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Vorjahresschriftverkehr
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Lieber Besucher, hier der Beratungsschriftverkehr aus dem Kalenderjahr 2006. Sollten Sie hier keinen Rat finden, scheuen Sie sich nicht, Ihre eigene Situation zu schildern und sich direkt an mich zu wenden. (Hier der direkte Link zum Gästebuch, bzw. zum Mailformular) Möchten Sie nach bestimmten Themen Ausschau halten, verwenden Sie unser Stichwort-Verzeichnis. Ihr Marion Kuhn Team |
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Hier der Schriftverkehr aus dem Jahr 2006:
51.
Anfrage vom 28.12.06
ich brauche mal einen rat! ich habe jemande kennen gelernt! war alles i.o!bis
auf heute! ich bekomme diese sms wo drin steht dass er heute nicht zu mir kommen
kann da er was erfahren hat! was er mal verdauen muss!!! ich hab natuerlich
nachgefragt.es stellte sich raus, das er heute erfahren hat das seine exfreundin
im 4. monat schwanger ist! das ganze schockt mich absolut! wie soll ich mich
verhalten nun??? er meinte er braucht ruhe um nach denken zu koennen! ich
moechte aber mit ihm reden! was meinen sie.. was kann ich tun um ihn vielleicht
halten zu koennen????? Tanja
Hallo, Tanja- Im Moment kannst Du tatsächlich nicht viel
tun. Sag ihm, dass Du für ihn da sein willst, aber wenn er Ruhe braucht,
dann kannst Du nichts machen.
Es ist schon ziemlich hart für ihn, mit einer Sache, die abgeschlossen ist,
wieder zu beginnen.
Er wird entscheiden, wie er damit umgeht, wie er die Verantwortung für sein Kind
übernehmen will. Dein Schockzustand kann ich sehr gut verstehen, Du bist mitten
drin obwohl du mit der Ex nichts zu tun hast. Und mach Dir bitte auch Gedanken,
wie Du damit umgehen willst. Denn auch das sollte er wissen (nicht sofort, aber
wissen sollte er es). Mach ihm keine Vorwürfe sondern sei ihm jetzt eine
Freundin an der Seite, die trotz aller Umstände zu ihm steht.
Sag ihm Deine Gefühle, und erkläre ihm, dass Du jetzt nicht einfach umschalten
kannst, auf Knopfdruck keine Gefühle mehr zu haben.
Die Entscheidung liegt zum großen Teil bei ihm, aber Du wirst mit einem jungen
Mann zusammen sein, der Vater wird. Und damit solltest Du Dich ganz intensiv
auseinandersetzen. Ich wünsche Dir viel Kraft und höre genau zu, was er braucht,
denn das ist das, was ihm im Moment bestimmt gut tut.
Ganz herzlich, Marion
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50.
Anfrage vom 9.12.06
Hallo, ich hätte mal eine Frage.. Und zwar würde ich gerne wissen, wie ich es
merken kann, ob mein freund eine andere hat oder mich nicht mehr liebt.
Also gibt es genaue Anzeichen? Danke im Voraus. LG Limena
Hallo, Limena
100 % Anzeichen gibt es nicht, weil jeder Mensch anders ist, aber Dein Herz
zeigt Dir schon den richtigen Weg. Wenn Du merkst, dass sich etwas verändert und
zwar nicht zum Positiven, dann muss man da hinschauen. Es muss nicht immer eine
andere dahinter stecken, oder die Liebe aufhören, aber darüber sollte man reden.
Eine Beziehung verändert sich, dies ist ein ganz normaler Prozeß und viele
glauben, wenn die Verliebtheit aufhört ist alles vorbei, aber das ist nicht so.
Die Gefühle verändern sich, die Zeit der Schmetterlinge im Bauch ist zwar
wunderschön, doch irgendwann beginnt man, den andern mit seinen Fehlern zu
sehen, und wenn man es dann schafft ihn so anzunehmen und zu lieben wie er ist,
dann ist die Beziehung ein ganzes Stück gewachsen.
Vielleicht ist das bei Euch gerade der Fall, meistens tritt das nach einem Jahr
auf. Wichtig ist offen und ehrlich zu sein und über die Gefühle zu sprechen, sag
ihm Deine Unsicherheit und Ängste, nur so wirst Du Gewißheit bekommen. Natürlich
besteht bei dieser Veränderung auch die Möglichkeit, dass er sich in jemanden
anders verliebt hat, doch nur im Gespräch mit ihm kannst Du das erfahren.
Ich wünsch Dir alles Liebe und den Mut Deine Gefühle an- und auszusprechen. Ganz
herzlich, Marion
![]()
49.
Anfrage vom 7.12.06
Hallo liebes Team, ich habe eine Frage zu der Beziehung mit meiner Freundin. Ich
bin 24 J. alt und sie ist 18. Ich bin ihr erster Freund und habe lange über
unsere Zukunft nachgedacht. Durch die Erfahrungen mit meinen Ex-Freundinen habe
ich gemerkt, dass junge Menschen (und ist die Beziehung noch so schön) nach
einer Zeit ihre Freiheiten brauchen und sich eventuell nochmal "Ausleben"
wollen. Ich denke, dass ich aus diesem Alter heraus bin und ich sehne mich nach
einer Beziehung, die lange, vllt fürs Leben hält! Meine Freundin ist allerdings
nach eineinhalb Jahren Beziehung jetzt in einer Phase, in der sie sehr engen
Kontakt zu Freunden (männlichen und weiblichen) aus der Schule hat und viel mit
diesen unternehmen (in Discos gehen etc) möchte. Ich habe das Gefühl, das ich
vernachlässigt werde und ich spüre Ihre liebe auch nicht mehr so stark. Das
macht mich natürlich eifersüchtig. Nun habe ich das angesprochen und sie
reagiert genervt und meint, es ist doch alles wie vorher. Ich finde aber in
einer guten Beziehung muss das gute Verhältnis zum Partner immer erhalten
bleiben...so kann ich das einfach nicht aushalten. Was ist in solcher Situation
das Beste? Sie in Ruhe zu lassen? Das Thema immer wieder zu Diskutieren? Bevor
ich noch mehr verletzt werde, schluß machen? Ich weiß einfach nicht, was ich
machen soll!!! Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet,
vielen Dank im voraus. Klaus.
Hallo, Klaus. Natürlich kann man jetzt einfach Schluss
machen, und so dem Problem aus dem Weg gehen. Aber eine Lösung ist das nicht,
wie Du Dir sicher denken kannst. Man schiebt sie nur vor sich her, bis man
irgendwann an der Menge zusammenbricht.
Den Partner "laufen", "sich entwickeln lassen" hört sich gut an - wenn da nicht
die eigene Angst wäre, verlassen und enttäuscht zu werden. Doch eine Frage ist
an dieser Stelle erlaubt: Was kann der Partner dafür, dass ich Angst habe, von
ihm (stellvertretend für jemanden von früher, meist aus der Kindheit) verlassen
zu werden?
Das ist doch nicht primär dem Partner sein Problem. Es wird für ihn nur dann zu
einem, wenn ich mich aus diesem Grund ihm gegenüber nicht mehr offen und
wohlwollend verhalten kann. Ursache dafür bin dann immer noch ich selbst.
Und hier kann man ansetzen: Ich habe dabei einen Vorteil. ICH kann mich ändern.
ICH kann gelassener werden, meine Ängste abbauen.Diese haben sicher ihre
Ursache. Doch meistens nichts mit dem Partner zu tun. Er ist nur der
(scheinbare) Auslöser indem er mich auf meine Defizite (meist ohne es zu wissen)
hinweist und mich so erinnert. An das, was in mir schlummert und durch ihn
(glücklicherweise) wieder hervorkommt, damit es (auf)gelöst werden kann. Dieser
Schritt wird jedoch oft versäumt, indem man in seiner früheren Verletzungen
"hängen" bleibt und so vermeidet, wirklich erwachsen zu werden.In der Regel
suchen wir uns gerade diese Menschen als Partner aus, die dazu hervorragend in
der Lage sind - aber das nur am Rande.
Also: Da gibt es einiges in Richtung Selbstwertgefühl, was sich bei Dir meldet.
Hier fühlst Du Dich angreifbar und schutzlos. Diese Wunde kann und wird von
jedem Partner berührt werden, den Du nah genug an Dich heran lassen wirst. Diese
Wunde sollte geheilt werden. Dann geht es Dir besser.
Das wird an dem Problem, dass zwei Menschen sich unterschiedlich entwickeln
(können), nichts ändern. Besonders, wenn - wie bei Euch - so unterschiedliche
Startbedingungen geherrscht haben. Aber so ist das Leben. Eine Liebe kann und
sollte dazu in der Lage sein, diese Veränderungen mitzutragen. Schließlich ist
es doch spannend, was für ein Mensch mein Partner in 5 oder 10 Jahren einmal
sein wird. Bei einem selbst merkt man das oft nicht (gleich), wenn man es nicht
von aussen zugetragen bekommt. Zusammen zu leben, bedeutet doch nicht, stets
einer Meinung zu sein, stets die gleichen Interessen zu haben. Zusammen zu leben
setzt nur voraus, dass beide zusammen leben wollen. Wie es damit im Einzelnen
aussieht ist sehr unterschiedlich und und teilweise gestaltbar.
Hier kommen wir wieder an den Ursprung: Weisst Du, wie Dein Leben aussehen soll?
Hat Deine Freundin darin einen Platz, den sie selbst bestimmen kann, oder bist
Du so fest auf einer Linie, dass jede Abweichung davon Dein Leben aus der Spur
bringt?
Du siehst: Die Probleme mit dem Partner sind oft nur Spiegelbilder der eigenen
Probleme. Ärgerlich einerseits, weil es der weniger bequeme Weg ist, wenn man
die Schuld daran nicht anderen zuschieben kann. Gut aber andererseits, weil man
dadurch wirklich eine Möglichkeit der Einflussnahme erhält. Wenn man bereit ist,
bei sich selbst anzufangen. Natürlich muss man sich nicht alles vom Partner
gefallen lassen. Doch seine Freiheit, sich selbst zu entscheiden und sein Leben
zu gestalten, sollte stets unantastbar sein. Schließlich will man das
(normalerweise) für sich selbst auch nicht aus der Hand genommen bekommen.
Und: Wenn man Liebe, Vertrauen und Freiheit geschenkt bekommt - kann es was
Besseres geben? Du hast nun die Chance dazu, dies zu leisten. Etwas, das ständig
im Fluss ist, lässt sich nicht festhalten, ohne es zu zerstören. Ein Leben lang
ist immer nur ein Ziel, eine Richtung - aber kein statischer Zustand.
Dieser Irrglaube, so gut er auch gemeint ist, birgt das Dilemma schon in sich.
Das lässt sich erfahren, wenn man betrachtet, was langjährige Paare tun, um
zusammen zu bleiben: Sie tun es einfach, sie wollen es nicht. Etwas unbedingt
wollen führt zu Krämpfen. Etwas lassen führt zur Freiheit und Entspannung.
Du siehst, es wird fast eine Lebenseinstellung daraus. Aber vielleicht muss das
ja so sein.
Falls Deine Freundin das, was Dir wichtig ist, nicht erkennen sollte - nur aus
selbst erfahrenem Schmerz lernt man am besten. Wenn man überhaupt lernen will.
Ich habe den Eindruck dass Du diesbezüglich schon etwas lernen willst. Du bist
gerade dabei.
Sag' einer noch, das Leben wäre langweilig. Falls Du Dich literarisch ergänzen
willst: Schaue vielleicht einmal auf unseren Literaturempfehlungen nach. Für
Dich selbst ist vielleicht interessant: "In
dir lebt das Kind, das du warst - Vorschläge zur Bewältigung des Alltags"
von Whitney Hugh Missildine.
Für die Beziehungspflege: "Die
7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" von John M. Gottmann und "Die
Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" von Bas Kast könnte
ich da empfehlen.
Viel Erfolg bei Euren gemeinsamen Schritten, wünscht Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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48.
Anfrage vom 30.11.06
Hallo! Bin durch Zufall über diese Seite gestolpert und hab lang überlegt, ob
ich etwas schreibe... Aber andererseits hab ich ja auch nichts zu verlieren. Ich
bin 35 Jahre alt, seit 9 Jahren selbständig im Reisegewerbe (Messen und andrer
Events) und hab im Oktober angefangen, die Weichen nochmal umzustellen, indem
ich mein alten Wunsch Grundschullehramt zu studieren in Angriff genommen hab.
Für knapp 1,5 Jahre war ich nun mit einem 9 Jahre älteren Pädagogen zusammen,
der an einer Schule unterrichtet. Alles war bisher prima, wir ließen uns viele
Freiheiten, die wir für Freunde und ich mehr für den Beruf benötigten.(Nicht auf
sexueller Basis!) Ich war glücklich, soviel Verständnis in ihm zu finden, denn
der Vorwurf war oft, daß ich nicht genug Zeit für einen Partner hätte. Dass er
sterilisiert ist, klärten wir gleich am Anfang und es hat mich auch nie gestört,
da ich denke, diese besagte biologische Uhr nicht zu besitzen. Alles war okay,
wir haben viele gemeinsame Hobbies, reisten viel zusammen, hatten tollen Sex und
auch eine tolle Freundschaft mit viel Vertrauen!!! Der Wunsch, vielleicht
zusammenzuziehen, kam anfangs von ihm. Zur Miete konnten wir nicht so richtig
etwas finden und außerdem ist es eher meine Intention, etwas allein zu kaufen
und doch vielleicht dort zusammenzuwohnen. Er wollte nichts kaufen, da er mal
sein Elternhaus erbt. Nun hab ich ein Haus gefunden, was auch für ihn genug
Platz und Vorteile bieten würde... nun will er nicht mehr, wollte sogar doch
selbst als Altersruhesitz ein Haus kaufen, was ICH vorher mal für uns in
betracht gezogen hatte... Etwas geknickt, aber fair überdacht, akzeptierte ich
seine Entscheidung und bot immer noch die Option des Zusammenlebens an, da man
ein Haus ja auch vermieten könnte, und jeder behält ein Stück Freiheit, weil wir
beide schon viele gebrochen Erfahrungen machen mußten. Das letzte hieß:
"Entweder kann ich dieses Haus kaufen oder ich ziehe zu doch zu meinem Schatzi!"
Dies alles lief vor einigen Wochen. Nun hat er sich sogar ganz von mir getrennt
und ich versteh die Welt nicht mehr!!! Seine Aussage, ich hätte ja keinen Fehler
gemacht, mich nicht verändert oder ihn unter Druck gesetzt, tröstet mich
wenig... - das Problem liege allein bei ihm!!!
Es ist eine Wiederholung bei bisherigen Beziehungen!!! Frei nach dem Motto: da
ist der Lack ab!!!! Er meint zu fühlen, dass nun der Augenblick gekommen ist,
sich noch mehr aufeinander einzulassen oder auch eben gerade NICHT! Eine
Exfreundin sagte mal zu ihm, er bräuchte nur einen Freizeitpartner, aber keine
Partnerin für eine Beziehung! Er selbst weinte aber bei dem Trennungsgespräch
und meinte, dass er seine Gefühle erstmal allein prüfen müßte... Als ich ihn
drei Tage später fragte, ob er mich vermißt, sagte er ja und alles wäre so
komisch... Er betont "nebenbei" dass er mit Freunden unterwegs war und sich die
Kante gegeben hat (er trinkt sonst sehr selten und nur mit Genuß) und auch
gestern, als er einen Freund zu besuch hatte, sagte er: "Ich bin gerade am
Weinsaufen!" Andererseits verspricht er mir sich zu melden oder auch
zurückzurufen, aber tut es nicht! Ich bin mit diesem unvermittelten
Unverständnis absolut überfordert!
Mein Gefühl sagt, er ist echt in der klassischen Midlifecrises und hat viel
Angst!!! Im Urlaub hat er alles immer perfekt geplant, ich hab`s akzeptiert. Ich
mache mir Gedanken über seine Sterilisation, denn dafür entschied er sich schon
mit 36, nachdem ihn seine damalige Freundin, die sich konträr zu ihm Kinder
wünschte, nach zwei Jahren der Beziehung ihn niederträchtig hinterging, indem
sie einfach heimlich die Pille absetzte. Er stand vor vollendete Tatsachen, doch
das Schicksal entschied, daß sie das Kind verlor. Dies nahm er als Anlaß,
Konsequenzen zu ziehen. Heut ergibt sich daraus ein anderes Problem: Er ist
bereits schon mal von speziell jüngeren Frauen verlassen worden, die sich
irgendwann doch Kinder wünschten. Dies steht für mich aber gar nicht zur
Diskussion, im Gegenteil, wenn wir im Park Kinder sahen, sagte er eher, dass er
doch vielleicht nochmal so einen kleinen Quälgeist haben wollte. Ich antwortete
mit der Realität: "Darüber hast Du ja selbst entschieden!!!" Ein anderes Mal
sprachen wir auch das Thema Adoptiv- oder Pflegekinder an. Ich bin in allen
Hinsichten offen.
Es wäre auch sicher für mich okay, "meine" Kinder irgendwann von 8.00-13:00h zu
haben und den Rest des Tages und die Ferien mit ihm zu geniessen... Ich kam
natürlich auch arg ins Wanken diese Haus zu kaufen, aber entschied, dass dies ja
auch vorher schon MEIN Wunsch war... nur, dass es nun natürlich alles schwerer
wird, da keine direkte Hilfe bei vielen Arbeiten an meiner Seite ist, aber auch
das bin ich bereit, allein zu tragen!
Ich weiß nur nicht, wie ich mich nun verhalten soll...???!!! Mein Verstand sagt,
lass ihn ziehen! Er kommt ohnehin nur zurück, wenn er nun allein ist... Mein
Herz zerbricht aber fast bei diesem Gedanken und somit kann ich mir den einen
oder anderen Anruf, Mail oder sms nicht verkneifen... Ich möchte gern von Ihnen
wissen, ob sie schonmal eine solche Problematik bei sterilisierten Männern
festgestellt haben, denn im Internet ist es ja alles ziemlich rosig geschrieben
und kaum ein Mann würde wohl ernsthaft zugeben, dass er darüber andere Probleme
bekam...
Vielleicht bekomme ich ja hier eine Antwort, mit der ich in die eine wie auch
andere Richtung leben kann...??!!!
Mit freundlichen Grüßen! Teresa
Hallo, Teresa
Lassen Sie sich nicht unnötig verwirren!
Die Sterilisation hat nicht so viel damit zu tun, wie Sie vielleicht denken.
Natürlich ist das ein Punkt, den ein Mann bereuen kann. Meistens jedoch kommen
Männer damit klar. Probleme machen den Männern dabei eher die Frauen, die mit
ihrem Kinderwunsch dem Mann die Pistole auf die Brust setzten. Das wirkt dann
indirekt. Dies können wir bei Ihnen aber ausschließen.
Bei Ihnen scheint es grundlegender zu sein: Ihr Freund hat vermutlich Angst vor
einer festen Bindung mit Konsequenzen. Solange alles noch den Rahmen der
Unverbindlichkeit hatte, war alles im Lot. Jetzt wo es ernst wird, wird alles in
Frage gestellt, die Gefühle überprüft und so weiter. Eigentlich die „übliche“
Torschlusspanik, die es oft vorm Heiraten gibt (gemeinsames Eigentum kommt dem
auch ziemlich nahe). Gepaart mit einer, für dieses Alter vielleicht noch etwas
frühen Midlife-Crisis - wie Sie glauben - geht es schon etwas heftiger
„egoistisch“ zur Sache.
Ich vermute weniger Midlife-Crisis denn verspätete Pubertät (jedoch mit dem
gleichen Ergebnis für Sie). Irgendwo ist er noch ein Bub bei Mutti, der ab und
an um die Häuser streift, sich aber ab und zu „erwachsenen“ Gedanken hingibt.
Leider ist dies bei Männern eine häufigere Erscheinung. Hinzu kommt, dass er
immer noch auf das Elternhaus schielt. So kommt man schlecht auf die eigenen
Füße, wenn das Nest immer auf einen wartet.
Was bleibt zu tun?
Ändern können Sie ihn nicht. Auf den richtigen „Trichter“ muss er selbst kommen.
Wenn es Ihnen also möglich ist, lassen Sie ihn von der Leine und geben Sie ihn
frei. Sagen Sie ihm, dass er offensichtlich nicht reif genug für eine
verbindliche Beziehung ist. Wenn es für Sie in Ordnung ist, lassen Sie es bei
der Unverbindlichkeit – bis es sich bessert (manchmal sind sogar Entwicklungen
möglich), oder bis Sie es satt haben.
Alles andere sind halbgare Zustände, die Sie langfristig nicht zufrieden machen
werden. Ihn vermutlich auch nicht, aber bis er das merkt....
Sie müssen sich im klaren sein, ob Sie das wollen, was im Moment möglich ist.
Oder ob Sie Zeit (und Geduld) haben, auf das Erwachsenwerden des „Kindes im
Manne“ zu warten. Wichtig und unterstützend sind klare Verhältnisse
(Kinder, auch die in einem Erwachsenen, brauchen dies).
Schwierig dabei ist der höhere Bildungsgrad bzw. Intelligenz (sie ist nicht für
alles gut), der diese Probleme gut „vernebeln“ und zerreden kann. Kopfmäßig ist
vieles klar, doch gefühlt und gelebt werden diese Probleme häufig nicht oder nur
schwer. Das kann mühsam sein. Hierzu ist auch Einsicht nötig. Dazu muss man(n)
bereit sein!
Also: Leben Sie ihr Leben! Wenn Ihr Freund in der Lage ist, dieses zu bereichern
– warum nicht? Wenn Sie es nicht (mehr) wollen, suchen Sie Ihr eigenes Ziel – es
ist sein Leben, an dem er vorbei lebt. Sie können dafür nicht die Verantwortung
übernehmen. Selbst wenn Sie es wollten.
Bestimmte Dinge muss ein Jeder selbst wollen, damit man sie vollbringen kann.
Kinder führt man an der Hand. Ich glaube, Sie wollen einen Mann und weniger ein
Kind von 44 Jahren.
Ihr Kopf zeigt Ihnen schon, was richtig ist. Ordnen Sie Ihre Gefühle, damit Sie
Ihr Herz nicht unnötig beschweren.
Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
47. Anfrage vom
26.11.06
bin 23 Jahre alt und lebe seit einem Jahr in Frankreich. Habe vor 4 Monaten
einen unglaublich tollen Mann kennengelernt. Voller Energie,offen,...ja wir
haben uns verliebt und jetzt wohnen wir zusammen (seit einer Woche).Es ist nun
schon das eingetroffen was ich befürchtet habe: Routine!!!!!, ich bin zur
Hausfrau mutiert und er ist ein Kautschpotatoe geworden!! Ich erwarte mehr
Aufmerksamkeit und er erwartet mehr Freiraum fuer sich!! Es ist so, dass wir
beide sehr viel arbeiten und fast nie einen freien tag miteinander verbringen
koennen weil unsere arbeitszeiten sich ueberschneiden. Gestern war allerdings
ein gemeinsamer freier tag, auf den ich mich sehr gefreut habe! habe ihm ein
typisch, groBes, deutsches fruehstück aufgetischt und war voller erwartung auf
nen gemuetlichen schoenen tag mit ihm aber er warf sich direkt nach dem
frühstück auf das sofa und schlief den ganzen tag.
Mein problem ist dass ich erst mal immer alles schlucke und meine gefuehle erst
mal nicht in worte fassen kann. klar aber ich hatte schlechte laune!! das
problem ist dass ich ihn nicht mehr wiedererkenne. Vom energischen, offenen Mann
den ich kennengelernt habe ist nicht mehr viel uebrig. Er zieht sich von seinen
Freunden zurueck, wir gehen fast nie aus, ja und wenn er vorm fernseher sitzt
und ich wage ihm zu sagen dass er ein langweiliger stubenhocker ist, beschuldigt
er mich ich wuerde nicht verstehen dass er muede ist vom arbeiten. So wir sind
erst so kurze zeit zusammen und diese eheähnlichen muster die unsere beziehung
angenommen hat erschreckt mich wirklich sehr aber mehr als dies macht es mich
traurig!!! Meine Frage ist: was tun gegen nen couchpotatoe, (der eigentlich jede
menge Kraetivität in sich traegt)??????? habe angst ihn zu verlieren, ihn zu
nerven, unsere liebe zu verlieren. Bea
Hallo Bea, Sie sind aus dem Alltag ausgestiegen und leben
im Ausland, vielleicht haben Sie sich sogar einen Lebenstraum erfüllt und dann
lernen Sie noch Ihren Traummann kennen. Das Glück scheint perfekt!!! Nun leben
Sie seit einer Woche mir Ihrem tollen Mann zusammen und Sie glauben Routine ist
eingekehrt. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Sie wissen was Routine
eigentlich ist. Viel eher ist etwas ganz anderes passiert, Sie sind in der
Realität gelandet, und die passt nicht immer zu unseren Träumen. Das Leben kann
nicht immer nur Abenteuer sein, prickelnd und aufregend, denn dann wird auch
das, irgendwann zum Alltag zur Routine. Stellen Sie sich einfach mal die Frage
warum sie Angst vor Alltag haben?
Brauchen Sie den Kick, dass etwas Tolles passiert? Das funktioniert nur solange
man in der Verliebtheitsphase ist, doch dann verändern sich die Gefühle das
Kribbeln wird weniger und man beginnt den anderen mit seinen Fehlern zu sehen.
Oder haben sie geglaubt das geht ewig so weiter?
Das ist eine Illusion, der leider viele Paare unterliegen. Wenn die Verliebtheit
vorbei ist trennt man sich und sucht wieder den ultimativen Kick (und lässt
vielleicht die Liebe seines Lebens gehen). Nun müssen Sie entscheiden was sie
wollen, immer auf der Suche sein und nie ankommen, oder akzeptieren, dass jede
Liebe irgendwann mit der Routine lernen muss zu leben. Da Sie dieses
Problem schon nach einer Woche haben, würde ich Ihnen empfehlen (sagt mir mein
Gefühl) bei sich selbst mal hinzuschauen, was Sie eigentlich suchen oder vor was
Sie weglaufen.
Sie brauchen keine Angst zu haben, sondern beginnen Sie, die Beziehung zu sehen
wie sie ist, und nicht wie Sie es gerne hätten. Beginnen Sie an Ihrer jungen
Liebe zu arbeiten, und geben Sie ihrem neuen Partner eine Chance, so sein zu
dürfen, wie er ist.
Also jetzt sehen Sie mal nicht ganz so schwarz und erkennen sie das Schöne. Sie
haben eine tollen Mann kennengelernt, sie lieben sich und nun beginnt die
Zeit, in der sie etwas tun müssen, damit Ihre Liebe wächst. Liebe ist Arbeit,
damit man den anderen verstehen lernt, mit ihm auch den Alltag leben kann,
denn auch das gehört dazu. Im Leben gibt es manchmal Champagner, aber meistens
trinken wir Wasser. Das Buch
Frauen kommen von der
Venus und Männer vom Mars wäre ein guter Einstieg um
sich mit dem Thema zu beschäftigen. Reden sie über Ihre Wünsche und
Bedürfnisse, aber ohne Vorwürfe und versuchen Sie Zeiten zu finden in denen sie
reden können, Seelenplausch, nenne ich das.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, und dass Sie sich in Ihrer neuen
Lebenssituation zurecht finden und das Glück finden , das sie suchen.
Ganz herzlich, Marion Kuhn
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46. Anfrage vom
19.11.06
hallo, ich bin Lena und weiß nicht mehr weiter. bin 9 jahre mit meinem partner
zusammen seit 1jahr verheiratet. war meine ganz große liebe, aber er kann nicht
mit mir schlafen, geschweige mich berühren. ich leide sehr darunter, denn ich
weiß, er macht es nur selber, mit hilfe von erotiksendern oder im internet. auf
fragen weicht er mir aus. und blockt total ab.eine beratung lehnt er auch ab. so
geht es nicht weiter. was soll ich noch tun???
Hallo Lena, das hört sich nicht gut an. Wann hat das
begonnen, dass er Sie nicht mehr berührt und keinen Sex will? Überlegen sie
genau, ob Sie eine Ursache finden können. Da er Ihren Fragen ausweicht, ablockt
und jegliche Hilfe ablehnt gibt es nicht mehr viele Wege, die ich Ihnen
aufzeigen kann.
Er braucht auf alle Fälle Hilfe. Gibt es irgend jemanden, dem er so vertraut,
dass er über dieses Thema reden würde? Sie müssen ihm klar machen, was alles auf
dem Spiel steht und zwar sehr klar und ehrlich. Seien sie ruhig ein wenig härter
und drohen sie mit Konsequenzen, damit er aufwacht.
Ohne Gespräche und Herausfinden der Ursache wird es keinen Weg für sie beide
geben. Etwas stimmt in seinem Leben nicht, er zieht die Pornographie und
Selbstbefriedigung Ihrer Nähe vor.
Das ist nicht nur ein kleines Problem sondern es geht um ihre Zukunft. Vor allen
hören sie nicht auf, um ihn zu kämpfen, auch wenn er ablockt. Lassen sie nicht
locker, denn auch das gehört zu einer Beziehung zur Liebe, dass wenn der andere
in der Krise steckt man für ihn mitkämpft.
Zeigen sie ihm Ihre Liebe und versuchen Sie herauszufinden, was seine Sprache
der Liebe im Augenblick ist und begegnen Sie ihm auf diese Art und Weise.
Das Buch "die Fünf Sprachen
der Liebe" sollten Sie vielleicht lesen. Dort heisst es (hier im Kurzen):
1 Sprache: Zeit und Gespräche
2. Sprache: Geschenk
3 Sprache: Lob und Anerkennung
4. Sprache: Zärtlichkeit
5.Sprache: Hilfe.
Lob und Anerkennung ist oft eine Sprache, die bei vielen Männer auf guten Boden
fällt. Versuchen sie alles, um seine Schutzmauer, die er aufgebaut hat
niederzureißen.
Ich wünsch Ihnen alles Gute und viel Kraft. Ganz herzlich, Marion Kuhn
![]()
45.
Anfrage vom 14.11.06
Seit September wohnen meine Tochter Bea (bald 13 J.) und ich getrennt von ihrer
Mutter und meinen weiteren Kindern Kevin (11) und Franzi (5).
Bea hatte in der Vergangenheit so einiges mitgemacht. Sie wurde oft von ihrer
Mutter beleidigt, angeschrien und geschlagen. Das Jugendamt gab die Empfehlung,
die Tochter von ihrer Mutter zu trennen (die Trennung von meiner Frau geschah
aber nicht deswegen).
Ich hoffte vor dem Auszug, dass Bea sich danach entspannen würde und viel
ruhiger wird, da sie ja dann von ihrem "Hauptgegner" getrennt sei. Doch leider
veränderte sich in den letzten 2 Monaten nichts. Sie ist sehr aufbrausend,
zickig, laut, frech, beleidigend und will mich ständig kritisieren. Sie
akzeptiert keine Autorität und wirft mit Schimpfwörtern um sich. Sie hasst meine
Freundin und verlangt von mir, dass ich mich von ihr trenne. Sie will den Ton
angeben und man kann kaum ein ruhiges und vernünftiges Wort mit ihr wechseln.
Neulich habe ich eine Frau vom Jugendamt bestellt, damit sie sich einmal mit Bea
unterhält. Doch sie schloss sich in ihrem Zimmer ein und gab keinen Ton von
sich. Gibt es aus Eurer Sicht irgendwelche Möglichkeiten, an dieses Kind
heranzukommen ? Die Erziehungsberatung oder die Schulpsychologen würden mir
selbst höchsten noch einfallen ? Wenn Ihr jedoch noch andere Möglichkeiten
siehst oder einen anderen Ausweg kennt, dann wäre ich Euch sehr dankbar für die
Hilfe.
Liebe Grüße, Bert
Hallo, Bert
Einige Dinge wären wichtig:
1. Suche eine(n) systemische(n) Familientherapeut(in)
So wie es aussieht, übernimmt Eure Tochter die Rolle des ungelebten Konfliktes
der Eltern für sich. Jeder Mensch geht verschieden auf die Einflüsse und
Umstände seiner Umgebung ein. Eure Tochter kann dem Konflikt der Trennung der
Eltern anscheinend nicht anders begegnen. Sie spricht Dinge aus und an, die sie
von den Eltern erwartet (hat), bzw. die von ihnen nicht gelöst werden. Hinzu
kommt noch ihre (für Kinder typische) konservative Einstellung zur Elternschaft:
Eltern sind auf Lebzeiten aneinander gebunden. Selbst erwachsene Kinder haben
mit einer Trennung der Eltern Probleme.
Das Jugendamt und der Schulpsychologe sind nicht unbedingt mit der Systemischen
Therapie vertraut. Da hier Zeit kostbar ist und eine dynamische Gruppe von
Beteiligten an dem Zustand Deiner Tochter mitwirkt, wäre es ratsam gleich auf
den richtigen Punkt zuzugehen. Es kann sein, dass die Kindmutter an der
Familientherapie früher oder später teilnehmen soll - doch das werdet Ihr dann
ja sehen.
2. Finde Deinen festen Standpunkt in dieser Situtation.
Deine Tochter benötigt eine klare Linie. Du musst Deine Position fest vertreten
können. Schwankungen in der eigenen Darstellung werden als Schwäche und
mangelnde Autorität (ich meine die Autorität im positiven Sinn) interpretiert.
Deine Tochter möchte Erwachsene um sich haben, die sich sicher sind, was sie tun
und somit in der Lage sind, sie zu beschützen. Wechselnde Meinungen und
Ansichten verunsichern dieses Bild.
Zu Deiner Freundin weiss ich nicht viel. Wenn sie Deine feste Partnerin sein
will - das ist wichtig, denn Kinder akzeptieren "lose Beziehungen" kaum - dann
ist dieses Thema nur eines, dass man den Kindern mitteilt und diesen Fakt
vertritt (siehe Mann und Partnerrolle unter 3). Zur grundsätzlichen Diskussion
darf er nicht stehen. Kinder merken, wenn man sich nicht sicher ist. Solltest Du
Dir also nicht restlos sicher mit dieser Beziehung sein, dann lasse Deine
Freundin auf Abstand zu Eurer Kernfamilie. Halbheiten verursachen hierbei stets
Schwierigkeiten. Sollte es "ernst" sein, dann ist zu beachten, dass die Kinder
Deine Freundin nicht als neue "Mutter" ansehen brauchen. Sie sollen sie
"lediglich" als Deine Partnerin akzeptieren und nicht in Konkurrenz zur
bestehenden Eltern.
Sie ist (das ist zu regeln und zu vereinbaren), im Vertretungsfall für Dich
weisungsbefugt und verantwortlich. Damit muss sich auch umgehen können. Das ist
Etwas, in das man langsam hineinwachsen muss und geht nicht so schnell wie man
es oft will. Schnell sind nur alle Beteiligten überfordert. Hier hat jeder seine
Grenzen und Möglichkeiten, die es zu berücksichtigen gilt.
3. Deine Tochter braucht die Gewissheit, dass sie von Dir geliebt wird.
Ungeachtet des Bockmistes, den sie gerade verzapft (auch so kann man es ihr
gegenüber ausdrücken). Sie braucht das Gefühl, dass Du mit ihr GEMEINSAM nach
einer Lösung der neuen Situation suchen willst (so bekommst Du sie vielleicht
zum/r Therapeut/in). Im Grunde ist der gemeinsame Ansatz die richtige
Sichtweise, denn für Dich besteht im Moment auch Lernbedarf, da Du mit Deinem
Latein bei ihr am Ende bist.
Sich dazu zu bekennen und sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche.
Bitte sie, Dich in Eurer neuen Situation mit zu unterstützen. Will sie nicht
mitarbeiten, kannst Du von/m Therapeutin/en Tipps hierfür erhalten. Doch ich
glaube, wenn Sie spürt, dass es Dir Ernst um und mit ihr ist, wird sie
mitziehen. Hierzu gehört auch die Prioritäten, die Du setzen kannst/sollst:
Deine Tochter ist die (momentan) Wichtigste für Dich als Elternteil (die beiden
anderen dürfen auch nicht vernachlässigt werden). Lasse sie das in Deinem
Zeitmanagment spüren. Nimm' Dir Zeit, speziell für sie. Zeige ihr, dass sie Dir
wichtig ist (Deine Zeit als Mann und Partner ist eine andere Baustelle).
Du siehst, es ist und wird für alle Beteiligten nicht leicht(er). Es wird von
den Erwachsenen besonders viel verlangt. Aber das ist auch richtig so. Die
Kinder können schließlich nichts dafür, dass es so gekommen ist - auch das ist
ein Punkt, der ihnen meist nicht oft genug gesagt wird. Sie fühlen sich ebenso
verlassen und verloren und müssen - wie Deine Tochter - dann auch noch mit
"Fremden" ein gutes Verhältnis aufbauen. Wir verlangen schon viel von unseren
Kindern als Ausgleich für unser "erwachsenen" Fehler. Deine Tochter rebelliert
gerade gegen diese Last. Ihre Geschwister "schweigen" noch dazu - d.h. Du hörst
da noch nicht viel. Aber ihnen geht es sicher ebenso. Eltern vergessen dies oft
bei ihren Auseinandersetzungen. Ich hoffe, ich konnte Dir weiter helfen.
Viel Erfolg & Gruß, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
44. Anfrage
vom 21.11.06
Hallo, Ich habe da mal eine Frage. Habe einen Mann über das Internet beim
Chatten kennengelernt. Ich muß aber sagen ich bin 44 Jahre, er ist 57 Jahre und
verheiratet. Wir leben 500 km auseinander. Wir haben so ungefähr ein Jahr lang
gechattet und fast jeden Tag telefoniert. Inzwischen können wir über alles reden
und vertrauen uns. Schon in dem Jahr wo wir uns nur über Chat und Telefon
kannten hatte er sich in mich verliebt. Und ich muß gestehen ich mochte ihn
auch.
Er wollte mich unbedingt real kennenlernen, was wir auch getan haben, als seine
Frau über das Wochenende einen Ausflug gemacht hat. Haben uns ein Zimmer
genommen und waren drei Tage, die ich nie vergessen werde zusammen. Ich weiß
jetzt wir hätten das nicht machen sollen, denn wir lieben uns beide. Er sagt mir
jeden Tag wie sehr er mich liebt und das ich ihn in meinen Bann gezogen habe.
Ich weiß, er meint es sehr ehrlich, denn er weint öfters ... wenn er mich
vermißt. Nun meine Frage, ich weiß, dass es keine Zukunft für uns beide geben
wird, er ist seit 37 Jahren verheiratet und ich will nicht, dass er das alles
für mich aufgibt. Ich weiß auch nicht ob er es aufgeben würde wenn ich ihn vor
die Wahl stellen würde. Er ist sehr eifersüchtig, verstehen kann ich es ja, denn
er hat Angst mich zu verlieren. Wenn ich aber mal einen Mann hier in meiner
Gegend kennenlernen sollte würde es ihm das Herz brechen. Aber ich will auch
nicht bis an mein Lebensende allein bleiben.
Nun meine Frage. Welche Chance hätten wir beide wenn ich zum ihm in die Stadt
ziehen würde? Was passiert wenn ich ihm mal sagen muß da gibt es einen anderen
Mann.
Was soll ich machen? Ich liebe ihn ja auch sehr... nur steht das unter einen
schlechten Stern das ist mir klar. Viele Grüße, Inga
Hallo, Inga.
Die Sterne haben damit nichts zu tun. So einfach ist das Leben leider nicht. WIR
sind es, die die Entscheidungen treffen oder versäumen. Und wer sich nicht
entscheiden kann, über den wird (früher oder später) entschieden. Wir beschweren
uns dann gerne darüber - obwohl es uns in diesem Fall nicht zusteht.
Wir ruhen uns auch gerne auf den Argumenten "zu schwach", "ich konnte nicht
anders" und "ich kann doch nichts dafür" aus. Das müsste uns doch bekannt
vorkommen: Es sind Argumente von Kindern.
Die Geborgenheit, die man als Kind vielleicht vermisst hatte, kann man so
versuchen nachzuholen. Es wird uns nur nicht mehr gelingen. Aber es ist so
angenehm bequem. Es ist für viele faszinierend, eine andere Identität
anzunehmen. Das Internet bietet hierfür tolle Möglichkeiten. So kann man dem
Alltag entfliehen und sich in einen neuen Traum begeben. Und dies macht Ihr
Freund gerade ausgiebig. Er träumt sich in eine neue Welt, in der es nur sie
beide gibt. Und Sie wollen den Traum mitleben, den er begonnen hat. Träume sind
ja ganz in Ordnung. Sie zeigen einem oft, was man innerlich vom Leben will.
Ihre Chancen? Sie werden Ihren Freund nicht ändern können. Wenn er jetzt nicht
bereit ist, reinen Tisch zu machen, wird er lediglich sein Doppelleben und die
damit verbundenen Annehmlichkeiten weiter führen wollen. Sie wären dann die
Geliebte. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn Sie dabei konsequent sein wollen, dann vereinbaren Sie miteinander, dass
die reale Welt außen vor bleibt und Ihre gemeinsame Zeit - etwa so, wie im
Urlaub - diese nicht beeinflusst. Leider ist es so, dass man das meist nicht
schafft. Ein so gespaltenes Leben mag am Anfang vielleicht ganz reizvoll sein,
es besteht jedoch die Gefahr, dass es langfristig mehr Schmerzen als Freude
bereitet.
Oder soll aus dem Traum Wirklichkeit werden? Ernst zu machen, würde bedeuten:
Trennung, Zusammenziehen, Zusammenleben und Alltag - dies erfordert Mut und oft
mehr Energie, als alles so zu belassen, wie es gerade ist. Hätte man diese
Energie in die vorherige bzw. bisherige Beziehung gesteckt, wäre man vermutlich
gar nicht erst in dieser Situation.
Und neue Partner bedeuten nicht unbedingt bessere Beziehungen. Die alten Fehler
werden nur zu oft einfach wiederholt. Schuld gibt man dann meist dem "falschen"
Partner, statt zu schauen, was man selbst dazu beigetragen hat. Das hat wenig
mit Respekt und Würde zu tun. Wer so "abspringt" benutzt den Partner, um sich zu
verbessern. Und wer dies getan hat, neigt dazu es beim nächsten zu wiederholen.
Das alles gilt es zu bedenken.
Für Sie selbst gilt: Sie müssen wissen, was Sie wollen.
Irgendwo trauen Sie sich nicht, ihn um "Alles oder Nichts" zu bitten. Er könnte
sich ja gegen Sie entscheiden. So gibt es nichts Halbes und nichts Ganzes.
Genügt Ihnen das wirklich?
Wenn ja, dann grenzen Sie sich entsprechend ab. Das bedeutet: Wenn Sie jemanden
kennenlernen, und Ihr Leben "richtig" mit einem anderen Menschen verbringen
wollen, muss dieses Verhältnis zurückstecken.
Aber achten Sie darauf, ob es Sie wirklich zufrieden stellt. Wer als Geliebte(r)
später mehr will, als er bekommt, ist oft nicht aufrichtig zu sich und dem
Partner gewesen. Und das ist es doch, was man in einer Liebe will, oder?
Sie haben die Wahl. Nur treffen Sie Ihre Entscheidung offen und ehrlich.
Besonders zu sich selbst.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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43. Anfrage
vom 1.11.06
ich bin jetzt seit 2 Jahren mit einem Mann zusammen den ich über alles liebe.
Wir hatten in den 2 Jahren sehr viele Probleme die wir aber alle gott sei dank
lösen konnten. Seit kurzem interessiere ich mich aber für einen anderen Mann
obwohl ich meinen Freund immer noch über alles liebe. Jetzt brauche ich dringend
einen Rat. Wie konnte das nur passieren? Ich bin total durcheinander. Ich weiß
überhaupt nichts mehr. Was soll ich jetzt nur tun und was ist nur los mit mir?
Ich brauche dringend Hilfe!
Hallo Leona, Du hast die "Verliebtheitsphase" hinter
Dir. Ihr habt euch im Alltag zusammenraufen müssen und ich gehe davon aus,
dass die Romantik dabei auf der Strecke geblieben ist. Dein Körper und
Deine Seele verlangen nach Liebe. Dein Freund scheint dieses Bedürfnis nicht zu
stillen. Doch warum? Liegt es an den vielen Problemen, die ihr bewältigen
mußtet?
Keine Beziehung besteht ohne Probleme. Die Art der Probleme unterscheidet sich
jedoch. Es gibt Probleme, die man ausräumen kann und es gibt unüberwindliche
Hürden in einer Beziehung. Doch diese großen Meinungsverschiedenheiten braucht
man nicht um sich gegenseitig zu verletzen. Die kleinen "Problemchen", die man
auszuräumen hat können einem winzig kleine Schnitte versetzen, und wenn sich
diese Schnitte häufen, ist man am Ende ganz vernarbt. Man fühlt sich
unverstanden und verliert mit der Zeit sein Vertrauen in den Partner.
Es ist nötig die Beziehung wieder zu beleben. Die eigene Lust und das eigene
Verlangen auf den Partner zu richten. Dinge, die einem belasten, auszusprechen,
weil sonst die Last immer größer wird. Außerdem schafft Unausgesprochenes eine
unsichtbare Distanz zwischen den Partnern, die langsam immer größer wird. Was
fehlt Dir wirklich? Die Liebe eines Partners, oder dieses Gefühl aus
Unsicherheit und Angst, dass unser Herz höher schlagen läßt, wenn wir uns
verlieben? Was bindet dich an Deinen Freund? Die Angst vor dem alleine sein,
oder ist es wirklich Liebe? Du sagst, Du weißt nicht wie es passieren konnte,
dass Du Interesse an einem anderen Mann entwickelt hast. Die Sexualforschung
gibt darauf Antworten, die sich auf unsere visuelle Wahrnehmung beziehen und auf
Duftstoffe in unseren Hormonen, die bestimmte Reaktionen auslösen. Doch ich
glaube, dass all diese Dinge erst zum tragen kommen, wenn sie auf einen
entsprechend vorbereiteten Boden fallen: UNZUFRIEDENHEIT. Du bist verwirrt, weil
Du Deine Gefühle nicht ernst nimmst und akzeptierst. Du hast Zeit und Kraft in
Deine Beziehung investiert und das soll nicht umsonst gewesen sein. Hinzu kommt
das Deine neue Liebe noch unsicher ist und keiner von uns ist gerne alleine.
Sortiere all diese Gedanken, schreibe sie am besten auf, damit Du lesen kannst,
was Dir beim Nachdenken so durch den Kopf ging. Nimm Deine Gefühle und Gedanken
wahr. Sortiere sie, schaffe Ordnung indem Du ihnen das Recht auf einen Platz in
Deinem Leben einräumst. Nur Du selbst kannst Deinem Leben Klarheit geben.
Versuche es, und wenn Du einen Begleiter auf diesem Abschnitt Deines
(Lebens-)Weges brauchst, dann schreibe mir einfach.
Zum Schluß noch ein Wort von Beethoven: Die Liebe fordert alles und das mit
Recht. Ganz herzlich, Sabine (Marion Kuhn Team)
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42.
Anfrage vom 29.10.06
Hallo, mein man und ich streiten die ganze zeit. wir haben keinen sex
miteinander und unternehmen immer weniger zusammen. er kritisiert mich andauern
und denkt nur an sport, sauna und fussballspielen mit seinen freunden. ich muss
den gesamten haushalt machen, koche für unser kind und helfe bei hausaufgaben.
zusätzlich arbeite ich 5 stunden am tag, die eigentlich meistens 6 oder 7
werden, weil ich nicht alles innerhalb von 5 stunden schaffe. meine mutter ist
sehr krank. mein mann ignoriert meine gefühle und bedürfnisse und die von seinem
sohn auch. ich bin totunglücklich, habe tinnitus bekommen und bluthochdruck,
aber keine zeit um zum arzt zu gehen, weil dann das kind zu lange alleine zu
hause bleibt und sich seine noten verschlechern. nach seiner arbeit geht mein
mann entweder in die sauna oder fährt rad, abends in die kneipe, keine ahnung,
aber ich muss nach hause und darf nicht zum arzt. und ich bin immer
unglücklicher, was soll ich machen? Natalie
Hallo, Natalie
Dieser teufelskreishafte Zustand, den Sie beschreiben führt unweigerlich in das,
was Manager "burn-out-syndrom" nennen. Sie werden irgendwann wie ausgebrannt
zusammenbrechen.
Ihr Mann hat sich sein Familienleben so bequem wie möglich eingerichtet. So
bequem wie möglich. Möglich bedeutet, dass es geht. Dass es geht, bedeutet, dass
Sie ihn lassen. Sie lassen ihn, weil Sie hoffen, dass er - wenn Sie sich
weiterhin für die Familie aufopfern - erkennt, was Sie leisten und Ihnen hilft.
Daran glaube ich nicht. Dazu müsste er sich wahrscheinlich zu einem (Traum-)Prinzen
verwandeln. Wann haben Sie den Letzten gesehen?
Ist es gut, wenn ich Ihnen rate, diesen Mann (vielleicht erst einmal auf Zeit)
zu verlassen? Für Ihre Gesundheit vermutlich schon (Tinnitus ist häufig ein
Zeichen von Überforderung und Belastung). Für Ihr Selbstbewusstsein scheint
diese Möglichkeit so ganz weit weg zu sein. Und da steckt das Problem.
Und vielleicht ist Ihr Mann einfach nur so faul und bequem, weil er es bei Ihnen
sein kann. Vielleicht glaubt er, es läuft alles ganz gut so. Dabei ist es doch
so: Bei dem, was Sie tun, kämen Sie alleine genau so gut zurecht. Alleine sind
sie schließlich schon. Nicht nur das, sie versorgen Ihren Mann ja auch noch. Es
sieht so aus, als würden Sie es ohne ihn sogar leichter haben.
Warum also nicht? Aber vielleicht geht es auch anders. Im Grunde zeigt Ihnen Ihr
Mann, wie es geht.
Natürlich ist es unfair, die gemeinsame Arbeit nur dem Partner zu überlassen.
Doch haben Sie diese, mehr oder weniger bereitwillig angenommen. Und solange Sie
glauben, dass es nicht anders geht, werden sie diesen Abhang immer weiter
hinunterrutschen. Bis es nicht mehr geht. Und da würde ich Ihnen gerne den Weg
hinaus zeigen:
1. Schützen Sie sich:
Gehen Sie zum Arzt und beantragen Sie eine Mutter-Kind-Kur. Richten Sie sich auf
Schwierigkeiten ein, aber bleiben Sie hartnäckig (bei der Kasse und bei Ihrem
Mann).
2. Brechen Sie aus dem Trtt und den Gewohntheiten aus:
Müssen Sie arbeiten gehen? Wenn das Geld nicht reicht, kann doch Ihr Mann
zusätzlich noch jobben. Gibt es eine Kinderbereuung, die Ihnen einiges abnehmen
kann?
Seien Sie nicht mehr so perfekt. Wer alles am besten kann, muss letztendlich
auch alles machen.
3. Lernen Sie von Ihrem Mann:
Tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun. Setzen Sie die Prioritäten nicht mehr auf
Funktionieren sondern auf Wohlbefinden. Nur eine entspannte Frau und Mutter ist
eine gute Frau und Mutter.
All' diese Schritte können Sie nur tun, wenn Sie sich anders als bisher sehen
können. Das kann vielleicht noch etwas dauern. Ihr Mann wird dies als
Herausforderung ansehen. Es ist auch eine. Die Frage ist, ob und wie er sie
annehmen kann. Eine selbstbewusste Frau finden Männer oft interessant. Nur
heiraten wollen sie solche Frauen oft nicht. Bequemlichkeit ist für uns alle
fesselnd. Sie spüren Ihre Fesseln schon auf schmerzhafte Weise.
Ich wage, kaum, bei Ihrem Pensum, Ihnen etwas zum Lesen vorzuschlagen. Aber das
ist das Typische an Teufelskreisen: Anzuhalten scheint alles zum Einsturz zu
bringen. Nur: Die Welt wird nicht von so Etwas einstürzen. Es wird sich nur
Etwas ändern. Und davor hat man manchmal mehr Angst als nötig.
Lesestoff wäre:
1. Wenn Frauen zu sehr lieben,
Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden von Robin Norwood,
2. Gute Mädchen kommen
in den Himmel, böse überall hin, Warum Bravsein uns nicht weiterbringt von
Ute Ehrhardt
Vielleicht ist an Ihrem Ort ein Frauentreff, Frauencafé oder eine
Frauenbuchhandlung. Oder in der Nähe. Sie benötigen dringend einen Wechsel der
Perspektive und vielleicht auch Unterstützung. Zu wissen und zu sehen, dass es
auch anders geht, ist oft eine große Hilfe, sich zu entscheiden.
Ich wünsche Ihnen viel Mut dabei. Kraft haben Sie schon, das beweisen Sie jeden
Tag. Setzen Sie sie vielleicht auch einmal für sich ein.
Das haben Sie sich verdient. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
41. Anfrage
vom 23.20.06
seit 4 monaten bin ich mit einem mann zusammen und wir lieben uns.plötzlich sagt
er mir,daß er fremdgegangen ist und mich aber genau noch so liebt wie bisher,nur
kann er dadurch nicht mehr mit mir zusammen sein, weil er mir nicht mehr in die
augen schauen könnte. wir haben über die ganze sache ruhig gesprochen ohne
beleidigungen und beschimpfungen. ich sagte ihm,der seitensprung interessiert
mich nicht, ich kann es ihm verzeihen aber nicht verstehen. er sagte,daß schluß
ist. wie kann ich ihm beweisen, daß ich es ernst meine und nur ihn haben will?
wie kann ich um ihn kämpfen?
p.s. ich bin 43 jahre und das ist der erste mann der mich respektvoll behandelt.
vielen dank Carola
Hallo Carola, Ihre Mail ist sehr kurz und dennoch bewegen
mich Ihre Worte. Er ist der erste Mann, der sie respektvoll behandelt. Es
interessiert Sie nicht, Sie verzeihen und wollen um ihn kämpfen. Wieviele
Verletzungen stecken dahinter?
Er hat Sie nach so kurzer Zeit mit einer anderen Frau betrogen und Sie wollen
dennoch weitermachen, als wäre nichts geschehen. Da Ihr Freund Schluss gemacht
hat stehen Sie natürlich in einer ganz schwierigen Situation, weil Sie ihre
Gefühle nicht einfach abschalten können. Sie wollen um ihn kämpfen. Das kann ich
auch gut verstehen, aber wie soll das weitergehen? Werden Sie ihm jemals wieder
vertrauen können? Einer der wichtigsten Punkte in einer Beziehung.
Lieben Sie diesen Mann oder steckt dahinter die Angst nicht allein sein zu
wollen? Seien Sie bitte ganz ehrlich zu sich selber, denn so cool, geht man über
einen Seitensprung nicht hinweg. Sie sollten verletzt, verärgert und wütend
sein, das wären normale Reaktionen.
Sie sind von Männer schon stark verletzt worden, wie sind sie damit umgegangen?
Denn ich habe den Eindruck, Sie reagieren so, weil Sie schon so viel erlebt
haben. Und nun haben Sie sich eine gute Schutzmauer zugelegt. Die Botschaft
lautet: KEINE VERLETZUNGEN MEHR! Und genau das ziehen Sie nun durch, Sie lassen
die Verletzung gar nicht an Ihre Seele und Ihr Herz. Ist das der richtige Weg?
Denn er hat sie verletzt und sie sollten zulassen, dass es wehtut, ansonsten
haben Sie in dieser Beziehung kaum eine Chance, denn Sie haben zwar vorbildlich
reagiert, aber nicht, weil Sie so sind, sondern weil Ihre Seele nach Liebe
schreit und Sie aus irgend einem Grund, den ich nicht kenne, versuchen diesem
Konflikt auszuweichen.
Ich frage Sie, warum?? Wo stehen Sie ganz persönlich in Ihrem Leben? Wer sind
Sie ohne diesen Mann? Sind Sie es wert geliebt zu werden? Was ist Liebe für Sie?
Seien Sie ganz ehrlich und kämpfen Sie um sich selbst, denn irgendwo haben Sie
sich auf Ihrem Weg verloren und kein Mensch wird das ausgleichen können und
Ihnen das geben können, was Sie wirklich brauchen. Ich wünsche Ihnen von ganzem
Herzen, dass Sie, die Frau finden, die sich ganz tief in Ihnen versteckt.
Ganz herzlich, Marion Kuhn
![]()
40.
Anfrage vom 22.10.06
Meine freundin hat mich vor sechs Wochen für einen bei ihr auf der Arbeit, der
ihr schöne Augen gemacht hat, beiseite geschoben. Im Oktober hat sie unseren
Sohn zur Welt gebracht, ich habe ihm noch nicht gesehen bis jetzt. Sie sieht
seit sie mich bei seite geschoben hat sehr traurig, nach denklich, und
unglücklich aus. Selbst als jetzt unser Kind zur Welt kam. Sie fuhr die ganzen
Wochen jetzt mit dem Bus an mein Fenster vorbei und schaute immer mal kurz rein
und drehte sich dann wieder weg. Sie ist psychisch krank und ich denke mal ihre
Krankheit von der Vergangenheit bricht wieder aus. Bin selber so hilflos vor
allem weil sie mir polizei schickte sie mag keinen Kontakt mehr, und dann
kriegte ich noch einen Brief das sie Anzeige gemacht hat ich hätte sie
geschlagen... Bin selber jetzt beim Psychologen in Behandlung weil ich nicht
mehr weiter weiss. Der Psychologe ist auch ihr Arzt wo sie in Behandlung ist.
Sie sagte mir noch vor wochen sie sei in Behandlung doch bei intensiver Prüfung.
Ist sie nirgendwo in Behandlung. Obwohl ihr Arzt sagte sie müsste ganz dringend
in Behandlung. Am 20.10.06 kriegte ich eine SMS von ihr wo sie schrieb der
kleine hätte an jeder Hand sechs finger. Ich war geschockt bin zum Krankenhaus
doch keine von den hebammen hatte sowas bei einem Kind bemerkt. Ich selber bin
verzweifelt weil ich Liebe sie. Und das schlimme ist der Mann den sie da hat ist
Alkohol und drogen Abhängig und sie weiss es nicht mal anscheinend :-( wer kann
mir Helfen? Norbert
Hallo, Norbert
Das sieht echt schwierig aus, bei Ihnen.
Vorab: Eine Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach können durchaus
psychische Veränderungen auslösen. Es ist also möglich, dass die vorher stabile
Situation Ihrer Freundin dadurch „gekippt“ ist. Vielleicht sind ihre Anzeigen
und die Nachrichten eine Art Hilferufe. Zumindest sind sie Besorgnis erregend.
Gegen die derzeitige Partnerwahl Ihrer Freundin lässt sich wenig machen. Auch
wenn diese Beziehung ihr nicht gut täte, haben Sie dabei wenig Möglichkeiten.
Da ich nicht weiß, wie alt sie sind, bzw. ob sie einen Beruf, bzw. eine
gesicherte Existenz haben, kann ich nicht sagen, inwieweit Sie in Betracht
kämen, auch für dieses Kind zu sorgen. Dieser Gedanke scheint Ihnen bisher auch
noch nicht gekommen zu sein.
Wenn ich einmal so „hart“ sein darf: Als erwachsener Mann würde ich mir mehr
Sorgen um die Sicherheit und Geborgenheit meines Kindes machen, als um die
Beziehung einer Frau, die vielleicht Hilfe bräuchte, diese aber im Moment nicht
annehmen kann/will. Einerseits ist sie alt genug, ihre eigenen Fehler zu machen.
Und diese auch auszubaden. Anderseits kann sie vielleicht im Moment nicht
anders. Doch es gibt im Moment wichtigeres: Das Kind kann nichts dafür. Dieses
Kind hat einen Vater, der dafür sorgen kann, dass es ihm so gut wie möglich geht
– wenn dieser Vater dazu in der Lage ist.
Was halten Sie von diesem Perspektivenwechsel? Da Sie auch in psychiatrischer
Behandlung sind, sollten Sie diesen Gedankengang vielleicht einmal für sich
berücksichtigen und ggf. in der Behandlung ansprechen.
Vielleicht benötigt die Mutter/oder das Kind Hilfe. Vielleicht kann Sie dabei
das Jugendamt oder vorab der örtliche Kinderschutzbund unterstützen. Wenn Sie
diese Verantwortung annehmen und diesen Weg gehen können und wollen. Darüber
sollten Sie sich zuerst klar sein.
Wenn Sie im Moment jedoch nur Ihrer Freundin, der Mutter Ihres Kindes
nachtrauern, sind Sie derzeit zu sehr mit sich selbst und Ihrem Schmerz
beschäftigt, um dem Kind eine Hilfe zu sein. Insofern ist Ihre Behandlung für
Ihr Kind die Grundlage.
Nur starke Eltern können Kinder stärken.
Also: Helfen Sie sich. Lassen Sie sich helfen. Erkennen Sie Ihre Möglichkeiten
und verbessern Sie sie, wo es geht. Dann können Sie diese Aufgabe angehen.
Ihre Freundin muss diesen Weg für sich selbst gehen. Wie dies ausgeht, kann
niemand vorhersagen. Sie können sie jedoch, besonders in Ihrer neuen Rolle als
Vater, dabei unterstützen. Wenn Sie sie lieben, kann aus dieser Richtung Ihrer
Kraft dafür wachsen. Und vielleicht braucht Ihre Freundin Sie gerade jetzt. Wer
weiß, vielleicht wendet sich dabei Einiges zum Guten.
Mit den besten Wünschen hierfür, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
39. Anfrage vom 11.10.06
hallöchen... also ich hab mal hier bischen rumgestöbert auf der seite und würde
auch mal gerne mein problem schildern, da ich zur zeit nicht weiß was richtig
und was falsch ist... also ich (18) bin im märz 3 jahre mit meinem freund(20)
zusammen. hm, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...die ersten 6 monate
unserer beziehung waren ein traum. er war so lieb zu mir, hat mir jeden wunsch
von den augen abgelesen, mich ständig überrascht mit blumen vor der tür und
dergleichen.... jedoch war ich zunächst nicht so verliebt in ihn wie er in
mich... ich sagte treffen oft ab, unternahm am wochenende lieber was mit anderen
oder gar nichts als mit ihm und ging ihm sogar einmal fremd (was ich ihm auch
offen gestand da ich eh nicht wirklich viel für ihn fühlte)... aber irgendwann
hat er mein herz dann erobert und seit dem zeitpunkt ist alles schlimmer
geworden. er hat eine ziemlich große clique und anfangs war es ihm unheimlich
wichtig das ich mich mit den allen verstehe, wollte mich auf parties und der
gleichen immer bei haben, hat mich also oft gefragt und war traurig wenn ich mal
nicht mitkam... naja das sit alles lange her. inzwischen kann ich die male nicht
mehr zählen in denen wir auseinander waren und doch wieder zusammen kamen... und
jedes mal war ich die jenige die schluß gemacht hat... denn nach ca einem jahr
hat er angefangen mich zu belügen, er hat seine ex freundin bei sich schlafen
lassen, zwar einen kollegen und ne andere freundin auch noch aber es war für
mich grund schluß zu machen. zumal er es mir verheimlicht hat.... er ließ aber
nicht locker, suchte nach ausrede um mich zurück zu gewinnen und schaffte es
auch. auch als ich erneut und erneut schluß machte da er mich ständig anlog und
ich das gefühl hatte er liebt mich nicht mehr , diese beziehung bringt nix. er
sagt oft er wäre zu hause, dabei war er auf partys oder in discos gewesen.
früher hat er mir immer erzählt als er feiern ging. dann garnicht mehr und zu
zeit weiß ich es nicht.... zur zeit läuft unserer beziehung so lala... er
scheint mir so lustlos was uns angeht. es gibt kaum tage wo er mal fragt "schatz
sehen wir uns heute?" oder so eine typische frage, die er früher immer beim
abschied gestellt hat "wann sehen wir uns denn wieder?" die kommt gar nicht
mehr... was für mich irgendwie bedeutet er will erstmal seine ruhe... dagegen
hätt ich ja auch nix wenn ich aber nicht das doofe gefühl hätte er liebt mich
nicht mehr so wie früher, wo er traurig war wenn man sich mal paar tage nicht
sah. heute ist es so da sieht man sich ne woche nicht und er empfängt einen
trotzdem mit einem irgendwie unzufriedenen ausdruck..... und was ich auch
mittlerweile schlimm bzw traurig finde ist, dass er mich seit langem GAR NICHT
mehr fragt ob ich villeicht lust hätte mitzukommen wenn in seiner clique wieder
was ansteht... als ob ich für ihn eine spaßbremse wäre wenn ich mit käme da er
dann sich dann ja auch mit mir beschäftigen muss... ok ich gib zu ich hab ihm
einmal gegenüber geäußert das ich mit seiner clique und ihm zusammen nichts mehr
unternehmen will, aber das hat auch seinen grund... es war nämlich oft so das er
mich sozusagen abgesetzt hat als wir zb auf ner party eines kollegen ankamen und
zu mir wie zu einem kleinem kind sagte, setz dich hier hin ich komm gleich, und
hey darfst auch mit denen reden.... mit einem verschmitzten lächeln sagte er
das... und es war auch so das ihm glaub ich auch peinlich war sich zuuu
viel mit seiner freundin zu beschäftigen wenn mehrere bei waren, er achtete viel
mehr auf seine kollegen und während die sich mehr ihren freundinnen zuwendeten
als ihm suchte er jedoch weiter zu anderen nur nicht zu mir anschluss. das alles
ist jedoch länger her und seitdem ich Ihm gesagt hab das ich sein verhalten mit
gegenüber blöd fand und ich deshalb nicht mit will hat er mich auch nie gefragt.
nun ist es aber so das es mich stört, da diese beziehung in einer art "heimlich"
ist, denn die öffentlichkeit weiß zwar das wir zusammen sind jedoch zeigen wir
uns nie wo zusammen. er findet es auch nicht schlimm dass er eine freundin hat
ohne sie mit auf geburtstage oder derartiges zu nehmen... wenn wir uns treffen
dann machen wir nur was zu zweit nie mit anderen. da er bei meinen freunden auch
immer gelangweilt rüberkam wenn ich zb einen abend zu viert organisiert hab...
und er von sich aus fragt mich ja nie wenn es um seine freunde geht...es gibt
vieles was vorgefallen ist in unserer beziehung und das vertrauen ist auch so
gut wie weg (nach so vielen lügen) aber dennoch lieb ich ihn und komm einfach
nicht von ihm los... es gibt aber soooo viele dinge die mich an dieser beziehung
stören.... ich weiß jetzt kommt der rat, rede mal mit ihm.... das hab ich aber
schon aufgegeben denn wenn ich ganz lieb in einem eher schüchternen ton eine
sache anspreche wie die mit dem das ich das gefühl hat er will sich mir mir
nirgends mehr zeigen dann eskaliert es weil er einfach keine kritik ab kann...
dabei versuch ich es schon mit all möglichen es als solche nicht rüber kommen zu
lassen... er fühlt sich aber direkt angegriffen und versteht einfach nicht das
ich ihm meine gefühle mitteilen will. von ihm kommt dann aber nur: du musst mich
andauernd kritisieren.... er tickt direkt aus und wird laut. dann vergeht mir
die lust über mein anliegen weiter zu reden da es immer als angriff sieht. auch
wenn ich ich dinge erzähle, aus der vergangenheit oder so, ist es oft
vorgekommen das er mich einfach unterbricht und dinge fragt wie zb: "bestellen
wir uns gleich noch ne pizza?" oder "was läuft heute eigentlich im fernsehn?" da
merk ich direkt er hört mir gar nicht zu, ihn interessiert es nicht was ich
erzähle, er nickt zwar mit dem kopf aber ist mit dem gedanken wo anders... und
wenn ich ihm dann sage, er sei ein schlechter zuhörer, regt er sich direkt
wieder auf und verteidigt sich wo es nur geht: es regt mich einfach auf das man
mal so eine schöne beziehung hatte und was jetzt nur noch geblieben ist....´was
soll ich tun das er der alte wird? so wie damals als er mich sozusagen "erobern"
musste... was kann ich um ihn meine gefühle zu vermitteln ohne das es in einem
streit endet? ich bin schon seit langen für mich selbst am rätseln wie ich
wieder interessant für ihn werden kann, so das er mich gerne wieder unter seine
leute bringt und auch auf meine wünsche und gefühle eingeht und sich nicht nur
über sie aufregt... bitte helft mir. eure Dora
Hallo, Dora
Um Ihren Freund so zu bekommen, wie er vorher war, müssten Sie sich (wieder) von
ihm trennen und sich (wieder) von ihm erobern lassen. Dann bliebe alles, wie es
Ihnen gefallen hatte. Die Nachteile:
1. Dieser Vorgang nutzt sich ab, früher oder später geht dann gar nichts mehr.
2. Das Leben und wir funktionieren nicht so, dass alles bleibt, wie es einmal
war.
Also vergessen Sie's. Sie können nichts zurück holen.
Sie können jedoch etwas anders machen. Sie können sich und die Beziehung
entwickeln lassen. Das reicht vom Scheitern bis zur langjährigen Ehe. Das geht
jedoch nicht, wenn man versucht, die "gute alte Zeit" festzuhalten. Das geht
meist auch nicht, wenn man es "einfach so laufen lässt".
Doch fangen wir ganz von vorne an:
Ihnen hat es gefallen, dass sich der Mann um Sie bemüht hatte. Sie haben sich
zuerst in dieses Gefühl, umworben zu sein, verliebt. Begehrt zu werden ist schon
eine verführerische Erfahrung.
Ihm hat es offensichtlich gefallen, sie zu erobern. Danach wollte er seine
alltäglichen Gewohnheiten wieder aufnehmen. Eine Beziehung ist für ihn
möglicherweise nichts, für dass man sein Leben groß ändern muss.
Sie waren sich sicher, solange Sie wussten, was Sie wollten oder nicht wollten.
Dann wurde es irgendwann irgendwie etwas ernster. Sie haben sich entschieden
(haben Sie?), nun eine richtige Beziehung mit diesem Mann zu leben. Sie wollten
weiterhin diese angenehmen Zuwendungen von ihm und machten davon auch die
Beziehung abhängig. Und so kam das Trennen-Zusammensein-Spielchen.
Das geht so: Alleinsein. Zusammenkommen. Jeder probiert sein Ding. Es klappt
nicht. Verzweiflung. Wiederholung(en). Keiner lernt etwas. Frust. Resignation.
Alleinsein.
Sie versuchen gerade zaghaft diesen Kreis zu durchbrechen. Aber mit "wie früher"
ist nicht. Und mit "laufenlassen" ebenso wenig (siehe oben).
Verliebte und Liebende sind bereit, sich für die Beziehung und den anderen
nötigenfalls zu ändern.
Man muss dazu aktiv etwas tun. Man muss dazu bereit sein. Man muss den
Unterschied von Verliebtheit und Liebe kennen.
Man muss bereit sein, sich zu ändern, besser zu werden. Sie ahnen es schon - es
artet in Arbeit aus. Eine Arbeit, die aber nur zu zweit erfolgreich sein kann.
Sie sind sich jetzt nicht mehr so sicher. Das, was zum Erhalt dieser Beziehung
nötig wäre, können Sie alleine gar nicht leisten.
Er scheint auch keine so rechten Lust zu haben, irgend etwas zu vertiefen.
Solange jeder darauf wartet, dass der andere etwas tut, damit es einem (wieder)
gut geht, wird nichts Brauchbares geschehen.
Da ist für ihn vielleicht etwas Verliebtsein. Da ist keine Liebe. Eher die
Gewöhnung an etwas angenehmes, das schon langsam nachlässt.
Und für Sie? Wenn Sie eine Beziehung wollen, die über etwas "gemeinsame
Freizeit" hinausgeht, brauchen Sie jemand der das Gleiche will. Sie haben
versucht, mit ihm zu reden. Sie haben versucht, ihre Gefühle mitzuteilen. Das
ist gut. Vielleicht haben Sie mit: "Ich denke, Du solltest...musst....machst
etwas nicht (richtig)...." begonnen. Damit erntet man meist Ablehnung. "Ich
fühle mich....,wenn..." klingt da oft besser. Nur nützt es nichts, wenn der
Partner nicht zuhören will.
Haben Sie Ihren Freund gefragt, wie er sich Ihre Beziehung vorstellt? Wenn die
Antwort sinngemäß hauptsächlich auf "gemeinsam Spaß haben" hinausläuft, dann
nehmen Sie dies ernst. Und vor allem wörtlich. Dann wird von ihm nicht mehr zu
erwarten sein. Dann will er "nur" jemand zum Poppen und für Party und sonst
nichts. Manchen genügt das. Das Weitere ist dann oft zu mühsam. Und Sie werden
es nicht ändern können. Aber Sie können viel bei sich ändern.
Doch im Moment haben Sie sich in dem Gefühl der Gewohnheit mit diesem Mann
leider schon zu sehr eingerichtet. So sehr, dass Sie gar nicht mehr in Frage
stellen, ob das überhaupt sinnvoll ist, so weiter zu machen bzw. dieses
Weitermachen ständig zu wiederholen. Es gibt andere Straßen als Sackgassen. Es
gibt bessere Möglichkeiten, eine Beziehung zu leben. Es gibt noch andere Männer!
Leben, ....da war doch was? Da gibt es noch einiges über sich kennenzulernen.
Sie haben es in der Hand, ob das Leben wild und gefährlich oder einfach nur
langweilig ist. Und dazwischen ist auch Einiges möglich. Nur was man selbst tut,
tut man für sich. Worauf warten Sie? Vielleicht brauchen Sie etwas literarische
Schützenhilfe: Das Buch "Gute
Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin - Warum
Bravsein uns nicht weiterbringt" von Ute Ehrhardt könnte eine sein.
In diesem Sinne: Viel Erfolg wünscht Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
38.
Anfrage vom 8.10.06
Guten Abend Ich bin Ken (24) meine Freundin ist 21 Jahre und ich brauche
dringend einen guten Tip. Ich habe vor drei Jahren meine Liebste kennengelernt.
Die Beziehung war von Anfang an sehr innig. Sie ist auch gleich zu mir gezogen.
Wir sahen uns von da an jeden Tag und die nächsten zwei Jahre waren die
schönsten in meinem Leben! Bis wir irgendwann Anfingen uns wegen Kleinigkeiten
zu streiten, wir hatten uns am Anfang versprochen uns auf die Fehler des anderen
aufmerksam zu machen damit wir gleich drüber reden können. Ich tat dies zu oft
wir stritten fast jedes Wochenende im letzten halben Jahr und entfernten uns
immer mehr voneinander Sie konnte mir oft nicht sagen was ich falsch mache weil
Sie Angst hatte das ich es nicht verstehen würde. Ich nörgelte immer mehr an
Kleinigkeiten rum und sagte oft das Schluß ist meinte es nicht ernst und
verletzte sie immer mehr. Ich tat dies weil ich glaubte so noch was zu retten
damit es wird wie in den ersten zwei Jahren . Bewirkte aber genau das Gegenteil
Sie entfernte sich immer mehr von mir. Konnte vor drei Tagen nicht schlafen weil
ich über die Beziehung nachdenken musste ich schrieb ihr am nächsten Morgen per
Sms wie wichtig sie mir sei und das ich sie über alles liebe und nicht verstehe
wieso sie mich so auf Abstand hält. Sie schrieb zurück das ich Ihr auch wichtig
sei sie aber ehrlich keine Zukunft sieht. Sie ist am selben Tag ausgezogen und
sagt das es ihr alleine besser geht Sie will sich über ihre Gefühle im klaren
werden Schluß gemacht hat sie noch nicht . Wie soll ich mit der Situation
umgehen soll ich sie in Ruhe lassen wenn ich Ihr sage das ich Sie immer noch
über alles liebe und was ich alles falsch gemacht hab sagt sie nur das sie das
weis und ich ihr nichts neues Erzählen kann! Führ mich ist eine Welt
zusammengebrochen wie soll ich mich Verhalten ich will sie nicht verlieren.
Sieht nicht gut für mich aus oder? Sorry für den langen Text brauche dringend
einen guten Rat. Vielen Dank im Voraus
Hallo, Ken
Nein, gut sieht es im Moment nicht aus. Aber auch noch nicht ganz hoffnungslos.
Leider ist Ihr Konzept, alle Fehler gleich anzusprechen nicht so ausgegangen,
wie Sie es sich erhofft haben. Die Problematik dabei ist: Meist ist es nicht der
Fehler des Anderen, sondern die eigene Sichtweise, die wir ansprechen und
vertreten. Der Ansatz, dass der Partner alles richtig machen muss/soll und so
für das eigene Glück verantwortlich ist, erweist sich stets als ein
Beziehungs-Rohrkrepierer. Das mag am Anfang gar nicht so aussehen, da man mit
rosa Brille meist noch toleranter ist, als mit zunehmender Gewöhnung und
Enthemmung. Und gerade Letztere ist es, die dann nur noch verletzt statt hilft.
Wenn die Verliebtheit aufhört, ist es Zeit mit der Liebe anzufangen. Man stellt
fest, wie der Partner „wirklich“ ist, wenn man ungeschminkt und nicht mehr
verliebt ansieht. Ist es ein Mensch, mit dem ich mich arrangieren kann? Kann ich
seine „Fehler“ als das akzeptieren, was sie sind? Nämlich Eigenheiten und
persönliche Eigenschaften, die nur anders sind als meine? Dazu gehören auch die
Fragen: Was braucht der Partner, um glücklich zu sein? Was kann ich zu einer
guten Beziehung beitragen? Wie kann ich besser werden? Denn wer so bleiben will,
wie er ist, hört langfristig auf zu leben.
Diesen Wendepunkt haben Sie beide leider verschlafen. Und durch Verstärkung
Ihres ursprünglichen Konzeptes hat sich die Sache noch beschleunigt.
Ist das Obige eine Gedankengrundlage mit dem Sie sich anfreunden können?
Wenn ja, dann besteht noch Hoffnung. Teilen Sie Ihre neue Erkenntnis mit Ihrer
Freundin und fragen Sie sie, ob sie sich mit Ihnen vorsichtig auf einen neuen,
anderen Weg begeben möchte. Den einer dauerhaften Beziehung und nicht den einer,
mit Gewalt aufrecht erhaltenen, Verliebtheit oder besser: Gewohnheit.
Sie können Ihre Freundin aber nur überzeugen, wenn Sie selbst an das glauben,
was sie sagen. Wenn Sie entsprechend handeln. Gedanken und Einsichten müssen
reifen. Geben Sie sich beide die nötige Zeit dazu.
Werden Sie der Partner, den eine Frau/Ihre Freundin braucht! Auch das kostet
Zeit. Aber vor allem: Gemeinsame Gespräche.
Wenn Sie die Herausforderung lieben: Im Buch „Die
7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ von John M. Gottmann können Sie sich
(vielleicht mit Ihrer Freundin) an die Feinheiten einer langfristigen Beziehung
heranarbeiten. Das ist noch nicht alles (stöbern Sie vielleicht einmal auf
unseren Literaturtipps):
Sprechen und Verstehen, Erkennen was der Partner benötigt, Freiräume lassen,
Gemeinsames unternehmen, Vertrauen aufbauen,.....
Sie haben einiges vor sich! Ich glaube, es lohnt sich.
Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
37.
Anfrage vom 27.9.06
Hallo. Habe ein für mich ziemliches Problem
mit meinem Freund und hoffe, Sie können mir den einen
oder anderen Ratschlag geben. Er (30) und ich (27) sind
etwa ein halbes Jahr zusammen. Bis jetzt lief es eigentlich recht gut obwohl ich
mich zeitweise sehr zurückhalte, da ich bei früheren „Bekanntschaften“ öfters
fies abserviert wurde und somit eine große Unsicherheit bei mir breit gemacht
hat. Dazu kommt noch dass ich ein sehr emotionaler Mensch
bin und er eher der Rationalist ist, der kaum Gefühle zeigt.
Für ihn ist eine Beziehung erst dann richtig bindend wenn man zusammen wohnt und
das tun wir nicht. Er meinte beim letzten Gespräch, dass er mich aus seiner
Familie raushält (er hat auch ein Kind, das ich nicht kenne) und auch nicht an
meiner interessiert ist, um den Alltag noch eine Zeit lang zu erhalten. Wenn ich
so darauf erpicht bin könnte ich natürlich gleich jetzt alle kennenlernen, aber
er meinte ich wäre noch nicht bereit dazu und ich spüre deutlich, dass er es
auch nicht ist.
Einerseits finde ich, dass er recht hat und wir es wirklich LANGSAM angehen
andererseits wünsche ich nur eine richtige Beziehung mit Alltag usw.
Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig aber ich habe auch Angst, dass er einer
dieser Menschen ist, für den ich ein Spaßfaktor bin und nichts anderes.
Wir reden relativ offen miteinander, vertrauen uns, geben uns gegenseitig
genug Freiraum und sind uns treu. Bin ich nur verrückt? Bin ich
„beziehungsunfähig“? Ich kenne mich selber nicht wieder und dadurch, dass ich
durch diese Unsicherheit momentan so angespannt bin geht er innerlich auf
Distanz. Ich bin mittlerweile schwer verliebt in ihn und
kann nicht einfach so aufgeben, aber auch ich kann meine Gefühle nicht so leicht
zeigen aus dem Grund, dass seine Reaktion daraufhin negativ ausfällt.
Oje, dieser Text ist hoffentlich nicht genauso verwirrend
wie mein Kopf. Vielen Dank im Voraus!
Katja.
Hallo, Katja
Du bist sicher nicht verrückt. Aber Verliebte verhalten sich auch nicht immer
vernünftig. Meist beruht das auf Gegenseitigkeit und ist daher nicht so schlimm.
Du wünscht Dir, auch aus Deiner Erfahrung, Sicherheit für Eure Beziehung.
Dein Freund kommt aus Verhältnissen in denen er lernen musste, dass es diese
Sicherheiten nicht gibt. Trotz Familie und Kind(ern). Insofern kommen zwei
gebrannte Kinder zusammen, die einerseits realistisch sind, weil sie wissen, was
in der Wirklichkeit passieren kann und die dennoch davor Angst haben, weil man
sich stets das Gute und Richtige wünscht und eine Möglichkeit hierfür nicht
verlieren will. In dieser Aufregung werdet Ihr keine ruhigen Gedanken fassen
können. Daher mein Tip: Nehmt Euch gemeinsam Zeit, um abzuwarten, bis das
Herzklopfen etwas nachlässt, aber plant diese. Das bedeutet: In 3,4, 5 oder 6
Monaten setzt Ihr Euch noch einmal zusammen und besprecht Eure Möglichkeiten,
Wünsche und evtl. Pläne der gemeinsamen Zukunft. Ein fester Termin. Das macht
den Kopf und so auch das Herz erst einmal frei.
Und bis dahin lasst Ihr das Thema möglichst links liegen und arrangiert Euch mit
dem was Ihr gerade habt. Genießt es dann, in dieser Zeit nicht planen zu müssen.
Danach, habt Ihr ein viel sichereres Gefühl, wie und wo Ihr gut (oder vielleicht
weniger gut) zusammenpasst. Wo jeweils Eure Stärken und Schwächen sind. Was Ihr
evtl. wie anpacken müsst, damit etwas Gemeinsames daraus wird. Lasst das
Ergebnis dabei offen, denn keiner kann sich jetzt schon oder später für ewig
festlegen. Wichtig ist: Seid ehrlich zueinander. Liebe braucht Freiheit. Liebe
braucht ihre eigene Zeit. Gerade wenn man das Gefühl hat, jemanden so sehr zu
brauchen, vergisst man dies oft.
Eine schöne "Wartezeit" wünscht Euch, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
36. Anfrage
vom 21.9.06
hallo, ich weiß manchmal einfach
nicht mehr weiter! ich bin jetzt seid 11
monaten mit meinem freund zusammen ich bin deutsche ( 21
jahre) er ( 22 jahre) auch,
aber kommt aus dem libanon. ich kenne ihn schon seid 5
jahren. wir hatten früher oft telefoniert msn kontakt und
haben uns oft getroffen und hatten auch sex miteinander (obwohl wir beide andere
langjährige beziehungen hatten ich 4 jahre er
2 jahre)! naja so lief das lange
bis wir an sylvester diesen jahres zusammen kamen!
ich war vorher nie so weit, weil ich wusste nicht was ich
von ihm halten soll. er war immer auf sozusagen
aufreisser-tour und er hatte bei mädchen keinen guten
ruf....aber ich wusste auch, dass
ich genauso oft weg war an den wochenenden und wir uns fast jedesmal gesehen
haben und wir auch immer denn zusammen z.b.
in der disco die zeit verbracht haben.!
naja nun sind wir zuammen gekommen und ich muss sagen,
ich war sooo doll überrascht. er war ein engel.
er hat alles für mich getan und ich habe ihm 100 prozentig vertraut.
jeden tag haben wir uns gesehen,
am wochenende auch bei uns übernachtet.
meine eltern möchten ihn nach anfänglicher skeptik
auch richtig doll. wir haben viel unternommen:
schwimmen, kino, in andere städte
fahren, disco. dann
waren hier in der disco, er hat mich überrascht und auf
ein konzert eingeladen davor waren wir hsv- fussball
gucken im stadtion und, naja er
hat sich richtig viele süße überraschungen einfallen lassen.
Iregdwann war es klar, auch bei uns kam streit über ganz
normale dinge ab und zu seid ungefähr 3-4 monaten ist es aber das wir uns öfters
streiten aber hinterher war alles wieder ok wie vorher
bis er auf einmal anfing,
dass er wieder mit seinen freunden mehr machen will AM
WOCHENDE WEGGGEHN! ( aber dazu muss ich sagen seine
freunde sind auch alles ausländer und ich
kann die nicht ab, die sind das typische klischee:
nur aufreissen, gaffen usw.)
auf einmal sagt er, er wolle keine
beziehung mehr, er sagte ich nehm
ihm die freiheit mit seinen freunden und das tat mir weh,
das möchte ich ja nicht und naja, wir haben uns geeinigt
das er vielleicht 1- 2 mal an einem tag am wochende was
mit einen freund (den einen dem
ich auch vertraue und mag) was unternimmt und ich dann ja in der zeit zu einer
guten freundin von mir kann und wir uns nachts treffen
und bei ihm oder bei mir schlafen. das hat eine zeit lang
auch wunderbar so geklappt!!
jetzt ist es so: er will jedes ganze wochenende weg und
ich darf nicht zu meiner freundin.
ich muss zu hause bleiben er meldet sich ja auch zwischendurch und kommt danach
auch weiterhin zu mir oder wir fahren zu ihm, aber mit
mir möcht er abends gar nicht mehr los.
ich habe angst, dass er
mich verarscht, wenn ich ehrlich
bin!!!!
und auch so am tage ist es so: total oft bleibt er zuhause
nach der schule und nach meiner
arbeit und will lieber schlafen ( ich weiß dann auch das
er zu haus ist!) und danach geht
er zum fussball training und naja das wars,
vielleicht sehn wir uns dann zwischendurch
einmal eine stunde!!
naja, und nicht nur dass
ich zuhaus sein muss immer wenn er irgendwo ist ( auch mal
am tage) z.b.
beim fussball oder am wochenende,
abends wenn er in seiner cocktailbar
ist! er ist allgemein fies zu mir geworden. er sagt
gemeine sachen, wenn er sauer ist wie "hure",
"schlampe", usw.,
aber es gibt keinen grund. ich
habe keine kontakte zu alten freunden (jungs) und teils
auch mädchen mehr und naja, wie
gesagt ich bin immer zu hause, wenn er nicht
bei mir ist oder ich bei ihm! ich würde ihm nie fremdgehn
oder ihn verletzen. deswegen macht
mich es traurig, dass
ich zu hause bleiben muss, um ihn nicht zu verlieren!
und nicht mal mit einer
freundin oder meiner mutter zum shoppen fahren kann ( mit
meiner mutter rede ich übrigens nicht über dieses problem)!
naja und dann ist es so: ich kenne
seine Mutter gar nicht und sein papa nur kurz vom sehn! seine schwester kenne
ich sehr gut sie ist so ca. 25
und sein bruder (ca 30) und seine nichten noch ganz klein, die
kenne ich auch gut!!
seine eltern haben nix gegen unsere beziehung! aber sie sind ja alle moslems.
naja und wenn ich auch eine werden
würde, würden die es schön finden.
meine eltern und ich haben nix dagegen und mein freund
und ich würden uns dadurch verloben.
das hat mein schatz vor 2 monaten angesprochen, bevor wir
in unseren tunesien urlaub gefahren sind. wir wollten es
nach dem urlaub machen aber von ihm kam nix mehr er sagte
auch er wollte mich bald richtig seinen eltern zu hause
vorstellen (er sagte auch mal, er
will seine eltern nicht entäuschen und ihnen nur eine richtige
frau vorstellen) und im moment frage ich
immer danach, aber er sagt
immer nur "bald,
bald" und ich soll nicht immer fragen,
genauso mit dem verloben!
ich weiß einfach nicht was los ist!!! er ist gemein geworden
wie vorher noch nie, aber trotzdem
auch oft der süßeste und liebste mann der welt!!
was soll ich tun? Tabea
Hallo, Tabea. Du bist von
Deinem Freund, in der Zeit als er um Dich warb, vermutlich so gut wie schon
lange nicht mehr behandelt worden. Arabische Männer,
so die Erfahrung vieler deutscher Frauen, können das wirklich gut (das
ist vielleicht auch so ein Klischee). Sie interessieren sich für die
Seele in der Frau und verstehen es, ihre Träume wirklich zu machen. Bis sie sie
heiraten. Das schlimme daran ist: Du kennst diese Welt
nicht. Nicht wirklich. Bestenfalls aus einem Urlaub in der Türkei oder Tunesien.
So wie sich die Sache entwickelt, rutscht Du (leider wieder ziemlich
klischeemäßig) in die Rolle einer arabischen/muslimischen Ehefrau. Verschleiert
(oder ähnlich abgeschottet von der Welt) und zu hause. Ausser Kinder, Essen und
die evtl. vorhandene Familie gibt es keine/wenige Ansprechpartner - während man
wartet bis der Macho-Gatte sich bequemt nach hause zu kommen.
So wird es enden, wenn Du - aus lauter Angst vor dem Alleinsein - die
Augen vor dem zu machst, was Du siehst: Schau' wie Er und seine Brüder und
Freunde ihre Frauen behandeln. Wie ihre Mütter leben. Das wird Dich auch
erwarten - besonders wenn Du in seiner Heimat leben
wirst. Das ist kein endloser Urlaub dort!
Eine Frau in der arabisch/muslimischen Welt hat (leider)
in der Regel keine Freiheiten - es sei den, sie nimmt sie sich - mit den
entsprechenden Konsequenzen, die ihr dann blühen können. Frauen sind dort
oft Besitz, den man mühselig erobert hat und der es zu sichern gilt. Das
hört sich für uns fast unglaublich an, doch es ist leider oft die Wahrheit.
Dein Freund weiß, dass Du aus der Welt der "Schlampen
und Huren" kommst - so nennen sie die Frauen, die sich mit Männern (auch mit
ihnen) ohne Heirat einlassen. Er wird er Dich, wenn Du seine Ehefrau werden
solltest - auch nicht mehr in diese schreckliche Welt zurücklassen wollen.
Das jedoch nur dann, wenn er meint, dass Du es trotz Deiner Herkunft wert
sein solltest, seine Frau zu werden. Schließlich will er
seiner Familie keine Schande machen (und eine Frau, bei der Gefahr besteht, dass
sie sich irgendwann trennen will, ist eine Schande).
Vielleicht merkst Du: Es geht vermutlich um Alles oder Nichts für Dich.
Ich habe den Eindruck, dass Dir das, was Dich bei diesem Mann erwartet,
noch nicht so recht klar ist. Es geht nicht nur darum,
dass Dich dieser Mann, seit er Dich "hat" auf einmal schlechter behandelt. Dies
an sich, wäre schon ein Grund, sich zu überlegen, ob man noch
bei ihm bleiben sollte. Es geht darüber hinaus
auch noch darum, dass es für ihn und seine Landsleute
einfach "normal" ist, eine Frau zu "besitzen". Etwas,
das bei uns von einer Frau nicht mehr geduldet werden
muss, obwohl einige Männer aus unserem Kulturkreis sich
dies gerne auch so wünschen würden.
Du bist damit nicht allein. Es gibt schon länger die
Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen (IAF).
Suche im Internet nach einer Gruppe in Deiner Nähe. Wende Dich
dort an Frauen, die diese Erfahrungen schon gemacht
haben, bevor es für Dich Ernst wird.
Lasse Dich nicht einfach so treiben, bloß weil es so süß und bequem ist. So ist
das Leben nicht. Leider. Daher nimm' Deines selbst in die Hand.
Viel Erfolg dabei wünscht Dir Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
35. Anfrage vom
26.8.06
Liebe Frau Kuhn. Ich hoffe sie können mir einen guten Rat geben. Bin mit meinem
Freund über 4 Jahre zusammen, dachte es wäre die große Liebe. Wir verstanden uns
super, er war richtig aufmerksam, zärtlich,machte mir Komplimente, zog mich mit
seinen Augen förmlich aus, zeigte mir das er mich liebt. Aber das alles, was ich
an Ihm schätzte, ist Vergangenheit. Keine Zärtlichkeiten (nur wenn er sex will)
keine Komplimente, er zeigt kaum noch das er mich liebt. Wenns mal Streit gibt,
behandelt er mich wie ein dummes Kind, gibt mir oft die Schuld. Auf Partys lässt
er mich links liegen oder schaut anderen Weibern nach. Er sagt aber dennoch er
liebt mich.
Kann ich das glauben? findet er mich noch sexy? Ist das schon der Alltag? Ina
Hallo Ina, was heißt da "schon Alltag"? Bei vielen beginnt
der Alltag viel früher. Es ist nicht das Problem, dass der Alltag beginnt,
sondern, wie wir damit umgehen. Ein allgemein weibliches Problem scheint zu
sein, dass wir von allem MEHR wollen. Mehr Liebe, mehr Komplimente, mehr
Zärtlichkeiten. Das ist auch nicht ganz verkehrt. Doch wir müssen auch schätzen
lernen, was wir bekommen. An diesem Punkt, müssen wir in jeder Beziehung
arbeiten. Dem Partner unsere Wünsche und Ängste mitteilen. Auf einer Party muß
man als Paar nicht ständig zusammen sitzen. Männer können sich viel entspannter
unterhalten, wenn keine Frauen dabei sind. Wenn er wirklich anderen Frauen
nachsieht, ist das noch kein Verbrechen. Wir schauen alle. Es ist jedoch nicht
der richtige Weg diese Frauen als Weiber zu bezeichnen. Sie richten Ihre
Aggression, die aus Ihrer Unsicherheit geboren wird, gegen diese Frauen. Warum?
Sie können am wenigsten dazu. Sie stellen Ihren Freund in Frage, doch was ist
mit Ihnen? Zu lieben, bedeutet zu vertrauen. Liebe gibt Freiheit, sie
bindet nicht. Liebe ist ehrlich, offen und treu. Je mehr Probleme wir damit
haben uns selbst anzunehmen, um so mehr zweifeln wir daran, dass es ein anderer
kann. Hören Sie auf daran zu zweifeln, dass man Sie lieben kann. Fangen Sie an,
die kleinen Liebesbeweise Ihres Freundes zu sehen und sagen Sie Ihm ruhig, wenn
es Ihnen fehlt, dass er Sie einfach nur in den Arm nimmt, oder ein Kompliment
macht.
Wenn Sie mit ihm reden, dann stellen Sie ihn nicht auf die Anklagebank in dem
Sie sagen "Du hast...." Da wird er blockieren. Sagen Sie Ihm wie Sie bestimmte
Situationen empfinden, was Sie fühlen. Es hört sich ganz anders an, wenn Sie
sagen: "Ich fühle mich ungeliebt, wenn du mir keine Komplimente machst." oder
"Du liebst mich doch gar nicht mehr. Du hast ja auch aufgehört mir Komplimente
zu machen."
Wenn er Sie liebt, muß er Ihnen bei einer solchen Aussage widersprechen, weil
Sie ihm etwas unterstellen. Reden Sie jedoch von Ihren Gefühlen, kann er viel
leichter verstehen was in Ihnen vorgeht. Versuchen Sie es.
Eine Beziehung ist wie ein lebender Organismus, der wächst und sich verändert.
Wachsen Sie mit! Und so wie Frauen sich beim Reden bestätigt und angenommen
fühlen so erleben Männer ihr Angenommensein in der Sexualität. Hier können die
meisten Männer ihre wahre Gefühle zeigen, also werten Sie es nicht ab, sondern
reden sie auch darüber. Hier ist die Gefühlswelt des Mannes und er ist an diesem
Punkt sehr verletzlich. Und wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, dann heißt
es auch an der Beziehung zu arbeiten, damit die Liebe wachsen kann. Ich wünsche
Ihnen den Mut und die Kraft zum Arbeiten.
Ganz herzlich, Sabine (Marion Kuhn Team)
![]()
34. Anfrage vom
28.8.06
Hallo. Ich habe seit über 4 Jahren einen Freund und seit ca. einem Jahr ist bei
uns der Alltag ausgebrochen. Er kommt von der Arbeit und legt sich vor den
Fernseher. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich so im Moment unzufrieden bin und
es so nicht ewig weitergehen kann. Außerdem hat sich mein bester Freund in mich
verliebt. Er hat mir am Anfang nur Komplimente gemacht und behandelt mich so
großartig. Dadurch ist mir klar geworden, dass ich mit meinem Freund nicht mehr
glücklich bin. Ich fühle mich so zu meinem besten Freund hingezogen, weiß aber
nicht, ob ich mich tatsächlich in ihn verliebt habe, oder ob ich nur mal ne
Abwechslung von diesem Alltag brauche. Lisa.
Hallo Lisa, der Alltag zieht bei uns allen ein. Hat Dir
Dein Freund nicht auch mal Komplimente gemacht? Diese Mechanismen laufen in
allen Beziehungen ab. Man lernt sich kennen, es ist alles neu und toll, man gibt
sich Mühe und je länger die Beziehung anhält um so nachlässiger wird man. Wenn
man von der Arbeit kommt ist man müde und ohne das Verliebtsein bringt man die
Energie für den Partner einfach nicht mehr auf. Die Zeitspannen variieren in
denen dieser Prozeß (bis zu 2 Jahren) statt findet. Es liegt jedoch an Euch
beiden, ob ihr es schafft immer wieder aus diesem Schema auszubrechen. Gib ihm
Zeit "anzukommen", zur Ruhe zu finden und den Arbeitstag hinter sich zu lassen.
Doch Ihr müßt Euch immer wieder Raum für Euch beide schaffen und es beide
wollen. Das ist nichts, was nur einer leistet. Du wirst sehen, wie schwer es ist
spontan Dinge zu tun. Wenn ihr Euch feste Tage für bestimmte Unternehmungen
einrichtet wirst du feststellen, dass auch das zum Alltag wird, der Dich mit der
Zeit langweilt. Wir sind so auf Reize von außen fixiert, dass wir alles
gefestigte, gleichmäßige, schnell als langweilig empfinden. Du wirst mit jedem
neuen Partner früher oder später an diesem Punkt stehen. Du kannst die Beziehung
dann beenden und neu beginnen, oder Ihr geht gemeinsam weiter und beginnt an
Euch und Eurer Beziehung zu arbeiten.
Nach der Verliebtheitsphase beginnt die Entscheidung ob es Liebe ist oder nicht.
Nun kommt das Problem mit Deinem besten Freund hinzu. Du kannst nur auf
Dein Herz hören ob Du verliebt bist, aber auch mit diesem Freund wirst Du an
einen Punkt kommen, wo man das Gefühl hat der Alltag ist da. Allerdings kann man
mit seinem besten Freund oft sehr viel besser reden. Rede mit Deinem jetzigen
Freund ganz ehrlich über Deine Gefühle, und wenn Du Dich für Deinen besten
Freund entscheidest dann sag es es ihm bald. Fahre nicht zweigleisig! Ich
wünsche Dir die richtige Entscheidung! Ganz herzlich, Sabine ( Marion Kuhn Team)
![]()
33. Anfrage
vom 19.8.06
hallo frau kuhn! ich habe zur zeit ein riesiges
problem mit eifersucht und stehe kurz davor mich zu trennen, da dieses schlimme
gefühl mir immer mehr meiner lebensqualität raubt. da diese ganze geschichte
ende mai rausgekommen ist, befinde ich mich quasi seit fast 3 monaten in einem
gefühlsmäßigen ausnahmezustand. mein freund und ich sind
mittlerweile seit 4 jahren zusammen. er war schon seit kindertagen meine große
liebe und es war für mich sozusagen "der himmel auf erden" als wir zusammen
kamen. dass er ein sehr verschlossener mensch ist, wusste
ich schon vor unserer beziehung, auch dass seine 1. beziehung eine sehr
distanzierte war. man muss dazu sagen, dass er 27 jahre
alt ist und ich seine 2. freundin bin. im übergang zwischen der 1. freundin und
mir hatte er wohl einige "techtelmechtel". seine 1. freundin hat ihn quasi
erobert. ein jahr lang haben sie nur miteinander geredet bevor sie
zusammenkamen. als die sache zwischen ihm und mir begann
steckte ich selbst noch in einer beziehung, habe diese aber nach 2 wochen affäre
beendet. muss noch hinzufügen, dass ich ganz im gegenteil zu meinem freund eine
sehr lebhafte vergangenheit hatte: ich hatte sehr viele wechselnde partner und
das hat er auch mitbekommen.
unsere beziehung war von anfang an sehr schwierig. er war immer sehr
distanziert, zurückhaltend mit liebesbekundungen und hat stets extrem viel wert
auf seine unabhängigkeit gelegt. seiner ansicht nach müsste man aufpassen, dass
man in einer beziehung nicht der "unterlegene" ist. es geschahen dann kurz nach
unserem zusammenkommen einige sachen, die in mir bereits eifersucht schürten: am
ersten wochenende an dem wir "öffentlich" zusammen waren,
ging er eines abends mit freunden auf eine feier und übernachtete danach bei
einer frau mit der er kurz bevor wir zusammen kamen etwas gehabt hatte.
allerdings versicherte er mir damals, dass er dies nur gemacht habe weil er zu
betrunken war mit dem auto nach hause zu fahren und es sei nichts gewesen. da
ich wusste, dass er eigentlich ein treuer typ ist, habe ich ihm das damals
geglaubt, aber auch gesagt, dass ich das nicht mehr möchte. außerdem hatte er
noch lange zeit recht regen kontakt mit seiner exfreundin, auch das störte mich
sehr. eines abends waren wir zusammen auf einer party und ich bemühte mich sehr
mit seinen freunden gut auszukommen und redete viel mit ihnen. er hingegen
sprach ca. eine stunde lang recht intensiv mit einer frau, der gastgeberin,
danach ging er mit ihr zusammen in ihre wohnung, weil er auf toilette wollte,
und kam erst nach ner guten halben stunde wieder mit der begründung "sie habe
ihm die wohnung gezeigt und dann noch auf ein besonders guten wein eingeladen".
ich fand es ein ziemlich starkes stück, dass er mir nicht bescheid gesagt hat,
er bezeichnete mich als extrem eifersüchtig. zu diesem zeitpunkt dachte ich,
dass er sich möglicherweise nur bei mir interessant machen möchte.
wie auch immer führte dieses für mich seltsame und sehr distanzierte
verhalten dazu, dass ich ihn einmal mit einem eigentlich platonischen freund von
mir betrug. ich erzählt ihm die geschichte aber kurz danach und hoffte jetzt
endlich mal eine gefühlsregung in ihm mitzubekommen. aber nichts dergleichen: er
hat es einfach so hingenommen! ich hätte in einer vergleichbaren situation wohl
schluss gemacht. erst letzte woche, d. h. 3 jahre später hat er mir erzählt,
dass er seit diesem zeitpunkt nur sehr wenig vertrauen mir gegenüber hatte.
jetzt komme ich aber erst zu meinem eigentlichen problem:
im frühjahr hatte ich sehr viele prüfungen und kaum zeit. außerdem lief es
gleichzeitig in der beziehung ganz arg schlecht wir haben uns nur noch
gestritten und irgendwann habe ich dann zu ihm gesagt
\"am liebsten wärs mir wenn du ne andere hättest, dann hätte ich endlich einen
grund zu gehen". ich vermisste in dieser zeit nähe und unterstützung, habe
ständig an ihm genörgelt und er meinte ich solle mir doch langsam mal darüber
klar werden ob ich bei ihm bleiben möchte oder nicht. olaf ist in dieser zeit
verstärkt weggegangen, vor allem in eine bestimmte disko. ich bemerkte, dass
diese location wohl einen besonderen reiz auf ihn ausüben musste. er hatte sich
davor immer darüber beschwert, dass er in unserer stadt schon so lange keine
neuen leute mehr kennen gelernt hätte und in dieser zeit hatte er einen neuen
weggehkumpel gefunden und deswegen schob ich dieses interesse an der disko
darauf. ich bemerkte in dieser zeit, dass er irgendwie distanzierter und härter
zu mir war als sonst, wirklich sicher bin ich mir aber nicht. ich habe zu dieser
zeit sogar einen seiner freunde gefragt ob er einschätzen könnte, dass mich mein
freund noch liebt, aber sowas habe ich auch schon vorher gemacht, muss nicht
unbedingt was mit dem gleich folgenden ereignis zu tun haben.
eines morgens erzählte er mir, dass er am abend vorher eine frau kennengelernt
habe, sie hätte ihn angesprochen und sie hätten sich ca. eine h unterhalten. ich
fand das ok, habe deswegen mir gar keine gedanken gemacht. wochen später stellte
sich aber heraus als wir gemeinsam in seinem emailaccoutn eine adresse suchten
und in einer email seines freundes der name dieser frau
vorkam, dass er sie wohl noch zweimal alleine in dieser disko getroffen hatte
und eind drittes mal mit einem guten freund von ihm, den ich auch kenne. er
versuchte zunächst das ganze zu entschärfen indem er sagte es handle sich um
eine freundin seines kumpels hat aber kurz danach zugegeben, dass es diese
diskobekanntschaft war. nun war meine eifersucht aber vollends entflammt und ich
forderte ihn auf die emails dieser frau lesen zu dürfen (sie hatte ihn angeblich
nach seiner emailadresse gefragt), ich durfte 3 mails lesen, darin ging es um
einen gemeinsamen kinobesuch. die letzte email von ihr beinhaltete ihre aussage
"nein, das wird mir zu spät". er meinte, er wollte mit ihr nicht ins kino gehen,
weil ihm die sache "zu heiß" geworden wäre und hätte, dass versucht so
schonungslos wie nur möglich ihr beizubringen. danach habe sie sich lange zeit
nicht mehr bei ihm gemeldet, erst vor kurzem wieder, aber er habe den kontakt
nun eingestellt.
ich glaube ihm, dass zwischen den beiden nichts war und
kann mir auch gut vorstellen, dass er mir nicht alles erzählt hat um unnötigen
stress zu vermeiden. auf der anderen seite quält mich der gedanke, dass er für
sie etwas empfunden hat und das alles nicht so freundschaftlich war, wie er es
darstellt. freunde versuchen mich die ganze zeit davon zu überzeugen, dass
mein freund ein so distanzierter typ ist und so lange
braucht, bis er sich auf jemanden einlässt und diese frau
wohl eher als neutrum gesehen habe und sich gar keine großen gedanken gemacht
hat. mein freund beharrt nach wie vor auf der aussage, dass diese frau absolut
unwichtig gewesen wäre. andererseits hat er aber auch mal gesagt, dass er sich
hätte vorstellen können mit ihr "abzustürzen" wenn er single gewesen wäre. was
soll ich nur glauben? macht es überhaupt noch sinn bei ihm zu bleiben?
hoffe auf baldige antwort, vielen dank!
doreen
Hallo, Doreen
Sie beschreiben Ihren Freund als einen zurückhaltenden, geduldigen, vorsichtigen
und gewissenhaften Menschen. Sie selbst dagegen sind eher
spontan, impulsiv, leidenschaftlich. Diese Kombination so
unterschiedlicher Charakteren ist auch so schon schwierig zu handhaben.
Gegensätze können mit der Zeit als anstrengend empfunden werden.
Sie Beide sind sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen in einem einig:
Jeder wartet auf das Entgegenkommen des anderen. Ihr
Freund hat zwar richtig erkannt: Sie können sich offensichtlich nicht zu ihm
bekennen. Aber er schafft es ebenfall nicht. Sie werden
in dieser Beziehung von Zweifel geplagt. Die Frage ist:
Liegt das an Ihrem Freund, an Ihrem Selbstbild oder an beidem?
Vielleicht vertrauen Sie sich in dieser Hinsicht selbst nicht so - und können
daher Ihrem Freund ebenfalls wenig vertrauen. Er scheint
die Beständigkeit zu lieben, macht nicht viele Worte, weiß aber, dass er eine
Frau mit einem lebhaften Vorleben und impulsiven Verhalten um sich hat. Er
möchte nicht verletzt werden, und umgeht so auch eine Entscheidung: Sich ebenso
für Sie zu bekennen. Aus dem was Sie über Ihren Freund
erzählen, sieht es so aus, als liebt er Sie (noch, irgendwie, so vom Weitem),
möchte aber bequemerweise eine Entscheidung von Ihnen.
Ebenso wie Sie eine von Ihm wollen. Wobei ich mir bei Ihnen über das mit der
Liebe nicht so sicher bin. Sie wollten Ihren Freund schon
immer haben, doch jetzt haben Sie ihn aus Unzufriedenheit von sich getrieben.
Ich glaube, diese derzeitige Eifersuchtsidee verwirrt Sie nur.
Sie verdeckt die eigentlichen Fragen: Was macht
sie so unzufrieden? Ist er wirklich der Partner den Sie
sich geträumt hatten? Ist diese Lebens- und
Beziehungsform wirklich die, die sie haben wollen? Haben
Sie dazu einen Standpunkt?
Nehmen Sie sich diesem Thema als Erstes an. Dann erst
folgen weitere Entscheidungen und mögliche Konsequenzen.
Sollten Sie sich für Ihren Freund entscheiden können, sagen Sie ihm das.
Wenn Sie diese getrennte Beziehung nicht mehr aushalten, sagen Sie ihm
das auch. Er muss dazu dann ebenso Stellung beziehen.
Sollten Sie sich da einig werden, machen Sie sich auf Mühen gefasst.
Denn dann geht die Arbeit erst richtig los! Es bedarf unbedingt einer
Verbesserung des Selbstwertgefühles und der Fähigkeit Vertrauen zu schenken -
bei Ihnen beiden. Daran sollten Sie arbeiten (vielleicht
sogar in einer Paartherapie). Hier werden Sie die Unterstützung Ihres Freundes
brauchen. Er braucht Sie schließlich auch. Danach können
und müssen Sie Ihre Beziehung gemeinsam(!) gestalten.
Sollten Sie sich gegen Ihren Freund entscheiden, oder gibt es keine Möglichkeit
mehr, eine gemeinsame Linie zu finden hat das auch seine Gründe, die Sie sich
ruhig zugestehen können. Jeder Mensch kann sich irren. Jeder Mensch kann sich
verändern. Jeder Mensch kann sich auf etwas versteifen, dass bei näherer
Betrachtung nicht ganz so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Man muss nur
dazu stehen, wenn man es erkennt.
Die Wahrheit wirkt stets beruhigend und klärend auf eine Situation, so kritisch
sie auch sein mag. Daran werden Sie es erkennen.
Seien Sie fair zu sich. Seien Sie fair miteinander. Haben
Sie beide den Mut, ins eigene Herz zu schauen.
Mit den besten Grüßen, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
32. Anfrage vom 11.8.06
Hallo liebes team, ich habe ein sehr großes problem! Ich bin seit 1 1/2 jahren
mit meinem freund zusammen! Ich liebe ihn auch echt über alles! Es ist so: Ich
habe ein jahr lang die pille xyz genommen! Davon habe ich schwere depressionen
bekommen und habe sie auch immer noch! Ich habe jetzt die pille abgesetz und es
müsste jetzt bald besser werden! Seit 2-3 wochen stelle ich mir manchmal die
frage, ob ich meinen freund noch wie früher liebe! Dann muss ich heulen, weil
ich solche angst habe ihn zu verlieren! Es sind auch immer nur so ein paar
momente! In anderen momenten denke ich mir dann nur: "Wie konnte ich das nur
denken"! Und bin dann wieder total glücklich mit ihm! Wir wollen jetzt mal
zusammen wegfahren um vielleicht, unsere beziehung aufzufrischen und mal was
anderes machen! Kommt es von der pille oder was ist das? Ich möchte das nicht
mehr denken! Ich liebe ihn doch über alles! Ich will doch einfach wieder so
glücklich mit ihm sein wie früher!!!! bitte helft mir! Ich kann nicht mehr! Ich
bin nur noch am heulen weil mir das so wehtut, wenn ich daran denke das ich
sowas überhaupt denke, dass ich ihn weniger lieben könnte! Ich genieße jede
sekunde so mit ihm und ich bin auch total froh wenn ich bei ihm bin und total
unglücklich wenn ich nicht mehr bei ihm bin! Was ist das nur???? Ich will das
nicht mehr und ich will unsere beziehung retten auf jeden falle! Dafür werde ich
alles tun! Bitte helft mir so schnell wie möglich! Eure Maria
Hallo, Maria
Es ist gut möglich, dass durch das Absetzen der Pille Dein Horomonhaushalt
durcheinander gekommen ist. Dies wirkt sich auch auf die Stimmung aus. Dazu
kommt auch noch der wieder einsetzende Zyklus mit seinen Auswirkungen auf die
eigene Stimmung. Diese können im Moment etwas überschießen. Die nachwirkende
Nebenwirkung dieser Pille können es auch noch sein, die Dir zu schaffen macht.
Mein Tipp:
1. Die eigene Stimmung vorerst etwas gelassener sehen und nicht gleich alles auf
die Goldwaage legen. Diese komischen Gedanken einfach durch laufen lassen. Nur
die, die nach einer durchschlafenen Nacht noch vorhanden sind, solltest Du ernst
nehmen. Die anderen sind im Moment einfach nicht so wichtig. Im Moment ist es
nicht günstig, das was erlebt wird, gleich zu bewerten - auch wenn die
Versuchung dazu besteht. Die derzeitige Färbung Deiner Stimmung wird Dich nur
verunsichern.
Dein Freund sollte auch davon wissen, dass im Moment nicht alles so geordnet
verlaufen wird. Erst wenn Du Dich wieder im Gleichgewicht fühlst, bist Du in der
Lage zu entscheiden und Deine Situation angemessen einzuschätzen. Wenn es also
möglich ist, und Dein Freund Dich da unterstützen kann, wartet einfach die
nötige Zeit ab, bis alles wieder etwas klarer wird. Das kann noch einige Monate
dauern.
2. Einen Frauenarzt/Psychotherapeuten/Psychologen aufsuchen, der sich mit diesen
Nebenwirkungen auskennt und dabei unterstützen kann. Ich glaube, dass Du im
Moment mit diesen Körper- und Seelenreaktionen einfach überfordert bist. Eine
fachlich Hilfe kann da gute Sicherheit geben.
3. Überlegt Euch eine Verhütungsmethode, die Du besser verträgst.
Ansonsten genießt gemeinsam Dinge, die Ruhe und Entspannung bringen. Unternehmt
vielleicht ab und zu etwas milde Aufregendes oder auch leicht Anstrengendes.
Doch alles sollte in kleineren Einheiten und Portionen erfolgen. Das heisst:
Ruhig etwas langsamer durch das Leben gehen. Und dann werdet Ihr sehen, was Eure
Beziehung ausmacht. Und Du wirst Dich wieder sicherer fühlen. Eine Beziehung
benötigt ähnliche Pflege wie ein Garten: Die Blüten sieht man erst nach der
Arbeit des Pflanzens und Hegens. Und wenn das Unkraut einmal wuchert, dauert es
wieder, bis man die gewünschte Ordnung gefunden hat. Geduld und Zuversicht
gehören auch dazu.
In diesem Sinne wünsche ich Dir den rechten Mut und weniger Sorgen. Herzlichst,
Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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31.
Anfrage vom 30.7.06
Guten Tag. Ich verstehe unter Umständen da etwas
falsch. Vor ca. 4 Wochen habe ich (59,
auch wenn man sooo alt ist gibt es immer noch Fragen) beim Fahrradfahren eine
Frau kennen gelernt. Am Ende meiner Radstrecke, Sie fuhr noch weiter, haben wir
uns zu einer weiteren Tour verabredet und Sie hat mir ohne großes Nachfragen
sofort Ihre Telefonnummer und E-Mailadresse gegeben und hat mir das
"Du" angeboten.
Wichtig ist, Sie ist noch verheiratet zieht aber bald
aus der gemeinsamen Wohnung aus. 2 Tage später haben wir
uns auch bei mir zu hause zu einer Ausfahrt getroffen. Leider ist Sie schon nach
kurzer Zeit gestürzt und hat sich ziemlich verletzt. Wir sind sofort zu mir nach
Hause gefahren, wo Sie sich Ihre Wunde versorgte. Sie ist
noch ca 1-2 Stunden hier geblieben und dann mit Ihrem Auto nach Hause gefahren.
Die Verletzung war jedoch so schwer, dass Sie für über eine Woche nicht arbeiten
gehen konnte. Während dieser Zeit haben wir und hin und wieder E-Mails
geschrieben wobei ich sagen muß, dass die Initiative mehr von mir aus ging,
wahrscheinlich auch wegen der Verletzung. Einen Tag vor Ende der
Arbeitsunfähigkeit ist Sie 2 mal zu meinem Haus gefahren hat mich dort aber
nicht angetroffen und einen Zettel an die Türe geklebt. Tags darauf bekam ich
eine E-Mail mit u. a. folgendem Satz:
„Habe schon Lust zu einem Treffen, schon allein um eine für mich wichtige Frage
an dich zu stellen: Welche Erwartungen verknüpfst du damit, wenn ich mich mit
dir öfters treffen würde? Du solltest dir darüber schon Gedanken machen, denn
ich werde es dich mit Sicherheit fragen. So viel zur Lust, mit der Zeit sieht es
weniger gut aus, da müsstest du dich evt. auf einen ganz kurzfristigen Termin
einstellen“.
Tage später, Montags, habe ich Sie dann zufällig vor Ihrer Arbeitsstätte
getroffen Sie hatte es eilig zu einer bis weit in den Abend gehenden beruflichen
Veranstaltung zu kommen. Ich lud Sie für danach zu mir nach Hause ein wo Sie
dann auch eintraf. Wir tranken Wein zusammen und nach ca. 2 Stunden fuhr Sie
ohne, dass wir uns weiter verabredeten, wieder zu sich nach Hause. Am Freitag
habe ich Sie per Mail für Freitag oder Samstag eingeladen zusammen auszugehen.
Leider hat Sie mir für beide Tage aus Zeitgründen abgesagt. Vorsorglich hat Sie
mir für den besseren Kontakt gleich zwei weitere Telefonnummern mitgeteilt und
dazu folgendes geschrieben: „Da ich daheim schwer zu
erreichen bin gebe ich dir für alle Fälle mal meine Handynummer
und meine Direktwahl zu meinem Zimmer - da könntest du mich evtl.
auch erreichen Deine Nummer hab ich ja :-) -- > für ganz
spontane Vorhaben, die leider jetzt noch nicht vorauszusehen sind; außerdem
steht meine Frage noch im Raum“.
Meine Frage nun was soll ich mit diesen Botschaften anfangen.
Wer versteht diese Frau? Gibt es da Hoffung auf mehr als
nur gelegentlich Fahrradtouren? Danke für die zu
erwartende Antwort. Werner.
Hallo, Werner. Sie verstehen nichts
falsch. Sie zögern jedoch, sich zu öffnen.
Diese Frau ist gerade in einem turbulenten Umbruch. Wer dabei ist, sich zu
trennen, erfährt und bewirkt einige Veränderungen im Leben. Man will vielleicht
etwas nachholen, Dinge auskosten und ausleben, die man bisher nicht oder wenig
beachtet hat und Einiges mehr. All' dies könnten Sie von ihr schon erfahren
haben, wenn Sie sich mit ihr darüber unterhalten hätten.
Sie hat Sie etwas gefragt. Haben sie (schon) eine Antwort? Dies ist kein Quiz.
Es gibt keine richtig falsche Antwort. Es gibt nur aufrichtige und unaufrichtige
Antworten. Hier möchte jemand von Ihnen wissen, wie Sie
zu ihm (und damit auch zu sich selbst) stehen. Mein
Eindruck ist, dass Sie für sich schon wissen, was Sie von dieser Frau wollen.
Sie haben Angst, dass Ihr Wunsch zum unpassenden Zeitpunkt kommt. Dass Sie sie
dadurch vielleicht verlieren. Es kann sein, dass sie sich
derzeit nicht fest binden will. Es kann sein, dass sie nur einen Freund zum
Zuhören braucht. Es kann alles Mögliche sein.
Sie werden es nur erfahren, wenn Sie sich darauf einlassen und mit ihr sprechen.
Über sich. Über Ihre Gefühle, Ihre Lebensziele. Das kann man ganz unverbindlich
und ungezielt tun. Sie sind anscheinend schon einen
Schritt weiter. Dennoch sollte Ihre neue Freundin das von Ihnen erfahren. Dieses
Risiko müssen Sie schon eingehen. Als Frau ist sie Ihnen
da vielleicht etwas voraus. Aber, auch wenn es nicht immer leicht ist: Als Mann
kann man das ebenso lernen oder anwenden und davon profitieren. Es verschafft
Klarheit über die eigene Stimmungslage. Diese ist bei uns Männern oft etwas im
Dunklen. Wir gehen oft sehr zielgerichtet vor: Nur mit einer Frau zu reden, die
sich dann auch heiraten lässt, ist - beispielsweise - eine sehr eingeschränkte
Position. Das Leben ist nicht immer so geradlinig. Diese Frau ist es im Moment
auch nicht. Aber sie ist offen zu Ihnen und sagt dies auch.
Ich glaube, dies kann Sie weiterbringen. Vielleicht nicht genau dahin, wo
sie eventuell hin wollten. Aber wer weiß das schon? Sind
sie daran interessiert? Dann nur zu! Schreckt sie das ab?
Dann seien auch Sie offen und sagen Sie das! Wenn Sie
große Erwartungen haben sollten, kann eine Enttäuschung
sehr verletztend sein. Diese Frau scheint das berücksichtigen
zu wollen. Ich glaube, bei dieser Frau werden Sie fair behandelt. Also verhalten
Sie sich ebenso! Klarheit ist etwas befreiendes. Und
vielleicht können Sie einen guten Freund - auch wenn es eine Frau sein sollte -
gut gebrauchen.
Alles Gute dabei, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
30.
Anfrage vom 18.7.06
Hallo, kann zu viel liebe eine beziehung zerstören? Gruß, Oliver
Hallo, Oliver.
Zu viel Liebe kann eine Beziehung nicht zerstören. Zu viel Liebe gibt es gar
nicht. Jedoch nur, wenn ich diesen Begriff wertfrei und naiv, also ohne
Hintersinn betrachte. Das Fatale ist, dass mit "zu viel Liebe" oft etwas anderes
gemeint ist. Es ist also nicht ganz so einfach: Das, was als "zu viel Liebe"
ausgegeben wird, ist eher das Gegenteil. In der Regel also Eigennutz und/oder
Abhängigkeit (auch in beiden Richtungen). Die Liebe selbst lässt den anderen wie
er ist.
Sobald Bedingungen gestellt, konstruiert oder z.B. durch eigenes Leiden indirekt
eingefordert werden, liebt man nicht mehr, sonder versucht zu manipulieren. Wer
sich also als ein Mensch darstellt, der "zuviel liebt", versucht dabei etwas für
sich heraus zu handeln. Versucht den anderen zu nötigen, Dinge zu tun, die er
vielleicht sonst nicht täte. Und wenn er sie sonst auch täte, sorgt es dafür,
dass er es irgendwann bereut. Wer also das Gefühl hat, dass er "zu viel Liebe"
erhält, fühlt sich dabei schon unter Druck gesetzt und in seiner
Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Irgendwann wird dieses Gefühl zu einer
Last. Irgendwann ist die Liebe dann erschöpft und geht verloren.
Also ist das "zu viel Liebe" - im gebräuchlichen Sinn verstanden - als
kontraproduktiv anzusehen. Es wird genau das Gegenteil "gewünscht". Dies wird
jedoch so nicht gesagt. Entweder aus Berechnung oder - meist häufiger - weil man
die Mechanismen, die dahinter stehen, nicht erkennt oder erkennen will. Wer "zu
viel Liebe" verspürt, hat ein (anderes) Problem: Es geht dabei um Macht und
Abhängigkeit(en) und daher um das Fehlen von Freiheit. Dieses Thema wäre wichtig
zu klären, bevor man "die Liebe" damit strapaziert. Dann kann man sehen, was
noch an echter "Liebe" übrig ist. Hier nähern wir uns der Notwendigkeit einer
Therapie oder begleitenden Gesprächen. Da dabei Abhängigkeiten ins Spiel kommen,
geht es dabei (leider) wie bei anderen Süchten (wie Alkohol) zu: Nur wer seine
Abhängigkeit wirklich erkennt, ist zu einer Änderung bereit. Ansonsten wird
dieses Thema bis zur Selbstverleugnung gemieden. Und dies kann (leider) so gut
wie nichts anderes, als eine Beziehung zerstören.
Insofern lautet meine Antwort auf Deine Frage: Ja.
Ich hoffe, ich konnte damit helfen. Viele Grüße, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
29.
Anfrage vom 13.7.06
Ich meine vor 11 Monaten meinen Traummann
gefunden zu haben. Das einzige Problem
,wir führen eine Fernbeziehung und das auf sehr lange
Distanz (20 Stunden
Autofahrt). Als er mich besuchen
kam hat er mich gefragt ob ich ihn in Zukunft mal
heiraten will, ich habe ja gesagt,
und seit dem Moment tragen wir auch Verlobungsringe.
Ich bin erst 17,und er 19, trotzdem war ich mir
meiner Gefühle immer sicher, und
ich dachte das wäre er auch. Vor ein paar wochen sagte er
mir, dass er mich irgendwie nix
mehr für mich fühlt, aber er noch nicht weiss,
ob es endgültig ist. Er hätte Gefühle
für seine langjährige teenie-liebe, und dass
die Enfernung an ihm nagt, und er
einfach jemanden spüren will. Ich habe ihn nicht
aufgegeben und nach 3 Tagen teilte er mir mit, dass
alles wieder OK ist, er nur eine doofe
Phase hatte, er nie aufgehört
hatte mich zu lieben und mich immer noch liebt. Er ist
jetzt auch wieder wie früher, aber ich mache mir immer
noch sorgen.War das wirklich nur eine Phase?
Er sagt er will mich immer noch heiraten, aber was
mach ich, wenn ihn wieder sowas
überfällt? Ist er bereit, um
verlobt zu sein? Was soll ich machen, ich liebe ihn
wirklich sehr und er bestätigt mir jeden Tag wie sehr er mich liebt,
aber ich habe immer noch Zweifel.
Kann ich ihn irgendwie testen? Wäre sehr nett wen
ich ne antwort kriegen könnte.Danke sehr,
Maja.
Hallo, Maja
Das mit dem Testen kannst Du vergessen. Erstens gilt dies nur für den Augenblick
und gibt daher keine Sicherheit. Zweitens ist das Leben - und gerade Eures durch
die Fernbeziehung - eh’ schon Test genug. Dein Freund hat
diesbezüglich gerade seinen Ersten hinter sich. Wenn er
schwankt und es Dir mitteilt ist er fair und offen. Wenn er sich
fängt, vielleicht weil Du auch weiterhin zu ihm stehst, ist das eine
Bestätigung für Dich und kann Eurer Beziehung Tiefe
geben. Diese Prüfung habt Ihr dann im Ganzen geschafft,
wenn Du ihn nicht mit Deiner Angst und Deinen Zweifeln belädst.
Das ist leichter gesagt, als getan. Nur zu oft macht man den Partner für
das eigene Glück verantwortlich. Er ist ein freier
Mensch, der sich zu Dir bekennt. Das ist ein Geschenk. Darauf hat man keinen
Anspruch.
Meine Zufriedenheit muss ich mir selbst schaffen. Wenn der Partner, den ich mir
gewählt habe, dazu beiträgt - um so besser. Eine Garantie
darauf gab es noch nie. Aber man kann Einiges dazu tun. Glück geschieht nicht
einfach so. Man kann versuchen, daran zu arbeiten. Nähe
und Vertrauen zu erhalten oder, trotz der Entfernung, aufzubauen.
Doch was geschieht, wenn die für eine Fernbeziehung typischen, lange
unerfüllten Gefühle nahezu überlaufen und vor den eigenen
Augen die nächste Versuchung erscheint? Wie heisst es:
Der Teufel ist immer und überall. Man muss "nur" nicht auf ihn hereinfallen.
Aber Menschen sind nicht immer stark. Du bist es auch nicht, wenn Du Kontrolle
über die Liebe und Treue Deines Freundes haben möchtest. Deine Zweifel sind in
Dir. So wie auch das Vertrauen nur in Dir sein kann.
Deinem Freund geht es ebenso. Wenn er Dir vertraut, macht Dich das stark. Wenn
Du ihm vertraust, stärkt es ihn. Zweifel schwächen Dich und Eure Beziehung. Sie
sind eher ein Ausdruck für eigene Gefühlszustände oder Schwierigkeiten.
Manchmal ein Hinweis darauf, dass man ist sich selbst nicht sicher, ob
man die richtige Entscheidung getroffen hat und so dieses
Gefühl auf den Partner überträgt. Oder dass noch tiefer
unklare Gefühle bestehen, mit denen man sich näher befassen sollte:
Verlustängste, Eifersucht und mangelndes Vertrauen zeigen
oft, dass man als Kind zeitweise wenig Sicherheit und Geborgenheit erlebt hat,
als man es brauchte. Nun will man vermeiden, dass dies
erneut geschieht.
Doch die Realität ist: Das kann man nicht. Es ist immer möglich, dass man
enttäuscht wird. In einer intensiven Beziehung ist es sogar normal, dass man
einander weh tut - so hart sich das anhört. Natürlich will das keiner, doch es
ist nahezu unvermeidlich. Die Kunst dabei ist es dies
einzuschränken und, wo nicht möglich, damit schmerzfreier umzugehen.
Aber mache Dir keine allzu großen Sorgen: Das sind ganz normale "Probleme" eines
Paares. Diese sind stets angenehmer von anderen
kennenzulernen, als sie selbst zu erleben. Vielleicht stöberst Du hierzu einmal
auf unserer Literaturseite.
Dort gibt es möglicherweise Lesestoff, der Euch in diesen Fragen unterstützen
kann. Vielleicht lest Ihr gemeinsam an den Fragen und Themen die Euch
interessieren? Ich mache das heute noch gerne mit meinem Partner.
Ich wünsche Dir viel Zuversicht für die Tage ohne und viel Freude und Glück für
die mit Deinem Freund.
Macht was draus!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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28. Anfrage vom
19.6.06
Hallo Marion. Ich hab ein riesiges Problem. Ich bin mit meiner Freundin seit
fast 6 Monaten zusammen. Seit ein paar Wochen ist es so das wir uns ab und an
streiten und sie vollkommen unglücklich ist. Ihr Vater ist schwer krank und
wurde schon vor 3 Jahren für tot erklärt und bei ihrer Arbeit wird sie gemobbt.
Also sind sowieso schon große Belastungen die auf sie einwirken. Wir haben uns
letzte Woche tierisch gezofft und es wäre von ihrer Seite fast aus gewesen. Vom
15. bis zum 18. Juni waren wir an der Ostsee und da haben wir eigentlich kaum
Zärtlichkeiten ausgetauscht, ausser das wir in der kurzen Zeit sehr viel Sex
hatten (sonst ist es aber auch nicht grad wenig). Auf jeden Fall entfernen wir
uns immer weiter von einander obwohl wir uns beide sehr lieben und über die
Verliebtheitsphase schon ca. 2 Monate hinweg sind. Ich weiss wirklich nicht mehr
was ich machen soll. Wir reden eigentlich viel miteinander und diskutieren
Probleme auch aus, nur leider lässt der Erfolg zu wünschen übrig. Sie wird
schnell zickig und ich schnell bockig und so kommt es immer wieder zu
Streitigkeiten. Man muss auch dazu sagen, dass wir uns, seit dem wir zusammen
sind, eigentlich täglich sehen und das nicht nur für 2 oder 3 Stunden. Wie
können wir das Problem lösen? Wenn Sie noch spezielle Fragen, die zur Lösung des
Problems dienen oder zu unserer Beziehung haben, dann schreiben Sie mir doch
bitte eine Mail. Über eine Antwort und Ihre Hilfe freue ich mich schon und
bedanke mich im Voraus. LG Norbert
Hallo Norbert. Nach der Verliebtheitsphase beginnt der
Alltag und da steckt ihr mitten drin. Nach dieser Phase entscheidet sich ob man
tatsächlich länger zusammenbleiben kann, ob daraus Liebe wird. Ihr habt ganz
positive Aussichten, aber es gibt einige Dinge, die man wissen sollte!
Der andere ist nicht für mein Glück verantwortlich. Wenn Deine Freundin schlecht
drauf ist, weil sie ein recht schweres Leben im Moment hat, dann darf sie das
nicht an Dir auslassen. Doch wenn man das nicht weiß, versucht man dem anderen
diese Rolle zuzuschieben. Jetzt bin ich nicht mehr alleine und der andere hat
alle meine Launen zu ertragen, er muss mich glücklich machen. Das ist eine große
Beziehungsfalle. Sie muss lernen, mit ihren Launen alleine klarzukommen und es
nicht an Dir auszulassen. Du bist nicht ihr Mülleimer und ihr Vater wird davon
auch nicht gesund. Du kannst ihr zuhören und sie trösten, allerdings musst Du
wissen, welchen Trost sie braucht. Frag sie, was sie von Dir erwartet.
Lernt miteinander zu reden. Auch das ist ein Prozeß, jeder von Euch hat seine
Geschichte und ist geprägt und an manchen Punkten verletzt. Erzählt Euch von
Eurer Vergangenheit von Euren Verletzungen, damit der andere damit umgehen kann
und nicht seine Finger in diese Wunde legt. Versteht Eure Vergangenheit
und redet darüber. Lernt miteinander streiten, das ist ein sehr schwerer Prozeß,
aber auch das kann lernen.
Versucht nicht alles, was Euch nicht passt in den Streit reinzupacken, sondern
bleibt an einem Punkt dran.
Vermeidet die Worte nie und immer.
Rede in "ich" Botschaften. Ich würde mir wünschen mehr Zärtlichkeit beim Sex zu
haben , hört sich anders an als: Du gibst mir keine Zärtlichkeit beim Sex.
Arbeitet an Eurer Beziehung, das ist das Wichtigste! Ohne diese Beziehungsarbeit
bleibt eine Beziehung stehen und kann nicht wachsen. Ein gutes Buch zum Einstieg
ist: Die fünf Sprachen der
Liebe.
Nehmt Euch ab und zu einen Abend Zeit um über Euch zu reden, was Euch gut
gefällt aber auch was nicht so gut läuft und das ganze bei einer schönen,
entspannten Atmosphäre. ( Meistens finden diese Gespräche erst statt, wenn einer
so geladen ist, dass es nur knallt). Rede mit ihr ganz offen und ehrlich was Du
empfindest und geht die Punkte an, die Spannungen bei Euch auslösen. Jede
Beziehung hat ab und zu Probleme und muß lernen damit umzugehen, nur reden
die meisten sehr ungern darüber, Du bist da schon einen großen Schritt weiter.
Wenn Du noch Fragen hast kannst gerne schreiben.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Beziehungsarbeit! Ganz herzlich, Marion
![]()
27.
Anfrage vom 7.7.06
Liebe Frau Kuhn! Habe zufällig ihre Internetseite gefunden und darin etwas herumgeschmökert
– war sehr begeistert über ihre hilfreichen Antworten.
Ich bin 34 J. bin Krankenschwester, 2 Kinder (13
J. & 16 J.), geschieden und
habe meinen jetzigen Freund im letzen Jahr übers Internet
kennen gelernt. Seine Annonce hat mir sofort zugesagt, klang sehr ehrlich, ohne
Foto und deshalb habe ich ihn angeschrieben. Es stand auch drin,
dass er von seiner Frau getrennt lebt. Ich weiß bis heute
nicht warum ich diesen Mann angeschrieben habe oder ob es einfach nur Neugierde
war. Nach ein paar Tagen schrieb er mir zurück, wir
tauschten Bilder aus und waren beide ganz hingerissen. Er erzählte mir auch per
Mail, dass er seit ca. 2 Monaten von seiner Frau getrennt bzw. in Scheidung lebt
(Sie reichte die Scheidung ein). Per Mail machte ich ihn
Mut, berichtete ihn über meine Scheidung von meinen Mann und wie er damit
umgehen könnte. Das es ungefähr 1 Jahr braucht, bis man
darüber hinweg sei, dass es allmählich verblasst. Und das
ich seine jetzige Situation sehr gut verstehen könnte. Zu erst stand für mich
fest, dass dieser Mann für mich erstmal ein guter
Internet-Freund ist. Denn er wohnt
ja ca. 100 km von meinen Wohnort entfernt. Wir
telefonierten anschließend auch schon regelmäßig. Nach 2
Wochen Telefonieren und per Mailaustausch wollten wir uns dann doch (Ende
November) persönlich kennenlernen. Ich hatte sowieso Urlaub und wir einigten uns
dass wir uns über’s Wochenende treffen. Also fuhr ich zu ihm. Es war ein sehr
aufregendes Gefühl. Wir schauten uns in die Augen und es funkte sofort bei
beiden. Ich erzählte ihn (genauso wie es in der
Schilderung steht) dass meine Kinder zurzeit nicht bei mir lebten. Sondern
vorübergehend in einem Heim. Kurze Schilderung:
Nach der Inhaftierung ihres Vaters haben die Schwiegereltern dafür gesorgt, dass
die Kinder von mir weg wollten und letztendlich auch kamen. War in dieser Zeit
leider nicht zu ändern. Ich stimmte zu das die Kinder erstmal
vorübergehend in ein Heim leben sollen um Abstand zu gewinnen. Von meinen
damaligen Partner trennte ich mich sofort. Heute haben die
Kinder und ich wieder ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Denn ich ließ
sie nicht fallen. Stand immer
hinter ihnen, egal was sie ausgefressen haben Wir
telefonierten regelmäßig miteinander und Sie kamen auch regelmäßig zu Besuch
nach Hause. Auch heut noch.
Meine Tochter erzählte mir dass damals einiges schief gelaufen
sei. Sie wollte mich eigentlich nur glücklich sehen und das ich wenig
Zeit hatte für meine Kinder. Denn zur damaligen Zeit war ich in eine Ausbildung
zur Krankenschwester. Hatte wirklich wenig Zeit und die
Kinder hatten das Gefühl das mein Partner nur für mich aktuell war. Aber es war
nicht so. Denn meine Kinder sind das wichtigste für mich. Meine Tochter äußerte
mir auch gegenüber das es ihr sehr Leid tut was sie mir angetan hat. Jetzt
möchten beide wieder nach Hause. Worüber ich mich sehr freue und sehr glücklich
bin. Meine Kinde werden weiterhin an erster Stelle stehen.
Er war darüber gar nicht erfreut. Denn er wünscht sich sehr gerne ein Kind. Denn
er kann keine eigenen Kinder erzeugen. Wir hatten trotz
alldem ein sehr schönes Wochenende gehabt. Muss dazu sagen wir hatten
schon am ersten Abend Sex miteinander. Das war, glaube ich ein Fehler.
Ich fuhr montags wieder nach Hause und wir wollten uns wieder sehen. Wir
telefonierten und schrieben uns SMS. Wir waren beide Happy.
Doch einen Monat später rief er mich an und sagte
„ K. es tut mir leid aber ich möchte es noch mal mit meiner Frau versuchen –
denn immerhin waren es 12 Jahre. Wenn wir uns 12 Jahre eher kennen gelernt
hätten. Ich wünsche dir alles Gute!“
Er legte auf – für mich tat es einfach nur weh! Denn ich mochte ihn sehr!
Ich rief ihn nach 5 min zurück und sagte: „M. ich kämpfe um dich“
Ich schrieb ihn nächsten Tag eine SMS – Zitat: „Wenn du jemanden brauchst –
weißt du ja welchen Knopf du drücken musst. Ich reiche dir freundschaftlich die
Hand.“
Er schrieb eine SMS zurück, bedankte sich und reichte mir auch freundschaftlich
die Hand. Ich war sehr traurig – doch ich wusste, dass das noch lange nicht mit uns zu
Ende ist.
Ich wartete einfach nur ab.
Er rief mich auch wirklich irgendwann an. Von da an telefonierten wir jeden
Abend und schrieben uns jeden Tag SMS. Er berichtete mir wie es verlaufen ist –
die Gespräche + Treffen mit seiner Frau.
Ich begleitete ihn und war für ihn da – so weit wie es ging. Sagte auch, nachdem
er mir das alles so berichtet hat von seiner Ex-Frau – das sie ihn verarschen
tut. Weil Sie es nicht ertragen könnte, das er eine neue Frau gefunden hat.
So weit so gut – es stimmt auch. Sie hat ihn verarscht.
Er kam zwischen Weihnachten uns Silvester zu Besuch. Denn ich hatte in der
zwischen Zeit Geburtstag. Es freute mich sehr. Aber er wollte nicht, dass wir
gemeinsam Silvester zusammen feiern – das kam mir etwas seltsam vor. Wir hatten
wieder Sex miteinander. Ich konnte es nicht einordnen – kam er nun als Freund
oder als Partner. Denn wir konnten über alles reden nur nicht über uns. Selbst
ich blockte davor. Obwohl ich es gerne getan hätte.
Wir telefonierten weiterhin jeden Abend. Einige Zeit später, ich kam von der Arbeit, hatte ein sehr komisches Gefühl im Bauch.
Ich rief ihn an - Er teilte mir mit, dass er das alles nicht mehr möchte, jeden
Abend zu telefonieren und wünschte mir wieder alles Gute. Nach 2 Wochen rief ich ihn an – ich hielt es einfach nicht mehr aus. Ich musste
einfach seine Stimme hören. Ich mochte ihn immer noch und konnte ihn einfach
nicht vergessen. Ich hatte das Gefühl, er freute sich das ich am anderen Ende
war.
Wie es der Zufall möchte – waren wir auch meiste Zeit gleichsam im Chat. Er
schickte mir per Mail eine Valentinstagsgrußkarte. Es freute mich sehr und
bedankte mich dafür.
Eines Tages war er auch wieder im Chat. Er Lud mich, zu sich zur Faschingsfeier
ein. Und er schrieb auch, dass er mich zu 90 % liebt. Ich fragte ihn nach den
restlichen 10%? Er konnte es mir nicht beantworten. Er äußerte nur, dass ich ihn
noch 1 Jahr Zeit geben soll. Denn er muss das alles erstmal verarbeiten.
Im Frühsommer fuhr er eine Woche mit Kumpels im Urlaub. Er rief mich bevor er
abgeflogen ist noch mal an. Selbst im Urlaub schrieb er mir von dort aus kurze Mail’s und SMS. Es freute mich, weil es überraschend für mich war. Als er wieder
zu Hause war – sagte er „Ich würde dich gerne nächstes Wochenende besuchen.“ Ich
stimmte zu. Wir redeten über den Urlaub,
über seine Ex-Frau. Er hatte sie noch mal besucht. Er war irgendwie enttäuscht
über diesen Besuch. Und er äußerte auch, dass er das alles nicht mehr möchte.
Hatte das Gefühl das er jemanden braucht zum reden. Ich war da für ihn.
Von da an – unerklärlicher Weise – besuchen wir uns alle 14 Tage. Die meiste
Zeit fahr ich zu ihm, weil er auf sein Grundstück noch viel zu tun hat. Ich muss
noch dazu sagen – wenn ich da bin oder er bei mir ist – unternehmen wir viel
gemeinsam und wenn es nur ein Stadtbummel ist.
Ich fragte ihn, was das alles zu bedeuten hat mit uns? Er Antwortete – so wie es
jetzt momentan läuft ist das gut! Er möchte mich nicht missen und das er mich
liebt. Er weiß, dass meine Kinder diesen Monat für immer nach Hause kommen. Ich fragte
ihn ob er sie kennen lernen möchte. Er Antwortete: „Ja“
Aber ich habe Angst, dass meine Kinder zwischen uns stehen und das er ebenfalls
Angst hat vor der damaligen Situation. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll
bzw. wie wir es anpacken können. Denn auch ich möchte, dass meine Kinder ihn
kennen lernen.
Meine Frage an Sie, liebe Frau Kuhn: Sieht er mich vielleicht immer noch als gute Freundin oder als Partnerin?
Ich kann das irgendwie nicht einordnen. Ich weiß, dass er mit seiner damaligen Frau nicht besonders über Probleme reden
konnte. Denn er hat immer alles stillschweigend für beide entschieden und Sie
hat einfach stillschweigend mitgezogen. Er hat für beide gesorgt. Und das merkt
man auch.
Er ist ein gütiger und führsorglicher Mensch. Wir Kochen auch, so weit wie es
die Zeit erlaubt, sehr viel zusammen. Ich möchte ihn nicht verlieren – ich mag Ihn sehr.
Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich, danke! Gruß S.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
Hallo, S. Sie haben sich mit Ihrem
Freund ein kleines Glück erarbeitet. Zum großen Teil durch Ihre Geduld und
Beharrlichkeit. Diese Eigenschaften sind es vermutlich auch, die die Beziehung
zu Ihrem Freund stützen. Er scheint eher jemand zu sein, der reagiert, der sich
bietende Gelegenheiten nutzt und lieber einen Weg geht, der wenig Widerstand
vermuten lässt. Ihr Fleiß fördert natürlich solche Bequemlichkeit. Die damit
verbundenen "Probleme" haben Sie zumindest im Moment im Griff.
Nun kommt Ihre ursprüngliche Familie, durch die Kinder, wieder zusammen.
Sie spüren selbst, dass Ihr derzeitiges "Kartenhaus" am Wackeln ist.
Also: Was ist zu erwarten?
Kinder wollen nicht zurückstecken. Gerade wenn Sie schon einmal, durch das Heim,
auf so viel verzichten mussten. Sie werden mißtrauisch sein, wenn ein neuer
Partner
da ist. Andererseit sind da vielleicht noch ein paar
Schuldgefühle, weil sie einen Anteil daran hatten,
als man dafür gesorgt hatte,
dass sie von Ihnen weg kommen. Es dürfte in den Kindern,
auch wenn man es nicht gleich erkennen kann, gefühlsmäßig sehr
aufgewühlt und durcheinander zu gehen.
Und Ihr Freund wird von dieser Situation und den Kindern
stark gefordert werden. Ebenso wie Sie dadurch stark belastet werden. Es ist
anzunehmen, dass Sie Ihre volle Aufmerksamkeit benötigen, um das Nachzuholen
bzw. Auszugleichen, was all die Jahre an Ihnen und den Kindern vorbeigegangen
ist. Ich weiß nicht, ob Ihr Freund die Stärke besitzt,
dies auszuhalten, bzw. mitzutragen. Er hat dadurch einerseits die Schwerere und
andererseits die leichtere Rolle: Wenn es zuviel wird, kann er einfach gehen. Er
hat dies leider auch schon Ihnen gegenüber getan. Das
macht ihn zu einem für Sie unsicheren Partner.
Leider ist Ihr starker Wunsch nach familiären
Glück schon fast zu einer kleinen Abhängigkeit zum diesem Mann angewachsen. Dies
wird Sie in Ihrer Rolle als Mutter schwächen. Das müssen
Sie berücksichtigen.
Mein Tipp: Reden Sie mit den Kindern über Ihre Situation und diesen Mann. Sagen
Sie, dass er für Sie im Moment wichtig ist.
Seien Sie aber auch offen und realistisch, indem sie sagen, dass Sie noch nicht
wissen, wie es sich entwickeln wird.
Lassen Sie sich und den Kinder erst einmal Zeit, sich aneinander zu gewöhnen.
Solange sollte Ihr Freund sich zurück halten und auch für Sie etwas Geduld
aufbringen. Die Kinder haben im Moment einfach Vorrang.
Binden Sie Ihren Freund nach einer gewissen Zeit schrittweise in Ihre Familie
ein. Vielleicht führen Sie diese Beziehung in lockerer Form fort - sofern es
Ihre Zeit und Ihre Verpflichtungen zulässt.
Er hat Sie bisher eher als Freundin, statt als Partnerin gesehen.
Eine Partnerschaft wächst gerade in schwierigen Zeiten.
Wenn Ihr Freund diese Zeit mit Ihnen durchzustehen vermag, Sie sogar stärken und
unterstützen kann, wird vielleicht noch etwas "Richtiges" daraus.
Wer weiß, vielleicht müssen Sie nach einiger Zeit eine ganz andere Entscheidung
fällen? Hören Sie dabei auf Ihr Gefühl und auf das, was
Ihnen wichtig ist. Halbherzige Dinge kosten unnötig Zeit und Kraft.
Beides haben Sie und Ihre Kinder nicht beliebig viel, bis sie groß sind
und ihre eigenen Wege gehen.
Ich wünsche Ihnen die nötige Energie und Klarheit für Ihre weitere Zukunft.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
26.
Anfrage vom 28.5.06
Hallo. Ich habe eine Frage wegen meiner derzeitigen Beziehung! oder
nicht-Beziehung mit einem Mann. Wir haben seit 2 Jahren ein rein sexuelles
Verhältnis. Beide sind wir nicht anderweitig liiert. Er weiß, das ich ihn liebe,
geht aber auf meine Fragen wegen einer tieferen Beziehung nicht ein oder
ignoriert sie einfach. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich
meine, soll ich solange warten, bis er mal von sich aus das thema zur sprache
bringt. Andererseits bin ich schon 27 und möchte auch mal eine dauerhafte
Beziehung und evtl. später auch Kinder mit dem Mann haben. Können Sie mir
weiterhelfen??? Daniela
Hallo, Daniela. Ich
befürchte, dass sich Ihr Freund kaum stärker in Ihre
Beziehung einbringen will. Er hat es im Moment auch sehr bequem durch sie: Eine
sexuelle Spielwiese ohne weitergehende Verpflichtungen.
Was will ein Mann mehr? Die meisten fänden das gut.
Vieles ist möglich: Natürlich gibt es auch Männer, die an
Familie denken. Manchmal ist es eine Frage der Zeit, wann sie sich dazu
entschließen. Dann haben sie sogar ziemliche Ansprüche an die Frau und mögliche
Mutter ihrer Kinder. Dann ist eine bequeme Bettgespielin vielleicht auf einmal
gar nicht gut genug für sie. Weil sie möglicherweise zu unentschlossen oder
durchsetzungsschwach ist.
Und es gibt Männer, die Familiengedanken weit von sich weg schieben. Die ihre
Freiheit behalten wollen. Die noch so viel erleben wollen. Die froh sind, dass
es noch Frauen gibt, die sich hin halten lassen. Und sollten sie dann doch
nerven - es gibt (hoffentlich) noch genug Andere.
Machen Sie einen Test: Sprechen Sie ihren Freund direkt
darauf an. Sagen Sie, dass Sie Kinder von ihm wollen. Sofort.
Je schneller die Ausreden kommen, bzw. er sich vom Acker macht, um so eher ist
er ein Vertreter der zweiten beschriebenen Männergruppe. Und Sie wissen woran
sie sind. Und sind dann vielleicht allein. Ist das der
Grund, warum Sie zögern?
Sie scheinen sich selbst mit Ihrem Freund nicht sicher zu sein. Und da tickt
auch noch die biologische Uhr. Solche Überlegungen sind ein schlechter Ratgeber.
Man geht Kompromisse ein, weil man glaubt nichts Besseres mehr ab zu
bekommen. Zur Not auch faule Kompromisse. Finden Sie
heraus, was Sie wirklich für Ihr Leben wollen. Wollen Sie das, was Ihnen im
Moment geboten wird? Können Sie das nicht besser selbst in die Hand nehmen?
Können Sie eher alleine sein, als nur mit dem Spatz in der Hand zu leben?
Wollen Sie auf die Suche nach der Taube auf dem Dach gehen?
Finden Sie heraus, was für ein Mann zu Ihnen passt, wenn Sie so sind, wie
Sie sein wollen. Finden Sie heraus, ob es Ihr momentaner Partner ist.
Das Leben ist mehr, als ein langer
ruhiger Fluss an dem man sitzt und das nimmt, was gerade vorbei treibt. Wenn man
es will. Dazu muss man sich jedoch selbst bewegen. Und
Risiken eingehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
PS: Vielleicht ein Buchtipp, der Sie auf den Geschmack
bringen könnte:
Gute Mädchen kommen in
den Himmel, böse überall hin von Ute Ehrhardt
![]()
25.
Anfrage vom 27.5.06
Liebe Frau Kuhn, ich bin völlig durch den Wind, da ich etwas ausholen muss, wird
der Beitrag etwas länger.
Ich bin 41 J. seit langen keinen feste Beziehung gehabt (passive
Beziehungsangst?). Letztes Jahr in Sept. hatte ich eine sog. Bettgeschichte mit
einem Kumpel meines Bruders. Ich bin schon länger in ihn verliebt (Kumpel),
näher kennengelernt hatten wir uns letzten Sommer. Nach einem Monat hat er es
beendet, wegen Missverständnisse und er war nicht in mich verliebt. Nach zwei
Monaten klopfte er bei mir und wir hatten uns ausgesprochen, sagte ihm auch dass
ich mich in verliebt habe. Er blieb bis zum späten Abend bei mir, wir kochten
zusammen, unterhielten uns über vieles, es war ein schöner Abend (ohne Sex), was
ich ihm auch dann sagte. Dann hörte ich eine Woche nichts mehr von ihm. Das ist
bei ihm normal, nach Nähe braucht er erstmal Distanz, hat er auch bestätigt.
Wir sahen uns etwas 1x in der Woche oder alle zwei Wochen. Mal meldete er sich,
mal ich. Der Sex war von Anfang an super, wir verstanden uns ohne Worte. Wenn er
bei mir war, war viel Vertrautheit, Nähe. Das ist jetzt meine Sichtweise, aber
ich weiß von ihm dass er sich bei mir wohlfühlt. Wir unterhielten uns viel (nur
nie über uns), aber wir trafen uns nur bei mir. Ein Kinovorschlag ist im Sande
verlaufen und dass wir auch mal zu ihm gehen könnten hat er auch irgendwie
abgeblockt. Zärtlichkeiten kam nur beim Sex, sonst nicht. Aus Gesprächen weiß
ich, dass er auch nicht die besten Beziehungserfahrungen gemacht hat (er ist 39
J.). Was ganz komisch war, was ich nicht kannte, war, dass er beim Sex nur
außerhalb kam. Er hatte viele ONS und in der Vergangenheit wollten einige
Exfreundinnen schnell ein Kind. Er wußte von mir, dass ich keins mehr
wollte(habe eine Tochter). Da kam er auch in mir, was ich als Vertrauensbeweis
ansah. Ich habe auch das Gefühl, dass er mir gegenüber offener geworden ist. Das
heißt, der Sex war auch zärtlicher (er scheint früher nur genommen zu haben).
Aber ich war /bin unsicher, warum er sich trotz allem Distanziert verhält. Ich
habe die Bücher "Warum Männer mauern", "So Nah und doch so fern" und "Ich liebe
Dich nicht wenn Du mich liebst" gelesen. Ich habe mich darin gesehen und auch
Ansätze, dass bei ihm auch eine Bindungsangst vorliegen könnte. Ich muss auch
sagen, das ich auch aus seinem Frauenraster rausfalle. Er ist Biker, kennt
natürlich Frauen die auch auch dieser Szene kommen, die ja ganz anders sind als
ich (zwar unkonvertionell, aber der etwas ruhige Typ (introvertiert), schon jung
geblieben aber dennoch "bürgerlich"(keine Drogen /Alkohol). Er sagte mal seine
Exfreundinnen waren entweder Sozialarbeiterinnen oder Pädagoginnen, die ein
Helfersyndrom hatten. Das habe ich nicht, denn jeder ist für sein Leben selbst
verantwortlich. Wollten die ihn ändern? Wir habe zwar verschiedene Interessen,
aber in der Lebenseinstellung, was Beziehungen betrifft u.ä. sind wir uns
ähnlich. Wenn man ihn nicht kennt, er ist der typische Rocker (Sex, Drugs and
Rocknroll), er hat schon manchmal eine schroffe Art, kommt vielleicht arrogant
rüber. Also nicht gerade ein Traum von Schwiegermüttern. Aber er ist auch
verletzlich, einsam, zuverlässig und ehrlich. Ich habe ihn so kenngelernt, dass
er mich (alle Frauen?) mit Respekt behandelt, die Worte Bitte und Danke kennt,
mir die Autotür zuerst öffnet, den Tisch abräumt (hat mein Exmann nie gemacht).
In der letzten Zeit habe ich ihm auch beim Sex anders erlebt, nicht mehr so
fordernd, sondern irgendwie auch verletzlicher, ich weiß nicht genau wie ich es
ausdrücken soll.
Wenn er sich nicht gemeldet hat, wußte er, ich mache keine Szene. Ich ließ ihm
Raum, er konnte sich also von mir nicht eingeengt fühlen. Letztes WoE war er
erst kurz bei meinem Bruder, dann bei mir. Er sagte, dass er vieleicht später
nochmal bei mir vorbei kommen wollte, konnte es aber nicht versprechen. So gegen
23 Uhr kam er doch noch. Wir lachten, redeten über vieles, schauten Fernsehen.
Wie selbstverständlich blieb er auch über Nacht, doch wir hatten keinen Sex. Er
hatte sich zwar an mich gekuschelt, aber sonst kam nichts von ihm. Er ging aber
ohne Frühstück, weil er noch was erledigen mußte.
Am Montag rief ich ihn an und lud ihn für Mittwoch zum essen ein. Er kam auch.
Es war wie immer. Die Nacht auch ohne Sex. Am Morgen sagte ich ihm dass ich
Abends Lust auf ihn hatte, ob er keine Lust mehr auf mich habe. Er druckste rum
und sagte nein. Er sagte, es bringe ihm nicht viel, er sei nicht in mich
verknallt (ich hatte den Eindruck, er war etwas traurig). So. Aber so ganz nehme
ich ihm das nicht ab. So wie ich ihn kennengelernt hatte, dachte ich wir hätten
eine Basis worauf man aufbauen könnte. Ich hatte auch vor bei passender
Gelegenheit etwas Klarheit über uns zu bekommen. Denn wir haben nie über uns
geredet. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass er schon etwas für mich empfindet, oder
bilde ich mir das ein?
Ich möchte mit ihm zwar eine Beziehung eingehen, aber ich bin auch kein Mensch,
der ständig Kontakt braucht. Mir würde es reichen, wenn man sich 1-2 mal in der
Wochen sehen würde, auch mal telefoniert, jeder hat ja sein eigenes Leben, aber
das wichtigste, dass er sich zu mir bekennt! Das hat er nicht getan. Ich bin mir
sicher, dass er in 3 oder 4 Wochen wieder ein klärendes Gespräch sucht. Da würde
ich ihn gerne fragen, warum er überhaupt wieder gekommen ist, wie er sich
gefühlt hat, wenn er bei mir war. Ich würde ihm gerne sagen, was er mir bedeutet
(auch als Mensch), dass ich seine Stimme mag, seine Art zu lachen, dass ich ihn
gerne neben mir liegen habe (obwohl er schnarcht), dass ich ihn so aktzeptiere
wie er ist, dass ich sein Geruch mag (Kopfkissen), dass ich mich mit ihm
wohlfühle. Das ist mein Bedürfnis, auch damit er darüber Nachdenken kann, was er
bei mir ausgelöst hat. Hätten wir unser Verhältnis von Anfang an geklärt, hätte
ich entscheiden können, lasse ich mich darauf ein oder nicht. So sind meine
Gefühle immer tiefer geworden, weil ich die Hoffnung hatte/habe, dass wir eine
ernsthafte Beziehung eingehen können.
Oder habe ich mich da in was verannt? Ich bin so traurig, wütend auf ihn aber
auch auf mich. Ich hoffe, Sie können etwas Klarheit in mein Chaos bringen.
Mit freundlichen Grüßen, Stella
Hallo, Stella. Eigentlich haben Sie beide die idealen
Voraussetzungen für eine Beziehung: Sie kommen jeweils mit der gleichen Menge an
Nähe und Distanz zurecht. Das ist nicht immer so. Und es ist auch, so wie Sie es
leben, nicht unbedingt das Übliche. Aber wen juckt das schon, wenn es für Sie
beide passt. Dass bei einem Mann die Sexualität das bedeutet, was für eine Frau
Zärtlichkeit ist, geschieht häufig. Frauen trennen Sex und Liebe voneinander.
Männer tun dies normalerweise nicht. Oft ist es auch ein Schutz, Zärtlichkeiten
nur auf den Sex zu beschränken. Manchmal muss ein Mann es auch erst lernen,
seine Gefühle auszuleben und auch zu zeigen. Es hat den Anschein, als könnten
Sie sich beide so lassen, wie sie jeweils sind.
So weit so gut. Dennoch geschieht auch bei Ihnen, was normalerweise jedem Paar
passiert: Wenn die Verliebtheit vergeht - und das wird sie früher oder später
immer - was tut man dann? Hier scheint Ihr Freund in dieser Hinsicht etwas
ratloser zu sein, denn er glaubt wohl, dass damit die Beziehung zu Ende ist.
Diesem Irrtum, der manchmal auch nur Bequemlichkeit sein kann, unterliegen
viele Paare. Dabei geht es hier normalerweise erst los! Das Dumme: So gut wie
nirgendwo steht, was dann zu tun ist (nebenbei: wir arbeiten daran). Und das
Schlimme: Viele denken, danach kommt nichts mehr.
Es ist wie unter freiem Himmel zu leben, ausgesetzt dem Regen und Sturm, weil
man vergessen hat, wie man Häuser baut. Also läuft man lieber der Sonne
hinterher, statt sich sein Leben an dieser Stelle einzurichten. Kurios, aber
wahr.
Also: Es ist wichtig, dass Sie über Ihre mögliche gemeinsame Zukunft reden. Über
das, was jeden bedrückt, wovor er Angst hat. Eine Freundschaft kann dies. Eine
Paarbeziehung, die nicht nur auf die Schmetterlinge im Bauch hört, kann das
auch. Die Verliebtheit geht und etwas Neues kommt hinzu. Freundschaft,
Vertrauen, Liebe. Sie haben schon diese Ansätze in Ihrem Hinterkopf und das ist
gut so. Die Frage ist, wie steht Ihr Freund dazu? Glaubt er, wenn die
Verliebtheit schwindet, und der Sex vielleicht nicht mehr ganz so
leidenschaftlich ausschaut, dass dann auch die Beziehung zu Ende ist? Hat er
vielleicht Furcht, dass er sich zu fest binden könnte? Weiss er, was er dabei
gewinnt oder verliert? Erinnert ihn das möglicherweise an frühere, manchmal auch
kindheitsbezogene Erfahrungen, die seine Freiheit in dieser Frage einschränken?
Möchte er sich davon befreien? Mit dem Herangehen an diese Fragen kann alles zu
Ende sein, aber auch alles beginnen.
Sie sind beide in Ihrer Beziehung schon etwas weiter, als ihr und sein Herz und
vor allem der Kopf sich vorgestellt hatten. Die Kraft der Sexualität auf unsere
Gefühle wird leider oft unterschätzt. Diese Schwierigkeiten lassen Sie wütend
und traurig sein. Doch da müssen Sie jetzt durch. Schildern Sie ihm Ihre
Gefühle, die Sie für ihn haben. Hören Sie ihm zu, was er dazu denkt. Sagen Sie
ihm - wenn Sie schon so weit sind - wofür Sie sich entschieden haben. Denn das
werden Sie tun müssen - früher oder später. Vielleicht entscheidet er sich
ebenso. Vielleicht auch nicht. Frei und ohne Zwang sollte er es tun, damit er
fest dazu stehen kann. Etwas Mut gehört dazu - wie zum Leben überhaupt. Die
Möglichkeiten sind herausragend. Die Risiken sind nicht unerheblich, aber es
meistens wert. Kein Versagen ist so schlimm, wie das Gefühl, etwas nicht
versucht zu haben. Herzen zerbrechen, aber heilen auch wieder. Dafür sind sie
gemacht. Sie werden auf jeden Fall eines erreichen: Klarheit.
Eine Last wird von Ihren Schultern genommen, wenn Sie ehrlich sagen können, was
Sie bewegt. Ihm wird es auch so gehen. Freundschaftlicher Respekt ist etwas
wertvolles. Und wenn daraus mehr werden kann - was ich Ihnen herzlich wünsche -
haben Sie einen guten Anfang getan.
Und wie schon gesagt: Dann fängt die Arbeit erst an. Aber dann schafft man etwas
Gemeinsames.
Viel Glück hierfür, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
24. Anfrage vom 21.5.06
liebe marion kuhn! Sie haben mir schon einmal einen guten tipp gegeben
und daher erlaube ich es mir sie noch einmal um hilfe zu
bitten. Mein Freund und ich sind jetzt seit 8
monaten glücklich zusammen, abgesehen von kleinen
problemen. Nun jedoch merke ich langsam, dass sich der alltag einschleicht. es
ist nicht mehr das gleiche wie am anfang, was eigentlich auch logisch ist. ich
merke ausserdem, dass ich einen bestimmten mann auf einmal viel interessanter
finde als früher. nun weiss ich überhaupt nicht, was ich machen soll. ich habe
meinen freund wirklich sehr gerne, aber ich weiss nicht, ob der andere mann für
mich nur so eine ablenkung vom alltag ist oder mehr. dieser andere mann ist vom
äusseren wirklich mein absoluter traummann, innerlich kenne ich ihn jedoch
überhaupt nicht richtig. ich fühle mich sehr schlecht, wenn ich mit meinem
freund zusammen bin und dabei manchmal an den anderen denken muss. ich habe
meinem freund gesagt, dass es für mich im moment nicht mehr so ganz stimmt, von
dem anderem habe ich aber nichts erzählt. mein freund hingegen hat jetzt total
angst mich zu verlieren, er hat das letzte mal sogar geweint, was mich sehr
überrascht hat, da er sonst wirklich nicht der typ war, der so stark seine angst
zugeben konnte. dass er geweint hat hat mich total unter
druck gesetzt, ich weiss wirklich nicht ws das beste für uns beide, ihn alleine
und mich ist. ich mag ihn sehr, aber ich weiss nicht, ob das nicht nur noch
routine ist oder wahre gefühle. vielleicht entpuppt sich der andere mit der zeit
als arschloch (entschuldigung wegen meiner wortwahl), aber ich muss trotzdem
sehr oft an ihn denken. auf der einen seite wäre ich sehr gerne weiterhin mit
meinem freund zusammen, aber auf der anderen seite zieht mich dieser andere
magisch an. bitte helfen sie mir, ich komme alleine echt
nicht mehr weiter... liebe grüsse und danke!!! Marietta
Liebe Marietta, aus der
Verliebtheit kann Liebe wachsen. Das
bedeutet, man nimmt den anderen
mit seinen Fehlern und Schwächen an und kann sich vorstellen eine
gemeinsame Zukunft aufzubauen. Die Verliebtheit ist nun bei Dir am
Abflachen. So wie es aussieht
wächst daraus nicht mehr, sondern Du bist im Begriff Dich in einen anderen zu
verlieben. Oder bist sogar schon verliebt. Ich habe keine Ahnung wie dieser
Traummann sich entpuppt, das wirst Du erst wissen, wenn Du ihn näher
kennenlernst. Möglicherweise passiert dann mit ihm das gleiche,
wie mit Deinem Freund.
Er scheint zwar ganz lieb und nett zu sein, aber mehr ist
es auch nicht. Aber Du kannst nicht einfach bei Deinem
jetzigen Freund bleiben aus Sicherheit oder aus Angst vor dem Alleinsein, sollte
es mit dem anderen nichts werden. Das wäre auch Deinem Freund gegenüber nicht
fair, denn irgendwann trennst Du Dich, weil Du ihn nicht genug liebst. Also rede
mit ihm und sage ihm ganz ehrlich wie es um Deine Gefühle steht und ziehe
die Konsequenzen. Ich kenne so viele Paare, die sind halt
zusammen, weil sie irgendwann einmal zusammen kamen, und dann nicht
mehr alleine sein wollten. Wenn Du tief in Dich hineinhörst, dann wirst Du mit
der Zeit auch herausfinden was Dein Herz Dir sagt. Ihr hattet eine schöne
Zeit miteinander, aber in dieser Kennenlernzeit sollte es auch immer möglich
sein sich zu trennen, wenn man merkt es geht nicht weiter. Oder kannst Du Dir
vorstellen ein ganzes Leben mit ihm zusammenzusein?
Ich wünsche Dir Mut und die richtigen Worte! Ganz
herzlich, Marion
![]()
23.
Anfrage vom 16.5.06
Liebe Frau Kuhn, ich bin 25J und seit einer Woche von meinem Freund (24)
getrennt. Wir waren jetzt 15 Monate zusammen und hatten auch eine sehr innige
Beziehung! Es war auch Liebe auf den ersten Blick. Unsere Beziehung lief super,
jedoch wurde er im September durch die Bundeswehr ca. 250km weg versetzt. Es
änderte sich alles! Wir kamen beide nicht mehr richtig klar, mit uns und der
Situation. Anstatt an einem Strang zu ziehen, machte jeder nur was er wollte und
jetzt kam es nach einigen Streits soweit das wir uns trennten. Wir lieben uns
beide immer noch sehr, aber anscheinend bekommen wir es grad einfach nicht auf
die Reihe. Durch ein Trennungsgespräch konnten wir das erste mal wieder richtig
über unsere Probleme reden und auch die Chemie stimmte seit langem wieder
zwischen uns, aber wir trennten uns trotzdem da wir es für sinnvoller empfanden.
Wir stecken einfach zu tief in unseren Problemen. Er geht mir nicht aus dem Kopf
und ich liebe ihn über alles! Ich möchte ihn nicht verlieren!! Ich bekam dann
vor 2 Tagen eine SMS von ihm, in der stand, dass er nach dem Gespräch weinte und
es ihm beschissen geht! Ich hab ihm geantwortet, dass es mir auch nicht gut
geht... Jetzt weis ich einfach nicht mehr weiter! Ich würde ihm so gerne
schreiben oder anrufen und ihm sagen das wir zusammengehören und es nochmal
versuchen sollten, hab aber Angst das ich dadurch alles kaputt mach oder er
vielleicht auch genervt ist! Wie kann ich die Situation verstehen und wie soll
ich mich verhalten?? Ich will ihn einfach nur zurückgewinnen! Bitte helfen Sie
mir!!! Ich möchte mich jetzt schon mal für Ihre Hilfe bedanken!! Liebe Grüße,
Brigitta
Hallo, Brigitta. Sie haben eigentlich nicht mehr viel zu
verlieren. Also schreiben Sie ihm, was sie fühlen. Treffen Sie sich mit ihm und
reden Sie miteinander. Fangen Sie es behutsam und geduldig an. Lernen Sie sich
richtig kennen (wie so eine Trennung den Partner doch verändert hat, nicht
wahr?). Es muss nicht immer vernünftig sein, was man aus Liebe tut. Es hilft
jedoch, wenn man seiner Liebe einen vernünftigen Rahmen gibt. Das haben Sie
beide versucht - jedoch ohne zu ahnen, was ihr Herz dazu zu sagen hat. Freuen
Sie sich beide darüber, so tief zu empfinden! Nehmen Sie die Herausforderung an,
etwas Gutes daraus zu machen! Klären Sie miteinander, ob sie eine gemeinsame
Zukunft haben wollen. Seien Sie ehrlich zu sich und zueinander - und dann
treffen sie Ihre Entscheidung.
Wenn Sie sich beide die Beziehung neu fortführen wollen, wird es natürlich nicht
einfacher. Eine Fernbeziehung zu führen hat ihre Tücken aber auch ein paar gute
Seiten.
Und: Nahbeziehung können genauso schwierig werden. Auf die Entfernung allein
kommt es nicht an. Sie war für sie beide nur der Katalysator. Sie haben doch
schon gemerkt, worauf es (unter anderem) ankommt: Ihre durch die Trennung wieder
einsetzenden Gespräche haben ausgereicht, um sich wieder näher zu kommen. Sie
waren gefühlsmäßig motiviert, ihr Bestes zu geben. Schaffen Sie dies auch im
Alltag, auch über eine Entfernung hinweg?
Die meisten Paare kommen gar nicht auf den Gedanken, dass Beziehung nicht
einfach so von selbst läuft, dass man aktiv etwas dazu tun muss. Ich vergleiche
das gerne mit einem Garten: Ihn zu haben reicht nicht. Wer sich nicht um ihn
kümmert, ihn regelmäßig und mit Geduld pflegt, wird hinterher nichts ernten
können. Wissen, Erfahrungen, Vertrauen und die Liebe in diese Arbeit helfen
dabei. Man kann nicht alles nur aufs Wetter schieben.
Es ist entscheidend für eine Beziehung, was nach den großen Gefühlen (und nichts
heizt diese mehr an, als eine große Entfernung) übrig bleibt. Gegen die Gefühle
kann man wenig tun, wie Sie schon festgestellt haben. Für die Zeit danach, wenn
sie dann - natürlicherweise - wieder abflauen jedoch schon. Wenn es Ihnen
gelingt, aus der Verliebtheit die LIEBE zu gestalten, ist für Ihre Beziehung
diese Trennung eher eine Prüfung als eine Gefahr. Ohne Risiken wird es - auch
bei Ihnen - nicht gehen. Aber die Chance des Lebens zu verpassen - wer will das
schon?
Viel Glück Ihnen beiden hierzu! Wenn Sie sich entschieden haben, und noch Fragen
da sind, gerne.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
22. Anfrage vom
6.5.06
Hallo Frau Kuhn! Ich bin 18 w und habe folgendes Problem: Ich habe bis jetzt
noch nie jemanden gefunden mit dem ich zusammen war und von vorneherein genug
Gefühle für diese Person hatte. Das war eher der Wunsch nach einer Beziehung
.Denn bei den Jungs in die ich mich verliebe, klappt es nie. Das merkwürdige
ist: zuerst sind die immer total interessiert an mir und ich sehe Anzeichen von
erster Verliebtheit oder so und dann, total schlagartig, melden sie sich nicht
mehr oder es kommt immer irgend etwas anderes dazwischen. Z.B. Der letzte konnte
sich nicht entscheiden zwischen mir und einer anderen. Er hat sich dann irgend
wann doch für die andere entschieden. Es ist mir bis jetzt bestimmt schon an die
7-8 mal hintereinander passiert innerhalb der letzten 4 Jahre, dass es immer
wieder gleich gelaufen ist .Erst finden sie mich toll und dann schieben sie mich
ab. Ich finde echt keine Erklärung dafür. Ich würde mich auch überhaupt nicht
als komplizierten Menschen oder so einschätzen und denke, dass ich auch ganz gut
aussehe. Es ist schon hart für das Selbstbewusstsein immer wieder nach großer
Hoffnung sich wieder neu aufzubauen und frei zu machen von dem Gedanken "Es wird
doch eh nichts" aufgrund meiner Erfahrungen. An sich denke ich schon, dass ich
liebenswert bin und auch gewisse Stärken habe, nur durch die ganzen Mißerfolge
ist es echt schwer Selbstzweifel oder Unsicherheiten weg zu schieben von sich.
Es kommt mir vor wie ein Fluch, aber das möchte ich immer gerne zur Seite
schieben ,weil ich eigentlich immer versuche, positiv zu denken und dass es noch
wird ,dass ich jemand kennen lerne, verliebt bin und es auch wirklich erwidert
wird. Andererseits denke ich mir auch, dass ich vielleicht den Dingen auf den
Grund gehen sollte. Ich habe mir schon überlegt, ob dies evtl. mit irgend
welchen Kindheitsmustern zusammenhängt. Z.B. war ich, bis ich 7 Jahre alt war,
immer der kleine Liebling von meinem Vater. Als mein Bruder dann zur Welt kam
hat er mich nicht mehr beachtet.
Dies hab ich sogar schon verglichen mit dem Kennenlernen und der Typ ist
interessiert und plötzlich schlag auf schlag bin ich
uninteressant.....Andererseits möchte ich aber auch frei von dem ganzen sein und
einfach alles auf mich zu kommen lassen... Ich hab keine Ahnung wie ich mein
Problem lösen soll...
hmm ok vielleicht denken Sie sich jetzt auch: Mädchen du bist erst 18. Du hast
noch soviel vor dir. Naja.... egal wie, ich würde mich freuen wenn sie
vielleicht eine Idee haben zu dem Ganzen oder einen Ratschlag, S.
Hallo, S. Vielleicht wollen Sie einfach "zuviel"?
Zumindest scheinen Sie mehr zu wollen, als die Jungs bieten oder "verkraften"
können, die sie anfangs ganz nett finden. Wenn Sie Ihre Kindheit in dieser Sache
heranziehen, scheint mir ein Punkt da zu sein, der hier eine Chance hat, in
Frage zu kommen: Ihr möglicher, enttäuschter Wunsch nach vollster Zuwendung.
Zuwendung die jedoch nur passiv war, denn man musste als Kind nichts dazu tun,
außer vielleicht lieb und nett sein. Vielleicht erwarten Sie, dass der Mann die
Beziehung am Laufen hält, während sie selbst zwar "lieb und nett" sind,
ansonsten jedoch nicht viel dazu beitragen. So könnten bestimmte "Gewohnheiten"
erklärt werden, die jedoch - wenn man sie sich bewusst macht - abgelegt werden
können.
Das kann ich jedoch nur vermuten, da ich nicht weiß, welche Gründe (und
Ausreden) diese Jungs vorbringen würden, wenn ich sie danach fragte, warum sie
nicht mehr mit Ihnen zusammen sein wollten.
Eines ist mir jedoch sicher: Die meisten Jungs haben Angst davor, wenn eine
Partnerin starke Bindungswünsche äußert bzw. einfordert. In dieser frühen
Lebensphase wollen die meisten noch etwas experimentieren bzw. ausprobieren und
haben vor lauter Hormonen im Blut eher Angst, etwas zu verpassen. Wenn eine Frau
z.B. gleich von Heirat und Kindern spricht, werden viele nervös. Erst wenn sie
gelernt haben, dass viele Beziehungen nicht zufriedener machen als eine gute,
taugen sie für eine solche.
Das geht bei einigen Männern schneller und bei anderen fast gar nicht.
Dann kann es natürlich auch sein, dass Sie sich bisher nur zu den eher lockeren
Typen hingezogen fühlen. Solche, die cool wirken (wollen), aber meist nicht die
Fähigkeit haben, zuverlässig zu sein. Vielleicht sind sie für diesen Männertyp
(noch) zu leicht zu beeindrucken. Frauen, die gelernt haben, dass dies nicht
unbedingt die besten Männer sind, haben dann auch die Reife für eine länger
Beziehung.
Sie sehen, es läuft vielleicht darauf hinaus, dass beim ersten Flirten auf der
einen oder anderen Seite der Geschlechter falsche Erwartungen gesetzt werden:
Der coole Aufreißer-Typ wird kaum eine Dauerbeziehung suchen. Und von einer
hippen Diskomaus erwartet man auch keine längere Beziehung. Das Leben fängt da
an, wo die Party aufhört, auch wenn dort manche gar nicht hinwollen. Auf keinen
Fall hat dies etwas mit "Fluch" oder sonstigen schicksalhaften Dingen zu tun.
Es kommt häufiger vor, dass man auf Partner "steht", die einem gar nicht so gut
tun. Irgend etwas an ihnen findet man reizvoll und man verliebt sich schnell in
sie. Das kann ganz schön nervig sein. Und Frauen scheint dies häufiger zu
passieren, als Männer.
Das ist eine Sache. Dann kommt noch ein Punkt hinzu: Um zusammen zu bleiben,
genügt es nicht, sich vor ein paar Tagen und Wochen ganz nett gefunden zu haben.
Verliebtheit ist nur das Stroh mit dem man das Feuer entzünden kann. Zum
längeren Brennen benötigt man festere Substanz: z.B. Gespräche, gemeinsame Ziele
und Interessen.
Sie schreiben leider nichts, was sie mit diesen bisherigen Männern verbunden
hat, außer dass es Männer waren. Was wollen Sie von einer Beziehung? Was können
Sie dazu einbringen? Der Wunsch, eine Beziehung zu haben ist wie der Wunsch
einen Garten haben zu wollen: Wenn man sich nicht um ihn kümmert, wird er
veröden oder verwildern. Wenn man nicht die gleichen Interessen hat, oder sich
auf solche verständigt, wird er nicht so aussehen, dass er beiden "Gärtnern"
Freude macht. Man kann nicht alles immer nur aufs Wetter schieben.
Ich sehe Ihre Situation als eine Chance: Sie sind unzufrieden über ein
flatterhaftes Partnerverhalten.
Sie sind bereit, für die "schwierigeren Aufgaben" innerhalb einer Beziehung
(zusammen bleiben zu wollen gehört schon dazu).
Sie wissen nur noch nicht, wie sie das anstellen sollen.
Und sie bemerken, dass es mit dem einfachen "Laufenlassen" nicht so recht
funktioniert.
Spielen war gestern.
Verlassen Sie also den "Sandkasten" und suchen sie sich die Gesellschaft von
Menschen (und auch Männern), die auch bereit sind, mehr zu wollen, als nur ein
paar lockere Abende oder Wochen.
Doch haben Sie Geduld! Sie fangen gerade erst an. Bis all diese Dinge zusammen
passen, vergeht Zeit. Zeit, die man sich einplanen und nehmen muss. Für sich und
für den Anderen.
Was man aus der Kindheit mitbekommen hat, erklärt oft, warum man sich so oder so
verhält. Das, was man aus seiner Situation machen kann, muss man jedoch selbst
entwickeln. Und hierfür wünsche ich Ihnen viel Zuversicht und Erfolg.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
PS: In dem Buch von Bas Kast: "Die
Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" kann man einiges über die
versteckten Mechanismen erfahren, die der Verliebtheit zu Grunde liegen.
Vielleicht stöbern Sie einmal in unseren
Literatur-Empfehlungen.
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21. Anfrage vom
23.4.06
Ich habe seit 18 Monaten einen Partner, seit 15 bin ich unglücklich, er ist das,
was ich einen "Glotzer" nenne. Bei jeder, in weicher Form dargebotenen
aufreizenden Weiblichkeit fallen ihm die Augen aus dem Kopf. Das habe ich
mehrmals geäußert - aber ich fühle, dass er nur um keinen Streit zu bekommen
damit aufhört. Er kann es aber nicht wirklich. Eine Frau, eine Brust , ein Fuß
in High-Heels..... sofort läuft sein sexuelles Kopfkino an. Sind alle Männer so?
Wenn ja, ist das für mich nicht akzeptabel. Dann muss ich mich trennen und
alleine glücklich werden.
Hallo. Es gibt zwei Aspekte am Schauen der Männer:
1. Männer schauen immer! Die, die nicht nach Frauen schauen, sind schwul, lügen
oder schon so gelangweilt, dass sie kaum mehr als lebendig bezeichnet werden
können. Natürlich gibt es einige Ausnahmen, aber wirklich seltene. Männer sind
"Augen-Wesen". Während Frauen auf Worte "anspringen", sind es beim Mann optische
Reize, die seine Instinkte anfachen. Frauen wissen dies instinktiv und nutzen
das natürlich bei der Partnerwahl, indem sie - bei gefallen - entsprechende
Signale der Körpersprache einsetzen. Daher haben sie - verständlicherweise - oft
etwas dagegen, wenn die Gefahr besteht, dass der Mann in ihrer Nähe auch noch
auf die Reize anderer Frauen reagieren könnte.
Nur: Männer können dieses Verhalten nicht nach belieben Ein- und Ausschalten.
Die Wirkung weiblicher Reize ist eine Natürliche. Die Angst davor der Frauen
ebenso. Hier ist Vertrauen und Ehrlichkeit in der Beziehung eine gute Stütze.
Normalerweise ist das Schauen bei einem Mann in einer glücklichen Beziehung ohne
Belang. In diesem Fall wird der Mann dann seine Wahl und damit Frau durch diesen
Vergleich bestätigt finden. Dieses Programm läuft unbewusst, aber ständig ab.
2. Es kommt darauf an, WIE ein Mann schaut. Sind Sie nur empfindlich, wenn er
das tut und er verhält sich - auch aus der Sicht von anderen, die Sie kennen -
nicht besonders auffällig, so wie viele andere Männer auch? Dann machen Sie sich
keine Sorgen um ihn. In diesem Falle sollten Sie versuchen, an Ihrer Toleranz
arbeiten. Ihre Befürchtungen würden dann eher Ängste berühren (frühere
Enttäuschungen, Verlassensängste oder Ähnliches), die sich zwischen Sie und
Ihren Partner drängen könnten. Das wäre dann ein anderes Thema.
Reden Sie mit ihrem Partner darüber, wenn es nur eine Form von Eifersucht bei
Ihnen sein sollte. So kann er Sie auch besser verstehen und Sie können sich in
dieser Frage vielleicht etwas annähern. Schließlich wollen Sie einen Mann, der
auch Ihre Reize ansprechend findet, oder?
Können Sie allerdings seine Augen abschneiden, wenn er schaut - und anderen
Mitmenschen fällt dieses Glotzen ebenso unangenehm auf - dann haben sie ein
anderes Problem:
Einen - in der Hinsicht, was Frauen angeht - noch pubertierenden Mann an Ihrer
Seite zu haben. Solches Starren ist unhöflich dem/der Angestarrtem gegenüber
(der eigenen Begleitung gegenüber natürlich peinlich) und zeugt von mangelhaften
sozialen und erwachsenen Fähigkeiten, oder großer Respektlosigkeit gegenüber
Frauen, wie es in patriarchalischen Kulturen oft zu sehen ist. Frauen sind dann
eher Objekte.
Auch wenn die Pubertät bei Jugendlichen nur vorübergehend ist, bei Männer kann
diese Phase leider bis ins hohe Alter reichen. Sollten Sie an einen dieser
"unreifen Männer" geraten sein, so zögern Sie es nicht zu lange hinaus,
Konsequenzen zu ziehen. Mürrische Zurückhaltung wird hier nicht zu einer
Besserung führen.
Zu Objekten werden Frauen auch in dem Fall, wenn dieser Mann eine besondere,
evtl. übertriebene Neigung zu optischen Reizfaktoren hat. Hier beginnt die
Grauzone der "Perversion", d.h., dass dieses Verhalten die normale
Sexualität ersetzen kann bzw. ersetzt. Solches Verhalten ist therapiebedürftig.
Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, diese Sache zu bewerten.
Beobachten Sie sich und Ihren Partner. Entscheiden Sie nach dem, was Ihnen
wichtig ist. Sagen Sie was Sie wollen.
Ändern werden Sie die Männer im allgemeinen, insbesondere einen einzelnem Mann,
kaum können.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen brauchbaren Einblick in diesen Teil der
Männerwelt geben und wünsche Ihnen Alles Gute für Ihre Entscheidungen.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
20.
Anfrage vom 20.4.06
Hallo... ich habe ein kleines problem das aber immer mehr zum für mich grösseren
problem wird. und zwar lebe ich (30) seit 2 jahren in einer fernbeziehung mit
meinem freund (45) der in S. lebt. wir sehen uns fast jedes wochenende. unter
der woche geht jeder seinen interessen und aktivitäten nach. er hat zwei
langjährige freunde die er jeweils regelmässig an zwei tagen in der woche
trifft. ich dagegen verbringe die meiste zeit zu hause oder allein, beschäftigte
mich aber anderweitig. nun hat er noch einen guten freund in I, der ab nächster
woche in seinen Ort zieht um dort zu arbeiten und er wird vorübergehend bei ihm
einziehen. mein problem ist nun, dass ich eine ziemliche angst und eifersucht
habe, dass wir noch weniger zeit füreinander haben und er ihn ständig für sich
einnimmt. er ist ein sehr geselliger typ und auch nicht abgeneigt, schnelle
kurze affairen zu haben. ich vertraue da meinem freund, aber er ist auch sehr
beeinflussbar und kann nicht nein sagen, um einen freund einen gefallen zu tun
etc. also ich habe nun angst das wir uns auf diesem wege verlieren und der
freund uns auch an den wochenenden "stört". ich weiss nicht wie ich diese
gedanken abstellen kann oder damit umgehen soll. im grunde ist es verrückt,
jetzt schon so zu denken, wo ich nicht mal weiss wie es sein wird. mit meinem
freund darüber reden, ist schwierig, denn ich komme mir blöd vor zu sagen, hey
mach nicht soviel mit ihm usw. lass dich nicht zu etwas verleiten, es ist ja
seine freie zeit, in der er machen kann was er will. doch wie verhalte ich mich,
wenn unsere zeit (wir chatten unter der woche regelmässig abends) dadurch noch
weniger wird und wir keinen "alltag" mehr austauschen können, weil er zu
beschäftigt mit seinen freunden ist. einerseits denke ich, ok dann lenke ich
mich in der zeit, wo er etwas mit anderen unternimmt ab und gehe auch aus,
treibe sport etc. aber es ist doch irgendwie etwas anderes, da meine freunde
unter der woche abends keine zeit haben und ihr eigenes programm leben. ich
mache mich wohl umsonst verrückt, aber es belastet und beschäftigt mich sehr.
wie könnte ich mich verhalten oder was könnte ich ändern, dass es mir besser
geht bei dem gedanken, da ist noch einer unter der woche evtl. auch am
wochenende der seine zeit möchte. ich weiss, es ist ziemlich egoistisch, aber
ich bin es mir nun so mit ihm gewöhnt, und da wir eh nicht sehr viel zeit
miteinander verbringen, wäre es für mich wohl eine sehr grosse belastung noch
weniger von ihm zu haben. hilft es wenn ich mir einrede das wird schon, er
bekommt das schon auf die reihe mit seiner planung und ich gehe dabei nicht
unter? ich weiss nicht so recht was ich davon halten soll. könnten sie mir ein
paar tipps geben wie man mit so etwas umgehen kann? vielen dank im voraus.
Hallo, ich kann Ihre Bedenken gut verstehen, eine
Fernbeziehung hat ihre eigenen Gesetze. Die Tatsache, dass ein Freund bei ihm
einzieht macht die Sache ganz bestimmt nicht einfacher.
Sich selbst einzureden, das kriegt er schon alles hin wird Ihnen nicht
weiterhelfen. Eine Fernbeziehung lebt noch stärker, wie eine normale Beziehung
von der Kommunikation. Sie sollten mit ihm reden, über ihre Ängste und Gefühle.
Er muss wissen, wie sie darüber denken, dann können sie gemeinsam einen
Weg finden, um damit umzugehen. Ich glaube, dass Ihr Freund das versteht.
Vielleicht hat er sogar ähnliche Bedenken und weiß nicht wie er das alles unter
einen Hut bringen soll. Sie haben sowenig Zeit miteinander und eine
Wochenendbeziehung ist eine große Belastung, deshalb ist es ganz wichtig sehr
ehrlich und offen im Gespräch miteinander umzugehen, ansonsten lernt man den
anderen nie richtig kennen.
Er soll wissen was sie bewegt nur so hat ihre Liebe auf Dauer eine Chance. Ich
finde es übrigens schon sehr bemerkenswert wie gut sie bisher damit leben.
Ich wünsche Ihnen Mut und die richtigen Worte. Ganz herzlich, Marion Kuhn
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19.
Anfrage vom 18.4.06
Hallo! Habe ein kleines (oder auch großes) Problem. Ich habe jemand sehr netten
kennengelernt. Das Problem dabei: er ist sehr sehr seeehr schüchtern (auch im
alkoholisierten Zustand)... Dabei kommt mir manchmal vor, gewisse, kleine
"Signale" von ihm zu erhalten (was mir die Leute in meiner Umgebung auch
bestätigen). Diese Ungewissheit, ob von seiner Seite irgendwelche Gefühle da
sind oder nicht, macht mich schön langsam fertig.
Wie kann ich herausfinden, was er für mich empfindet? Bzw. wie kann ich ihm
helfen, seine Schüchternheit etwas abzulegen und mehr aus sich herauszugehen?
Ich weiß, ich könnte genauso den ersten Schritt machen, habe jedoch ihm
gegenüber schon mal Andeutungen gemacht, auf die er mit Abstand reagierte. Wir
haben uns darauf einen Monat nicht gesehen. Sein Freund meinte, er reagierte
deshalb so, weil er nicht weiß, wie er damit umgehen soll.
Aber gerade letzten Samstag hatten wir wieder einen total netten Abend. Und wie
gesagt, mir kommt es auch so vor als wäre (zumindest etwas) Interesse vorhanden.
Ich hoffe, ihr habt ein paar gute Tipps für mich, da mir wirklich viel an ihm
liegt!
Mit freundlichen Grüßen, Fanny
Hallo Fanny, die Ungewißheit ist nicht leicht zu ertragen,
aber das positive daran: Es eine aufregende Zeit. Die Zeit bevor man vielleicht
zusammenkommt ist voller Energie. Du denkst nur an ihn und machst Dir tausend
Gedanken darüber, wie Du erkennen könntest, was er für Dich empfindet. Dann die
ersten Berührungen und immer ist noch alles unsicher bis zum ersten Kuß.
Also bring ein wenig Geduld auf, denn erst, wenn diese Zeit vorbei ist, weißt Du
wie toll es eigentlich war. Aber trotz allem musst Du ja irgendwie erfahren, was
der junge Mann für Dich empfindet. Ich denke, so ab und zu treffen sich Eure
Blicke. Oder? Wenn er schon mal Deine Hand so ganz zufällig berührt, wäre das
auch ein gutes Zeichen. Sucht er Deine Nähe? Fehlen ihm die Worte, wenn er dich
sieht? Auch das wäre ein gutes Zeichen.
Welche Hobbies hat er denn? Kannst Du darüber etwas intensiver einsteigen?
Darüber sind viele Jungs zu erreichen. Sein Freund weiß Bescheid, also gehe ich
mal davon aus, er weiß auch etwas. Hat der Freund nichts verraten, wie sein
Freund Dich findet? Warum also der Rückzug, wenn er sich relativ sicher sein
kann? Du hast ihn gern und würdest ihn nicht abblitzen lassen. Da passt irgend
etwas nicht zusammen. Könnte es sein, dass einer seiner Freunde Dich auch mag
und er sich deshalb zurückzieht? Jungs denken manchmal so! Aber das ist wirklich
nur eine Vermutung, das muss überhaupt nicht stimmen.
Du kannst davon ausgehen, er ist genauso unsicher ist wie Du und er versteht
Dein Denken vermutlich auch nicht. Versuche einfach soviel wie möglich mit ihm
gemeinsam zu unternehmen, habt Spaß miteinander, hör ihm zu, erzähle ihm was Dir
wichtig ist und dann wird allmählich etwas wachsen.
Wenn Du nicht warten willst, bleibt Dir nur die Möglichkeit selbst die
Initiative zu ergreifen, aber der andere Weg hat auch seinen Reiz. Wenn ihr
beide zusammenfinden sollt, dann wird es auch passieren, da kannst Du ganz ruhig
darüber sein, aber der Zeitpunkt ist und bleibt ungewiß.
Nun musst Du entscheiden welchen Weg Du gehen willst. Ich wünsche Dir, dass Du
bald von Deiner Ungewißheit erlöst wirst.
Ganz herzlich, Marion
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18.
Anfrage vom 17.4.06
Hallo Frau Kuhn, ich heisse Ralf, komm aus A und bin 23. Habe die letzte Zeit 4
Absagen von Mädels bekommen und das immer mit der gleichen Begründung: "du bist
sehr lieb, aber viel zu gutmütig". Das gleiche hat eine gute Kollegin von mir
bestätigt, als ich sie darauf angesprochen habe. Sie hat gesagt, dass für Mädels
kein Reiz mehr darin besteht, wenn ein Junge so nett ist wie ich.
Naja,.. ich weiss jetzt nicht, ob ich mich ändern sollte und wenn ja, weiss ich
nicht wie bzw. in welche Richung. Hätte gerne eine Freundin, der ich meine Liebe
geben kann, nur scheinbar wollen die Mädels lieber einen Macho oder einen
gemeinen Typ als einen wie mich. Können Sie mir einen Rat geben bzw. bin ich der
einzige mit diesem Problem?
Danke für Ihre Mühe, LG Ralf
Hallo, Ralf. Marion Kuhn hat mir Deine Frage zugesteckt,
da sie meint, dies sollte eher ein Mann beantworten.
Die Erkenntnis, dass man von Frauen leider nicht unbedingt erfährt, was sie von
Männern wollen, haben Sie schon erhalten. Das liegt weniger daran, dass sie es
uns Männern nicht sagen, sonder daran, dass das, was sie uns sagen, unter
Umständen so widersprüchlich sein kann, dass wir es kaum verstehen.
Aber fangen wir von vorne an. Ich weiß wenig über Sie, daher werde ich mich in
verschiedene Richtungen vortasten. Eines ist jedoch sicher: Sie sind mit 23
langsam in dem Alter, in dem Sie als potentieller Partner eines Mädchens, oder
besser einer Frau, einer ernsten Prüfung unterzogen werden. Da genügt es nicht
mehr - wie beim Sänger von Tokio Hotel - süß auszusehen und "rette mich" zu
rufen. Die Mädchen, denen das (noch) gefällt, ändern sich, wenn sie älter
werden. Sie sind letztendlich dann diejenigen, die schwanger werden können, die
dadurch erwachsen werden müssen und dann bescheiden dumm dastehen, wenn sie
keinen Mann an ihre Seite haben, der sie unterstützt. Da haben es Männer schwer,
die so aussehen, als ob sie es mit den Schwierigkeiten, die damit verbunden
sind, nicht aufnehmen können.
Ohne es direkt zu wollen, orientieren sich Frauen instinktiv an einem
Männerbild, dass ihnen und ihren zukünftigen Kindern Schutz bieten, sie auch
versorgen und Sicherheit geben kann. Dazu muss man kein Kraftmeier oder Macho
sein. Diese Typen haben jedoch auf den ersten Blick den Vorteil, so auszusehen,
als wären sie "der Fels in der Brandung". Meist wollen oder können diese Männer
das am wenigsten - deshalb spucken sie sohl auch so große Töne, um darüber
hinweg zu täuschen, dass man auf sie nicht bauen kann. Frauen, die auf diese
Männer stehen, haben dieses Risiko entweder noch kennenzulernen oder dann halt
zu tragen. Aber solche Frauen sind gar nicht so selten, wie Sie auch schon
wissen.
Umgekehrt haben Frauen, die sehr selbstbewusst auftreten, Probleme mit den
meisten Männern. Wenn diese "ganzen Kerle" diese Frau nicht "erobern" und
letztendlich dominieren können, überwiegt eher die Angst vor so viel
Selbstbewusstsein - natürlich gut versteckt, hinter abfälligen Kommentaren. Sie
sehen, den richtigen Partner zu finden indem man sich "gefällig" gibt, ist
genauso schwierig, als wenn man nur den Typ erwählt, der einem auf den ersten
Blick gefällt.
Und das scheint mir der Kern Ihres Problems zu sein: Sie wollen den Frauen
gefallen! Das ist ein verständliches Motiv. Aber mir scheint sie wollen (im
Moment) nicht viel mehr. Viele Frauen sind in dieser Hinsicht den meisten
Männern überlegen: Es genügt ihnen nicht! Ihr kabarettistischer Landsmann
Bernhard Ludwig hat es (in seinem Video-Vortrag "Anleitung zur sexuellen
Unzufriedenheit") auf den Punkt gebracht: "Frauen wollen in Wirklichkeit nur
Eines: MEHR!"
Also: KEINEN der, um eine Frau für sich zu gewinnen, ihnen nach dem Mund redet;
KEINEN Mann, der nur an sich denkt; KEINEN der macht, was man ihm sagt - weil
das bedeutet, dass er selbst nicht weiß, was zu tun ist; KEINEN, der nicht auf
sie hört, weil er dann wieder nur an sich denkt und, und, und....
Zusammenfassend: Eine starke UND einfühlsame Persönlichkeit.
Für die meisten Männer ein sich heftig widersprechendes Anforderungsprofil.
Ihnen genügt meist, wenn die Frau gut aussieht und ansonsten nicht so viel
spricht - dann muss man auch nicht viel verstehen. Diese Männer haben, wenn
überhaupt, dann auch nur Frauen, die (noch) nichts anderes können. Stärke ist
nicht automatisch körperliche Stärke.
Sie wollen also eine Freundin? Dann seien Sie ein Mann!
Welcher? Nun, was für ein Mann sind Sie überhaupt? Was für ein Mann können Sie
sein? Was für ein Mann wollen Sie - für sich selbst! - sein? Was wollen Sie vom
Leben? Wie sieht Ihre Zukunft aus? Was haben Sie für Pläne? Wollen Sie eine
Familie und Kinder? Wie wollen Sie ihnen ein Zuhause geben?
Das sind Fragen, die sich eine erwachsene Frau insgeheim über ihn stellt, wenn
sie einen Mann kennenlernt. Fragen, auf die sie sichere und zuverlässige
Antworten haben will. Natürlich findet eine Frau die kernigen, gutaussehenden
Typen reizvoll. Aber mit etwas Erfahrung wissen die meisten, dass dies nichts
Verlässliches ist.
Gute Chancen haben dann die Männer, die zwar mit weniger Macho-Reizfaktoren,
doch mit großer Zuverlässigkeit ausgestattet sind. Wenn sie dann noch in der
Lage sind, auf die Bedürfnisse der Frau einzugehen, ohne dabei ihr Profil zu
verlieren, also kein "Weichei" sind, dann um so besser!
Ist es das, was Sie eigentlich vorhaben? Dann entwickeln Sie sich danach!
Fleiß und Geduld gehören dazu. Zeigen Sie, was sie sind und was sie wollen.
Klappern gehört zum Handwerk. Wer nicht springt, schnappt die Wurst nie.
Sind sie sich noch nicht sicher? Beobachten Sie die Männer, die - ohne dicken
Bizeps - Frauen an ihrer Seite haben, die sie lieben. Diese Männer sagen nicht
nur "ich liebe Dich", sie schaffen ihr auch die Umgebung in der die Frau - die
davon viel abhängiger ist, als wir - sagen kann: "Ich liebe Dich". Eine Umgebung
in der sie sich sicher und geborgen fühlen können.
Sind sie (noch) der weniger entschlossene Typ?
Was genauso vorkommen kann und wozu man stehen sollte, statt es zu überspielen.
Auch das ist ein Zeichen innerer Stärke. In diesem Fall benötigen Sie eher eine
Frau, die die ihnen fehlende Entschlusskraft in die Beziehung mitbringt - und
die - wie Sie - selbst dazu stehen kann, was auch nicht immer einfach ist. Dann
ist es, wie mit vielen Dingen, die etwas spezieller werden: So etwas läuft nicht
um jede Ecke!
Je mehr man vom Klischee abweicht, desto dünner wird die Luft. Je weniger
"typisch" Sie sind, desto weniger Frauen finden gerade DAS interessant. Aber das
ist letztendlich ganz normal.
Denn die Paare, die auf den ersten Blick so gut zusammen passen, erfahren früher
oder später auch noch, was sie trennt. Und je oberflächlicher der erste Blick,
desto heftiger die nachfolgende Ernüchterung. Und das sie in der Zwischenzeit
einen Partner hatten, muss dabei nicht immer von Vorteil sein.
Wenn sie also mehr als nur der "nette, gutmütige Typ" sein wollen, müssen Sie zu
Ihrer Person stehen und sie entwickeln. Und, egal wie dies aussieht: es gibt
dafür ein Equivalent.
Wenn Sie wissen, wer und was Sie sind, können Sie auch erkennen, was für Sie am
besten zu Ihnen passt. Oft macht man sich da die falschen Vorstellungen und
läuft einem Traumpartner-Bild nach, mit dem man im Grunde nie glücklich werden
könnte.
In der Liebe entwickelt man sich; wächst man manchmal über sich hinaus; will man
für den anderen manchmal mehr als für sich selbst. Liebe macht einen Mensch
stark im Herzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Geduld, Beharrlichkeit
und Erfolg!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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17. Anfrage vom
12.4.06
Guten Tag, ich hoffe Sie können mir helfen... Seit einigen Wochen habe ich
einen neuen Freund, eigentlich läuft alles gut, nur es ist schon ein paar mal
vorgekommen, dass er meistens nach dem Sex "ich liebe dich" sagt, und nun habe
ich angst, dass er nur deswegen mit mir zusammen ist. Seit 8 Wochen sind wir
jetzt ein Paar. Wir haben auch noch nichts großartiges gemacht.
Vielen dank im voraus. Mfg Maritta
> Liebe Maritta, Sexualität hat immer eine große
Eigendynamik, und da ihr Sex hattet, ohne Euch richtig zu kennen, erleben Sie
gerade eine Situation, die für Sie nicht so schön ist. Sie müssen wissen: Männer
fühlen sich akzeptiert, angenommen und geliebt in der Sexualität. Hier können
sie ihre ganzen Gefühle zum Ausdruck bringen, ohne viel Worte. Deshalb sagt er
auch nach dem Sex "ich liebe Dich" weil er es so empfindet, das ist ganz
ehrlich. Frauen hingegen empfinden das eher im Gespräch, in dem dabei
entstehenden vertrautem Gefühl. Sie merken, das fehlt Ihnen gerade.
Und Sie liegen mit Ihrem Gefühl genau richtig, denn nur mit Sex kann keine
Beziehung wachsen. Ihr habt Eure Beziehung auf Sex aufgebaut und das
Kennenlernen muss nun kommen. Machen Sie ihm einen Vorschlag, was sie gemeinsam
unternehmen können, das Ihnen beiden Spaß macht: Raus aus dem Bett und rein ins
Leben.
Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich und deshalb ist es auch so
schwierig, eine gute Beziehung zu leben. Man muss daran mitarbeiten und die
Unterschiedlichkeit in der Gefühlswelt kennen, sonst kann man nur schwer damit
umgehen. Die 5 Sprachen der
Liebe sind ein guter Einstieg um damit mal anzufangen. Oder auch:
16 Jahre und noch
keine Sex gehabt (lassen Sie sich vom Titel nicht abschrecken , es geht
darin auch darum, wie man Beziehung leben kann). Versuchen Sie ihm das zu
erklären was Sie brauchen und schildern Sie ihm Ihre Gefühle. Ich wünsch Ihnen
die richtigen Worte und den Mut, das alles anzusprechen.
Ganz herzlich, Marion
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16. Anfrage
vom 10.4.06
Hallo Marion, ich bin völlig am Ende. Ich bin 24 und wurde von meinem Freund
(23) vor einem Monat verlassen. Wir waren 6 Jahre zusammen. Wir kennen uns schon
ewig und waren die allerbesten Freunde. Wir waren so was wie ein Traumpaar, denn
wir konnten immer über alles sprechen und hatten keine wirklichen Probleme. Vor
9 Monaten dann kam es von heute auf morgen, dass er meinte, dass er nicht mehr
mit seinem Leben klar kommt. Er wüsste nicht mehr, wer er ist und hat gemerkt
das er mich über sich selbst hinaus geliebt hat und er einfach mehr Freiraum
braucht. Ich konnte das gar nicht verstehen, da ich ihn nie etwas verboten habe
oder so. Er meinte, er habe auf vieles verzichtet, weil ich an erster Stelle
stand und er hat auch nichts gesagt weil er mich nicht enttäuschen wollte. Wir
haben dann versucht, es zusammen weiter zu schaffen. Es lief aber nicht so gut,
weil er sich dann nicht sicher war, ob er mich noch liebt und dann haben wir uns
einige Zeit nicht gesehen und er hat gemerkt das er mich noch liebt. Leider hat
er sich keine Mühe gegeben, es mir wirklich zu zeigen und meine Unsicherheit war
stets da.
Er war so verändert. Mal war er ignorant und kalt und dann wieder liebevoll und
anhänglich. Wir waren gefangen in einem Teufelskreis, in dem ich unsicher über
seine Gefühle war und er war davon genervt. Er sagte auch, dass, wenn ich stets
zweifele, er es irgendwann auch tut. Die letzten Monate über lief es wirklich
gut und ich sagte auch, dass, wenn er es nicht wirklich ernst meint, er es
lassen soll. Aber er sagte das er mich über alles liebt und nicht verlieren
will. Es folgten so schöne Tage und wir waren beide so glücklich und dann hat er
von heute auf morgen vor einem Monat Schluss gemacht und mir mein Herz wieder
gebrochen. Ich war so fertig, er meinte dass er mich nicht mehr liebt und wir
erstmal keinen Kontakt haben sollten und wir dann wieder Freunde werden könnten
und dann weiter mal schauen wie sich das entwickelt. Jetzt habe ich durch
Freunde erfahren, dass er sich sicher ist, dass er mich nicht liebt, aber bis
zum Schluss geliebt hat, nur das es dann nicht mehr gereicht hat. Er hat sich
bei mir gemeldet per email und geschrieben das er meine Freundschaft weiterhin
will, aber kein Interesse an einem neuen Versuch hat, unsere Beziehung wieder
aufblühen zu lassen. Was soll ich bloß machen? Können Gefühle wirklich einfach
so komplett weg sein? Gibt es keine 2te Chance, wir hatten noch nie eine
wirkliche Trennung. Kann ich durch eine Freundschaft alte Gefühle wieder wecken?
Was soll ich bloß machen? B.
Hallo, B. 6 Jahre sind eine lange Zeit! Was ist bei ihm
geschehen? Warum hat er diesen Schritt getan? Kann es sein, dass er sich in
jemanden anderes verliebt hat? Gibt es bei dir eine Vermutung, denn es ist fast
unerklärlich wie er sich verhält. Vielleicht hat er nur Sehnsucht nach einem
Kribbeln im Bauch? Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit für Beziehungen (für
die aufmerksamen Leser unserer Seiten wiederhole ich mich hier). Jeder lebt nach
dem Lustprinzip, und wenn die Verliebtheitsgefühle nachlassen, trennt man sich.
Die ganzen TV-Soaps und Hollywoodfilme zeigen das ja auch: es geht nur um
Verliebtheit. Und genau hier ist ein wesentlicher Punkt, wenn die Phase der
Verliebtheit vorbei ist, dann ist der nächste Schritt LIEBE. Liebe heißt den
anderen mit seinen Fehlern und Schwächen annehmen zu können, dann erst kann man
über eine dauerhafte Beziehung nachdenken. Bei der Verliebtheit sieht man
die Fehler meistens nicht. Wenn jemand nur in dieser Verliebtheit bleiben will,
kann sich die Beziehung nicht entwickeln. Sie bleibt oberflächlich. Darüber war
Eure Beziehung zwar schon hinaus, aber irgendwie hat er Angst, etwas zu
versäumen und will vielleicht diese Gefühle wieder haben. Habt Ihr darüber schon
mal gesprochen?
Ja, Gefühle können aufhören, aber Liebe wird niemals aufhören. Das ist das
einzige, an das Du Dich im Augenblick klammern kannst, wenn ihr zusammengehört,
dann werdet ihr Euch wieder finden, aber sollte er wieder zu Dir zurückfinden,
dann bitte ich Dich: Arbeitet die Trennung auf, und beginnt bitte an
Euerer Beziehung zu arbeiten. Denn keine noch so große Liebe kann halten, wenn
nicht BEIDE bereit sind, etwas dazu zu tun. Sucht eine Beratungsstelle auf und
beginnt mit dem Buch "die 5
Sprachen der Liebe" (Chapman). Wieviel Menschen habe ich schon gesehen, die
sich getrennt haben, weil sie nie gelernt haben, etwas für ihre Liebe zu tun.
Viel zu spät erkennen sie, was sie aufgegeben haben. Doch wichtig ist nun, dass
Du jetzt mit dieser schweren Situation klar kommst, denn Du kannst ja nicht
einfach den Schalter umlegen und sagen: Ich liebe ihn nicht mehr! Ihr hattet ein
Prozeß und irgendwie haben Deine Zweifel, etwas bei ihm ausgelöst. Auch das
würde ich nochmal ansprechen: Thema Vertrauen.
Deine Aufgabe wird sein ihn loszulasssen, aber wann und wie Du das schaffst, ist
nun wiederum Dein Weg. Aber mit jemanden zusammen zu sein, der Dich nicht liebt,
damit würdest Du Dich und Deinen Selbstwert aufgeben. Wir können seine Gefühle
nicht analysieren, weil er sich von Dir zurückzieht und gegen Liebeskummer gibt
es keine Hilfe, außer die Zeit. Mit jeden Tag kannst Du lernen damit
umzugehen. Ich würde eine Freundschaft mit ihm empfehlen, wenn Du für Dich noch
eine Möglichkeit siehst, seine Liebe wieder zu wecken und natürlich können
Gefühle wieder kommen. Aber in der Liebe gibt es keine Garantie.
Wenn Du frei werden willst, dann wäre es für Dich leichter ihn eine Zeit
nicht mehr zu sehen, aber ich denke soweit bist Du noch nicht. Und Du hast ein
Recht auf Ehrlichkeit und auf die Möglichkeit noch ein paar Fragen zu stellen.
Setzt Euch gemeinsam mit Euerer Trennung auseinander. Ich wünsche Dir viel Kraft
und verkrieche Dich nicht, sondern triff Dich mit Freunden und versuche trotz
allen etwas zu machen, das Dir Spaß macht.
"Es gibt Menschen, die sind wie ein Bumerang: wenn sie zur rechten Zeit loslässt
kommen immer wieder zu Dir zurück."
Das wünsch ich Dir von ganzem Herzen. Marion
![]()
15.Anfrage
vom 10.4.06
Hallo, ich habe eine dringende Frage: Meine Freundin(16) ist mit einem Mann (22)
zusammen. Ich wollte fragen: ist das vom Gesetz her erlaubt? können ihre Eltern
Probleme bekommen? Und kann man einer 16jährigen denn Kontakt zu einem Freund
verbieten? Vielen Dank Vera
Hallo, Vera. Solange es die Eltern dulden und der freie
Wille der Tochter nicht in Gefahr ist, macht sich keiner strafbar. Sogar die
Eltern, die das Recht auf die Bestimmung des Umgangs mit der Tochter haben,
greifen dabei zum Teil in das Selbstbestimmungsrecht der Tochter ein.
Jugendliche erhalten so etwas mehr Eigenverantwortung, auch wenn die Eltern
letztendlich die möglichen Folgen mittragen müssten. Die Eltern könnten jedoch
den Umgang untersagen und die Tochter von diesem Mann fernhalten. In der Praxis
kann dies schwierig werden, denn die Eltern müssten ständig für die nötige
Aufsicht sorgen. Nur wenn diese Beziehung zum Schaden der Tochter oder unter
Beeinflussung und Druck zustande kommt, also ein Mißbrauch vorliegt, greift die
Fürsorgepflicht der Eltern, etwas dagegen zu tun. Dies ist z.B. wenn der Mann
Lehrer oder Vorgesetzter und dadurch die Tochter eine "Schutzbefohlende" ist,
notwendig.
Ansonsten würde ein Gericht nach dem jeweiligen Einzelfall entscheiden müssen
(siehe auch §182: Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen und §174: Sexueller
Mißbrauch von Schutzbefohlenen). Du siehst, es ist auch für die Eltern nicht so
einfach, damit umzugehen. Und Deine Freundin, die sicher große, erste Gefühle
für diesen Mann hegt, wird darüber wohl nicht diskutieren wollen. Meist sorgt
der Druck dagegen noch für eine unnötige Verstärkung der Beziehung. Dies muss
auch von den Eltern abgewägt werden, die mit einem guten, offenen Verhältnis zu
ihrer Tochter in dieser Frage die besten Chancen haben ihre Tochter so zu
unterstüzten, dass sie keine Dinge tut oder zulässt, die sie vielleicht noch
nicht richtig einschätzen kann. Auch wenn der Körper schon seine gewissen Reife
hat, muss nicht gleich alles was möglich ist, auch gut für einem sein. Gerade in
dieser Entwicklungsphase ist es als Jugendlicher wie für die Eltern schwer, so
etwas zusammen zu besprechen und zu entscheiden. Ich hoffe, ich konnte Dir
weiterhelfen.
Viele Grüße, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
![]()
14.
Anfrage vom 4.4.06
hallo...also mein freund hat vor ca 3 wochen gesagt dass
er eine pause braucht. er weiß nicht ob er mich noch genug liebt. und die
beziehung war auch etwas stressig. vielleicht zu alltäglich, es gab öfters ärger
(manchmal ohne grund, bzw nur einen kleinen grund), es hat ihm einfach nicht
mehr so spaß gemacht, sagt er. und nach der pause hat er
schluss gemacht, er liebt mich nicht mehr genug für eine beziehung. das ist
jetzt 2 wochen her. ich hab natürlich sehr viele fragen an ihn, ich denk die
ganze zeit darüber nach etc...
ich denk mir aber irgendwie, dass die liebe ja nur
weggegangen ist weil die beziehung ihm kein spaß mehr
macht. also dass er die beziehung nicht mehr liebt, dass das aber nichts mit mir
selbst zu tun hat. ich hoffe ihr versteht,
wie ich das meine. und wenn die beziehung wieder passt,
würde das mit den gefühlen wahrscheinlich auch wieder werden. so denk ich mir
das halt!
er meint aber, er hätte echt gern noch mal so ne schöne zeit, kann aber nicht
einfach wieder mit mir zusammen kommen, denn er liebt mich ja zu wenig. er
müsste sich also zuerst wieder in mich verlieben. was
meint ihr zu dem ganzen? und wie bring ich es her, dass
seine gefühle wieder für mich kommen? hab ihm auch schon
einen brief geschrieben, mit erinnerungen die mir gut
gefallen haben, und dass ich echt gern eine
chance hätte, ich würde mich echt bemühen, diese dinge zu ändern... hat aber
nichts gebracht...(der brief hat er in der pause bekommen) ichwürde
mich echt über eine antwort freuen! A.
Liebe A., wie lange wartIhr denn zusammen? Ich würde mal
vermuten nicht länger als 2 Jahre! Ihr erlebt genau das, was jedes Paar
irgendwann erlebt, die Verliebtheit geht vorbei und dann taucht die Frage auf:
Was kommt dann........
Dein Ansatz, dass er die Beziehung nicht mehr liebt geht in die richtige
Richtung. Du spürst schon, da steckt etwas anderes dahinter. Aber es würde Dir
nichts nützen, wenn er die Beziehung wieder lieben würde, weil der Hintergrund
ein anderer ist. Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit für Beziehungen, jeder
lebt nach dem Lustprinzip, und wenn die Verliebtheitsgefühle nachlassen, trennt
man sich. Die ganzen TV-Soaps und Hollywoodfilme zeigen das ja auch: es geht nur
um Verliebtheit. Und genau hier ist der Knackpunkt, wenn die Phase der
Verliebtheit vorbei ist wäre der nächste Schritt LIEBE.
Liebe heißt: den anderen mit seinen Fehlern und Schwächen annehmen zu können,
dann erst kann man über eine dauerhafte Beziehung nachdenken. Bei der
Verliebtheit sieht man die Fehler meistens nicht. Wenn jemand nur in dieser
Verliebtheit bleiben will kann sich die Beziehung nicht entwickeln. Sie bleibt
oberflächlich. Wenn man merkt, dass man sich liebt, sollte man auch beginnen an
der Beziehung zu arbeiten, denn das ist eine der wichtigsten Lektionen. Jedes
Paar muss an seiner Liebe arbeiten, denn im Alltag verliert man sich oft in der
Gleichgültigkeit. Aber dagegen kann man etwas tun.
Das mit dem Brief war eine gute Idee, damit hast Du ihm die alten Gefühle wieder
in Erinnerung gerufen, doch nun müssen wir überlegen wie Du weiter vorgehen
kannst. Vor allem mach Dich nicht so klein, Du musst Dich nicht ändern, das wäre
der falsche Weg. Du wirst ein offenes Gespräch mit ihm führen und ihn fragen ob
er tatsächlich sein ganzes Leben nur diesem Verliebtheitsgefühle hinterher
rennen möchte. Erkläre ihm die Zusammenhänge, dass Liebe etwas anderes
ist, und es ein ganz normaler Prozeß ist, wenn sich die Gefühle verändern. Rennt
nicht den alten Gefühlen nach sondern sucht neue Wege!
Du musst für Dich ganz persönlich prüfen, was Du willst. Ist das der Mann mit
dem Du zusammen sein möchtest? Wenn er nicht bereit ist mit Dir darüber zu reden
oder an der Beziehung zu arbeiten, wird es früher oder später wahrscheinlich
sowieso scheitern. Dann lass ihn los und trauere um diese Liebe, aber
renne ihm nicht hinterher, denn ihr habt dann keine Zukunft. Du bist jetzt in
einem ganz wichtigen Prozeß, viele Menschen, die in ihren Beziehung scheitern,
bleiben dort wo Dein Freund ist stehen, und die Folge sind immer wieder
Trennungen. Also: Du hast nun eine ganz große Chance auch für Dich! Nutze sie!
Ich wünsch Dir alles Gute! Und meine Erfahrung ist, wenn 2 Menschen zusammen
gehören, finden sie auch den Weg zueinander.
Ganz herzlich, Marion
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13. Anfrage
vom 3.4.06
Ich hab ein Problem und weiß nicht wie ich es lösen kann. Ich bin in einer
Beziehung, wir haben einen 8 Monate alten Sohn. Wo soll ich bloß beginnen? Mein
Freund war schon immer so ein der Mensch der jedes Wochenende weggegangen ist,
mich hat es nie wirklich gestört, aber jetzt wo unser Sohn da ist, ändert er es
auch nicht. Ich muss sagen, er wollte nie Kinder, er wollte auch nie so früh von
zuhause ausziehen. Er ist jetzt 25 und wir sind seit fast 2 Jahren zusammen. Wir
streiten leider so oft, oft nur wegen Kleinigkeiten. Jetzt haben wir am Freitag
geredet, das so nicht weiter gehen kann, wenn wir nur streiten. Es gibt bei uns
schon lang kein kuscheln mehr, rein gar nichts. Er hat gesagt er versteht nicht
das er bei mir so ist, und das er mir seine Gefühle nicht zeigen kann. Das kann
doch was nicht stimmen, oder? Jetzt haben wir beschlossen wir probieren es noch
einmal, und wenn es nicht klappt, dann müssen wir uns trennen. Ich liebe ihn
schon sehr. Ich weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Seit den
Gespräch fühlen wir uns sehr distanziert. Was soll ich bloß tun? Was kann ich
tun? Dagmar
Hallo, Dagmar
Sie Schreiben, dass Sie Ihren Freund lieben. Was fühlt er in Ihrem Fall? Bisher
sieht es so aus, als dass Ihr Freund sich erfolgreich um das Erwachsenwerden hat
"drücken" können. Im Hotel Mama kann man die Wäsche lassen und ansonsten machen,
was man will. Bei Ihnen scheint es schon so leicht auch in diese Richtung zu
gehen. Wenn Sie sich wie seine Mutter verhalten, wird er vermutlich eher bei
Ihnen bleiben, aber dann ist die Beziehung und die Familie um einen Mann ärmer
und um einen Jungen reicher geworden.
Durch das Kind kann es sein, dass er sich wieder in einer Situation vorkommt,
die der entspricht, die er zu hause hatte: Er wohnt bei Mutter und Kind und
fühlt sich selbst eher als Kind, hinzu kommt noch, dass Sie weniger Zeit für ihn
haben, als vorher.
Die Situation ändern kann er, indem er sich zu seiner Familie, also Ihnen und
dem Kind bekennt. Wenn er dies als Aufgabe und Verantwortung annimmt, haben Sie
eine gemeinsame Richtung und können sich gegenseitig dabei unterstützen.
Die Frage ist: Will Ihr Freund dies wirklich? Und: Unterstützen Sie ihn dabei
wirklich?
Wenn Sie von ihm eine Entscheidung verlangen, dann kann es sein, dass er lieber
der Bequemlichkeit folgt (und vielleicht wieder bei Mama einzieht), oder dass er
sich einen Ruck gibt, um die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in
Verantwortung und Stolz (denn eine Familie mit liebender Frau und Kind sind
schon ein Grund dafür!) annimmt. Es ist eine Möglichkeit, aus diesem Leben etwas
Sinnvolles und Schönes zu machen.
Sie können vielleicht eher einschätzen, wozu er tendieren wird. So wie Sie
schreiben, zögert er noch und versucht es "auszusitzen". Sie können auch
einschätzen, was ihm bisher dafür "geboten" wurde. Manche Mütter sind so sehr
mit ihrem Kind beschäftigt, dass sie ihren Mann im Geiste eher mit auf den
Wickeltisch legen, als ihn neben sich zu stellen, ihm zuzuhören und ihn in
seinen Zielen zu bestärken. Nun haben Sie ein gemeinsames Ziel.
Sie müssen entscheiden, ob sie einen reifen Mann an Ihrer Seite haben, und dies
von ihm verlangen wollen. Weil Sie sich bemühen werden, ebenso ihre Reife
einbringen. Lassen Sie es so wie er ist, wird diese Chance für sie beide
ungenutzt verstreichen. Und wer weiß, ob sie noch einmal wieder kommt.
Mein Rat also: Dies müssen Sie MITEINANDER besprechen. Geben Sie ihm etwas
Zeit, aber bleiben Sie bestimmt. Fragen Sie, was er sich für sein weiteres Leben
vorstellt. Ob er seinem Kind ein würdiger Vater sein will, oder nur ein
beliebiger Erzeuger. Unterstützen und stärken Sie ihn dabei, indem Sie auch für
ihn und seine Bedürfnisse da sind. Sie sind seine Frau, seine Kameradin, seine
Geliebte - nicht nur die Mutter seines Kindes.
Dies sollte man nie aus den Augen verlieren, sonst verliert man einander. Die
Aufgaben eines Paares können Sie nur gemeinsam bewältigen. Sagen Sie es ihm und
zeigen Sie, dass Sie dazu bereit sind.
Ich wünsche Ihnen beiden, dass er dieses Angebot - lieber früher als später - zu
schätzen weiß. So etwas gibt es nicht an jeder Ecke. Nicht nur Ihr Kind kann
eine beständige und zuverlässige Familie - wie sie letztendlich auch aussehen
mag - gut gebrauchen. Auch dann ist das Leben nicht gerade einfach, aber man
erhält etwas Schönes dafür zurück. Ich wünsche Ihnen die Kraft, in dieser Sache
stark zu sein.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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12. Anfrage
vom 2.4.06
Hi! mein freund ist sich seit ca 2 monaten nicht mehr sicher ob er mit mir
zusammen sein möchte. wir führen eine wochenendbeziehung und er war auch öfter
alleine unterwegs beim Fasching und beim ski fahrn.... dort hat ihm eine andere
Frau den kopf verdreht er sagt es sei nur eine gute freundin aber er schreibt
hinter meinem rücken sms mit ihr und sie telefonieren regelmäßig. ich hab
heimlich in sein handy geschaut. er schreit ihr das er immer an sie denken
muss... mir gegenüber ist er liebevoll und zärtlich. wir lachen zusammen und
haben sex.... wie soll ich mit der situation umgehen? sie weiß nicht das es mich
gibt..... bea
Hallo, Bea. Das einfachste wäre natürlich ein offenes
Gespräch, aber wird es wirklich offen sein? Der Mensch braucht Liebe und Nähe
und Sie sind ihrem Freund jetzt nah. Von Ihnen bekommt er was er braucht. Die
andere ist ein Risikofaktor. Er weiß nicht, was sie wirklich will. Ob es für
eine Beziehung reicht. Er muss erst alles austesten.
Doch erfahrungsgemäß besteht bei Männern ernsthaftes Interesse, wenn sie
regelmäßig telefonieren oder schreiben, ob das e-mails oder SMS sind spielt
keine Rolle. Männer beschäftigen sich nicht mit Dingen die sie nicht
interessieren. Das Ganze ist wohl noch ein Flirt, sonst hätte er Sie schon
verlassen. Doch es scheint ihn immerhin so in Anspruch zu nehmen, das er sich
aus ihrer Beziehung schon zurückgezogen hat. Er hat sie reduziert.
Wochenendbeziehung.
Möchten Sie eine solche Beziehung führen? Möchten Sie im Hintergrund abwarten,
bis sich diese Affäre verlaufen hat? Möchten Sie, das er danach auf Sie
als Notnagel zurückgreifen kann? Wie läuft Ihre Beziehung dann weiter? Haben Sie
noch volles Vertrauen zu ihm? Vertrauen ist die Grundlage der Liebe. Ohne
Vertrauen kann eine Beziehung nicht gedeihen und auch keine Liebe. Ihr Freund
war sich nicht sicher, ob er mit Ihnen zusammen bleiben will. Wie sieht es mit
Ihnen aus, nachdem er das gesagt hat? Wollen Sie jemanden, der sich nicht sicher
ist, oder einen Mann, der sie ohne Wenn und Aber will?
Manchmal haben wir es zu eilig, wollen nicht alleine sein, haben Angst vor
der Einsamkeit und nehmen einen Partner, der nicht für uns bestimmt ist. Ich
rate es Ihnen jetzt doch: Fordern Sie ein offenes Gespräch und sehen Sie,
ob Sie seinen Worten noch vertrauen schenken können oder nicht. Sie werden
wissen, was zu tun ist. Frauen tragen Ihr verborgenes Wissen tief in sich. Sie
müssen es nur zulassen, dann haben Sie auch Zugang zu diesem Wissen.
Viel Glück auf Ihrem Weg. Sabine (Marion-Kuhn-Team)
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11.
Anfrage vom 27.3.06
Hallo! Ich hoffe sie haben einen Tipp für mich. Ich habe mich Anfang letzten
Jahres nach 10 Jahren Beziehung getrennt. Es war eine Beziehung zu einem
Drogenkonsumenten, während der 10 Jahre war er mit Unterbrechungen 8 Jahre in
Haft. Die Zeit außerhalb der Haft auch auch durch Drogen seinerseits geprägt.
Ich habe in dieser Zeit sehr gelitten, aber das war mir nicht wirklich bewusst
oder ich wollte es nicht wahrhaben. Ende der 90er lernte ich durch meinen Ex
jemanden kennen, ebenfalls damals in Haft und mit Drogenproblemen, allerdings
weniger extrem. Mit diesem Mann verstand ich mich sehr gut, er hörte mir oft zu,
war verständnisvoll und ich schwärmte sehr für ihn. Er sagte mir auch oft, wie
mies er es findet, wie ich behandelt werde etc., wir schrieben uns über all die
Jahre immer wieder und er meldete sich immer wieder bei mir, wenn auch größere
Zeiträume dazwischen lagen teilweise. Aber der Kontakt brach nie wirklich ab.
Jetzt haben wir seit letzten Sommer intensiven Kontakt, zu der Zeit war er noch
in Haft. Es entwickelte sich ein intensiver Kontakt mit Telefonieren und Briefen
und ich besuchte ihn seit Herbst auch regelmäßig. Er war immer sehr lieb,
verständnisvoll etc. zu mir, hat nie etwas von mir verlangt, mich zu nichts
gedrängt. An Weihnachten war ich mit seiner Schwester gemeinsam beim Besuch und
er meinte dann, er wolle sich mit mir eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Er
wollte auch nach seiner Entlassung direkt zu mir kommen, als Alternative hätte
er auch bei seiner Schwester wohnen können. Jetzt wurde er Anfang des Monats
entlassen und nun kommt das eigentliche Problem. Er war zwei Tage bei mir,
verschwand dann zu seiner Schwester, kam nach zwei Tagen wieder zu mir usw., so
ging das zwei Wochen. Dann hatten wir eine gründliche Aussprache, um die er
gebeten hatte, und in der er mir erklärte, er fühle sich sehr für seine
Schwester verantwortlich. Diese ist psychisch krank (Persönlichkeitsstörung) und
er hat zu ihr kein normales Verhältnis, er nennt sie "mein Stein" etc., unsere
Aussprache verlief sehr positiv und er war auch total liebevoll und kuschelig an
dem Tag, las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Sagte mir dass er mich lieb hat
und dass das mit uns momentan am wichtigsten ist. Die nachfolgenden beiden Tage
telefonieren wir noch mehrmals, alles war o.k.,. Und seitdem kann ich ihn nicht
mehr erreichen, keiner weiß wo er ist und er meldet sich auch nicht. Ich bin
völlig verunsichert, verzweifelt und weiß nicht mehr weiter. Ich hab solche
Angst ihn zu verlieren oder davor, dass er Mist gebaut hat, ihm etwas passiert
ist usw. Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich, danke! Gruß Sandra
Hallo Sandra, was ich ihnen jetzt schreibe, werden sie
nicht hören wollen. Sie haben einen Inhaftierten kennen gelernt. Für mich ist es
kein Zufall, dass er die gleichen Probleme hat, wie ihr Exfreund. Solange man
eine große Distanz zwischen sich hat, ist es auch kein Problem nett zu sein.
Aber er hat seine Probleme und wie alle Suchtkranken ist er unbeständig. Haben
Sie einmal darüber nachgedacht, warum sie diese Wahl getroffen haben? Vergessen
Sie diese Herren erst mal ganz und suchen sich Rat bei einem Profi.
Machen Sie eine Therapie, denn Sie brauchen Hilfe! Ich kenne eine Frau, die
zweimal mit einem Alkoholiker verheiratet war und noch jetzt findet sie in einer
Gruppe Männer zielsicher den einzigen Alkoholiker heraus, zu dem sie sich
hingezogen fühlt. Solche selbstzerstörerische Anlagen muss man bewusst
entgegentreten. Wenn Sie schon mit einem Drogenabhängigen zusammen waren, wissen
Sie, dass man als Laie da kaum helfen kann und selbst die Profis versagen oft
genug. Denken Sie an sich selbst, helfen Sie sich selbst! Oder Sie werden in
Ihrem selbstgewählten Leid jeden Schmerz durchleben, den Sie sich wünschen.
Vor allem hören sie auf, Angst um ihn zu haben, denn damit helfen sie ihm in
überhaupt nicht weiter. Sie leiden vermutlich an einer Art Helfersyndrom. Für
sie bedeutet Liebe, sich selbst aufgeben und dem anderen helfen zu müssen, aber
damit zerstören sie Ihr eigenes Leben. All ihre Energie, die sie so aufwenden,
hilft niemanden. Die Sache mit der Schwester ist Ihrem Freund seine Geschichte.
Sie werden da nichts dran ändern. Er wird immer wieder verschwinden, vermutlich
auch aus Angst vor Nähe und Bindung. Sie müssen auf ihre eigene Geschichte
schauen und versuchen Ihren Selbstwert zu finden. Das heißt erkennen: Wer bin
ich eigentlich? Warum bin ich so? Und dann lernen damit zu leben. Nehmen Sie
sich selbst ernst und wichtig, denn dieser Mann wird es nicht so tun, wie Sie es
brauchen.
Ich wünsche Ihnen die Kraft loszulassen. Es grüßt Sie, Sabine (Marion-Kuhn-Team)
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10. Anfrage vom 15.3.06
Also, mein Problem ist folgendes, ich bin mit meinem Freund jetzt etwas mehr als
8 Monate zusammen und ich bin soooo wahnsinnig verliebt, so habe ich noch nie
zuvor für jemanden empfunden. Seit einigen Wochen aber ist er ziemlich
merkwürdig und auf Distanz gegangen mir gegenüber. Darüber geredet hab ich auch
schon mit ihm und er meint halt, dass bei ihm zwar noch Gefühle da sind (seiner
Meinung nach reichen die auch für eine Beziehung...), diese aber schrumpfen!!
Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann und will mir mein zukünftiges Leben
nicht ohne ihn vorstellen geschweige denn führen! Er meint an mir würde es nicht
liegen, ich könne nichts dafür. Doch das kann ich nicht einfach so hinnehmen
schließlich waren die letzten 7-8 Monate ein absoluter Traum und den kann ich
doch nicht einfach kampflos aufgeben?! Helft mir bitte, gebt mir irgendwelche
Tips wie ich unsere Beziehung wieder auf Vordermann bringen kann, denn ich kenne
das selbst von mir von Früher. Damals ist es bei mir genauso gewesen und ich hab
auch gedacht, dass meine Gefühle wieder kommen, sie kamen aber nicht wieder und
ich hab eine Riesenangst das es bei meinem Freund genauso ist. Also gebt mir
bitte Tips, ich wäre euch so dankbar! Chrissi
Hallo, Chrissi. Du schreibst, Du kennst selbst schon
dieses Gefühl, dass sich bei Deinem Freund breit macht: Die Verliebtheit
schwindet. Die Wirkung dieser angenehmen "Droge" lässt nach. Man fängt an, sich
langsam an sich und den Partner zu gewöhnen. Hört sich erschreckend, langweilig
und öde an, nicht? Diese Ernüchterung kann einem schon etwas Angst machen, denn
schließlich hat man sich in einer intimen Beziehung schon auf ein gewisses
Gefühlsniveau eingestellt. Das droht nun verloren zu gehen. Leider, oder zum
Glück - je nach Sichtweise - muss das so sein.
Wir Menschen sind so eingerichtet, dass normalerweise jedes Gefühl durch ihre
Gewöhnung einmal nachlässt. Jedes noch so gute Essen, jeder noch so angenehme
Anblick, jede noch so intensive Beziehung wird irgendwann alltäglich, normal,
gewöhnlich. Das soll uns schützen, uns zu überlasten und den Blick für die
Wirklichkeit zu verlieren. Nur: welcher Verliebte ist an der Wirklichkeit
wirklich interessiert? Beide Empfindungen - die Verliebtheit und die
nachfolgende Ernüchterung - entsprechen übrigens nicht ganz der Realität.
Anfangs wird durch die Verliebtheit unser Empfinden übertrieben aufgeputscht,
später dagegen genauso übertrieben ernüchtert. Dennoch ist dieses Gefühl nicht
verloren. Es verändert sich, es lebt weiter und ebenso auch wieder auf. Doch das
geht nicht (mehr) von alleine.
Dein Freund hat die Ernüchterung auch schon erkannt. Er hat auch noch etwas
getan: Er hat dieses Gefühl mit Dir geteilt. Er sieht eine Zukunft z.T. schon
ohne rosa Brille, während Du noch über die Wolken schweben willst. Gute und
Schlechte Zeiten miteinander zu teilen, gehört - nicht nur im Fernsehen - dazu.
Er ist vielleicht schon in der Startposition, Du bist noch in der ersten
Zuschauerreihe. Euer Ziel: Die Langstrecken-Beziehung in der Zweier-Staffel.
Das ist aber eher etwas für Mutige und Ausdauernde. Die Goldmedallie einer
langen UND glücklichen Beziehung ist ständiges Training und Durchhalten. Hast Du
die Winter-Olympiade 05/06 gesehen? Glaubst Du, dass die, die auf dem Treppchen
standen, das so nebenher und mit links haben machen können? Dass die Athleten
keine Rückschläge haben einstecken müssen? Wärst Du für so eine Disziplin (da
ist es schon, dieses unangenehme Wort) bereit?
Was kann also tun? Natürlich, die bequemste Lösung ist, sich wieder einen neuen
Partner zu suchen und so auf die Schmetterlingstour zu gehen. Irgendwie aber
nicht ganz so das Wahre, oder? Immer irgendetwas anfangen und nie richtig
vollenden? Das ist vielleicht am Anfang ganz nett, aber auch das wird in der 29.
Wiederholung nicht unbedingt besser. Wie könnte diese "Olympia-Vorbereitung"
aussehen?
Vielleicht so: Probleme entdecken, sie betrachten und so gut es geht, lösen.
Zusehen und miterleben, wie man sich selbst, wie sich der andere ändert und
entwickelt. Den Anschluss nicht zu verpassen, wo die gemeinsame Reise hingeht.
Darauf zu achten, dass dafür der nötige Proviant an Aufmerksamkeit, Zuwendung
und Zeit füreinander nicht ausgeht. Verzweiflungen überwinden. Mut fassen.
Das Glück, auf das gemeinsam Erreichte zu blicken, erleben. Festzustellen, dass
Schmerzen vergehen und in glückliche Gefühle umgewandelt werden können. Dass man
Dinge schafft, die man sich anfangs gar nicht zugetraut hat. Und so weiter, und
so weiter....
Also: Vom Zuschauer zum Mitarbeiter werden. Diese faszinierende Daily-Soap
könnte die wichtigste Rolle Eures Lebens werden! Klingt das interessant? Ist das
spannend? Willst Du da mitmachen?
Dein Freund verlässt Dich nicht! Er ist nur etwas schneller vom Himmel auf den
Erdboden "gefallen". Begleite ihn dabei und macht Euch diesen Erdboden zu eurem
Himmel. Es ist nicht so einfach wie im Traum, aber es kann traumhaft werden. Es
gibt keine ständigen, aber einige, vielleicht sogar mehrere unvergessliche
Momente. Momente, die durch ihre dahinter stehenden Mühen erst an Größe
bekommen.
Dafür wünsche ich Euch alle Kraft und viel Glück!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
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9.
Anfrage vom 5.3.06
hallo ...ich bin seit sieben monaten mit meinem ex freund auseinander und hatten
in der zeit auch keinen kontakt. nun haben wir seit
einiger zeit wieder kontakt. wir telefonieren und haben uns schon sehr oft
wieder getroffen. es ist sehr schön und ich habe mich
erneut in ihn verliebt. er hat mir gesagt, dass
er nie aufgehört hat, mich zu
lieben und mich zurück haben möchte. er weiss das ich ihn
auch liebe. wir wollten uns dieses wochenende treffen. doch ihm kam immer was
dazwischen. ich habe das gleiche gefühl wie vor unserer trennung,
dass er mir aus dem weg geht. ich brauche einen rat wie
ich an die sache mit ihm rangehen soll. vielen dank schon mal im voraus.
ina
Liebe Ina, das einzige was Du tun kannst, ist ganz ehrlich
über dieses Gefühl zu sprechen, schieb es nicht auf, denn ich vermute, genau
deshalb ist Eure Beziehung gescheitert. Nur wenn Du ehrlich zu Deinen Gefühlen
stehst und mit ihm darüber sprichst, weißt Du wo Du dran bist. Also ich kann Dir
nur raten zu reden, denn die meisten Missverständnisse beruhen auf diesen
Gefühlen, die man sich nicht traut auszusprechen. Keine Liebe kann wachsen ohne
Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen. Vielleicht ist ja wirklich was
dazwischen gekommen, aber meistens haben die Frauen schon das richtige Gefühl.
Wenn er Dir ausweicht, dann musst Du wissen warum. Sollte er sich nicht
auf ein Gespräch einlassen, dann überleg Dir sehr genau, ob Du wieder mit ihm
zusammen sein willst, denn ihr werdet an der mangelnden Kommunikation wieder
scheitern. Also nimm Dir ein Herz und rede mit ihm.
ganz herzlich, Marion
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8. Anfrage
vom 12.2.06
Liebes Marion Kuhn Team, ich bin nun seit 4 Monaten mit
meinem Freund zusammen. Eigentlich führen wir wirklich eine gute Beziehung,
jedoch gibt es einige Streitpunkte. Nämlich war seine Ex-Freundin für ein Jahr
im Ausland, in diesem Jahr sind wir zusammen gekommen. Nun ist sie wieder
zurück. Er sagt mir, dass er für sie keine Gefühle mehr hat und sie auch nicht
mehr mit ihm zusammen sein möchte. Er liebt mich und unsere Beziehung wäre ja
sowieso viel besser als die Vorherige. Eigentlich tönt dies ja gut und ich
könnte zufrieden sein, aber irgendwie bin ich es eben doch nicht. Nun habe ich
herausgefunden, dass 1. sie sich eigentlich erst getrennt haben als mein Freund
und ich zusammengekommen sind (sie hatte jedoch in ihrem Auslandjahr schon
einige Affären) und 2. er mir einen Spitznamen gegeben hat, dem
seine Ex ihm früher gegeben hat. Nun weiss ich nicht, ob er vielleicht
doch noch etwas für sie empfindet... Ich habe immer das Gefühl, dass ich gegen
seine Ex ankommen müsste, dass ich also beweisen müsste, dass ich besser sei.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er mich nicht richtig liebt. Aber ihn direkt
fragen, ob er es tut, kann ich auch nicht, da er ja
sowieso "Ja" sagen würde. Könnt ihr mir vielleicht
helfen, wie ich mit dieser Situation umgehen könnte?
Hinzu kommt noch, dass ich ihm vielleicht zu wenig oder gar nicht zeige, wie
gern ich ihn habe, da ich sehr grosse Angst habe, verletzt zu werden.
Ich freue mich sehr über ihre Ratschläge, vielen Dank im Voraus.
Bine
Hallo Bine. Liebe hat ja sehr viel mit Vertrauen zu tun,
und wenn Du an dem Punkt Probleme hast, wirst Du in jeder Beziehung irgendwann
Probleme bekommen. Er steht ganz klar zu Dir! Er hat sich definitiv getrennt und
das mit dem Spitznamen würde ich auch nicht überbewerten. Wenn Du nicht glaubst
was er Dir sagt, dann wirst Du immer einen Streitpunkt finden. Denn er hat doch
keine Chance, wie soll er Dir beweisen, dass er Dich liebt und die andere Sache
vorbei ist? Deshalb solltest Du ihm glauben. Ich denke, Du musst bei Dir
hinschauen und die alten Verletzungen aus Deinen vorherigen Beziehungen
aufarbeiten. Denn immer wieder erlebe ich, dass diese Verletzungen in die neue
Beziehung hineinproduziert werden. Auch solltest Du lernen ihm zu zeigen, wie
sehr Du ihn magst. Klar Du bist von anderen enttäuscht worden, aber warum soll
er das jetzt ausbaden?
Rede mit ihm über Deine Probleme und den Schwierigkeiten und lernt
gemeinsam damit umzugehen, denn er kann nur damit umgehen, wenn er weiß warum Du
so reagierst. Und noch eines, dass Du akzeptieren musst: Menschen werden Dich
immer verletzen, und gerade, die Du so sehr liebst, können Dir besonders weh
tun. Jeder Mensch erlebt das, deshalb ist das "Verzeihen" können sehr wichtig.
Ansonsten wirst Du immer unglücklicher und es ist wie ein Gift, das sich in Dir
ausbreitet. Vertrauen und Verzeihen sind wichtige Punkte, die in einer Beziehung
gelebt werden müssen, damit man überhaupt beziehungsfähig bleibt.
Also fang am besten gleich damit an und zeig ihm wie sehr Du ihn liebst. Heute
ist doch ein guter Tag dafür!!
Ganz herzlich, Marion Kuhn
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7.
Anfrage vom 11.2.06
Hallöchen ihr alle. Mir gehts momentan sowas von total scheiße, ich weiß einfach
nicht mehr was ich machen soll. Bin insgesammt 4 mal mit meinen Exfreund
zusammen gewesen und ich gebe ganz einfach zu, dass ich ihn immer noch über
alles liebe. Und das allerschlimmste ist ja auch noch, dass er in meiner Klasse
ist. Er machg mich nur noch fertig usw., und ich weiß einfach nicht warum. Ich
meine er hat ja schluss gemacht und nicht ich. Ich weiß das er mich geliebt hat.
Ob er mich immer noch liebt hab ich keinen Plan. Ihn selber kann ja auch keiner
in meiner Klasse mehr so richtig leiden, weil er sich total verändert hat. Die
Einzigsten die er noch in meiner Klasse hat sind 2 eingebildete Weiber. Ich
versuch ihn andauernd zu ignorieren aber das bringt gar nix, entweder er
beobachtet mich die ganzen Schulstunden, beleidigt mich, oder schlägt mich. Ich
hab schon so vieles gemacht, damit das Verhältnis zwischen uns besser wird, aber
es hat vielleicht höchsten nur ein paar Tage angedauert. Ich hab auch manchmal
richtig das Gefühl, dass er mich manchmal nur verarscht. Entweder kommt er sich
bei mir einkratzen, wenn er keine Freunde mehr hat oder wenn er mal wieder geil
ist. Ich weiß einfach nicht mehr weiter vielleicht könnt ihr mir ja n'en Tipp
geben, was ich tun soll. Andrea
Hallo Andrea, versuche Dich nicht auf seine Spiele
einzulassen! Ich würde mal ein klares Wörtchen mit ihm reden, denn ihr wart
immerhin mal zusammen. Und zwar sollte er schon Respekt Dir gegenüber zeigen.
Das Problem ist natürlich, dass Du noch in ihn verliebt bist! In der
Verliebtheit sieht man die Fehler des anderen nicht, er scheint perfekt.
Liebe ist das noch lange nicht, denn Liebe ist mehr als nur Kribbeln im Bauch.
Also, Du bist unglücklich verliebt, das ist schlimm, aber das gehört nun
mal dazu, um irgendwann den Richtigen zu finden, den man liebt.
Lass ihn los, Du hältst krampfhaft an ihm fest und genau das spürt er, deshalb
behandelt er Dich auch so. Wenn Du ihn wirklich ignorieren würdest, dann würdest
Du doch gar nicht merken, dass er Dich die ganze Stunde beobachtet. Versuche
Dich abzulenken, unternimm etwas mit Deinen Freundinnen und beginn Dir Dein
Leben ohne ihn vorzustellen. Weißt Du, wenn man 4mal auseinander war, dann geht
das Spiel meistens so weiter. Willst Du das? Für seine Notgeilheit da zu sein,
dafür solltest Dir zu schade sein!
Ich wünsche Dir viel Kraft, und dass es nicht so arg weh tut ihn loszulassen.
Ganz herzlich, Marion
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6.
Anfrage vom 30.1.06
Frau Kuhn, ich habe vor ein paar Monaten eine Frau kennengelernt. Wir hatten ein
paar Treffen. Wir kamen dann zusammen. Im Laufe der Zeit erzählte Sie immer mehr
von ihren Ängsten (Beziehung; vor dem Älter werden) Sie sagte, dass Sie Ihre
leben wieder im Griff bekommen hat und jetzt wieder eine Beziehung probieren
möchte. Sie sagte auch, dads Sie mir nicht sagen kann, dass sie mich liebt. Sie
bekomme auch wieder Angst vor Nähe und dass sie sich manchmal eingeengt fühlt.
Jetzt kam noch dazu, dass sie schwanger wurde. Wir haben uns für das Kind
entschieden. Für mich war es gleich klar. Sie wusste es erst nicht, weil sie mit
der Entscheidung nicht klar kam. Das hat sie ganz schön runter gezogen. Nun
sagte Sie mir auch, dass Sie nicht weiss ob wir noch zusammen sind, wenn das
Kind da ist, weil Sie denkt, dass sie sich dann nur noch ums Kind kümmert und
ich keine große Rolle mehr spiele. Wie gehe ich mit so einer Situation um? Ich
Liebe Sie! Konrad
Hallo, Konrad. das hört sich nicht ganz einfach an. Reden
sie mit ihr und sagen sie ihr ganz klar, dass ein Kind die Probleme, die sie
hat, nicht lösen wird. Denn ein Kind kostet sehr viel Kraft, und so wie sie ihre
Partnerin beschreiben, wird sie die Realität bald einholen, wenn das Kind erst
einmal da ist. Sie braucht dringend Hilfe.
Angst vor Nähe und vor Beziehungen sollte man anschauen und aufarbeiten,
es gibt sehr gute Therapeuten, die ihr helfen können, oder sie machen eine
Paarberatung - das wäre auf alle Fälle gut. In jeder Stadt werden von den
Kirchen diese Dienste kostenlos angeboten. Ein Kind braucht Vater und Mutter und
es nicht fair ihm das einfach zu entziehen. Kämpfen sie um sie und zeigen sie
Profil, lassen sie sich nicht so einfach abservieren. Entwickeln sie Ideen, ihre
Liebe zu zeigen. Was mag sie gerne? Überraschen sie ihre Partnerin. Hören sie
gut zu und reden sie mit ihr, sie braucht jemanden, der sie versteht. Lesen sie
mit ihr Die
5 Sprachen der Liebe von Chapmann. > Schauen sie sich den Film Hitch,
der Date-Doctor gemeinsam an und reden sie dann darüber. Es gibt so vieles
was man tun kann, nur geben Sie nicht auf. Sie haben eine Verantwortung
gegenüber dem Kind und sie lieben diese Frau. Ich wünsche Ihnen, dass sie einen
Weg finden, das Herz Ihrer Partnerin wieder zurückzuerobern. Ganz herzlich,
Marion Kuhn
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5. Anfrage
vom 27.1.06
Hallo! Ich treffe mich seit mittlerweile 1 1/2 Jahren
regelmäßig mit einem Mann. Wir haben uns vor 1 1/2 Jahren in einer Disco
kennengelernt und sind dann auch sofort zusammen gekommen. Es waren schöne 3
Monate. Dann hat er das erstmal Schluss gemacht. 1 Woche später wollte er wieder
mit mir zusammen sein und ich habe mich darauf eingelassen. Dann waren wir
wieder 1 Monat zusammen, bis ich Schluss gemacht habe. Danach ging das Chaos
los. Wir haben uns trotzdem immer und immer wieder getroffen. Er nannte es
offene Beziehung und wir hatten viele schöne Wochen und Monate. Das negative an
der ganzen Sache war nur, dass er
immer und immer wieder Schluss gemacht hat. Mal war der Grund,
dass er eine neue kennengernt
hatte, dann wollte er mal keine Freundin usw. Trotzdem
ist er nach spätestens 1 Woche immer wieder angekommen und wollte sich wieder
mit mir treffen. Ich habe mich immer wieder darauf eingelassen. Im Sommer waren
wir dann nochmal richtig fest zusammen. Wieder für 3 Monate. Es war sehr, sehr
schön. Er war genau so wie ich es gerne wollte. Im Oktober haben wir uns dann
zum 5. Mal getrennt. Er hatte wenige Wochen später eine
neue Freundin. Trotzdem hat er mich immer und immer
wieder angerufen. Bis wir uns wieder getroffen haben. Von da an war ich für
einige Tage seine Geliebt, bis er sich schließlich von
seiner Freundin getrennt hat und wieder mit mir zusammen war. Wir haben uns nur
noch gestritten. Es war schrecklich und so haben wir uns zum 6.
Mal getrennt. 2 Tage später hat er wieder angerufen. Ich habe alles ignoriert
auch als er mit mir ins Kino, essen gehen usw. wollte,
habe ich nicht reagiert. Letzte Woche Samstag bin ich spontan zu ihm gefahren.
Mir ist klar geworden, dass ich
ihn nicht verlieren will. Naja, und jetzt treffen wir uns
wieder. Er sagt, das er nur Freundschaft will, aber er
schläft bei mir und ich schlafe bei ihm. Und ich habe ihm auch endlich gesagt,
dass ich ihn liebe. Davor hatte ich die ganze Zeit Angst.
Naja, und jetzt weiß ich einfach nicht,
wie es weiter gehen soll. Was will dieser Mann von mir und was soll ich nur
machen, damit er mich nicht wieder verlässt und damit wir
vielleicht doch nochmal irgendwann zueinander finden? Jana
Hallo, Jana. Das hört sich ja ziemlich chaotisch an. Du
hast 3 Fragen an mich.
1.Was will dieser Mann von Dir? Ich würde mal vermuten, im Bett läuft es gut
zwischen Euch! Ansonsten scheint Euch nicht viel zu verbinden. Könnt ihr gut
miteinander reden? Was er genau von Dir will, musst Du ihn fragen, und ich
glaube, er weiß es wohl selbst nicht so genau.
2.Was kannst Du tun, damit er Dich nicht wieder verlässt? Du kannst gar nichts
tun, ihr wart schon so oft getrennt. Jede Trennung hinterlässt Spuren und
das Vertrauen kann nicht wachsen. Ihr könnt nicht miteinander, aber auch nicht
ohne Euch. Das sind die schwierigsten Beziehungen, dass ihr eine ungute
Abhängigkeit lebt. Du musst Dir klar werden was Du willst. Ist das der Mann, mit
dem Du Dein Leben teilen willst? Ist das Liebe? Sei Dir soviel wert, ehrlich zu
sein. Wenn etwas nicht zusammenpasst, dann kannst Du es nicht schön reden.
3.Wie könnt ihr zusammenfinden? Wenn ihr bereit seid, an Euch und Eurer
Beziehung zu arbeiten. Da heißt Vertrauen und gegenseitigen Respekt und
Angenommensein lernen und einüben. Ich habe auch schon beobachtet, dass manche
Menschen durch die ständigen Trennungen das Kribbeln im Bauch immer wieder her
holen. Diese Menschen sind süchtig nach dem Gefühl der Verliebtheit und
daran muss man arbeiten. Denn Liebe und Verliebtheit sind zwei sehr
unterschiedliche Gefühle. Nach einer gewissen Zeit verändern sich die
Verliebtheitsgefühle, das ist ganz normal, nun entscheidet sich ob es Liebe ist
und man zusammen bleiben will - mit allen Höhen und Tiefen. Ich denke, da steht
ein Gespräch an und bitte stell Dir die Frage: Was willst von diesem Mann? an
erste Stelle. Alles Liebe und nimm Deine Gefühle ernst! Ganz herzlich, Marion
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4. Anfrage
vom 19.1.06
Ich habe ein großes problem:
mein freund und ich sind im februar 6 jahre zusammen. Vor
zwei monaten hat er eine andere Frau kennengelernt. Gut,
nach 6 jahren und noch nie ne andere,
hab ich gedacht wäre normal und hab gesagt,
ist schon ok Doch dann ist er
einige Zeit zweigleisig gefahren. Und so dumm wie ich bin,
hab ichs ihm nochmal durchgehen lassen. Doch nach kurzer Zeit stellte sich raus,
er belügt mich schon wieder.
Er sagte, dass
es nur wegen der arbeit ist. Das heisst,
sie hat einen einflussreichen Vater und könnte ihm eine neue arbeit verschaffen
und er hat gesagt, wenn er das noch drei wochen durchhält,
dann können wir uns bald eine neue bessere Zukunft aufbauen.
Ich hab das spiel mitgespielt,
doch er zögerte es immer weiter raus. Nun hat er gesagt,
ich liebe sie mehr wie dich aber dich auch.
Nun möchte er, dass
wir uns weniger sehen und uns neu kennenlernen und die liebe wieder zurückkommt,
aber sie möchte er weiter behalten. und jetzt weiss
ich nicht, ob ich weiterhin für ihn da sein soll oder ihn
einfach in ruhe lassen soll. Ich habe vorher viele fehler
gemacht in der beziehung, dass es
erst soweit kommen musste. Ich
will nur noch eine zweite canche, es zu ändern.
Wie erreiche ich das?
Ich weiss ja,
dass er mich noch liebt und nicht verlieren möchte und
ich weiss jetzt auch, wie sehr ich
ihn liebe. Anke
Hallo, Anke. Ja , Du hast ein großes Problem! Er muss sich
ja sehr sicher sein, denn woher nimmt er die Sicherheit Dir das sagen zu können,
ich will Euch beide! Willst Du wirklich, dass er nachdem er in ihrem Bett war,
in Deines kommt? Er liebt sie mehr, bist Du dann für die Bügelwäsche da? Was
will er von Dir? Wo ist Dein Selbstwertgefühl?
Kein Mann ist es wert, dass Du Dich selbst aufgibst, das ist keine Liebe. Man
glaubt, wenn man jemand verliert meistens, dass es die einzige Liebe ist, aber
mit den Voraussetzungen machst Du Dich nur abhängig. Sage ihm klar, wie Dich das
verletzt und das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert ist. Zieh Dich zurück bis
er sich entschieden hat! Lass nicht mit Dir spielen, das ist entwürdigend! Jeder
macht Fehler in der Beziehung, doch daran müssen beide arbeiten. Ich würde Dir
raten, die Auszeit zu nutzen und an Dir und an Deinem Selbstwert zu arbeiten,
damit Dir das nicht noch einmal passiert. Ein gutes Buch hierzu:
Gute Mädchen kommen in
den Himmel, Böse überall hin. Weißt Du, ich glaube Du wirst ein klein
wenig leiden, aber dann wenn Du Dich entschieden hast merken, es gibt keinen
anderen Weg für Dich. Ich wünsche Dir viel Kraft und glaub mir, Du fühlst nach
einer klaren Entscheidung besser. Ganz herzlich, Marion
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3. Anfrage
vom 13.1.06
Seit ca. 16 Monaten bin ich (24) mit meinem Freund (29)
zusammen. Wir sehen uns jeden Tag, wohnen aber nicht richtig
zusammen, da er in seinem Heimatort (ca.40km entfernt) noch ein Zimmer
bei seinem Onkel hat.
Er war in seiner Jugendzeit häufiger mit Cliquen in Clubs
etc. unterwegs. In der Zeit, in
der wir zusammen sind, haben sich drei seiner Ex-Freundinnen , u.a. aus dieser
Zeit, per SMS gemeldet. Sie hätten alle Probleme mit ihren jetzigen Partnern
oder Langeweile und wollten mit ihm reden und sich treffen. Allen Frauen wurde
von ihm gesagt, dass er sich in einer Beziehung befinde.
Da ich in meiner Vergangenheit häufig von Männern enttäuscht wurde bzw. mich
einmal mit einem Mann eingelassen hatte, der vergeben war
- kommt in mir jedes Mal, wenn er mir von solchen SMS oder Anrufen berichtet,
ein Misstrauen hoch. Ich kenne wohl beide Seiten: Die der Männer, und die der
Frauen. Wir diskutieren dann recht intensiv und er sieht
meine Einstellung dazu ein. Er verzichtet dann auf ein Treffen mit diesen Frauen.
Meinetwegen. Ich sehe einfach keinen Grund, warum man
sich mit irgendwelchen Ex' en treffen sollte. Nebenbei
könnte es doch sein, dass er durch diese Frauen wieder Kontakt in dieser Szene
hätte. Ich versuche, ihm
wirklich zu vertrauen. Auch hat er mir noch nie einen Anlass gegeben,
eifersüchtig zu sein. Er ist immer ehrlich und steht voll hinter mir. Alles
klappt prima bei uns, bis eben immer wieder solche Anrufe kommen. Kann er denen
nicht einfach klipp und klar sagen, dass so was in seiner Beziehung keinen Platz
hat? Momentan hab ich das Gefühl, irgendwas würde sich
ändern. bzw. er könnte sich von
mir eingeengt fühlen. Bin ich zu eifersüchtig, oder was
würden Sie mir raten? Er sieht da seiner Meinung nach gar keinen Grund, für das
Misstrauen ihm gegenüber. Liliane
Hallo Liliane, ich glaube Du musst Dir keine Sorgen
machen! Ihr habt eine gute Beziehung, ihr redet miteinander und er verzichtet
darauf sich mit seinen Ex' en zu treffen. Du schreibst, er soll einfach klipp
und klar sagen, dass er in einer Beziehung ist und das hat er ja auch getan. Das
Problem sind die Frauen. Manchmal erkennen Frauen, wenn sie einen tollen Mann
haben gehen lassen, ihren Fehler und wollen ihn wieder zurück. Aber das ist das
Problem dieser Frauen und nicht Dein Problem oder das Deines Freundes! Dir steht
im Augenblick Deine Geschichte mit den Verletzungen im Weg. Du hast in Deiner
Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht, aber nicht in dieser Beziehung, das
musst Du trennen. Das ist ganz wichtig!
Jeder hat diese Probleme, da wo Dir jemand wehgetan hat bist Du empfindlich.
Liebe heißt auch, an der Beziehung arbeiten und das beginnt nun bei Euch. Die
Enttäuschungen haben nur etwas mit Dir zutun, nicht mit Deinem Freund,
aber Du hast Angst wieder enttäuscht zu werden. Das musst Du ablegen. Vertrauen
und Ehrlichkeit sind wichtige Pfeiler in einer Beziehung. Wahrscheinlich fühlt
er sich schon eingeengt, wenn Du ohne Grund eifersüchtig bist. Das tut keiner
Beziehung gut. Erkläre ihm, dass es mit Dir zu tun hat und dann wird er es
verstehen. Selbst wenn er sich mal mit einer Exfreundin treffen sollte, denk
daran, Deine Verletzungen nicht zu seinem Problem zu machen. Ich wünsch Euch
alles Liebe und Gute und: Ihr habt eine tolle Beziehung, arbeitet daran,
dass es so bleibt. Ganz herzlich, Marion
![]()
2.
Anfrage vom 7.1.06
Hallo, ich bin momentan sehr verwirrt. Ich hatte vor ein
paar monaten eine längere affäre mit T. Der hat bei einem
urlaub mit seiner exfreundin wohl gemerkt, dass er sie
doch noch liebt und sie zurück haben will. Vor dem urlaub allerdings hatte er
mir gesagt, dass er sich mit mir ne beziehung vorstellen
könnte und es von seinem gefühl her mehr als ne affäre wär. Hab mir
dementsprechend hoffnungen gemacht. Die nach seinem
urlaub zerplatzt sind. Er hat vor
ein paar tagen gesagt, dass er sich sehr wünscht wieder mit seiner ex zusammen
zukommen, womit ich mich auch abgefunden hab. Ich versteh
mich mit ihm sehr gut, er ist für mich eine absolute vertrauensperson, und er
sagt mir auch, dass es zwischen uns eine besondere
verbindung geben muss, da wir gleich denken und uns auch so sehr ähnlich sind.
Er hat mit erzählt, dass er silvester
mit seiner ex gefeiert hat, und dass es wohl nicht so toll war, keine ahnung
warum. Er meinte er würde das "abhaken". Gestern lagen wir dann als gute freunde
nebeneinander und haben uns dann plötzlich geküsst, alles
schien wie früher bei der affäre zu sein, es war sehr merkwürdig, weil ich ihn
ja darin unterstützen wollte wieder mit ihr zusammen zu kommen. Ich weiß dass er
mich mag, aber ich weiß nicht wie sehr. Ich möchte die freundschaft zu ihm auf
keinen fall verlieren und ich kann nicht glauben dass er so ein arsch ist und
seine "ex" betrügt noch bevor sie wieder zusammen kommen. Was
war das für ihn mit mir? Ich weiß dass ich ihm wichtig bin. Er hat gefragt,
wann wir uns wieder sehen, aber mir ist klar,
dass es so nicht mit uns weiter geht. Empfindet er doch was für mich? Früher
sagte er, dass er jeden abend vor dem einschlafen an mich denken muss, egal ob
er will oder nicht. Wie soll ich mich verhalten? Liebe
grüße, Carmen
Hallo, Carmen. Der junge Mann scheint noch nicht zu wissen
was er will. Du weißt es hoffentlich? Denn Frauen sind manchmal schon ganz schön
verrückt, wenn sie den Mann nicht bekommen, dann wollen sie wenigstens seine
Freundschaft. Freundschaft ist eine sehr gute Basis für eine spätere Beziehung,
denn wenn die großen Verliebtheitsgefühle sich verändern, begegnet man sich oft
über diese Freundschaftsebene. Aber Du willst keine Freundschaft, Du willst ihn
als Partner. Und so wie es aussieht könnte da ja was daraus werden. Er hakt
seine Ex ab, er küsst Dich, er denkt an Dich vorm Einschlafen. Du kannst
eigentlich nur geduldig abwarten wie sich das weiterentwickelt, lass ihn kommen,
mach es ihn nicht ganz so einfach, denn er ist der, der Dich hat zappeln lassen.
Aber wenn er nicht gerade wieder umschwenkt, kannst Du Dir Hoffnungen machen.
Ganz herzlich, Marion
![]()
1.
Anfrage vom 5.1. 06
hallo.......ich bin eine alleinerziehende mama und sehnte mich nach knappen 4
jahren wieder nach nähe nach gesprächen ausserhalb von windeln und kleinkindern....
ich schaffte mir das internet an damit ich abends halt einwenig unterhaltung
hatte.... und ich auch mal anderes sah ausser meine mutter, da ich durch andere
persönliche dinge meine brücken zu fast jedem abgebrochen habe. sehr wenige
freunde sind mir geblieben .... und meine mutter hat da so einiges mit zu tun
aber das ist eine andere geschichte .....ich lernte anfang märz diesen jahres
viele leute kennen .... ich chattete ein paar monaten mit diesen menschen und
man hatte spass und freude .... doch mit einem chattete ich besonders gern, da
ich endlich bei ihm wieder lachen und einfach ich sein konnte, ohne mich
zu verstellen oder mich anstrengen musste, jemanden zu gefallen ..... doch eines
tages, ich weiss nicht wann - wandelte es sich - wurde irgendwie anders .....
ich freut mich immer wenn ich ihn im net sah.... und wenn nicht, war ich
irgendwie traurig.... wir telefonierten dann irgendwann ..... und ich bemerkte,
dass dieser mensch sehr interessant ist ... er hat die gleichen ansichten ....
die gleichen gedanken wie ich.... aber ich dachte mir, da noch nichts bei...
monate später wandelte sich mein verhalten wieder.... ich begann gefühle zu
entwickeln, einem menschen gegenüber den ich nur von buchstaben und telefonaten
her kannte ... natürlich hatte ich auch ein foto von ihm... ich konnte es mir
nicht eingestehen, dass ich das jemanden gegenüber empfinden könnte, da ich ein
visueller mensch bin ... ich sprach darüber mit ihm und es kam heraus, dsas er
auch etwas empfinden würde aber keine liebe und kein verliebtsein zu diesem
zeitpunkt...... naja unsere gespräche wurden immer intensiver und persöhnlicher
genauso unsere telefonate.... dann kam der tag das wir uns treffen wollten. wir
machten einen termin aus ... leider waren meine kiddies krank... wir verschoben
es .... wieder kam was dazwischen.... und das ging eine weile so .... ich muss
auch sagen das meine mutter immer im weg stand, da meine mutter eine sehr
dominante frau ist und mich heute - nach über 30 jahren - mein leben immer noch
nicht leben lässt, mich kontrollieren will und mir vorschreiben will, wenn ich
sehe und wen nicht ... heute denke ich, dass ich immer eine ausrede suchte, um
ihn nicht sehen zu müssen, weil ich angst hatte.... wenn es so weit kam, nach
knappen 4 jahren wieder jemanden sehen und dann vielleicht sich zu verlieben
...... denn auf diesen weg war ich ...mich zu verlieben und unter umständen mehr
zu wollen.... aber meine mutter war irgendwie im weg.... und ich hatte angst
davor, was passieren wird wenn ich einen neuen partner hab und was passieren
wird, wenn sie die kinder nicht mehr so oft sieht ...denn das ist sie im moment
gewöhnt ... und hält mir auch immer wieder vor, wenn ich mich nicht melde oder
ihr die kinder nicht bringe, dann tickt sie aus ....sie will immer wissen was
ich tue und was ich nicht tue daher ist es noch komplizierter als es eh schon
ist...... doch dann kam der tag an dem wir uns sehen sollten .... es war eine
woche nach meinem geburtstag.... der zug hatte verspätung ... mein herz schlug
bis zum hals.... ich wollte flüchten wie ein gehetztes tier .... aber auch da
bleiben weil ich ihn sehen wollte.... und dann stand er vor mir ... im ersten
moment war ich geschockt, weil er anders aussah wie auf dem bild .... aber als
ich in seine wundervollen blauen augen sah ... ich denke da war es um mich
geschehen .... aber ich wollte nicht das er es bemerkte... wir gingen ins kaffee
und unterhielten uns über gott und die welt .... wie in den chats und telefonate
war es .... es wurde kalt und ich wusste dann auch nicht mehr wohin noch, also
fuhren wir zu mir nach hause... meine kinder waren bei meiner mutter die
übrigens neben mir wohnt... wir schlichen uns rein damit die kinder uns nicht
hörten, da ich noch nicht wollte das sie ihn sehen, da ich mir nicht sicher war
ob es wirklich passte oder nicht .... wir redeten und bestellten uns pizza ....
dann kam meine mutter und schaute verdutzt .... klar weil sie nicht damit
gerechnet hatte... und guckte mich komisch an... naja, ich stellte beide vor und
damit war die sache gegessen, dachte ich... wir unterhielten uns weiterhin und
irgendwann saßen wir uns gegenüber und dann passierte es, wir küssten uns ....
es war wunderschön ... ich brachte ihn wieder zum bahnhof ... und ich ging
freudestrahlend nach hause ... doch als ich meine kinder abholte und das gesicht
meiner mutter sah, da bekam ich wieder angst ... was mir denn einfallen würde,
fremde männer nach hause zu bringen als sei ich eine dahergelaufene und was
würde das denn für ein kerl sein ... ich stritt mich mit ihr vom feinsten ...
dass ich gross genug sei und das er der erste nach jahren sei und das immer noch
meine wohnung ist und ich einladen kann und mitnehmen wen ich auch immer will...
dann kam silvester... meine mutter fragte mich ob ich wegfahren wolle, sie sei
ja zu hause ... ich wollte zuerst nicht, da es das erste jahr wäre das ich nicht
mit den kiddies zusammenwäre... meine mutter bedrängt mich sozusagen, wenn du
willst dann feier auswärts... mein freund lud mich zu sich ein, in der kneipe
würde eine party steigen aber ich brauchte eine karte ... ich haderte hin und
her bis ich ja sagte... ich stritt mich wieder fürchterlich mit ihr weil sie es
nicht verstand ... mir kann sonstwas passieren ... dann sind die kinder weg ...
ich sagte ihr doch du hast doch gesagt ich kann fahren und ich wollte ja zuerst
gar nicht... nun fuhr ich ich, rief sie an das ich da bin... meinen kindern ging
es auch gut.... also war ich beruhigt... dann 12 juhuuuuuu ein neues jahr ich
rief zu hause an leider kam ich mit meinem handy nicht durch versuchte es
regelmässig bis 4 uhr morgens ... nichts und danach rief ich wiederum nicht mehr
an weil die kiddies bei meiner mutter schliefen... es wurde acht uhr als ich mit
ihm zu hause ankam und es war 14 uhr als ich wieder wach wurde... ich rief an
und sagte dem anrufbeantworter das ich auf dem weg nach hause war da ich sie
weder über handy noch festnetz erreichen konnte.... als ich zu hause ankam
versuchte ich es erneut aber wieder nichts... langsam machte ich mir sorgen...
so gegen 20.00 kamen sie dann... ich wollte fröhliches neues jahr wünschen aber
sie ging mir aus dem weg ... und beachtete mich nicht die bohne ... ich wollte
ihr erzählen und sie fragen wie es wahr ... aber nichts... und jetzt hab ich
angst davor, meinen freund zu mir kommen zu lassen denn meine mutter macht ne
szene, egal wer vor ihr steht, da er nicht weiss was hier wirklich los ist weil
ich ihm das nicht erzähle ... menno, was soll ich tun... einerseits will ich
meiner mutter nicht vor dem kopf stossen, ich habe ihr versucht die situation
mit uns beiden - ihr und mir - zu erklären aber sie versteht nicht, redet davon
ich will sie rumkommandieren oder ich will ihr die kinder wegnehmen ... ich
weiss einfach nicht weiter ... Tanja
Hallo Tanja, ich weiß nicht so genau welche Anfrage
Sie an mich haben, da sie mittendrin aufhören.
Sie haben einen Mann
kennengelernt, mit dem sie sich gut verstehen und sich vielleicht sogar verliebt
haben. Nun, mit Ihrer Mutter haben sie wohl einige Probleme. Durch die Kinder
sind Sie wohl auf sie angewiesen, aber deshalb müssen sie sich dennoch von der
Mutter lösen und einen eigenen Standpunkt finden. Ob sie austickt oder nicht,
spielt da einen untergeordnete Rolle, sie sind nicht mehr das kleine Mädchen von
damals und ich rate Ihnen, schauen sie da hin, denn ansonsten wird das sehr
unschön enden.
Sie haben bestimmt einige Verletzungen aus der Kindheit, arbeiten sie daran. Sie
haben wahrscheinlich ein sehr niedriges Selbstwertgefühl, auch da sollten sie
ansetzen. Und dann sollte der Prozess der Loslösung von den Eltern kommen.
Es gibt dazu einige gute Bücher (Gute
Mädchen kommen in den Himmel, Böse überall hin, Aussöhnung mit dem
inneren Kind), aber ich würde Ihnen empfehlen eine Beratung in Anspruch zu
nehmen. In jeder Stadt gibt es von den Kirchen sehr gute Beratungsstellen. Oder
Sie machen eine Therapie.
Also, es gibt einiges zu tun im Neuen Jahr. Fangen Sie an, sich und Ihre
Bedürfnisse ernst zu nehmen und beginnen Sie Ihr Leben so zu leben, wie sie es
wollen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft dazu.
Ganz herzlich, Marion
Kuhn
(Hier der direkte Link zum Stichwort-Verzeichnis, bzw. zum Mailformular)
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