrer bisherigen Beziehung(en) aufgetreten sind. Wenn dem so ist, dann machen Sie sich nicht zu viele Sorgen.
Doch ist Ihre Neugier verständlich und ein Hinweis, dass nicht unbedingt eine Belanglosigkeit vorliegt. Auch wenn man hier nichts dramatisieren muss, lässt Sie dieser Gedanke nicht los. Mitunter heizt man sich nur durch dieses mögliche "Verbotene" selbst an.
Fantasien sind in der Sexualität normal und wichtig. Harmlose Fantasien erkennt man daran, dass sie meist gewissen "Moden" unterliegen, sich also, wie Träume, nach Stimmungen und Erfahrungen verändern können. Ständig wiederkehrende Fantasien haben eher eine Ventilfunktion und sind ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht, dass so einen Ausgleich erfährt. Mitunter genügt das und kann unbeschwert gelebt werden. Wenn jedoch gewisse Spannungen dabei mitschwingen und dieser Ausgleich nicht frei machen kann, sollte man einmal "unter dem Teppich nachsehen".
Da Sie Ihre Gedanken als Belastung empfinden, rate ich Ihnen daher, dass Sie dieser Frage unter professioneller Führung nachgehen. Ein Systemischer Familientherapeut könnte da vielleicht weiterhelfen. Die Krankenkassen bzw. das Branchenverzeichnis aber auch das Internet führen da ortsbezogene Listen.
So verschaffen Sie sich Klarheit, die Sie wieder beruhigen kann. Seien Sie gut zu sich. Zweifeln Sie nicht zu viel. Vor allem nicht an sich selbst. In diesem Sinne: Gutes Gelingen!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

13. Anfrage vom 20.3.07
Hallo! Auch ich bin in meiner Verzweifelung auf diese Seite gestoßen und hoffe, dass Sie vielleicht einen Rat wissen. Mein Freund und ich haben schon eine schwierige Vorgeschichte. (Irgendwie ist alles schwierig bei uns) Wir kannten uns schon eine ganze Weile bevor aus uns was geworden ist. Irgendwie wollten wir uns schon immer und haben es aber doch nie geschafft, dass da mehr von wurde. In der Zeit, wo wir uns dann näher gekommen sind gab es schon zwei Zwischenfälle nach denen man das ganze vielleicht hätte bleiben lassen sollen. Der erste Zwischenfall war mit seiner Ex. Wir waren noch nicht zusammen, und er wollte ihr eine Disco hier in der Nähe zeigen. Das passte mir natürlich gar nicht, aber ich hielt die Füße still, denn wir waren ja noch nicht zusammen. Trotzdem bekam er Wind davon und schrieb mir später am Abend, dass er mir nicht versprechen könne, dass zwischen den beiden nichts passiert, denn schließlich wären ja beide Single. Wie der Rest meiner Nacht aussah kann man sich dann ja vielleicht denken (vielleicht muss ich peinlicherweise noch dazusagen, dass mit ihm auch gar nicht allzulange vorher mein erstes Mal war... naja...). Wie sich dann herausstellte war nichts passiert. Aber ich war trotzdem bedient. Für sie hatte er mich dann auch an meinem 20. Geburtstag sitzen lassen - er wollte mit ihr an dem Wochenende zu einem Konzert. Tja. Auch hier passierte wieder nichts. Und obwohl wir noch immer nicht zusammen waren versprach er mir treu zu bleiben - woran er sich nachweislich aus hielt. Dann, einige Monate später trat eine neue Frau in sein Leben, die ihn aus Teufel komm raus kennenlernen und auch haben wollte. Er sagte ihr zwar, dass er gerade was Beziehungsähnliches am laufen hat, konnte sein Interesse ihr gegenüber aber nicht verbergen. Und das merkte auch ich. Es fiel mir auf, dass er sich in ihrer Gegenwart mir gegenüber ganz anders und fremd verhielt. Ich sprach mit ihm drüber und stellte ihm ein Ultimatum: Sie oder ich. Er konnte sich auch Wochen später nicht entscheiden, denn er wollte sie zwar kennenlernen, aber mich unter gar keinen Umständen verlieren. Nach viel Diskussion, Ärger und Heulerei zog die Andere sich plötzlich zurück und machte sich an den nächsten aus der Clique ran... nettes Mädl, gell? ;-) Wir kamen ca. einen weiteren Monat später zusammen - Gesamtdauer nun also ein dreiviertel Jahr. Seitdem ist etwas Vergleichbares nie wieder passiert und trotzdem wird es zwischen uns nicht einfacher. Das ganze ist jetzt über zwei Jahre her, trotzdem habe ich Schwierigkeiten ihm zu Vertrauen. Es passieren aber auch immer dumme Sachen, die Altes aufleben lassen, so ungerne ich das auch möchte. z.B. in ner Disco bin ich mit ner Freundin am tanzen und hab auf einmal so ein komisches Gefühl im Bauch. Lauf zurück, und was sehe ich? Da steht doch tatsächlich ne Tussi zwischen seinen Beinen (!!!) und unterhält sich mit ihm. Geht aber dann auch direkt weg wo ich komme. Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass sie geschubst wurde, er eigentlich nur zurückweichen wollte und sie sich daraufhin entschuldigt hat (habe auch Zeugen, die das bestätigen). Aber das sagt er mir nicht in diesem Moment, weil er so sauer ist, dass ich schon wieder sonstwas vermute - was man ja nun auch definitiv vermuten könnte - dass er dicht macht, und dadurch werden die Missverständnisse nur noch größer meiner Meinung nach. Er ist mir noch nie Fremdgegangen und ich vertraue ihm da auch. Aber den anderen Frauen einfach nicht. Weil er nun einmal so ein Träumer ist, der eine Fremdgeh-Situation erst bemerkt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Und ich habe es erlebt, dass es einige Frauen gibt, die so dreist sind und sich ihn um den Hals werfen und ihn von mir wegziehen, etc. und mich gar nicht wahrnehmen, geschweige denn als seine Freundin anerkennen. Er steht immer im Mittelpunkt und er muss auch immer im Mittelpunkt stehen. Als wenn das nicht schlimm genug wäre merke ich jetzt mehr und mehr wie mich die Kraft für diese Beziehung verlässt. Die Sache mit dem Vertrauen ist vielleicht nur mein Problem. Aber wie werde ich das wieder los? Es ist ja nunmal leider so viel passiert. Auch wenn er das unter \"vor unserer eigentlichen Beziehung\" abtut. Er kann das ja auch so einfach. Er hat ja nicht leiden müssen. Er neigt sowieso dazu mit ständig unabsichtlich durch blöde Kommentare oder Verhaltensweisen weh zu tun und meint, dass das immer gleich ganz einfach mit einem \"Entschuldigung Schatz\" vergessen ist. Dass er aber ständig kleine Narben hinterlässt sieht er nicht. Und er versteht es auch nicht, wenn ich im das sage.
Die andere Sache ist, dass er, wie eben schon beschrieben, ein Mittelpunkt- und Partymensch ist. Er ist mit 24 von zu hause aus und zu mir eingezogen - was wohl wirklich ein ganz ganz großer Fehler war. Zudem ist er Einzelkind und seine Eltern lieben ihn kaputt. Er hat eine riesige Familie, wo jeder jeden liebt und alle sind glücklich. Wie immer bin ich das Gegenteil. Meine Eltern sind geschieden, können sich nicht riechen. Mein Bruder wohnt 200 km weg und will von Familie nichts wissen. Es gibt deswegen ständig Reibereien, weil ich mich nicht so toll in seine Familie integriere, etc. Und das akuteste Problem: Er tut so gut wie nichts im Haushalt, weil er "zu wenig Zeit hat". Ich müsste das ja verstehen, er hat sein Motorrad, spielt mannschaftlich Billard (also auch mal den ganzen Sonntag auf Punktspiel) und geht ins Fitnessstudio. Zudem arbeitet er auf Schicht. So. Dann fordert er mehr Zeit für sich und seine Freunde und Verständnis dafür, dass er auch mal saufen und Party machen möchte. Ich bin kein Spießer, aber ich hasse diese Sauferei! Mein Vater ist Alkoholiker und obwohl nie etwas schlimmes passiert ist hatte ich als Kind immer so eine Angst wenn er getrunken hatte, dass ich die ganze nacht nicht geschlafen hab. Er kann das aber irgendwie nicht begreifen und ich will ihm das auch nicht verbieten, aber ich bekomm dann echte Probleme mit ihm. Ich sehe ihm das sofort an, ich höre es sofort (am Gang und am Sprechen) und ich rieche das sofort. Ich denke diese Fähigkeiten habe ich durch meinen Vater entwickelt. Ich habe einfach Angst davor, dass sich seine Persönlichkeit dann verändert und ich ihn nicht mehr einschätzen kann. Aber was für eine Lösung gibt es da? Und warum darf er den Haushalt schluren lassen und Hobbies haben und sich nie an das halten, was er sagt und dann auch noch weitere Zeitforderungen stellen, ohne überhaupt zu begreifen, was ich immer so mache? Wir haben jetzt schon eine Vereinbarung getroffen (Vorschlag hierzu kam von ihm), dass ich mal 2 Wochen gar nichts mache. Eine Woche ist jetzt rum und es sieht aus wie im Schweinestall. Ich muss mich ganz ganz arg zusammenreißen nicht loszuschreien. Ich weiß auch nicht, ob das der richtige Weg ist, aber ich habe schon so viel versucht. Es funktioniert weder mit Druck noch mit Lob. Mit Druck mach er es zwar, aber ist sauer auf mich und mit Lob lässt er es Schluren. Bei seinen Eltern hat die Masche ja immer gezogen, irgendwann haben die es selber gemacht. Aber ich bin nicht seine Mama und ich kann das nicht mehr. Ich bin so Ratlos. Wir sind so verschieden und bislang haben wir uns auch immer toll ergänzt. Aber ich fürchte obwohl er für mich bislang immer "der Vater meiner Kinder" war und wir auch eigentlich írgendwann heiraten wollen, dass uns diese Unterschiede vielleicht doch irgendwann einmal zum Verhängnis werden? Er ist sonst so Liebevoll und versucht alles, dass wir unser bisschen Zeit so gut wie nur irgendwie möglich nutzen können und ist süss und so, deswegen möchte ich nicht kampflos aufgeben. Bitte bitte helft mir! Tanja
Liebe Tanja, Du hast Deinen Traumprinz gefunden, aber wie so oft auch ein Prinz hat seine Schwächen. Die ersten Monate merkt man das nicht, weil man einfach nur die schönen Seilten sieht. Das ist auch das Wunderschöne in der Verliebtheitsphase, aber irgendwann kommt dann dieser Zeitpunkt an dem man den Prinzen mit anderen Augen sieht.
Eigentlich war es ja von Anfang an klar, dass auch andere junge Frauen diesen Prinzen haben wollen.
Du traust den anderen Frauen nicht, aber ich glaube Du traust ihm nicht, aber das willst oder kannst Du noch nicht zugeben.
Er hat eine Art auf Frauen zu wirken und das nervt Dich schon. Aber genau das hat bei Dir auch funktioniert.
Wenn er treu ist und Du ihm vertraust, dann kann eine Frau noch soviel baggern, es wird nichts passieren.
Vertraust Du ihm wirklich?
Wenn ja, dann ist die Sache tatsächlich Dein Problem, und wenn es aus Deiner Kindheit kommt, dann solltest Du diese Zeit aufarbeiten, denn ein Partner kann nicht die Verletzungen aus der Kindheit heilen, nicht mit all seiner Liebe. Und die Liebe zu Dir steht außer Frage. Also beginne damit die Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen und zwar für die Vergangenheit, gerade bei dem Alkohol reagiert das verletzte Kind in Dir, das hat nichts mit ihm zu tun, sondern mit Deiner Angst von
früher. Denn es ist keine besondere Gabe zu reichen, wenn jemand etwas getrunken hat, da riecht jeder! Du merkst auf was ich hinaus will. Du musst bei Dir anfangen, damit Deine Verletzungen heilen können, denn irgendwann glaubst Du er hat Dir all das zugefügt. Rede mit ihm darüber über Deine Verletzungen und Ängste, das ist ganz wichtig, damit auch er manches besser einschätzen kann.
Was mir gar nicht gefällt ist Deine Aussage, dass Dich die Kraft für die Beziehung verlässt. Also entweder zieht Dein Freund soviel Energie, dann ist er nicht der Richtige, denn das wird er dann Dein ganzes Leben lang tun. Oder aber es ist die Sache mit dem nicht vertrauen können und Deine Verletzungen, auch das kostet viel Kraft. Aber das kannst nur Du entscheiden was der Hintergrund ist. Das mit dem Haushalt ist eine organisatorische Sache, da setzt ihr euch zusammen und macht einen Wochenplan, wenn sich jemand nicht daran hält wird etwas gestrichen was Spaß macht. Diesen Saustall würde ich mir nicht gefallen lassen, sein Prinzen-Dasein war bei seiner Mutter o.k, aber nicht bei Dir, also hol ihn von seinem Trohn, ansonsten soll er wieder zu Mami ziehen, da kann er sich dann austoben und wieder der kleine Prinz sein.
Du siehst das Gespräch steht an, nimm Dir Zeit dafür! Sei ehrlich zu Dir selbst und höre auf Deine Gefühle.
Ganz herzlich, Marion

12. Anfrage vom 19.3.07
Hallo, mein Name ist Bert u. ich /wir haben folgendes Problem. Meine Frau Lena u. ich kennen uns nun 18 Jahre u. sind davon über 15Jahre verheiratet. Wir haben 2 Kinder u. ein eigenes schönes Haus gebaut in welchem wir nun schon 8 Jahre wohnen. Die Kinder sind gesund u. unsere finanziellen Sorgen tendieren gegen Null. Alles so weit so gut, nur in unserer Ehe läuft es nicht mehr rund. Meine Frau hatte vor einem halben Jahr eine Affäre. Ich entdeckte diese durch Zufall u. stellte meine Frau vor die Wahl - ich oder er. Sie entschied sich für mich. Die Affäre dauerte lt. meiner Frau ca. 3 Monate. Mich stört besonders daran das ICH sie, mehr oder weniger, beendete u. das es kein One Night Stand war sondern ein berechnendes hintergehen. Ich glaube wenn wir nicht die Kinder u. das Haus hätten wären wir schon auseinander. Wir waren auch schon bei einer Eheberatung, diese hat uns aber nicht weiter geholfen.
Mein persönlichen Problem ist das ich sehr oft daran denken muß was meine Frau mit der Affäre wohl machte bzw. was er mit ihr machen durfte. Und dann denke ich an meine Situation.... Ich male mir die wildesten Fantasien aus was die wohl machten u. was ich gerne machen würde. Ich traue mich es aber nicht zu sagen denn sie wäre wahrscheinlich erschrocken u. sie liebt mich ja nicht mehr, zumindest nicht genug um mit mir zu schlafen.
Ich liebe meine Frau aufrichtig. Meine Frau dagegen empfindet nur noch Freundschaft für mich. Unsere Sexualität ist extrem wenig u. wenn sie statt findet ist es irgendwie verkrampft.
Wir hatten nie besonders viel Sex, aber zur Zeit habe ich sogar das Gefühl das meine Frau es, wenn es irgend geht, vermeidet das ich sie z.B. nackt oder in Unterwäsche sehe. Ich weis nicht ist es wirklich Scham (wofür sie keinen Grund hat denn sie ist ausgesprochen hübsch) oder tut sie es nicht weil sie denkt das ich dann wieder Lust bekomme? Es kommt so natürlich keine Erotik auf....
Auf der anderen Seite stehe ich, der sich nichts sehnlicher wünscht als mit ihr zu schlafen. Aber ich bin wieder so verkrampft das ich mich nicht traue sie darauf anzusprechen das ich Lust habe. Und das bei meiner eigenen Frau die ich seit fast 19 Jahren kenne. Wie kann das sein. Ich weis auch nicht wie ich ihr zeigen soll das ich sie begehre.
Leider habe ich das zusätzliche Problem das ich sie nicht groß anfassen darf geschweige denn küssen darf. Sie mag es einfach nicht.
Wie kann ich meine Frau zurückgewinnen? Sie möchte auch nicht alles aufgeben u. bei mir bleiben. Nur wir wissen nicht wie wir es hinbekommen sollen. Wir treten auf der Stelle. Haben gerade einen Urlaub hinter uns. Es war schön, aber erotisch war es nicht.
Haben Sie Ideen wie wir wieder zueinander finden?
Wie kann ich meine Frau zurückgewinnen?
Wir möchten uns schon mal im Voraus für Ihre Antwort bedanken.
MfG Bert und Lena
Liebe/r Bert und Lena, das hört sich nach einer sehr schweren Zeit für sie beide an. Sie stehen in Augenblick nicht auf der gleichen Seite, sondern jeder hat seine ganz eigene Sichtweise und seine ganz eigenen Blockaden.
Lena, hat sich verliebt und aus welchen Gründen auch immer, sich für Sie entschieden, was sehr für sie spricht, allerdings hat diese Entscheidung noch nicht ihr Herz erreicht. Sie lebt noch zwischen den Welten und das ist das Schlimmste aller Leben,
weil man gefühlsmäßig nicht bei dem Mann ist, für den man sich entschieden hat. Aber man kann Gefühle nicht einfach abstellen. Geben Sie ihr Zeit und überfordern sie sie nicht. Dies ist im Moment eine sehr filigrane Zeit, in der man das Gefühl hat, alles kann beim kleinsten Windhauch zusammenbrechen.
Sie lieben Ihre Frau und haben natürlich Lust mit ihrer Frau zu schlafen und zärtlich zu sein. Doch alles was Sie bekommen ist die kalte Schulter und Ablehnung. Und bei all dem sollen Sie dann noch das Geschehene vergessen und verzeihen, kein leichter Weg. Wenn Sie Ihre Frau zurückgewinnen wollen, dann dürfen Sie nicht mit Sex beginnen, das ist eher die Denkweise eines Mannes. Natürlich würde es Ihnen so gut tun, wenn Sie die Leidenschaft Ihre Frau spüren würden, denn dann wüßten Sie sicher, dass Sie sich wirklich für Sie entschieden hat. Aber so kommt jeden Tag der Zweifel und die Frage warum? Es ist ein Leidensweg für sie beide.
Sie werden reden müssen. Fragen Sie, was in der Affäre anders war. Denn Ihre Phantasie ist nicht die Realität. Wenn Sie nicht offen aussprechen, was da passiert ist, dann wird immer diese Mauer der Unsicherheit und Spekulation zwischen ihnen beiden stehen. Aber wenn Sie fragen, dann bitte ohne Vorwürfe - sie ändern sowieso nichts mehr - sondern hören Sie gut zu und lernen Sie!!!
Ihre Beziehung ist nicht erst mit der Affäre zerbrochen, sondern schon viel früher. Was haben Sie früher alles gemacht? Was macht Ihrer Frau Spaß? Wann haben Sie das letzte Mal etwas gemacht, dass Ihrer Frau gefällt? Wie und wann reden Sie miteinander? Interessieren Sie sich für die tiefen Gefühle, die in Ihrer Frau sind. Zuhören und reden wird der einzige Weg sein, das Herz Ihrer Frau wieder zurück zu gewinnen. Sind Sie bereit dazu?
Verkraften Sie es, wenn Sie hören wie es mit dem anderen war? Denn wenn Sie ausrasten, dann kann ihre Frau nicht mit Ihnen reden. Wenn nicht, haben Sie ein Problem, denn Lena ist ganz weit weg von Ihnen und sie wird alleine den Weg nicht zurück schaffen. Das große Problem ist natürlich, dass ihre Frau gar nichts mit ihnen unternehmen will und sich ja gerade sehr zurückzieht. Auch das müssen Sie besprechen, denn sie muss wissen, dass auch Sie sich auf sie einlassen und Ihnen eine Chance geben muss.
Ich würde Ihnen empfehlen weiterhin eine Eheberatung zu besuchen und 1 mal die Woche eine Eheabend (Siehe auch das Buch: Die 5 Sprachen der Liebe, von Roger Chapman) einführen, an dem sie Zeit haben zum Reden. Sie brauchen Zeit füreinander, das wird am Anfang sehr schwer sein, aber halten Sie durch, denn eines ist sicher auch wenn die Affäre sehr prickelnd war, auch dort wäre der Alltag eingekehrt.
Sagen Sie Ihrer Frau, dass Sie nicht bereit sind, gegen ein Phantom zu kämpfen, denn Sie haben keine Chance gegen die Verliebtheit, die sie gerade erlebt. Lernen Sie die Gefühle Ihrer Frau zu verstehen und Lena:
Geben Sie Ihrem Mann eine wirkliche Chance! Liebe ist ein Gefühl das man lernen kann!
Ganz herzlich, Marion Kuhn

11. Anfrage vom 19.3.07
Ihre Nachricht...hallo!ich bin seid 6 monaten mit meinem freund zusammen. bis vor kurzem war er sehr lieb und verständnisvoll, er war für mich gleichzeitig bester freund und liebhaber. alles lief sehr gut in der beziehung, er hat sogar für uns ringe gekauft, die unsere liebe symbolisieren und die wir beide immer tragen, wir haben auch schon darüber gesprochen, dass wir in einem jahr heiraten möchten...aber er hat sich verändert, im moment ist er sehr launisch, es gibt tage, da sucht er einfach ein grund um mit mir zu streiten, er wird sehr grob in seiner redensart und falls ich mal weine ignoriert er mich, anstatt mich zu trösten, aber sobald wir sex haben ist er wieder der gleiche wie früher. während - und nachdem ist er sehr zärtlich, sagt mir dass er mich liebt, will stundenlang kuscheln und dann kann ich wieder mit ihm über alles mögliche reden...wenn ich ihn frage warum er mich manchmal grundlos so schlecht behandelt, da sagt er dass ich seine gefühle verletzt habe, als ich etwas härteren sex mit ihm haben wollte (worauf er nicht steht) und seit dem hat er das gefühl mich nicht befriedigen zukönnen und diese gedanken kommen manchmal hoch und deswegen ist er so zu mir. das andere problem mit ihm ist dass er sehr eifersüchtig und besitzergreifend ist, ich versuche mich anzupassen aber irgendwo gibt es grenzen, wo mein stolz sagt:nein, das machst du nicht mit! ja,im algemeinem denke ich dass wir uns lieben, aber ich empfinde die beziehung als sehr instabil, deswegen brauche ich ihren rat, bitte sagen sie mir was sie über die ganze situation denken und wie ich unsere liebe retten kann? danke! lg beate
Hallo, beate
Also, irgendwie genügt mir die "Ausrede" mit den verletzten Gefühlen nicht. Offensichtlich besteht bei Ihrem Freund da eine gewisse Voreingenommenheit. Er hat bestimmte Vorstellungen von Sexualität und empfindet Ihr Verhalten als Einschränkung. Nur: Dies ist im Grunde SEIN Problem, und nicht Ihres. Durch sein Verhalten macht er es jedoch zu Ihrem - und lässt Sie dafür büßen. Sein Beleidigtsein ist ein Problem seines Egos. Er steht dicht vor dem Abgrund der Minderwertigkeitsgefühle.
Wenn Sie schildern, dass er auch noch Eifersüchtig ist, bestätigt dies solche Probleme. Er reagiert fast wie ein verwöhnter Junge, der seine Bedürfnisse mit Trotz und Nachdruck durchsetzt. Hier werden leider frühere Gefühlsdefizite in die erwachsene Liebe mit hinein gezwängt. Dies zieht sie wieder in den Vergangenheitssumpf. Ihr Gefühl der Instabilität ist daher berechtigt.
Was also tun?
1. Ihr sexuelles Verhalten/Ihre Vorlieben sind gleichberechtigt mit denen Ihres Freundes. Es steht in diesem Fall keinem das Recht zu, diese zu kritisieren oder herabzuwerten. Sie können und sollten selbstbewusst dazu stehen.
2. Wenn Ihr Freund ihnen in dieser Hinsicht, auch nicht ab und zu, etwas entgegen kommen kann (warum sollen sich immer nur Frauen in dieser Richtung bemühen?), verhält er sich schon sehr empfindlich. Sie müssen damit rechnen, dass er in anderen Dingen ebenso wenig nachgibt oder auf sie zugehen wird.
3. Bei so einem hartnäckigem Gegenüber muss man ebenfalls klare Grenzen ziehen, denn unnachgiebige Menschen neigen zu "übergriffigem" Verhalten. Das bedeutet, dass sie versuchen, immer stärker und umfassender ihre Interessen durchzusetzen und nutzen oft jede Gelegenheit, um "Land gut zumachen". Die Eifersuchtsdiskussionen sind eine Form davon. Einfach gesagt: Sie haben einen Egoisten zum Freund. Er ist in einigen Punkten noch etwas entwicklungsbedürftig, um ein gleichberechtigter, verantwortungsvoller Partner zu sein. Vielleicht nutzt er diese Konfrontation - wenn es nicht nach seinem Kopf geht - dazu, Fortschritte zu machen, toleranter zu werden. Leichter ist es jedoch, sich in das Schneckenhaus zu verkriechen und zu schmollen.
4. Ob diese Grenzen, die Sie setzen, anerkannt werden, müssen Sie ausprobieren. Sie werden Sie jedoch häufig oder zumindest wiederholend einfordern müssen. Das kann auf Dauer nerven. Sie werden entscheiden müssen, ob Sie das "ertragen" können oder wollen.
Ihre Liebe ist in Ordnung. Lassen Sie sich nicht verunsichern. Nur wird sie allein nicht genügen.
Ob seine Liebe dafür reicht, wird sich zeigen.
Sie werden ihn nicht "retten" können. Sie können ihm nur beistehen.
"Gehen" lernen muss er alleine. Er bräuchte vielleicht weitere Hilfe dazu - und natürlich den entsprechenden Willen. Seine Eifersucht weist auf größere Probleme hin, als so "nebenbei" zu bewältigen sind. Wenn er sich dafür öffen kann und damit (wieder) etwas Vertrauen zulässt, kann es klappen.
Vielleicht meldet er sich ja bei uns. Vielleicht versucht er es allein und stöbert auf unserer Literaturseite (z.B. In dir lebt das Kind, das du warst - Vorschläge zur Bewältigung des Alltags, von Whitney Hugh Missildine). Vielleicht entschließt er sich zu einer Therapie. Nur muss er sich selbst darum bemühen. Das gehört zum erwachsen werden.
Ich wünsche Ihnen viel Glück dafür. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team).
 

10. Anfrage vom 13.3.07
Was hat das zu bedeuten wenn mein Freund nach einem dreiviertel jahr beziehung anfängt in Partnerbörsen zu chatten? Wir sind so sehr glücklich und haben keine problem. Erfülltes sexleben usw. ist vorhanden. Wir sind ehrlich zu einander und treu. Jedoch musst ich leider vor feststellen, dass er an einem tag in zwei verschieden chats für partnerbörsen war. Dazu angemerkt war er dies wahrscheinlich mit seinen kumpels. Hat das was zu bedeuten? Oder ist das nur neugier?
Hallo, ich denke Du wirst es nur erfahren, wenn Du ihn fragst. Rede mit ihm! Denn wenn es nur ein Spaß mir Freunden war, dann bist Du beruhigt und wenn nicht, dann weißt Du auch Bescheid. Ehrlichkeit und Offenheit ist da, wenn Du mit ihm über alles reden kannst ohne Angst zu haben.
Auf der anderen Seite ist das Chatten einfach auch im Augenblick "in". Nur mach ihm bitte klar, dass da Mädchen sind, die sich vielleicht Hoffnung machen.
Es kann ein Spiel mit dem Feuer werden, auch wenn es ganz harmlos beginnt. Und er sollte wissen, dass Du es weißt. Also nimm Dir ein Herz und sag ihm, was Dir auf der Seele brennt, und glaub mir, es ist gar nicht so schwer.
Ganz herzlich, Marion

9. Anfrage vom 26.2.07
Mein Freund und ich sind seid 5 Jahren zusammen und er hat die Angewohnheit, spaßhalber zu boxen, zu zwicken und solche Sachen. Manchmal boxe ich zurûck, aber mir ist das zu blöd. Außerdem unterschätzt er seine Kraft und meint das tut mir eh nicht weh. Meistens lache ich, aber wenns zuviel wird, reagiere ich auch sauer und gehe kurz aus dem Raum. Wie soll ich am besten draufreagieren? LG Nadja
Liebe Nadja,  sie müssen mit ihm reden! Alles andere ist nicht der richtige Weg, denn wenn sie lachen meint er noch es gefällt ihnen. Denn Männer denken oft Blockweise, das heißt, haben sie einmal etwas für richtig erkannt, dann tun sie das immer wieder. Wenn man die Gefühlswelt von Männer mit einer Kommode vergleicht, haben Männer  ganz viele Schubladen, die sie bei Bedarf öffnen. Eine für die Arbeit, eine andere für die Freunde, wieder eine andere für den Sport, u.s.w.. Ein Mann kann also gut seine Gefühle trennen. Frauen können das weniger. Frauen haben in ihrer Kommode nur eine Schublade, weil sie ganzheitlich denken, das heißt sie können ihre Gedanken und Probleme nicht so gut trennen, eine Sache beeinflußt meistens die gesamte Gefühlswelt der Frau.
Haben Sie ein Problem mit ihrer Freundin wird sich das auf ihr gesamtes Gefühlsleben auswirken. Haben Sie einen Pickel kann der Tag gelaufen sein. Männer verstehen das nicht. Deshalb muss man miteinander reden. Sie sagen ihm ganz einfach, dass sie diese Art von Nähe nicht schätzen und warten mal wie er darauf reagiert.
Wahrscheinlich können Sie das ganz schnell lösen. Außer, es steckt ein tiefere Problematik dahinter. Es könnte sein, dass er sich was Zärtlichkeit und Nähe anbetrifft vernachlässigt fühlt und so will er ihnen das zeigen. Aber das können sie nur im Gespräch klären. Sagen sie ihm ganz offen und ehrlich ihre Gefühle und fragen sie warum er das tut. Gehen sie spazieren oder schön essen und reden sie darüber, das ist der einzige Weg.
Auch über andere Sorgen und Nöten sollten sie lernen darüber zu sprechen, die meisten Beziehungen zerbrechen, weil Paare nicht über sich und ihre Bedürfnisse reden können. Das gehört zur Beziehungsarbeit, die jedes Paar leisten muss, damit Liebe wachsen kann. Ich wünsche Ihnen ein gutes Gespräch und ganz viel Offenheit!
Ganz herzlich, Marion Kuhn

8. Anfrage vom 12.2.07
Hallo Marion, Ich habe folgendes Problem. Ich bin mit meinem Freund schon 5 Jahre zusammen. Wie es in einer Beziehung ist gibt es hoch und tiefs das ist mir klar.
Aber in der letzten Zeit habe ich gedanken von einem anderen Mann verführt zu werden. Es hat angefangen als vor einer Woche ein neuer Mitarbeiter zu uns kam . Er schaute mich schon so interessiert an und wir verstehen uns sehr gut.
Aber seit ein paar tagen habe ich diese Träume und Vorstellungen wie ich mit ihm Sex habe und Spass dabei habe. Ich merkte einfach, dass ich auf der selben Wellenlänge bin sei es vom arbeiten oder vom privaten. Ich will meinem Freund nichts schlimmes antun ich liebe ihn und verlassen will ich ihn auch nicht. Dafür habe ich schon zu viel mit ihm durchgemacht. Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben. Cora
Hallo Cora, sie haben mittlerweile den normalen Beziehungsalltag zu bewältigen und das ist nicht ganz einfach.  So wie Sie schreiben, lieben Sie ihren Partner und wollen Ihre Beziehung nicht aufs Spiel setzen. Aber Ihre Gefühle spielen gerade verrückt und sie sind auf dem besten Weg sich in Ihren Kollegen zu verlieben. Das kann passieren. Es kann jedem passieren, nur entscheiden Sie, wie Sie damit umgehen. Denn Sie können nicht beides haben, Sex mit Ihrem Arbeitskollegen und zuhause bleibt alles beim Alten. Sie würden sich verändern und ihr Partner wird diese Veränderung bemerken.
Er schaut Sie interessiert an, er hat Sie wahrgenommen, und genau das kann diese Gefühle bei Ihnen ausgelöst haben. Denn im Alltag kommt genau das zu kurz. Man fühlt sich vielleicht vernachlässigt, die Gespräche sind auch nicht mehr so wie früher, alles ist eingefahren und genau da kann es halt funken.
Seien Sie sich sicher, auch die prickelnden Gefühle mit dem Kollegen werden vergehen - nur ist es ist nicht sicher wann. Nehmen Sie sich ein Herz und sprechen Sie mit Ihrem Partner, damit nehmen sie der Situation das Geheimnisvolle und können gemeinsam Wege finden, wie sie ihre Beziehung wieder aufleben lassen. Lassen Sie sich neu auf Ihren Partner ein, auch auf dem Gebiet der Sexualität und leben Sie mit ihm Ihre Phantasien aus. Lernen Sie an Ihrer Beziehung zu arbeiten.
Jedes Paar muss das tun, damit die Beziehung lebendig bleibt. Das ist die eine Seite! Wie Sie mit Ihren Gefühle umgehen ist die andere Frage, denn die kann man leider nicht einfach abstellen. Wenn es nur darum geht, dass Sie es genießen, wahrgenommen zu werden, wird es schnell vorbeigehen, denn es schmeichelt Ihrem Selbstwert und tut einfach gut. Aber wenn es richtig gefunkt hat werden sie einige Zeit brauchen bis Sie es schaffen ihre Gefühle in den Griff zu bekommen. Seien Sie geduldig mit sich selber, und gestehen Sie sich ihre Gefühle ein.
Leider wird nur die Zeit auf ihrer Seite stehen. Auf der anderen Seite können Sie sich Regeln aufstellen um aus dieser Sache gut rauszukommen. Versuchen Sie, die Blicke nicht zu suchen. Vermeiden Sie allein mit ihm zu sein und zufällige Berührungen. Wenn es Ihnen hilft, reden Sie mit einer guten Freundin über ihre Gefühle und zwar oft - man will einfach darüber reden. Oder schreiben sie in ein Tagebuch um Ihre Gefühle zu ordnen. Was fasziniert Sie an dem Kollegen? Was fasziniert Sie an Ihrem Partner?
Überlegen Sie mal wie es damals war, wie Sie sich in Ihren Partner verliebt haben, holen Sie sich die Gefühle nochmal her.
Treue beginnt im Kopf mit der Entscheidung, es sein zu wollen. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg und die Kraft das Richtige zu tun.
Ganz herzlich, Marion

7. Anfrage vom 19.2.07
hallo, beziehungstip team. ich (24) bin mit meiner freundin (19) seit 9 monaten zusammen. anfangs war ich ein sehr oberflächlicher egoist, die beziehungen vorher waren auch nur kurz und oberflächlich. in der zeit vorher dachte ich zufrieden zu sein und hatte von meiner neuen beziehung nichts anderes erwartet als das was ich vorher hatte. ich kannte einfach nichst anderes und habe mich so verhalten wie in meinen vorigen beziehungen. das ging ihr bald auf die nerven und wir haben drüber gesprochen, sie hat gesagt das ich ein oberflächlicher egoist bin und ich begann drüber nachzudenken. es dauerte nicht lange und ich hab das alles eingesehn. ich hab über mein leben nachgedacht und bin seit längerer zeit am ändern. ich teile ihr meine gefühle mit und ändere mich, da ich an ihr sehe wieviel mehr mir diese beziehung gibt und wie glücklich ich bin wenn ich mich für alles interssiere was in ihr vorgeht und eben nichts mehr nur oberflächlich sehe. ich habe festgestellt das ich mit meinen 24 jahren ein ziemlich unfertiger mensch bin und nicht weiss was ich eigentlich wollte vom leben. ich hab ihr anfangs keine gefühle mitgeteilt und mit ihr über das was in meinem leben so passiert nicht gesprochen. auch das konnte ich endlich ändern und ich rede offen über alles.
wir sehen uns nur am wochenende weil ich in 100km von ihr entfernt studiere und sie arbeitet. wenn sie bei mit ist haben wir keine probleme und wir verstehn uns gut. wenn cih ebi ihr bin sind all die probleme die sie hat da und sie redet mit mir nur über manche davon, weil sie sagt ich kann ihr nicht helfen. oft fühle ich mich überfordert mit solchen problemen konfrontiert zu werden. über alles was sie mir sagt muss ich erst nachdenken um mir eine meinung zu bilden. zu fast nichts kann ich ihr sofort was sagen weil ich nie über probleme nachgedacht habe. sie sieht also das ich ihr nicht helfen kann und sie sagt mir immer weniger, weil es ja sowieso nichts bringt. ich hab immer gesagt ich hätte keine probelem, das hab ich mein ganzes leben schon behauptet aber das lag nur daran das ich mir einfach über nichts gedanken gemacht hab und nur am pc oder der glotze hing. sie hat mir die augen geöffnet und ich ändere mich. das dauert natürlich, weil ich schon immer so bin, aber ich will mich unbedingt ändern, denn unsere beziehung macht mich auf eine art glücklich und zufrieden wie ich es nie erwartet hätte.
wenn sie mir sagt das sie mich liebt oder wie sie sich ein leben mit mir vorstellt bin ich überglüclich und ich beginne zu weinen. wenn etwas schlecht ist und ich sehr enttäuscht bin von mir selbst, weil mal wieder was nicht geklappt hat was ich mir gedacht hab, fange ich auch sofort an zu weinen. so oft wie jetzt hab ich noch nie geweint. überfordern mich meine bzw. diese gefühle weil ich sowas noch nie verspürte?
sie hat mir jetzt gesagt das sie das fertig macht, sie hat noch nie einen mann weinen sehn und sie weiss nicht genau was sie davon halten soll, sie denkt dann das ich keine ahnung habe wie es weitergehen soll. sie weint seit wir zusammen sind auch oft, sie sagt so oft wie noch nie. ich kann ihr bei ihren problemen nicht helfen. ich möchte aber gerne und wenn ich mich mit einem problem beschäftigt hab und ne meinung dazu hab, kommt natürlich ein anderes problem mit dem ich mich erst beschäftigen muss usw. also erzählt sie mir nichts persönliches mehr und wir reden über andere und unwichtige sachen.
gleich zu anfang unserer beziehung habe ich einen grossen fehler gemacht, wir haben über unsere vorigen beziehungen geredet und ich habe gesagt das meine ex, mit der ich nur 2 wochen zusammen war- sie aber 2 jahre kannte und wir befreundet waren, perfekt fande. ich hab ihr gesagt das ich in sie verliebt war, jetzt muss sie oft daran denken das ich zu der anderen zurück will und sie nur ein lückenbüßer ist. ich will die andere aber nicht, ich wollte nur ehrlich sein und hab nicht dran gedacht das ihc mit einer solchen ausage ihre gefühle extrem verletzt habe. immer wenn ich ihr sage das ich die ex nicht zurück will und argumente nenne die für mich gegen sie sprechen, dreht sie die argumente um und sagt das ich sie doch will. ich weiss nicht wie ich ihr das verständlich machen kann. ich will die ex nicht und will nur sie. sie sagt wenn sie das gefühl hätte das es so ist, wäre alles gut. muss ich sie davon überzeugen, mit argumenten, das ich die ex nicht will oder kann ich es schaffen das sie merkt das ich nur sie will?
ich habe das vor 2 wochen versucht sie mit argumenten zu überzeugen, das war so erfolgreich das sie mich rausgeschmissen hat. am nächsten tag habe ich auf sie gewartet und wir haben geredet, danach war es besser und ich habe gesagt ich werde nicht mehr drüber reden und ihr einfach zeigen das ich meinige jetzige freundin über alles liebe. wir haben uns dann auch sonntag und montag gesehen und es lief einfach nicht. wir mussten erst reden und dann lief es einigermaßen.
ein weiteres problem an mir ist, das wenn alles in ordnung ist, bin ich offen, zeige gefühle, lache, mache sprüche und wir haben einfach spass zusammen. sobald auch nur irgeneine kleinigkeit ist ziehe ich ne fresse, bin still und meine gefühle sind weg. ich kann dann nicht mehr gefühlsbetont reden und fange an nachzudenken was ich schon wieder falsch gemacht hab. ich suche fehler immer nur bei mir, weil ich ja weiss was ich in unserer bezieung so alles falsch gemacht habe. also denke ich das icha n allem schuld bin, ich sage ihr nie wenn ich was nicht amchen will oder mir was nicht gefällt, weil ich angst habe sie zu verärgern. ich weiss das das falsch ist und wir so keine gleichwertige beziehung führen können, aber ich komm aus diesem trott nicht raus.
aus irgendwelchen gründen bin ich nicht eifersüchtig. sie unternimmt mit anderen viel und andere kerle schreiben ihr. das sagt sie mir sogar. ich denke dann nach, werde wieder ruhig aber rege mich nicht auf oder sage ihr was ich davon halte, so hat sie das gefühl das sie nix besonderes ist und ich mich nicht für sie interessiere. wieso empfinde ich keine eifersucht? ich kann doch nicht so gefühlskalt sein!?
die momentane situation ist folgende, sie hat angerufen und gesagt das sie mich die nächste zeit nicht sehen oder hören will. immer wenn sie an mich denkt gehts ihr schlecht. ich verstehe das ja absolut weil ich son arschloch bin bzw. vor allem war. sie sagte noch das ich mich melden kann wenn ich weiss wies weitergehen soll mit uns und ihc mla der starke part bin. immer war sie stark und sagte wo es lang geht. ich habe meine gefühle und gedanken in einen brief geschrieben, weiss aber nicht was ich damit machen soll. soll ich ihn ihr schicken oder vorlesen? ich hab angst, dass die argumente nicht stark genug sind, ich bin so unsicher.
ich weiss das sie unter dieser beziehung leidet und ein schlussstrich das beste wäre aber ich will an dieser beziehung festhalten weil ich weiss das alle gefühle und gedanken und alles was ich brauch um sie glücklich zu machen in mit steckt. wenn wir uns gut verstehen und es keine probleme gibt bin ich genauso wie sie sich unsere beziehung vorstellt, das hat sie mir schon oft gesagt.
der text ist zeimlich wirr geschrieben, das tut mir leid, aber während des schreibens sind mir immer mehr dinge eingefallen.
hab ich vielleicht so viel kaputt gemacht, dass wir die beziehung beenden sollten? danke Dorian
Hallo, Dorian. Ihr Text ist nicht so wirr, wie er Ihnen vorkommt ;-)
Ich glaube nicht, dass Sie sich überfordern, wenn Sie Ihre Gefühle freien Lauf lassen. Wenn Sie weinen ist das nicht unbedingt ein Ausdruck von Schwäche. Es sind Ihre Gefühle, die sich einen Ausgang suchen, weil Sie es zulassen. Für einen Mann kann das sogar ein Zeichen von Stärke sein - wenn er dazu stehen kann. Also machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Problematisch wäre es, wenn Sie dadurch in Verzweiflung versinken würden und handlungsunfähig wären.
Aber so sieht es nicht aus.
Ich glaube eher, dass sich Ihre Freundin im Moment etwas überfordert fühlt. Es kann sein, dass sie mit Ihren Schwächen, die Sie ihr gegenüber offen vertreten, nicht zurecht kommt. Es kann auch sein, dass es besser ist, diese Entwicklungsschritte etwas unabhängiger von Ihrer Freundin vorzunehmen. Für Männer gibt es leider kaum "Männer"-Gruppen (wie sie teilweise massenhaft für Frauen existieren) die einem dabei helfen können. Die männlichen Freunde kommen damit auch selten zurecht. Das Macho-Image behindert uns dabei leider ganz erheblich. Versuchen Sie diesbezüglich Ihr Glück. Vielleicht gibt es in Ihrem Umfeld brauchbare Freunde oder Möglichkeiten.
Kurioserweise kommen Frauen, die selbst keine Probleme mit ihrem eigenen Gefühlschaos haben, bei weinenden Männern oft nicht klar. Ihr Männerbild ist oft von coolen Besserwissern geprägt. Wenn diese dann aber entsprechend unsensibel sind, wird auch wieder gemeckert. Männer sollen heutzutage die "Softie-Machos" sein: Weich und Hart - ganz nach Bedarf.
Sie werden selbst sehen, wohin Sie sich entwickeln. Stehen Sie dazu und bleiben Sie in Ihrer Persönlichkeit standhaft. Auch ein Mensch, der noch viel zu lernen hat, kann selbstbewusst sein.
Vielleicht sind auch etwas zu streng mit sich, denn bezüglich der Gespräche mit Ihrer Freundin ist es vielleicht gut zu wissen, dass Frauen nicht unbedingt gleich eine Lösung parat haben wollen. Es genügt anfangs einfach zuzuhören und bei Antworten sein Mitgefühl auszudrücken. Das ist für Männer etwas ungewöhnlich, weil sie meist auf das lösungsorientierte Gleis aufspringen und sich dadurch selbst unter Druck setzen. Frauen haben da eine Freiheit mehr. Sie hören zu, fühlen mit und, wenn nötig und erwünscht, suchen erst dann eine Lösung. Entspannen Sie sich daher in dieser Situation ruhig etwas. Gewisse Zeit zu benötigen ist kein Makel. Oft ist das Durchdenken dadurch etwas brauchbarer, als bei den Schnellschüssen.
Dennoch glaube ich, dass Ihre Freundin mit Ihrer Offenheit nicht zurecht kommt. Sie vermutet, z.B. bei den Geschichten um die Ex-Freunin, dahinter gewissen Absichten, die Sie in Ihrer derzeitigen Unbedarftheit, gar nicht haben. Nur den Ärger damit haben Sie jetzt.
Es ist nicht ganz so unverständlich, warum Männer oft ihre Gefühle verheimlichen. Auch eine Frau muss damit zurecht kommen können, wenn ein Mann seine Gefühle offenbart. Auch wenn es nicht genau so geschieht, wie es Frauen tun. Doch hier zeigen sich mitunter Grenzen. Grenzen, mit denen Sie jetzt zurecht kommen müssen. Die Sie auch etwas einsamer machen, denn Ihre Freundin ist Ihnen hier keine Stütze.
Zum Glück muss sie dies auch nicht, denn es wäre letztendlich auch weniger gut für Sie selbst, wenn Sie sich in Ihrer Entwicklung zu sehr vom Partner abhängig machen würden.
Es passieren also zwei Dinge auf einmal:
1. Sie entwickeln sich langsam zu einem verständnisvollen und interessierten Partner für Ihre Freundin.
2. Sie entwickeln Ihre gemeinsame Beziehung.
Wenn Sie das Eine mit dem Anderen vermengen, kommt Einiges dabei durcheinander. Für eine gemeinsame Beziehung setzt jeder Partner gewisse Dinge voraus und bringt seine Erwartungen mit. Diese müssen nicht immer sinnvoll und realistisch sein, doch ohne geht es auch nicht.
Wenn Sie sich gerade in einem Veränderungsprozess befinden, kann dies Ihre Beziehung beeinträchtigen, denn während Sie sich auf Ihre neue Rolle konzentrieren, fehlt Ihnen die Präsenz und die Sicherheit in der anderen Rolle, die von Ihnen erwartet wird.
Es bleibt also nichts anderes übrig, als beide Entwicklungen voneinander zu trennen. Dadurch geht es insgesammt natürlich langsamer voran. Aber das wird sich nicht vermeiden lassen. Geduld wird hier nötig sein.
Hinzu kommt, dass Ihre Freundin, mit der Angst vor der Ex, versucht ihre eigene Unsicherheit auf Ihre Schultern abzuladen. Sie fordert Sie in Ihrer Rolle als Mann in der Beziehung ohne Schonung. Das ist zwar nicht unbedingt fair und angemessen, doch muss sie dies nicht einmal bewusst so tun. Ihre Bedürfnisse und Erwartungen an einen Mann bringen dies wohl so mit sich.
In diesem Punkt sind Sie, der sich mit solcher Problematik noch nicht auskennt, überfordert. Sie sehen also, dass Sie das Problem haben, gerade ein Haus für Ihre Beziehung zu bauen, während Ihre Freundin schon die Tapete haben will, bevor die Wand steht. Zuviele Baustellen und zu hohe Erwartungen.
Ihre zeitweise Gefühls-"Kälte" ist wohl eher eine Folge der ständigen Konzentration auf Ihren Veränderungsprozess. Sie blenden dadurch halt die anderen Dinge der Beziehung aus. Dies wirkt für Unbeteiligte - und Ihre Freundin ist dies, was Ihren Veränderungsprozess angeht, zum Teil - manchmal befremdlich.
Sie schlagen sich tapfer, doch ich glaube, Sie benötigen Hilfe von anderer Seite. Ich erwähnte, dass dies aus privater Ecke schwierig ist. Vielleicht gibt es im Therapiebereich einige Möglichkeiten. Warum soll man nicht zum Profi gehen, auch wenn es nur um "einfache" Handwerkstätigkeiten geht? Es gibt auch Selbsthilfegruppen in manchen größeren Orten. Es gibt Therapeuten, die die Kasse bezahlt. Sie haben manchmal den Nachteil, dass sie etwas lässiger sind (die lange Warteschlange verführt mitunter dazu), als die mit Privatzulassung. Dann gibt es noch Einrichtungen von z.B. kirchlichen Trägern. Schauen Sie sich diesbezüglich einfach einmal um.
Etwas schwierig ist, zu entscheiden, ob das, was man da vorfindet, einem auch weiterhilft. Doch diese Entscheidung kann Ihnen keiner abnehmen - und Sie sollten sie sich auch nicht abnehmen lassen. Nur versuchen müssen Sie es.
Mitunter kann man dabei etwas schneller lernen, als mühselig, ohne Anleitung alleine herumzukrebsen. Professioneller Rat gibt Ruhe und Sicherheit. Ich glaube, das wäre eine gute Alternative für Sie.
Wenn Sie sich dann besser und sicherer fühlen, können Sie - wenn Sie das noch wollen - Ihrer Freundin davon auch etwas abgeben. Nur, jemanden zu stützen, wenn man selbst noch eine Krücke braucht, führt eher in eine Katastrophe. Und vor dieser hat Ihre Freundin wohl Angst.
Lassen Sie ihr, und auch Sich, etwas Zeit. Sagen Sie ihr, dass Sie einige Dinge klären - und tun Sie dies auch (siehe oben). Wenn Sie gut stehen können, können Sie auch wieder eine Stütze sein.
Es wird nicht leicht werden.
Ich kann Ihnen nicht sagen, ob Ihre Freundin Ihren Teil des Geduldspieles mitspielen will. Versuchen Sie es. Gehen Sie kleine, aber feste Schritte.
Für Sie selbst sollte es jedoch nicht das Wesentliche sein, ob Ihre Freundin dabei mitzieht. Sie müssen selbst und aus eigener Kraft der Mann werden, den Sie sein wollen. Wenn Ihnen das gelingt, findet sich auch eine Frau, die das respektiert. Machen Sie das Beste aus sich und der Situation.
Sie werden daran wachsen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

6. Anfrage vom 3.2.07
Ich habe eine Frage: Ich habe ein Problem und zwar ich liebe meine Frau ohne Ende aber ich habe sie vernchlässigt und nicht zu ihr gestanden, ich war auch gefühlskalt zu ihr sie hat sich von mir getrennt. Ich will sie aber wieder haben. Sie sagt, sie hat keine Gefühle mehr für mich. Wie kann ich bei ihr die Gefühle wieder entfachen? Gruß, Norbert
Hallo, Norbert
Zuerst ist es einmal wichtig zu akzeptieren, dass Ihre Frau im Moment keine Gefühle mehr für Sie hat. Sie sollten Ihre Frau damit ernst nehmen und respektieren, bei allem, was dies auch in Ihnen auslöst.
Wenn ich einmal so hart sein darf: Ich glaube nicht, dass Ihre Gefühle derzeit die der Liebe sind. Sie vermissen das, was Sie verloren haben. Sie wollen es zurück - für sich. Sie fragen, wie Sie es wieder bekommen können. Sie denken hierbei hauptsächlich an sich.
Sie fragen (noch) nicht, was Ihre Frau vermisst hat und vielleicht noch vermisst. Sie fragen nicht, was ihr zum Glück fehlt. Sie räumen nicht ein, dass es für sie vielleicht besser wäre, ohne Sie zu leben. Und Sie wollen nicht, was sie will. Das wären eher Gedanken der Liebe.
Solange Sie diesen Unterschied nicht verstehen, verhält sich Ihre Frau - indem sie sich vor weiterer Lieblosigkeit schützt - im Grunde richtig. Es kann und wird seine Gründe haben, dass Sie Ihre Frau emotional vernachlässigt haben. Vielleicht sind Sie kaum zu mehr gefühlsmäßigen Äusserungen fähig. Das kommt vor. Aber das muss nicht gänzlich so bleiben, und nicht jeder Mensch kann und will mit so einem Partner leben.
Für Sie ist es wichtig, ob es nur verwöhnte Nachlässigkeit oder ein tieferes Problem der Gefühlsarmut gewesen ist. Denn nur wenn SIE sich in dieser Hinsicht ändern - und nicht mit ein paar Tricks Ihre Frau zurücklocken - haben Sie eine Chance, ein besserer Partner zu werden. Vielleicht auch wieder einer für Ihre Frau. Doch dass kann keiner vorhersagen - und sollte auch nicht Ihr erstes Ziel sein, sonst wird alles, was Sie tun, eher Mittel zum Zweck, statt zu einer richtigen Änderung. Und auf diese Änderung kommt es Ihrer Frau an. Damit steht sie sicher nicht allein: Ich gehe davon aus, dass viele Frauen so denken. Könnte diese Änderung ein Ziel für Sie selbst sein?
Ich glaube Ihnen, dass Sie Ihre Frau gerne lieben würden. So, wie sie es brauchen könnte. Doch das geht nicht so einfach nach Rezept. Vielleicht hilft Ihnen folgende Literatur weiter: "Einfühlung oder die Intelligenz des Herzens" von Jirina Prekop und "Die fünf Sprachen der Liebe, wie Kommunikation in der Ehe gelingt" von Gary Chapman.
Sie werden Ihr Gefühlsleben, wie auch das zu Ihrer Frau, vermutlich neu entdecken müssen. Haben Sie davor keine Angst. Die verlorene Beziehung einfach nur wieder haben zu wollen, würde im Grunde nichts oder nicht viel ändern. Und damit ist Ihnen und vor allem Ihrer Frau nicht geholfen. Und das wollen Sie doch, oder?
Es wird mühselig werden. Sie werden vielleicht denken, daran verzweifeln zu müssen. Vielleicht glauben Sie sogar, dafür durch die Hölle zu müssen. Wer kann das wissen, aber: Ist die Liebe das nicht wert?
Wenn Sie aufgrund Ihrer Situation und meines Hinweises, Lust bekommen haben, sich emotionell weiter zu entwickeln, können Sie dies Ihrer Frau mitteilen. Vielleicht will sie Sie nach und nach dadurch darin unterstützen, indem sie Ihren Fortschritt begutachtet. Wenn sie es möchte. Vielleicht dürfen Sie, nach Ihrer ersten Lehrzeit, wieder einen vorsichtigen Neuanfang wagen. Fragen Sie danach, aber drängen Sie nicht. Nur wenn sich Ihre Frau frei entscheidet, kann sie auch dazu stehen.
Und wenn es nicht mehr zu schaffen ist, dass sie zusammenkommen, so sehen Sie dies als eine Chance an: Ohne diese Situation hätten Sie vielleicht gar nicht bemerkt, dass etwas nicht stimmte.
Es tut mir Leid, wenn ich Ihnen keine "einfache" Lösung anbieten kann. Aber wenn die Liebe einfach wäre, dann wäre sie vielleicht für uns nicht so wertvoll. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit diesem wertvollen Gut bald besser und erfolgreicher umgehen können.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

5. Anfrage vom 31.1.07
Hallo Marion. Ich habe vor mich vor einem mehr als 1 jahr von meiner frau getrennt. Ich kann ihnen noch nicht mal sagen warum. Ich hatte waehrend unserer 5 jaehrigen ehe immer einen sage wir mal "inneren druck" in meiner brust. Ich weiss dass klingt bloed, weiss es aber nicht besser zu beschreiben. Ich habe mich in der ehe einfach nicht wohl gefuehlt und habe nie herraus gefunden warum ich so gefuehlt habe. Ich bin dann aus der ehe ausgebrochen. Dieser "innere druck" ist dann verschwunden und ich fuehlte mich gut. Bin dann nach eine neue beziehung eingegangen (wir leben nicht zusammen) in der ich mich sehr wohl fuehlte.
Nun moechte meine firma mich in eine andere stadt versetzen was fuer mich Ok ist. Meine freundin moechte mit mir kommen und mit mir zusammen leben. Das problem ist, dass dieser innere druck in meiner brust wieder angefangen hat. So eine art innerer abneigung. Ich kriege auf einmal panik und werde total negative unsere beziehung gegenueber. denke sogar auf einmal dran, die beziehung zu beenden.
Ich weiss nicht was ich machen soll. Ich liebe die frau sehr und moechte sie nicht verlieren, habe angst dass sie dass selbe problem wie in meiner ehe wiederholt.
Ich glaube es ist eine tiefe angst vor beziehungen (Ich hatte keine sehr glueckliche kindheit, mit kinderheim usw) Ich weiss nicht was ich machen soll oder wie ich dass problem angehen soll. Sollte ich mit ihr darueber reden? Waehre toll, wenn sie mir antworten koennten, Timo.
Hallo, Timo
Irgendwo spüren Sie schon die Richtung, aus der es kommt: Es hat offensichtlich weniger mit dem aktuellen Partner, als mit einer inneren Einstellung/Furcht zu tun. Eine feste Bindung scheint "Ihr Herz in Eisen" zu legen (dieses Bild ist nicht umsonst ein Thema des "Froschkönigs oder der Eiserne Heinrich" gewesen). Sie fühlen sich dabei nicht frei. Das kann mit entsprechenden Erinnerungen aus der Kindheit verbunden sein.
Wichtig dabei ist: Es hat nichts mit der aktuellen Beziehung zu tun! Vermutlich auch nicht mit der vorherigen Ehe, so leid es einem dabei auch tut. Immer dann, wenn eine Gefühlsreaktion unverhältnismäßig ist, sind andere, weitere, tiefere Gründe unter diesem Gefühl verborgen. Verstandesmäßig lässt sich damit recht leicht umgehen. Doch unsere Gefühle spielen da nach eigenen Regeln. Und dies nicht immer nach unserem Willen.
Wichtig ist: Reden Sie darüber mit Ihrer Freundin. Schließlich hat sie ein Recht darauf, zu wissen, woran sie bei Ihnen ist. Umgekehrt wollten Sie diese Sicherheit doch auch haben, oder? Sie lehnen Ihre Freundin ja durch Ihr Verhalten nicht ab. Sie haben nur eine innere Angst davor, verlassen und enttäuscht zu werden. Und das Sicherste davor ist, selbst zu gehen, bevor es der Andere tut. Diese Strategie ist in Ihrem Inneren abgespeichert und wird, ohne darüber nachzudenken, aus dem Gefühlsschutzprogramm abgerufen. Sie können diesen Mechanismus nicht ohne weiteres umgehen, aber Sie können etwas dagegen tun.
Vielleicht wollen Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dies sollten, Sie ruhig tun, wenn Sie das Gefühl haben, alleine, oder mit Ihrer Partnerin nicht weiter zu kommen. Vielleicht schaffen Sie es auch selbst, wenn Sie die Geduld und das Vertrauen aufbringen, sich in Situationen zu begeben, die Ihre innere Alarmanlage wider besseren Wissens aktiviert.
Geduld, weil dieser Prozess schon einige Zeit dauern kann. Vertrauen, weil Sie hierbei die scheinbare Kontrolle über Ihren Verletzungsschutz aufgeben müssen. Beziehungen sind leider nicht ohne gegenseitige Verletzungen möglich. Erstens suchen wir uns den Partner aus, der das sehr gut kann (Jemand, der im Positiven aber auch im Negativen uns tief zu Berühren vermag).
Zweitens kann nicht jeder erkennen, wie sich der andere fühlt, bzw. ist selbst auch einmal in einer unausgeglichenen Situation. Es wird somit unweigerlich einmal auch zu Missverständnissen und Ungerechtigkeiten kommen. Das ist normal und daran werden wir uns gewöhnen müssen. Ihr Schutzprogramm versucht dies auf eine besonders clevere Art zu vermeiden: Es will auf und davon, während Ihr Verstand immer hilfloser wird. Eine Hilfe könnte hierbei sein: "Im Gefühlsdschungel - Emotionale Krisen verstehen und bewältigen" von Harlich Stavemann ist ein Ratgeber für Do-It-Yourself-Entwickler.
Parallel dazu beraten Sie sich mit Ihrer Freundin, inwieweit sie dieses "Risiko" mit Ihnen eingehen, an Ihrem Problem mittragen will. Auch sie hat vielleicht Vorstellungen an Sie und die Beziehung, die vielleicht (noch) nicht so zu leisten sind. Das gehört in Ruhe abgeklärt. Wenn Sie einander lieben, kann das helfen. Sie selbst trauen sich diesbezüglich (noch) nicht besonders viel zu. Ihr Gefühlsrepertoire wird auch, durch die Heimkindheit verusacht, etwas "spartanischer", vielleicht etwas unterkühlter ausfallen, als manch eine Frau erwartet. Auch das muss berücksichtigt werden. Aber dies ist unabhängig von Ihrer Verlassens-Bindungs-Angst. Und die evtl. mögliche Hilfe von dritter Seite sollten Sie auch nicht vergessen.
Sie müssen entscheiden, ob sie damit weiter leben wollen. Sie müssen die Arbeit daran aufnehmen wollen, wenn Sie anders mit Ihren Gefühlen leben wollen. Ich glaube am Wollen liegt es nicht bei Ihnen. Es fehlt eher der Mut bzw. die Zuversicht, dass so ein kühnes Unterfangen klappen kann. Glauben Sie mir: Das kann es. Sie können ein Mensch mit mehr Vertrauen zu anderen Menschen werden, ohne dabei das Gefühl des tiefen Verlassenseins so zu erleben, dass es Sie hilflos macht. Das wird Ihnen nicht automatisch den richtigen Partner bescheren, doch es wird sie ein besserer Partner sein lassen. Vertrauen kann man lernen. Es ist ein tolles Gefühl. Es ist nicht ungefährlich. Aber es ist nicht (mehr) so gefährlich, wie es Ihr "inneres Kind" einmal gelernt hat. Das weiss es nur nicht (siehe auch: "In dir lebt das Kind, das du warst - Vorschläge zur Bewältigung des Alltags" von Whitney Hugh Missildine).
Wollen Sie es mit dieser Motivation versuchen? Nicht nur dem Heinrich aus dem Grimmschen Märchen ging es so. Ich hoffe, auch Sie finden den Schlüssel, der Ihre Bänder um das Herz zu sprengen vermag.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

4. Anfrage vom 14.1.07
Hi, ich weiß echt nicht mehr weiter, ich bin in einem totalen Gefühlscaos. Ich stehe zwischen zwei Männern und muss mich entscheiden welchen ich will. Allerdings ist das ganze nicht so einfach...leider. Vor 3 Jahren habe ich mit meinem Ex Schluss gemacht...unter anderem weil ich mich in meinen jetztigen Freund verliebt habe. Mein Ex war ein kleiner Macho, der mit der Zeit leider ein immer größerer wurde. Er ist ein Einzelkind und seine Eltern haben in ihm immer den Prinzen gesehen. Das erklärt meines erachtens weshalb er ziemlich egoistisch ist.
Naja, auf jeden Fall traff ich meinen jetztigen Freund und er hatte all das was ich an meinem Ex vermisste: er war aufmerksam, ausgegeglichen, geduldig, total witzig und hatte die selben Wertvorstellungen wie ich. Ich sehnte mich nach der Geborgenheit die er mir bieten konnte und verließ meinen Ex. Allerdings tat mir das erstaunlich weh. Dennoch blieb ich bei meinem neuen Freund und dachte mir, dass das eben normal ist, wenn man einen Partner für den nächste verlässt. Nach einer Weile würde das sicherlich vergehen. Allerdings denke ich nach 2 Jahren immer noch an ihn!!! Wir haben sehr viele schöne Dinge miteinander erlebt, er war sehr unternehmenslustig und wir hatten so gut wie alles gemeinsam gemacht. Ich war ein Teil seines Lebens. Bei meinem jetzigen Freund ist das nicht so. Er hat viele Hobbies, muss am Wochenende seiner Mutter bei der Pflege des großen Grundstückes helfen und braucht auch sonst viel Freiraum. Er ist letztes Jahr zum Beispiel 4 mal mit seiner Familie in den Urlaub gefahren und mit mir gar nicht (dazu muss man sagen, seine Familie hat Geld und zahlt ihm alles. Ich bin genauso wie er Student, kriege aber keinerlei finanzielle Unterstützung durch meine Eltern und lebe von Bafög). Ein Wochenende am Stück habe ich in unserer Beziehung höchst selten erlebt. Ich fühle mich also nicht sonderlich als Teil seines Lebens. Hinzu kommt, dass er sehr still ist und ansonsten auch nicht das Bedürfnis verspürt mit mir etwas zu unternehmen, unter Leute zu gehen, Urlaub zu machen... Er liebt mich über alles! Wirklich! Daran besteht absolut kein Zweifel. Er ist nur einfach jemand, der Freiraum braucht. Seine Eltern leben ihn das auch so vor. Der Vater wohnt während der Woche in einer anderen Stadt bei seiner Arbeit. Wenn er am Wochenende da ist, steckt er fast nur in der Werkstadt und bastelt an seinem Auto rum.
Mein Ex und ich haben den Kontakt nie so ganz abgebrochen (mail), wir konnten es irgendwie nicht. Vor kurzem hat er sich dann verlobt. Das empfand ich als Erleichterung. Denn nun wusste ich: er ist glücklich, es gibt kein zurück. Allerdings hat sich die Verlobung sehr schnell wieder gelöst, weil seine Verlobte sich als total die blöde Kuh entpuppt hat. Sie war eine furchtbare Egoistin. Mein Ex erkannte durch sie, seine eigenen Fehler die er früher bei mir gemacht hat. Er entschuldigte sich bei mir. Wir trafen uns und ich stand ihm in seiner schweren Zeit bei. Er sagte mir, dass er seiner ehemaligen Verlobten dankbar ist, dass sie ihm die Augen geöffnet hat. Und dass er letztendlich nie aufgehört hat unserer gemeinsamen Zeit nachzutrauern.
Ich bin total verwirrt. Von der Vernunft her müsste ich bei meinem jetzigen Freund bleiben. Er hat den tausendmal besseren Charakter! Und an sich haben wir keine schwerwiegende Probleme. Bei meinem Ex habe ich aber zum ersten mal Hoffnung, dass er nicht wieder die selben Fehler machen würde (hatte ich bis vor seiner Verlobung nicht, deswegen habe ich auch nie wirklich an einen Neuanfang gedacht)
Ich weiß nicht was ich machen soll. Kann ein Egoist denn wirklich kuriert werden? Bei meinem Ex fühle ich mich so lebendig und als Teil seines Lebens. Bitte bitte helft mir!!!!! Klaudia
Hallo, Klaudia. Wenn wir jemanden kennenlernen, fangen wir an eine Rolle zu spielen. Wir  versuchen die Person darzustellen, die unser gegenüber gerne sehen möchte.  Doch dieses Theaterstück können wir nicht über längere Zeit aufrecht erhalten. Dein erster Freund hat nicht etwa angefangen Fehler zu machen, sondern er hat begonnen er selbst zu sein.
Dein zweiter Freund hat durch sein Verhalten emotionale Lücken bei Dir gefüllt, doch auf der anderen Seite, sind eben wieder Lücken entstanden. Wenn Du genau hinsiehst, erfüllt keiner der beiden Männer Deine Bedürfnisse. Du suchst jemanden, der beziehungsfähig ist, Nähe erträgt und  mit dem Du Deine Freizeit gemeinsam verbringen kannst. Leider wählen wir unsere Partner oft zu oberflächlich aus, was dazu führt, das wir nach einiger Zeit feststellen, daß wir nicht zueinander passen. Du kannst erst dann klar erkennen, wer wirklich zu Dir paßt und wer Dir nur Schaden würde, wenn Du Dich selbst und Deine Bedürfnisse kennst. Manchmal hilft eine Zeit der Einsamkeit, in der man sich selbst finden kann. Die Welt hält den richtigen Partner für uns bereit wir müssen nur die Geduld aufbringen, auf ihn zu warten.
Viele Grüße, Sabine (Marion Kuhn Team)

3. Anfrage vom 14.1.07
Mein Problem ist einfach nur unfair…... Ich bin seit 1997 in einen Jugendverein. Im Jahr 2004 begann alles. Ich war damals noch Single und ein Mitglied aus dem Verein brachte seine Schwester mit. ich merkte schnell das was interessantes an ihr dran war und sie merkte es auch von mir. Mit der Zeit verliebte sie sich in mir, traute sich aber nicht was zusagen. Der Altersunterschied war einfach zu groß.
Sie war zu den Zeitpunkt 17 und ich 28. ich muss dazusagen das ich ein Spätentwickler (wenn man das so nennen kann) bin und mit 28 aussah wie 22 und mein verhalten war dementsprechend. Mit der zeit wuchsen auch meine Gefühle zu ihr, traute mich aber ebenfalls nicht ihr das zu gestehen. Ende 2005 war es dann so weit, ich hielt es nicht mehr aus, wir waren schon super freunde zu den Zeitpunkt und es fehlte eigentlich nur noch so ein kleiner Anstubser. Ich besuchte sie als ihre Eltern im urlaub waren. Der Besuch brachte die wende in unseren leben, wir wurden ein Paar. 1 Monat verheimlichten wir unsere Beziehung vor ihren Eltern und allen anderen bis irgendwann alles aufflog. Ihre Mutter war nicht grad glücklich darüber das ich jetzt ihr Freund war, und setzte sich gleich daran das ziel mich wieder loszuwerden. Es folgten schwere tage und Wochen, immer wieder ein Telefonat das sie nicht kommen dürfe und keine Übernachtung oder ich durfte sie nicht sehn. Aber unsere Liebe war grenzenlos groß und das alles schweißte uns noch immer mehr zusammen.
Ihre Mutter hatte es schwer uns zu trennen, passten wir doch so gut zusammen wir erlebten so viel und so schöne Monate. Sogar nach Mallorca den urlaub oder Berlin zu Silvester, wir hatten gleiche Interessen telefonierten jeden Abend eine stunde uns sahen uns 2 mal in der Woche. Wir konnten uns sogar vorstellen das Leben miteinander zu verbringen. Es war einfach alles wunderschön, wären da nicht die Demütigungen der Mutter sie machte Ihr das leben schwer. Ihre Hoffnungen stützten sich darauf dass ich irgendwann von ihrer Mutter akzeptiert werde aber es passierte einfach nicht. Ich wollte immer eine Aussprache mit der Mutter aber meine ExFreundin wollte uns auseinander halten. Ich weiß bis heute nicht was sie gegen mich hatte, es kam nie zu einem Gespräch. Wir waren 2 Jahre ein traumpaar doch im inneren war bei ihr schon vieles kaputt gemacht worden durch die vielen negativen Gespräche der Mutter. Ich kämpfte um mein glück und überzeugte sie durchzuhalten und unsere Liebe nicht wegzuschmeißen. Ich schlug vor das wir uns eine Wohnung zusammen nehmen weil wir beide noch bei den Eltern wohnen, doch sie verneinte wolle doch lieber noch 2 Jahre zuhause wohnen bleiben. Im Herbst letzen Jahres dann der schwarze tag in meinen leben. ich inzwischen 30 und sie 19.Bei Telefonat sagte sie mir das sie nicht mehr könne aufgeben wolle. Es fiel der Satz„der schmerz das ich dich verloren habe wird vergehen, aber der schmerz das meine Eltern dich nicht akzeptieren der wird immer bleiben. Sie konnte mir nicht mehr sagen ob sie mich noch liebt so hatte man ihr den kopf gewaschen.
Ich war entsetzt und gab nun auch auf. Sie wollte eine Freundschaft aber das verneinte ich.
Ich bin verzweifelt, wir sind jetzt 2 Wochen auseinander. Vor 4 Tagen brachte sie mir ein paar persönliche Dinge, wir saßen über eine stunde auf dem Sofa und streichelten uns gegenseitig die Hände und weinten und umarmten uns die gefühle zueinander waren einfach zu groß. es war wie im schlechten Film. Zum abschied gaben wir uns sogar noch 3 Küsse.
Ich bekam wieder Hoffnungen aber sie blieb bei ihren nein trotz der Gefühle zu mir. Sie hat einfach angst das alles wieder von vorne anfängt.
Was soll ich jetzt machen ich kann sie nicht vergessen, soll ich weiter um sie kämpfen oder sie gehen lassen. Sie redet auch mit keinen drüber, es wäre so schön wenn mal jemand mit ihr reden würde warum sie sich so gegen unsere liebe entscheidet nur der Mutter zuliebe.
Sie sagt selber jetzt wo alles vorbei ist ich seih ihr perfekter Freund gewesen und sieh seih so alleine und einsam aber warum nur der Mutter zuliebe alles aufgeben, ich versteh es nicht. Ich liebe sie so sehr. Ivan
Hallo, Ivan
Sie erleben gerade eine fast märchenhafte tragische Geschichte. Euer Altersunterschied, ihre Jugend und Unerfahrenheit, die Einflussnahme der eher selbstgerechten denn fürsorglichen Mutter (die auch bei älteren Kindern noch funktionieren kann, wenn keine Entwicklungsmöglichkeit bestand) - all dies arbeitet gegen Sie.
Sie werden Ihre Freundin nicht ändern können. Ihr Verhältnis zu und ihre Mutter ebensowenig.
Ich glaube, es gibt nur eine Möglichkeit: Geben Sie auf!
Doch, wenn Sie wollen, und wenn Sie die Kraft dazu haben sollten: Gewinnen Sie sie vielleicht wieder zurück! Dann könnten Sie fast ein Märchen wahr werden lassen. Doch das wird nicht ganz einfach. Und es kann sein, dass Ihre Geduld dasselbe Schicksal wie die Liebe Ihrer Freundin erfährt. Doch Sie werden es erst erfahren und wissen, wenn Sie es versuchen.
Also, dieses "Drehbuch" könnte so aussehen:
1. Trennen Sie sich öffentlich von Ihrer Freundin als Partner. Schreiben Sie den Eltern einen Abschiedsbrief, in dem Sie in Ihren Worten beschreiben, dass Sie sich von ihrer Tochter trennen, weil Sie sie lieben und es Ihnen aus diesem Grund nicht möglich ist zuzusehen, wie sie darunter leidet, nicht frei ihr leben leben zu können und glücklich zu sein. Schreiben Sie, dass Sie ihren Eltern vergeben und dass Sie hoffen, dass ihnen selbst so etwas nie geschehen möge.
2. Bleiben Sie ihr Freund, soweit dies in der Distanz möglich ist. Sagen Sie, dass Sie heimlich/in der Ferne auf sie warten, weil Sie glauben dass sie füreinander bestimmt sind. Sie geben ihr die Chance, dies in Ruhe - ohne den Druck der Eltern, wenn Sie dabei sind - zu erkennen. Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn sie erwachsen genug und ihre Liebe groß genug ist, sich von Ihrer Mutter auch wirklich räumlich zu lösen.
3. Vereinbaren Sie hierfür einen bestimmten Termin. Beispielsweise der 21. Geburtstag Ihrer Freundin, oder der Beginn eines Studiums und der damit verbundene Auszug in eine eigene Wohnung. Halten sie den Abstand nicht zu groß oder zu klein.. 1-3 Jahre könnten es schon sein (Sie müssen Ihre Grenzen in dieser Hinsicht selbst ergründen).
4. Vereinbaren Sie ein monatliches Signal - z.B. eine Postkarte - von Ihrer Freundin, das zeigt, dass sie weiterhin zu Ihnen und ihrer Liebe steht. Nach zweimaligem Aussetzen dieses Signals haben Sie einander verloren. Dann ist jeder wieder auf sich allein gestellt.
5. Tun Sie dies nur nach reiflicher Überlegung und wenn Sie es von Herzen selbst so wollen!
Vielleicht findet Ihre Freundin an dieser Idee gefallen. Vielleicht kann sie daran reifen und wachsen. Vielleicht gelingt es ihr, sich von ihrer Mutter zu lösen. Sie muss dies jedoch aus eigener Kraft tun, denn sonst wird sie sich nie einem Partner ganz in gleichberechtigter Form zuwenden können. Das kann dauern. Ihr Warten und Ihr Zeitplan kann dazu führen, dass dieser Reifeprozess beginnt. Sie haben in dieser Hinsicht das nötige Alter und das Quentchen Glück (dass Ihre Eltern sie frei gehen ließen) gehabt. Ihre Freundin ist noch nicht so weit. Sie war nie richtig frei. Sie weiß (noch) nicht, was dies bedeuten kann, und was sie dabei verlieren wird, wenn sie es zulässt. Sie hat dies noch nicht selbst erkannt, sondern mehr durch Ihre Augen gesehen. Und dies ist die Chance, die Sie ihr geben können: Die Freiheit mit eigenen Augen zu sehen. Zu erkennen, was sie wirklich will. Zu spüren, wozu sie bereit ist und was sie zulassen will.
Es kann sein, dass alles wie im Märchen gut ausgeht. Selbst wenn sie beide dann neu anfangen müssten. Es kann ebenso sein, dass Ihre Freundin einmal frei sein wird und sich dennoch nicht (mehr) zu Ihnen bekennen kann. Dann hätten Sie "nur" die Hälfte erreicht. Ihre Liebe hätte dann jedoch ganze Arbeit geleistet. Das ist jedoch so selten, dass solche Geschichten eher im Märchen vorkommen, als in Wirklichkeit.
Es kann auch sein, das das Durchdenken dieses "Drehbuches" Sie zurückschrecken lässt. Dann wissen Sie auch, woran Sie mit sich sind und was Sie sich zutrauen können.
Es gibt immer eine Lösung für die Liebe. So oder so.
Auch ich gebe die Hoffnung nie auf... Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

2. Anfrage vom 12.1.07
Hallo! Ich bin etwas überfordert mit der jetzigen Situation, deswegen wende ich mich an Sie.
Seit knapp 1,8 Jahren bin ich mit meinem Freund glücklich zusammen. Das schöne ist, das wir wirklich kontinuierlich glücklich sind. Obwohl wir in der ganzen Zeit nur 3 Mal räumlich voneinander getrennt waren, blieben große Streits und Auseinandersetzungen bisher aus. Unser Start war nicht so einfach, da er der beste Freund meines Ex-Mannes ist, und das ganze relativ übergreifend von statten gegangen ist. Trotzdem war zwischen uns immer alles sehr harmonisch. Ich bin jemand, der eine ziemlich genaue Vorstellung von seiner Zukunftsplanung hat. Auf die ich vielleicht im Bezug auf Familienplanung und den Schritten dort hin sehr fixiert bin - liegt wahrscheinlich an der "gescheiterten ersten Instanz" - der vorangegangenen Ehe. Mein Freund dagegen genießt eher den Moment. Was die ganze Zeit auch nicht das Problem war, im Gegenteil. Er hat mir beigebracht entspannter an die Sachen heran zu gehen, die mich vorher wahnsinnig gemacht hätten (der Kontrollfreak :-) ). Kurz um, das Problem das ich habe, ist das er anscheinend noch keinen Gedanken an unsere Gemeinsam Zukunft verschwendet hat. Oder Zumindest der Handhabung der Instanzschritte die es ja in jeder Beziehung gibt. Er weiß zwar, das er sich eine Familie mit mir vorstellen kann, mit allem drum und dran. Aber er weigert sich stetig, das ganze in die "richtigen Bahnen" zu lenken.
Seit wir zusammen sind, leben wir gemeinsam in meiner Wohnung. Als ich das Thema aufbrachte, ob er sich nicht ummelden wolle, um hier "offiziell" zu leben - mit mir zusammen, meinte er, er fühle sich dabei nicht wohl. Ich konnte nicht herausbekommen ob er sich nicht wohl fühlt 1) mit mir zusammen zu leben, 2) offiziell zu hause aus zu ziehen, 3) oder sich generell nicht so fest binden will - das berühmte Hintertürchen. Laut ihm wüßte er das auch nicht. Was ich ihm fast glaube, weil er bisher immer absolut ehrlich mit seinen Gefühlen umgegangen ist. Das alles hilft mir nur nicht weiter. Ich weiß das er mich liebt. Ich liebe ihn ja auch. Aber hat eine Beziehung Zukunft, bei der nur der eine genau weiß was er will? Oder bin ich einfach nur zu versteift, auf meine Art der Beziehungsplanung? Vielleicht können Sie mir weiter helfen. Danke schon mal - das schreiben allein hat schon sehr erleichtert.... Celina
Hallo, Celina. Das "Problem", dass Männer oft nicht mehr in eine verantwortungsgetragene Beziehung wollen, ist einerseits schon immer vorhanden gewesen, andererseits durch die lange Berufsausbildung in Verbindung mit geringerer Geschwisterzahl und entsprechendem Platz im "Hotel Mama" heute noch begünstigt.
Für Frauen ist es dagegen immer noch wichtig, einen Partner auszuwählen, der bindungsfähig ist, da im Falle des Nachwuchses nur so ein gewisses Maß an Sicherheit möglich scheint. Diese Wünsche sind durchaus nachvollziehbar. Eine Garantie gibt es jedoch bei keiner dieser Verhaltensweisen.
Ich gehe einmal davon aus, dass Sie beide anfang/mitte 30 sind (?). Wollen Sie Kinder?
Überlegen Sie sich, wo Sie in z.B. 5 Jahren sein wollen. Wie Sie Ihre Zukunft planen. Wie Sie leben und arbeiten wollen.
Hat Ihr Freund in diesen Plänen seinen Platz, wenn er sich weiterhin so verhält wie bisher? Was kann und will er dazu beisteuern? Welcher Teil seiner Lebensauffassung wäre für Sie interessant? Man muss schließlich nicht heiraten, um eine Familie zu gründen. Doch für eine Beziehung "auf Augenhöhe" - also unter reifen Erwachsenen - gehört es schon dazu, dass man von "Muttis Rockzipfel" wegkommt. Vielleicht ist auf dieser Seite bei Ihrem Freund noch eine Bindung, die es ihm ermöglicht hat, seine Pubertät noch nicht zu beenden. Das gibt es leider oft. Dieser Frage müsste er sich stellen können. Will er ein "Mann" werden, oder nur ein "alter Junge" sein?
Und welchen davon wollen Sie an Ihrer Seite?
Diese Gedanken brauchen einige Zeit zur Reife. Aber schieben Sie sie nicht auf die endlose Bank. Machen Sie sich bewusst, was für Sie vernünftig und wichtig ist. Eine gewissen Änderung haben Sie ja für Ihr Leben akzeptiert. Was geht noch bzw. was ist gut für Sie? Diese Frage hat im Moment vorrang. Wenn Sie sich von Verhaltensweisen anderer Menschen abhängig machen, werden Sie nie auf eigenen Füßen stehen. Jeder Kompromiss hat seine Grenzen.
Und wenn Sie sich dabei wieder sicher fühlen, können Sie auch Ihrem Freund sagen, wo Sie hin wollen.
Dann kann er sich entscheiden, ob er mit will.
Dies wird seine Chance sein.
Wichtig ist, dass Sie, wenn Sie soweit sind, frühzeitig diese Ziele (letztendlich sind es Ihre Lebens-"Bedingungen") ihrem Freund mitteilen und die Konsequenzen unmissverständlich durchzusprechen. Ihr Freund sollte stets wissen woran er ist. Männer brauchen klare Worte. Damit können sie umgehen. Raum für Interpretationen darf es bei solchen Dingen nicht geben, da dann stets nach einer neuen "Hintertür" gesucht wird - aber das kennen Sie ja schon.
Sie können ihrem Freund auch schon einmal sagen, dass Sie sich diesbezüglich Ihre Gedanken machen. In dieser Hinsicht werden Männer von Frauen oft nicht zeitnah in Kenntnis gesetzt. Zumindest nicht in eindeutiger Form. Er kann diese Zeit ebenso nutzen, um über sich in dieser Frage ins Reine zu kommen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei diesem Prozess.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

1. Anfrage vom 3.1.07
Was kann ich tun wenn mein Partner sich zu sicher fühlt und alles schleifen lässt ohne darauf zu achten ob es die Beziehung gefährdet?? Er schreibt kaum noch SMS und kümmert sich nicht mehr so um mich wie es Anfangs war. Bitte helft mir. LG Kathrin
Hallo, Kathrin. Es liest sich so, als wohnt Ihr schon zusammen. Wenn ja, dann willkommen im Alltag einer Beziehung.
Solltet Ihr nicht zusammen leben, dann muss ich davon ausgehen, dass das Interesse Ihres Freundes (schon) nachgelassen hat. Hier fehlt dann wahrscheinlich die gemeinsame Perspektive bzw. der Anreiz "mehr" zu tun.
Einerseits ist dies ja desillusionierend und unromantisch, andererseits aber auch eine mögliche Vertrauensreaktion: Man fühlt sich sicher und geborgen. So sehr, dass man glaubt, nichts könnte dies mehr ändern. Zwischen diesen Extremen kann und darf eine Beziehung sich entwickeln. Nur der "Dekoration" willen, will eine Frau doch auch keine Zuwendungen erhalten. Aber wenn man sich auf den Beziehungslorbeeren bettet, werden diese davon auch nicht länger halten. Eines ist sicher: Es wird nie mehr so sein, wie es einmal war. Aber das muss nicht bedeuten, dass es schlechter wird - es wird nur anders.

Es heisst: Ich kann Dir nicht versprechen, dass es besser wird,
wenn es anders wird.
Ich weiss nur, das es anders werden muss,
wenn es besser werden soll.

In diesem Sinne sollten Sie miteinander sprechen. Wir leben in einer Zeit, in der eine Beziehung auf Verhandlungen begründet wird. Man braucht nicht (mehr) einander um die Existenz zu sichern. Man möchte zusammenbleiben, weil man sich liebt. Leider ist dieses Gefühl kein Selbstläufer, wie es sich mit der Verliebtheit verhält. Während man bei der Verliebtheit z.T. gar nichts tun muss oder kann, muss bei der Liebe aktiv Einfluss genommen werden, damit sie nicht verkümmert. Erzählen Sie sich voneinander von Ihren Wünschen, was Ihnen fehlt, was sich geändert hat, was (vielleicht) Neues an die alte Stelle getreten ist. Dies sollte man regelmäßig tun, sozusagen als "feste Einrichtung", auch wenn das zuerst komisch klingt.
Die Natur hat es eingerichtet, dass Menschen sich verlieben. Für die Arterhaltung ist es allerdings nicht besonders notwendig, dass wir "für immer" zusammen bleiben. Dies ist ein Kulturgut, dass der Mensch aus seinem inneren Bedürnis nach Vollständigkeit entwickelt hat. Früher hat die Gemeinschaft darauf geachtet, dass ein Paar - wie es sich "gehörte" - zusammenblieb. Heute "darf" in dieser Hinsicht jedes Paar machen was es will. Eine Freiheit, deren damit verbundene Verantwortung nicht jeder tragen kann oder will. Vereinbarungen müssen angepasst werden, wenn sich die Verhältnisse ändern. Immer wieder neu.
Männer haben es gerne, wenn sie sich auf etwas verlassen können, was einmal vereinbart wurde. Da die Beziehung eher einer zu pflegenden Pflanze gleicht, als einer Felsenburg (wie Männer es gerne sehen), muss man sich über den Pflegeaufwand erst einmal im Klaren sein. Hier scheinen bei Ihnen beiden unterschiedliche Vorstellungen zu herrschen.
Vielleicht benutzt Ihr Freund ja "seine" Signale der Liebe, die Sie (noch) nicht kennen, während Sie auf "Ihre" Liebessignale warten. Solche Mißverständnisse haben ihre gewisse Tragik, da jeder sich bemüht, aber nicht das gewünschte ankommt. Sie zeigen jedoch auch, dass man sich offensichtlich nicht so kennt, wie man als Paar vermutet hat. Und hier ergibt sich das große "Arbeitsfeld" und auch die Chance einer Beziehung: Dieses Kennenlernen muss immer wieder erneuert und angepasst werden. Nur: Ohne miteinander darüber zu sprechen, wird dies nicht gelingen. Das Verstehen ohne Worte gelingt nur zeitweise - wenn man die Gesprächsbatterie entsprechend aufgeladen hat.
Das Buch "Die fünf Sprachen der Liebe, wie Kommunikation in der Ehe gelingt" von Gary Chapman könnte ein interessanter Einstieg in das Thema sein.
Auf unserer Literaturseite finden Sie noch weiteres "Arbeitsmaterial" für Ihr gemeinsames Glück.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem neuen Beziehungskapitel!
Herzlich, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

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