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Lieber Besucher,
hier der Beratungsschriftverkehr aus dem Kalenderjahr 2006.
Sollten Sie hier keinen Rat finden, scheuen Sie sich nicht, Ihre eigene Situation zu schildern und sich direkt an mich zu wenden. (Hier der direkte Link zum Gästebuch, bzw. zum Mailformular)
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Ihr Marion Kuhn Team


Hier der Schriftverkehr aus dem Jahr 2006:

51. Anfrage vom 28.12.06
ich brauche mal einen rat! ich habe jemande kennen gelernt! war alles i.o!bis auf heute! ich bekomme diese sms wo drin steht dass er heute nicht zu mir kommen kann da er was erfahren hat! was er mal verdauen muss!!! ich hab natuerlich nachgefragt.es stellte sich raus, das er heute erfahren hat das seine exfreundin im 4. monat schwanger ist! das ganze schockt mich absolut! wie soll ich mich verhalten nun??? er meinte er braucht ruhe um nach denken zu koennen! ich moechte aber mit ihm reden! was meinen sie.. was kann ich tun um ihn vielleicht halten zu koennen????? Tanja
Hallo, Tanja- Im Moment kannst Du tatsächlich nicht viel tun.  Sag ihm, dass Du für ihn da sein willst, aber wenn er Ruhe braucht, dann kannst Du nichts machen.
Es ist schon ziemlich hart für ihn, mit einer Sache, die abgeschlossen ist, wieder zu beginnen.
Er wird entscheiden, wie er damit umgeht, wie er die Verantwortung für sein Kind übernehmen will. Dein Schockzustand kann ich sehr gut verstehen, Du bist mitten drin obwohl du mit der Ex nichts zu tun hast. Und mach Dir bitte auch Gedanken, wie Du damit umgehen willst. Denn auch das sollte er wissen (nicht sofort, aber wissen sollte er es). Mach ihm keine Vorwürfe sondern sei ihm jetzt eine Freundin an der Seite, die trotz aller Umstände zu ihm steht.
Sag ihm Deine Gefühle, und erkläre ihm, dass Du jetzt nicht einfach umschalten kannst, auf Knopfdruck keine Gefühle mehr zu haben.
Die Entscheidung liegt zum großen Teil bei ihm, aber Du wirst mit einem jungen Mann zusammen sein, der Vater wird. Und damit solltest Du Dich ganz intensiv auseinandersetzen. Ich wünsche Dir viel Kraft und höre genau zu, was er braucht, denn das ist das, was ihm im Moment bestimmt gut tut.
Ganz herzlich,  Marion

50. Anfrage vom 9.12.06
Hallo, ich hätte mal eine Frage.. Und zwar würde ich gerne wissen, wie ich es merken kann, ob mein freund eine andere hat oder mich nicht mehr liebt.
Also gibt es genaue Anzeichen? Danke im Voraus. LG Limena
Hallo, Limena
100 % Anzeichen gibt es nicht, weil jeder Mensch anders ist, aber Dein Herz zeigt Dir schon den richtigen Weg. Wenn Du merkst, dass sich etwas verändert und zwar nicht zum Positiven, dann muss man da hinschauen. Es muss nicht immer eine andere dahinter stecken, oder die Liebe aufhören, aber darüber sollte man reden. Eine Beziehung verändert sich, dies ist ein ganz normaler Prozeß und viele glauben, wenn die Verliebtheit aufhört ist alles vorbei, aber das ist nicht so. Die Gefühle verändern sich, die Zeit der Schmetterlinge im Bauch ist zwar wunderschön, doch irgendwann beginnt man, den andern mit seinen Fehlern zu sehen, und wenn man es dann schafft ihn so anzunehmen und zu lieben wie er ist, dann ist die Beziehung ein ganzes Stück gewachsen.
Vielleicht ist das bei Euch gerade der Fall, meistens tritt das nach einem Jahr auf. Wichtig ist offen und ehrlich zu sein und über die Gefühle zu sprechen, sag ihm Deine Unsicherheit und Ängste, nur so wirst Du Gewißheit bekommen. Natürlich besteht bei dieser Veränderung auch die Möglichkeit, dass er sich in jemanden anders verliebt hat, doch nur im Gespräch mit ihm kannst Du das erfahren.
Ich wünsch Dir alles Liebe und den Mut Deine Gefühle an- und auszusprechen. Ganz herzlich, Marion

49. Anfrage vom 7.12.06
Hallo liebes Team, ich habe eine Frage zu der Beziehung mit meiner Freundin. Ich bin 24 J. alt und sie ist 18. Ich bin ihr erster Freund und habe lange über unsere Zukunft nachgedacht. Durch die Erfahrungen mit meinen Ex-Freundinen habe ich gemerkt, dass junge Menschen (und ist die Beziehung noch so schön) nach einer Zeit ihre Freiheiten brauchen und sich eventuell nochmal "Ausleben" wollen. Ich denke, dass ich aus diesem Alter heraus bin und ich sehne mich nach einer Beziehung, die lange, vllt fürs Leben hält! Meine Freundin ist allerdings nach eineinhalb Jahren Beziehung jetzt in einer Phase, in der sie sehr engen Kontakt zu Freunden (männlichen und weiblichen) aus der Schule hat und viel mit diesen unternehmen (in Discos gehen etc) möchte. Ich habe das Gefühl, das ich vernachlässigt werde und ich spüre Ihre liebe auch nicht mehr so stark. Das macht mich natürlich eifersüchtig. Nun habe ich das angesprochen und sie reagiert genervt und meint, es ist doch alles wie vorher. Ich finde aber in einer guten Beziehung muss das gute Verhältnis zum Partner immer erhalten bleiben...so kann ich das einfach nicht aushalten. Was ist in solcher Situation das Beste? Sie in Ruhe zu lassen? Das Thema immer wieder zu Diskutieren? Bevor ich noch mehr verletzt werde, schluß machen? Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll!!! Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir weiterhelfen könntet, vielen Dank im voraus. Klaus.
Hallo, Klaus. Natürlich kann man jetzt einfach Schluss machen, und so dem Problem aus dem Weg gehen. Aber eine Lösung ist das nicht, wie Du Dir sicher denken kannst. Man schiebt sie nur vor sich her, bis man irgendwann an der Menge zusammenbricht.
Den Partner "laufen", "sich entwickeln lassen" hört sich gut an - wenn da nicht die eigene Angst wäre, verlassen und enttäuscht zu werden. Doch eine Frage ist an dieser Stelle erlaubt: Was kann der Partner dafür, dass ich Angst habe, von ihm (stellvertretend für jemanden von früher, meist aus der Kindheit) verlassen zu werden?
Das ist doch nicht primär dem Partner sein Problem. Es wird für ihn nur dann zu einem, wenn ich mich aus diesem Grund ihm gegenüber nicht mehr offen und wohlwollend verhalten kann. Ursache dafür bin dann immer noch ich selbst.
Und hier kann man ansetzen: Ich habe dabei einen Vorteil. ICH kann mich ändern. ICH kann gelassener werden, meine Ängste abbauen.Diese haben sicher ihre Ursache. Doch meistens nichts mit dem Partner zu tun. Er ist nur der (scheinbare) Auslöser indem er mich auf meine Defizite (meist ohne es zu wissen) hinweist und mich so erinnert. An das, was in mir schlummert und durch ihn (glücklicherweise) wieder hervorkommt, damit es (auf)gelöst werden kann. Dieser Schritt wird jedoch oft versäumt, indem man in seiner früheren Verletzungen "hängen" bleibt und so vermeidet, wirklich erwachsen zu werden.In der Regel suchen wir uns gerade diese Menschen als Partner aus, die dazu hervorragend in der Lage sind - aber das nur am Rande.
Also: Da gibt es einiges in Richtung Selbstwertgefühl, was sich bei Dir meldet. Hier fühlst Du Dich angreifbar und schutzlos. Diese Wunde kann und wird von jedem Partner berührt werden, den Du nah genug an Dich heran lassen wirst. Diese Wunde sollte geheilt werden. Dann geht es Dir besser.
Das wird an dem Problem, dass zwei Menschen sich unterschiedlich entwickeln (können), nichts ändern. Besonders, wenn - wie bei Euch - so unterschiedliche Startbedingungen geherrscht haben. Aber so ist das Leben. Eine Liebe kann und sollte dazu in der Lage sein, diese Veränderungen mitzutragen. Schließlich ist es doch spannend, was für ein Mensch mein Partner in 5 oder 10 Jahren einmal sein wird. Bei einem selbst merkt man das oft nicht (gleich), wenn man es nicht von aussen zugetragen bekommt. Zusammen zu leben, bedeutet doch nicht, stets einer Meinung zu sein, stets die gleichen Interessen zu haben. Zusammen zu leben setzt nur voraus, dass beide zusammen leben wollen. Wie es damit im Einzelnen aussieht ist sehr unterschiedlich und und teilweise gestaltbar.
Hier kommen wir wieder an den Ursprung: Weisst Du, wie Dein Leben aussehen soll? Hat Deine Freundin darin einen Platz, den sie selbst bestimmen kann, oder bist Du so fest auf einer Linie, dass jede Abweichung davon Dein Leben aus der Spur bringt?
Du siehst: Die Probleme mit dem Partner sind oft nur Spiegelbilder der eigenen Probleme. Ärgerlich einerseits, weil es der weniger bequeme Weg ist, wenn man die Schuld daran nicht anderen zuschieben kann. Gut aber andererseits, weil man dadurch wirklich eine Möglichkeit der Einflussnahme erhält. Wenn man bereit ist, bei sich selbst anzufangen. Natürlich muss man sich nicht alles vom Partner gefallen lassen. Doch seine Freiheit, sich selbst zu entscheiden und sein Leben zu gestalten, sollte stets unantastbar sein. Schließlich will man das (normalerweise) für sich selbst auch nicht aus der Hand genommen bekommen.
Und: Wenn man Liebe, Vertrauen und Freiheit geschenkt bekommt - kann es was Besseres geben? Du hast nun die Chance dazu, dies zu leisten. Etwas, das ständig im Fluss ist, lässt sich nicht festhalten, ohne es zu zerstören. Ein Leben lang ist immer nur ein Ziel, eine Richtung - aber kein statischer Zustand.
Dieser Irrglaube, so gut er auch gemeint ist, birgt das Dilemma schon in sich. Das lässt sich erfahren, wenn man betrachtet, was langjährige Paare tun, um zusammen zu bleiben: Sie tun es einfach, sie wollen es nicht. Etwas unbedingt wollen führt zu Krämpfen. Etwas lassen führt zur Freiheit und Entspannung.
Du siehst, es wird fast eine Lebenseinstellung daraus. Aber vielleicht muss das ja so sein.
Falls Deine Freundin das, was Dir wichtig ist, nicht erkennen sollte - nur aus selbst erfahrenem Schmerz lernt man am besten. Wenn man überhaupt lernen will. Ich habe den Eindruck dass Du diesbezüglich schon etwas lernen willst. Du bist gerade dabei.
Sag' einer noch, das Leben wäre langweilig. Falls Du Dich literarisch ergänzen willst: Schaue vielleicht einmal auf unseren Literaturempfehlungen nach. Für Dich selbst ist vielleicht interessant: "In dir lebt das Kind, das du warst - Vorschläge zur Bewältigung des Alltags" von Whitney Hugh Missildine.
Für die Beziehungspflege: "Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" von John M. Gottmann und "Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" von Bas Kast könnte
ich da empfehlen.
Viel Erfolg bei Euren gemeinsamen Schritten, wünscht Wolf (Marion-Kuhn-Team)

48. Anfrage vom 30.11.06
Hallo! Bin durch Zufall über diese Seite gestolpert und hab lang überlegt, ob ich etwas schreibe... Aber andererseits hab ich ja auch nichts zu verlieren. Ich bin 35 Jahre alt, seit 9 Jahren selbständig im Reisegewerbe (Messen und andrer Events) und hab im Oktober angefangen, die Weichen nochmal umzustellen, indem ich mein alten Wunsch Grundschullehramt zu studieren in Angriff genommen hab. Für knapp 1,5 Jahre war ich nun mit einem 9 Jahre älteren Pädagogen zusammen, der an einer Schule unterrichtet. Alles war bisher prima, wir ließen uns viele Freiheiten, die wir für Freunde und ich mehr für den Beruf benötigten.(Nicht auf sexueller Basis!) Ich war glücklich, soviel Verständnis in ihm zu finden, denn der Vorwurf war oft, daß ich nicht genug Zeit für einen Partner hätte. Dass er sterilisiert ist, klärten wir gleich am Anfang und es hat mich auch nie gestört, da ich denke, diese besagte biologische Uhr nicht zu besitzen. Alles war okay, wir haben viele gemeinsame Hobbies, reisten viel zusammen, hatten tollen Sex und auch eine tolle Freundschaft mit viel Vertrauen!!! Der Wunsch, vielleicht zusammenzuziehen, kam anfangs von ihm. Zur Miete konnten wir nicht so richtig etwas finden und außerdem ist es eher meine Intention, etwas allein zu kaufen und doch vielleicht dort zusammenzuwohnen. Er wollte nichts kaufen, da er mal sein Elternhaus erbt. Nun hab ich ein Haus gefunden, was auch für ihn genug Platz und Vorteile bieten würde... nun will er nicht mehr, wollte sogar doch selbst als Altersruhesitz ein Haus kaufen, was ICH vorher mal für uns in betracht gezogen hatte... Etwas geknickt, aber fair überdacht, akzeptierte ich seine Entscheidung und bot immer noch die Option des Zusammenlebens an, da man ein Haus ja auch vermieten könnte, und jeder behält ein Stück Freiheit, weil wir beide schon viele gebrochen Erfahrungen machen mußten. Das letzte hieß: "Entweder kann ich dieses Haus kaufen oder ich ziehe zu doch zu meinem Schatzi!"
Dies alles lief vor einigen Wochen. Nun hat er sich sogar ganz von mir getrennt und ich versteh die Welt nicht mehr!!! Seine Aussage, ich hätte ja keinen Fehler gemacht, mich nicht verändert oder ihn unter Druck gesetzt, tröstet mich wenig... - das Problem liege allein bei ihm!!!
Es ist eine Wiederholung bei bisherigen Beziehungen!!! Frei nach dem Motto: da ist der Lack ab!!!! Er meint zu fühlen, dass nun der Augenblick gekommen ist, sich noch mehr aufeinander einzulassen oder auch eben gerade NICHT! Eine Exfreundin sagte mal zu ihm, er bräuchte nur einen Freizeitpartner, aber keine Partnerin für eine Beziehung! Er selbst weinte aber bei dem Trennungsgespräch und meinte, dass er seine Gefühle erstmal allein prüfen müßte... Als ich ihn drei Tage später fragte, ob er mich vermißt, sagte er ja und alles wäre so komisch... Er betont "nebenbei" dass er mit Freunden unterwegs war und sich die Kante gegeben hat (er trinkt sonst sehr selten und nur mit Genuß) und auch gestern, als er einen Freund zu besuch hatte, sagte er: "Ich bin gerade am Weinsaufen!" Andererseits verspricht er mir sich zu melden oder auch zurückzurufen, aber tut es nicht! Ich bin mit diesem unvermittelten Unverständnis absolut überfordert!
Mein Gefühl sagt, er ist echt in der klassischen Midlifecrises und hat viel Angst!!! Im Urlaub hat er alles immer perfekt geplant, ich hab`s akzeptiert. Ich mache mir Gedanken über seine Sterilisation, denn dafür entschied er sich schon mit 36, nachdem ihn seine damalige Freundin, die sich konträr zu ihm Kinder wünschte, nach zwei Jahren der Beziehung ihn niederträchtig hinterging, indem sie einfach heimlich die Pille absetzte. Er stand vor vollendete Tatsachen, doch das Schicksal entschied, daß sie das Kind verlor. Dies nahm er als Anlaß, Konsequenzen zu ziehen. Heut ergibt sich daraus ein anderes Problem: Er ist bereits schon mal von speziell jüngeren Frauen verlassen worden, die sich irgendwann doch Kinder wünschten. Dies steht für mich aber gar nicht zur Diskussion, im Gegenteil, wenn wir im Park Kinder sahen, sagte er eher, dass er doch vielleicht nochmal so einen kleinen Quälgeist haben wollte. Ich antwortete mit der Realität: "Darüber hast Du ja selbst entschieden!!!" Ein anderes Mal sprachen wir auch das Thema Adoptiv- oder Pflegekinder an. Ich bin in allen Hinsichten offen.
Es wäre auch sicher für mich okay, "meine" Kinder irgendwann von 8.00-13:00h zu haben und den Rest des Tages und die Ferien mit ihm zu geniessen... Ich kam natürlich auch arg ins Wanken diese Haus zu kaufen, aber entschied, dass dies ja auch vorher schon MEIN Wunsch war... nur, dass es nun natürlich alles schwerer wird, da keine direkte Hilfe bei vielen Arbeiten an meiner Seite ist, aber auch das bin ich bereit, allein zu tragen!
Ich weiß nur nicht, wie ich mich nun verhalten soll...???!!! Mein Verstand sagt, lass ihn ziehen! Er kommt ohnehin nur zurück, wenn er nun allein ist... Mein Herz zerbricht aber fast bei diesem Gedanken und somit kann ich mir den einen oder anderen Anruf, Mail oder sms nicht verkneifen... Ich möchte gern von Ihnen wissen, ob sie schonmal eine solche Problematik bei sterilisierten Männern festgestellt haben, denn im Internet ist es ja alles ziemlich rosig geschrieben und kaum ein Mann würde wohl ernsthaft zugeben, dass er darüber andere Probleme bekam...
Vielleicht bekomme ich ja hier eine Antwort, mit der ich in die eine wie auch andere Richtung leben kann...??!!!
Mit freundlichen Grüßen! Teresa
Hallo, Teresa
Lassen Sie sich nicht unnötig verwirren!
Die Sterilisation hat nicht so viel damit zu tun, wie Sie vielleicht denken. Natürlich ist das ein Punkt, den ein Mann bereuen kann. Meistens jedoch kommen Männer damit klar. Probleme machen den Männern dabei eher die Frauen, die mit ihrem Kinderwunsch dem Mann die Pistole auf die Brust setzten. Das wirkt dann indirekt. Dies können wir bei Ihnen aber ausschließen.
Bei Ihnen scheint es grundlegender zu sein: Ihr Freund hat vermutlich Angst vor einer festen Bindung mit Konsequenzen. Solange alles noch den Rahmen der Unverbindlichkeit hatte, war alles im Lot. Jetzt wo es ernst wird, wird alles in Frage gestellt, die Gefühle überprüft und so weiter. Eigentlich die „übliche“ Torschlusspanik, die es oft vorm Heiraten gibt (gemeinsames Eigentum kommt dem auch ziemlich nahe). Gepaart mit einer, für dieses Alter vielleicht noch etwas frühen Midlife-Crisis - wie Sie glauben - geht es schon etwas heftiger „egoistisch“ zur Sache.
Ich vermute weniger Midlife-Crisis denn verspätete Pubertät (jedoch mit dem gleichen Ergebnis für Sie). Irgendwo ist er noch ein Bub bei Mutti, der ab und an um die Häuser streift, sich aber ab und zu „erwachsenen“ Gedanken hingibt. Leider ist dies bei Männern eine häufigere Erscheinung. Hinzu kommt, dass er immer noch auf das Elternhaus schielt. So kommt man schlecht auf die eigenen Füße, wenn das Nest immer auf einen wartet.
Was bleibt zu tun?
Ändern können Sie ihn nicht. Auf den richtigen „Trichter“ muss er selbst kommen.
Wenn es Ihnen also möglich ist, lassen Sie ihn von der Leine und geben Sie ihn frei. Sagen Sie ihm, dass er offensichtlich nicht reif genug für eine verbindliche Beziehung ist. Wenn es für Sie in Ordnung ist, lassen Sie es bei der Unverbindlichkeit – bis es sich bessert (manchmal sind sogar Entwicklungen möglich), oder bis Sie es satt haben.
Alles andere sind halbgare Zustände, die Sie langfristig nicht zufrieden machen werden. Ihn vermutlich auch nicht, aber bis er das merkt....
Sie müssen sich im klaren sein, ob Sie das wollen, was im Moment möglich ist. Oder ob Sie Zeit (und Geduld) haben, auf das Erwachsenwerden des „Kindes im Manne“ zu warten.  Wichtig und unterstützend sind klare Verhältnisse (Kinder, auch die in einem Erwachsenen, brauchen dies).
Schwierig dabei ist der höhere Bildungsgrad bzw. Intelligenz (sie ist nicht für alles gut), der diese Probleme gut „vernebeln“ und zerreden kann. Kopfmäßig ist vieles klar, doch gefühlt und gelebt werden diese Probleme häufig nicht oder nur schwer. Das kann mühsam sein. Hierzu ist auch Einsicht nötig. Dazu muss man(n) bereit sein!
Also: Leben Sie ihr Leben! Wenn Ihr Freund in der Lage ist, dieses zu bereichern – warum nicht? Wenn Sie es nicht (mehr) wollen, suchen Sie Ihr eigenes Ziel – es ist sein Leben, an dem er vorbei lebt. Sie können dafür nicht die Verantwortung übernehmen. Selbst wenn Sie es wollten.
Bestimmte Dinge muss ein Jeder selbst wollen, damit man sie vollbringen kann.
Kinder führt man an der Hand. Ich glaube, Sie wollen einen Mann und weniger ein Kind von 44 Jahren.
Ihr Kopf zeigt Ihnen schon, was richtig ist. Ordnen Sie Ihre Gefühle, damit Sie Ihr Herz nicht unnötig beschweren.
Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen Wolf (Marion-Kuhn-Team)

47. Anfrage vom 26.11.06
bin 23 Jahre alt und lebe seit einem Jahr in Frankreich. Habe vor 4 Monaten einen unglaublich tollen Mann kennengelernt. Voller Energie,offen,...ja wir haben uns verliebt und jetzt wohnen wir zusammen (seit einer Woche).Es ist nun schon das eingetroffen was ich befürchtet habe: Routine!!!!!, ich bin zur Hausfrau mutiert und er ist ein Kautschpotatoe geworden!! Ich erwarte mehr Aufmerksamkeit und er erwartet mehr Freiraum fuer sich!! Es ist so, dass wir beide sehr viel arbeiten und fast nie einen freien tag miteinander verbringen koennen weil unsere arbeitszeiten sich ueberschneiden. Gestern war allerdings ein gemeinsamer freier tag, auf den ich mich sehr gefreut habe! habe ihm ein typisch, groBes, deutsches fruehstück aufgetischt und war voller erwartung auf nen gemuetlichen schoenen tag mit ihm aber er warf sich direkt nach dem frühstück auf das sofa und schlief den ganzen tag.
Mein problem ist dass ich erst mal immer alles schlucke und meine gefuehle erst mal nicht in worte fassen kann. klar aber ich hatte schlechte laune!! das problem ist dass ich ihn nicht mehr wiedererkenne. Vom energischen, offenen Mann den ich kennengelernt habe ist nicht mehr viel uebrig. Er zieht sich von seinen Freunden zurueck, wir gehen fast nie aus, ja und wenn er vorm fernseher sitzt und ich wage ihm zu sagen dass er ein langweiliger stubenhocker ist, beschuldigt er mich ich wuerde nicht verstehen dass er muede ist vom arbeiten. So wir sind erst so kurze zeit zusammen und diese eheähnlichen muster die unsere beziehung angenommen hat erschreckt mich wirklich sehr aber mehr als dies macht es mich traurig!!! Meine Frage ist: was tun gegen nen couchpotatoe, (der eigentlich jede menge Kraetivität in sich traegt)??????? habe angst ihn zu verlieren, ihn zu nerven, unsere liebe zu verlieren. Bea
Hallo Bea, Sie sind aus dem Alltag ausgestiegen und leben im Ausland, vielleicht haben Sie sich sogar einen Lebenstraum erfüllt und dann lernen Sie noch Ihren Traummann kennen. Das Glück scheint perfekt!!! Nun leben Sie seit einer Woche mir Ihrem tollen Mann zusammen und Sie glauben Routine ist eingekehrt. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Sie wissen was Routine eigentlich ist. Viel eher ist etwas ganz anderes passiert, Sie sind in der Realität gelandet, und die passt nicht immer zu unseren Träumen. Das Leben kann nicht immer nur Abenteuer sein, prickelnd und aufregend, denn dann wird auch das, irgendwann zum Alltag zur Routine. Stellen Sie sich einfach mal die Frage warum sie Angst vor Alltag haben?
Brauchen Sie den Kick, dass etwas Tolles passiert? Das funktioniert nur solange man in der Verliebtheitsphase ist, doch dann verändern sich die Gefühle das Kribbeln wird weniger und man beginnt den anderen mit seinen Fehlern zu sehen. Oder haben sie geglaubt das geht ewig so weiter?
Das ist eine Illusion, der leider viele Paare unterliegen. Wenn die Verliebtheit vorbei ist trennt man sich und sucht wieder den ultimativen Kick (und lässt vielleicht die Liebe seines Lebens gehen). Nun müssen Sie entscheiden was sie wollen, immer auf der Suche sein und nie ankommen, oder akzeptieren, dass jede Liebe irgendwann mit der  Routine lernen muss zu leben. Da Sie dieses Problem schon nach einer Woche haben, würde ich Ihnen empfehlen (sagt mir mein Gefühl) bei sich selbst mal hinzuschauen, was Sie eigentlich suchen oder vor was Sie weglaufen.
Sie brauchen keine Angst zu haben, sondern beginnen Sie, die Beziehung zu sehen wie sie ist, und nicht wie Sie es gerne hätten. Beginnen Sie an Ihrer jungen Liebe zu arbeiten, und geben Sie ihrem neuen Partner eine Chance, so sein zu dürfen, wie er ist.
Also jetzt sehen Sie mal nicht ganz so schwarz und erkennen sie das Schöne. Sie haben eine tollen Mann kennengelernt, sie lieben sich und nun  beginnt die Zeit, in der sie etwas tun müssen, damit Ihre Liebe wächst. Liebe ist Arbeit, damit man den anderen verstehen lernt, mit ihm auch den  Alltag leben kann, denn auch das gehört dazu. Im Leben gibt es manchmal Champagner, aber meistens trinken wir Wasser. Das Buch Frauen kommen von der Venus und Männer vom Mars wäre ein guter Einstieg um
 sich mit dem Thema zu beschäftigen. Reden sie über Ihre Wünsche und Bedürfnisse, aber ohne Vorwürfe und versuchen Sie Zeiten zu finden in denen sie reden können, Seelenplausch, nenne ich das.
 Ich wünsche Ihnen alles Gute, und dass Sie sich in Ihrer neuen Lebenssituation zurecht finden und das Glück finden , das sie suchen.
Ganz herzlich, Marion Kuhn

46. Anfrage vom 19.11.06
hallo, ich bin Lena und weiß nicht mehr weiter. bin 9 jahre mit meinem partner zusammen seit 1jahr verheiratet. war meine ganz große liebe, aber er kann nicht mit mir schlafen, geschweige mich berühren. ich leide sehr darunter, denn ich weiß, er macht es nur selber, mit hilfe von erotiksendern oder im internet. auf fragen weicht er mir aus. und blockt total ab.eine beratung lehnt er auch ab. so geht es nicht weiter. was soll ich noch tun???
Hallo Lena, das hört sich nicht gut an. Wann hat das begonnen, dass er Sie nicht mehr berührt und keinen Sex will? Überlegen sie genau, ob Sie eine Ursache finden können. Da er Ihren Fragen ausweicht, ablockt und jegliche Hilfe ablehnt gibt es nicht mehr viele Wege, die ich Ihnen aufzeigen kann.
Er braucht auf alle Fälle Hilfe. Gibt es irgend jemanden, dem er so vertraut, dass er über dieses Thema reden würde? Sie müssen ihm klar machen, was alles auf dem Spiel steht und zwar sehr klar und ehrlich. Seien sie ruhig ein wenig härter und drohen sie mit Konsequenzen, damit er aufwacht.
Ohne Gespräche und Herausfinden der Ursache wird es keinen Weg für sie beide geben. Etwas stimmt in seinem Leben nicht, er zieht die Pornographie und Selbstbefriedigung Ihrer Nähe vor.
Das ist nicht nur ein kleines Problem sondern es geht um ihre Zukunft. Vor allen hören sie nicht auf, um ihn zu kämpfen, auch wenn er ablockt. Lassen sie nicht locker, denn auch das gehört zu einer Beziehung zur Liebe, dass wenn der andere in der Krise steckt man für ihn mitkämpft.
Zeigen sie ihm Ihre Liebe und versuchen Sie herauszufinden, was seine Sprache der Liebe im Augenblick ist und begegnen Sie ihm auf diese Art und Weise.
Das Buch "die Fünf Sprachen der Liebe" sollten Sie vielleicht lesen. Dort heisst es (hier im Kurzen):
1 Sprache: Zeit und Gespräche
2. Sprache: Geschenk
3 Sprache: Lob und Anerkennung
4. Sprache: Zärtlichkeit
5.Sprache: Hilfe.
Lob und Anerkennung ist oft eine Sprache, die bei vielen Männer auf guten Boden fällt. Versuchen sie alles, um seine Schutzmauer, die er aufgebaut hat niederzureißen.
Ich wünsch Ihnen alles Gute und viel Kraft. Ganz herzlich, Marion Kuhn

45. Anfrage vom 14.11.06
Seit September wohnen meine Tochter Bea (bald 13 J.) und ich getrennt von ihrer Mutter und meinen weiteren Kindern Kevin (11) und Franzi (5).
Bea hatte in der Vergangenheit so einiges mitgemacht. Sie wurde oft von ihrer Mutter beleidigt, angeschrien und geschlagen. Das Jugendamt gab die Empfehlung, die Tochter von ihrer Mutter zu trennen (die Trennung von meiner Frau geschah aber nicht deswegen).
Ich hoffte vor dem Auszug, dass Bea sich danach entspannen würde und viel ruhiger wird, da sie ja dann von ihrem "Hauptgegner" getrennt sei. Doch leider veränderte sich in den letzten 2 Monaten nichts. Sie ist sehr aufbrausend, zickig, laut, frech, beleidigend und will mich ständig kritisieren. Sie akzeptiert keine Autorität und wirft mit Schimpfwörtern um sich. Sie hasst meine Freundin und verlangt von mir, dass ich mich von ihr trenne. Sie will den Ton angeben und man kann kaum ein ruhiges und vernünftiges Wort mit ihr wechseln.
Neulich habe ich eine Frau vom Jugendamt bestellt, damit sie sich einmal mit Bea unterhält. Doch sie schloss sich in ihrem Zimmer ein und gab keinen Ton von sich. Gibt es aus Eurer Sicht irgendwelche Möglichkeiten, an dieses Kind heranzukommen ? Die Erziehungsberatung oder die Schulpsychologen würden mir selbst höchsten noch einfallen ? Wenn Ihr jedoch noch andere Möglichkeiten siehst oder einen anderen Ausweg kennt, dann wäre ich Euch sehr dankbar für die Hilfe.
Liebe Grüße, Bert
Hallo, Bert
Einige Dinge wären wichtig:
1. Suche eine(n) systemische(n) Familientherapeut(in)
So wie es aussieht, übernimmt Eure Tochter die Rolle des ungelebten Konfliktes der Eltern für sich. Jeder Mensch geht verschieden auf die Einflüsse und Umstände seiner Umgebung ein. Eure Tochter kann dem Konflikt der Trennung der Eltern anscheinend nicht anders begegnen. Sie spricht Dinge aus und an, die sie von den Eltern erwartet (hat), bzw. die von ihnen nicht gelöst werden. Hinzu kommt noch ihre (für Kinder typische) konservative Einstellung zur Elternschaft: Eltern sind auf Lebzeiten aneinander gebunden. Selbst erwachsene Kinder haben mit einer Trennung der Eltern Probleme.
Das Jugendamt und der Schulpsychologe sind nicht unbedingt mit der Systemischen Therapie vertraut. Da hier Zeit kostbar ist und eine dynamische Gruppe von Beteiligten an dem Zustand Deiner Tochter mitwirkt, wäre es ratsam gleich auf den richtigen Punkt zuzugehen. Es kann sein, dass die Kindmutter an der Familientherapie früher oder später teilnehmen soll - doch das werdet Ihr dann ja sehen.
2. Finde Deinen festen Standpunkt in dieser Situtation.
Deine Tochter benötigt eine klare Linie. Du musst Deine Position fest vertreten können. Schwankungen in der eigenen Darstellung werden als Schwäche und mangelnde Autorität (ich meine die Autorität im positiven Sinn) interpretiert. Deine Tochter möchte Erwachsene um sich haben, die sich sicher sind, was sie tun und somit in der Lage sind, sie zu beschützen. Wechselnde Meinungen und Ansichten verunsichern dieses Bild.
Zu Deiner Freundin weiss ich nicht viel. Wenn sie Deine feste Partnerin sein will - das ist wichtig, denn Kinder akzeptieren "lose Beziehungen" kaum - dann ist dieses Thema nur eines, dass man den Kindern mitteilt und diesen Fakt vertritt (siehe Mann und Partnerrolle unter 3). Zur grundsätzlichen Diskussion darf er nicht stehen. Kinder merken, wenn man sich nicht sicher ist. Solltest Du Dir also nicht restlos sicher mit dieser Beziehung sein, dann lasse Deine Freundin auf Abstand zu Eurer Kernfamilie. Halbheiten verursachen hierbei stets Schwierigkeiten. Sollte es "ernst" sein, dann ist zu beachten, dass die Kinder Deine Freundin nicht als neue "Mutter" ansehen brauchen. Sie sollen sie "lediglich" als Deine Partnerin akzeptieren und nicht in Konkurrenz zur bestehenden Eltern.
Sie ist (das ist zu regeln und zu vereinbaren), im Vertretungsfall für Dich weisungsbefugt und verantwortlich. Damit muss sich auch umgehen können. Das ist Etwas, in das man langsam hineinwachsen muss und geht nicht so schnell wie man es oft will. Schnell sind nur alle Beteiligten überfordert. Hier hat jeder seine Grenzen und Möglichkeiten, die es zu berücksichtigen gilt.
3. Deine Tochter braucht die Gewissheit, dass sie von Dir geliebt wird.
Ungeachtet des Bockmistes, den sie gerade verzapft (auch so kann man es ihr gegenüber ausdrücken). Sie braucht das Gefühl, dass Du mit ihr GEMEINSAM nach einer Lösung der neuen Situation suchen willst (so bekommst Du sie vielleicht zum/r Therapeut/in). Im Grunde ist der gemeinsame Ansatz die richtige Sichtweise, denn für Dich besteht im Moment auch Lernbedarf, da Du mit Deinem Latein bei ihr am Ende bist.
Sich dazu zu bekennen und sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Bitte sie, Dich in Eurer neuen Situation mit zu unterstützen. Will sie nicht mitarbeiten, kannst Du von/m Therapeutin/en Tipps hierfür erhalten. Doch ich glaube, wenn Sie spürt, dass es Dir Ernst um und mit ihr ist, wird sie mitziehen. Hierzu gehört auch die Prioritäten, die Du setzen kannst/sollst: Deine Tochter ist die (momentan) Wichtigste für Dich als Elternteil (die beiden anderen dürfen auch nicht vernachlässigt werden). Lasse sie das in Deinem Zeitmanagment spüren. Nimm' Dir Zeit, speziell für sie. Zeige ihr, dass sie Dir wichtig ist (Deine Zeit als Mann und Partner ist eine andere Baustelle).
Du siehst, es ist und wird für alle Beteiligten nicht leicht(er). Es wird von den Erwachsenen besonders viel verlangt. Aber das ist auch richtig so. Die Kinder können schließlich nichts dafür, dass es so gekommen ist - auch das ist ein Punkt, der ihnen meist nicht oft genug gesagt wird. Sie fühlen sich ebenso verlassen und verloren und müssen - wie Deine Tochter - dann auch noch mit "Fremden" ein gutes Verhältnis aufbauen. Wir verlangen schon viel von unseren Kindern als Ausgleich für unser "erwachsenen" Fehler. Deine Tochter rebelliert gerade gegen diese Last. Ihre Geschwister "schweigen" noch dazu - d.h. Du hörst da noch nicht viel. Aber ihnen geht es sicher ebenso. Eltern vergessen dies oft bei ihren Auseinandersetzungen. Ich hoffe, ich konnte Dir weiter helfen.
Viel Erfolg & Gruß, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

44. Anfrage vom 21.11.06
Hallo, Ich habe da mal eine Frage. Habe einen Mann über das Internet beim Chatten kennengelernt. Ich muß aber sagen ich bin 44 Jahre, er ist 57 Jahre und verheiratet. Wir leben 500 km auseinander. Wir haben so ungefähr ein Jahr lang gechattet und fast jeden Tag telefoniert. Inzwischen können wir über alles reden und vertrauen uns. Schon in dem Jahr wo wir uns nur über Chat und Telefon kannten hatte er sich in mich verliebt. Und ich muß gestehen ich mochte ihn auch.
Er wollte mich unbedingt real kennenlernen, was wir auch getan haben, als seine Frau über das Wochenende einen Ausflug gemacht hat. Haben uns ein Zimmer genommen und waren drei Tage, die ich nie vergessen werde zusammen. Ich weiß jetzt wir hätten das nicht machen sollen, denn wir lieben uns beide. Er sagt mir jeden Tag wie sehr er mich liebt und das ich ihn in meinen Bann gezogen habe. Ich weiß, er meint es sehr ehrlich, denn er weint öfters ... wenn er mich vermißt. Nun meine Frage, ich weiß, dass es keine Zukunft für uns beide geben wird, er ist seit 37 Jahren verheiratet und ich will nicht, dass er das alles für mich aufgibt. Ich weiß auch nicht ob er es aufgeben würde wenn ich ihn vor die Wahl stellen würde. Er ist sehr eifersüchtig, verstehen kann ich es ja, denn er hat Angst mich zu verlieren. Wenn ich aber mal einen Mann hier in meiner Gegend kennenlernen sollte würde es ihm das Herz brechen. Aber ich will auch nicht bis an mein Lebensende allein bleiben.
Nun meine Frage. Welche Chance hätten wir beide wenn ich zum ihm in die Stadt ziehen würde? Was passiert wenn ich ihm mal sagen muß da gibt es einen anderen Mann.
Was soll ich machen? Ich liebe ihn ja auch sehr... nur steht das unter einen schlechten Stern das ist mir klar. Viele Grüße, Inga
Hallo, Inga.
Die Sterne haben damit nichts zu tun. So einfach ist das Leben leider nicht. WIR sind es, die die Entscheidungen treffen oder versäumen. Und wer sich nicht entscheiden kann, über den wird (früher oder später) entschieden. Wir beschweren uns dann gerne darüber - obwohl es uns in diesem Fall nicht zusteht.
Wir ruhen uns auch gerne auf den Argumenten "zu schwach", "ich konnte nicht anders" und "ich kann doch nichts dafür" aus. Das müsste uns doch bekannt vorkommen: Es sind Argumente von Kindern.
Die Geborgenheit, die man als Kind vielleicht vermisst hatte, kann man so versuchen nachzuholen. Es wird uns nur nicht mehr gelingen. Aber es ist so angenehm bequem. Es ist für viele faszinierend, eine andere Identität anzunehmen. Das Internet bietet hierfür tolle Möglichkeiten. So kann man dem Alltag entfliehen und sich in einen neuen Traum begeben. Und dies macht Ihr Freund gerade ausgiebig. Er träumt sich in eine neue Welt, in der es nur sie beide gibt. Und Sie wollen den Traum mitleben, den er begonnen hat. Träume sind ja ganz in Ordnung. Sie zeigen einem oft, was man innerlich vom Leben will.
Ihre Chancen? Sie werden Ihren Freund nicht ändern können. Wenn er jetzt nicht bereit ist, reinen Tisch zu machen, wird er lediglich sein Doppelleben und die damit verbundenen Annehmlichkeiten weiter führen wollen. Sie wären dann die Geliebte. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn Sie dabei konsequent sein wollen, dann vereinbaren Sie miteinander, dass die reale Welt außen vor bleibt und Ihre gemeinsame Zeit - etwa so, wie im Urlaub - diese nicht beeinflusst. Leider ist es so, dass man das meist nicht schafft. Ein so gespaltenes Leben mag am Anfang vielleicht ganz reizvoll sein, es besteht jedoch die Gefahr, dass es langfristig mehr Schmerzen als Freude bereitet.
Oder soll aus dem Traum Wirklichkeit werden? Ernst zu machen, würde bedeuten: Trennung, Zusammenziehen, Zusammenleben und Alltag - dies erfordert Mut und oft mehr Energie, als alles so zu belassen, wie es gerade ist. Hätte man diese Energie in die vorherige bzw. bisherige Beziehung gesteckt, wäre man vermutlich gar nicht erst in dieser Situation.
Und neue Partner bedeuten nicht unbedingt bessere Beziehungen. Die alten Fehler werden nur zu oft einfach wiederholt. Schuld gibt man dann meist dem "falschen" Partner, statt zu schauen, was man selbst dazu beigetragen hat. Das hat wenig mit Respekt und Würde zu tun. Wer so "abspringt" benutzt den Partner, um sich zu verbessern. Und wer dies getan hat, neigt dazu es beim nächsten zu wiederholen. Das alles gilt es zu bedenken.
Für Sie selbst gilt: Sie müssen wissen, was Sie wollen.
Irgendwo trauen Sie sich nicht, ihn um "Alles oder Nichts" zu bitten. Er könnte sich ja gegen Sie entscheiden. So gibt es nichts Halbes und nichts Ganzes. Genügt Ihnen das wirklich?
Wenn ja, dann grenzen Sie sich entsprechend ab. Das bedeutet: Wenn Sie jemanden kennenlernen, und Ihr Leben "richtig" mit einem anderen Menschen verbringen wollen, muss dieses Verhältnis zurückstecken.
Aber achten Sie darauf, ob es Sie wirklich zufrieden stellt. Wer als Geliebte(r) später mehr will, als er bekommt, ist oft nicht aufrichtig zu sich und dem Partner gewesen. Und das ist es doch, was man in einer Liebe will, oder?
Sie haben die Wahl. Nur treffen Sie Ihre Entscheidung offen und ehrlich. Besonders zu sich selbst.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

43. Anfrage vom 1.11.06
ich bin jetzt seit 2 Jahren mit einem Mann zusammen den ich über alles liebe. Wir hatten in den 2 Jahren sehr viele Probleme die wir aber alle gott sei dank lösen konnten. Seit kurzem interessiere ich mich aber für einen anderen Mann obwohl ich meinen Freund immer noch über alles liebe. Jetzt brauche ich dringend einen Rat. Wie konnte das nur passieren? Ich bin total durcheinander. Ich weiß überhaupt nichts mehr. Was soll ich jetzt nur tun und was ist nur los mit mir? Ich brauche dringend Hilfe!
Hallo Leona,  Du hast die "Verliebtheitsphase" hinter Dir. Ihr habt euch im Alltag  zusammenraufen müssen und ich gehe davon aus, dass die Romantik dabei auf  der Strecke geblieben ist. Dein Körper und Deine Seele verlangen nach Liebe. Dein Freund scheint dieses Bedürfnis nicht zu stillen. Doch warum? Liegt es an den vielen Problemen, die ihr bewältigen mußtet?
Keine Beziehung besteht ohne Probleme. Die Art der Probleme unterscheidet sich jedoch. Es gibt Probleme, die man ausräumen kann und es gibt unüberwindliche Hürden in einer Beziehung. Doch diese großen Meinungsverschiedenheiten braucht man nicht um sich gegenseitig zu verletzen. Die kleinen "Problemchen", die man auszuräumen hat können einem winzig kleine Schnitte versetzen, und wenn sich diese Schnitte häufen, ist man am Ende ganz vernarbt. Man fühlt sich unverstanden und verliert mit der Zeit sein Vertrauen in den Partner.
Es ist nötig die Beziehung wieder zu beleben. Die eigene Lust und das eigene Verlangen auf den Partner zu richten. Dinge, die einem belasten, auszusprechen, weil sonst die Last immer größer wird. Außerdem schafft Unausgesprochenes eine unsichtbare Distanz zwischen den Partnern, die langsam immer größer wird. Was fehlt Dir wirklich? Die Liebe eines Partners, oder dieses Gefühl aus Unsicherheit und Angst, dass unser Herz höher schlagen läßt, wenn wir uns verlieben? Was bindet dich an Deinen Freund? Die Angst vor dem alleine sein, oder ist es wirklich Liebe? Du sagst, Du weißt nicht wie es passieren konnte, dass Du Interesse an einem anderen Mann entwickelt hast. Die Sexualforschung gibt darauf Antworten, die sich auf unsere visuelle Wahrnehmung beziehen und auf Duftstoffe in unseren Hormonen, die bestimmte Reaktionen auslösen. Doch ich glaube, dass all diese Dinge erst zum tragen kommen, wenn sie auf einen entsprechend vorbereiteten Boden fallen: UNZUFRIEDENHEIT. Du bist verwirrt, weil Du Deine Gefühle nicht ernst nimmst und akzeptierst. Du hast Zeit und Kraft in Deine Beziehung investiert und das soll nicht umsonst gewesen sein. Hinzu kommt das Deine neue Liebe noch unsicher ist und keiner von uns ist gerne alleine.
Sortiere all diese Gedanken, schreibe sie am besten auf, damit Du lesen kannst, was Dir beim Nachdenken so durch den Kopf ging. Nimm Deine Gefühle und Gedanken wahr. Sortiere sie, schaffe Ordnung indem Du ihnen das Recht auf einen Platz in Deinem Leben einräumst. Nur Du selbst kannst Deinem Leben Klarheit geben. Versuche es, und wenn Du einen Begleiter auf diesem Abschnitt Deines (Lebens-)Weges brauchst, dann schreibe mir einfach.
Zum Schluß noch ein Wort von Beethoven: Die Liebe fordert alles und das mit Recht. Ganz herzlich,  Sabine (Marion Kuhn Team)

42. Anfrage vom 29.10.06
Hallo, mein man und ich streiten die ganze zeit. wir haben keinen sex miteinander und unternehmen immer weniger zusammen. er kritisiert mich andauern und denkt nur an sport, sauna und fussballspielen mit seinen freunden. ich muss den gesamten haushalt machen, koche für unser kind und helfe bei hausaufgaben. zusätzlich arbeite ich 5 stunden am tag, die eigentlich meistens 6 oder 7 werden, weil ich nicht alles innerhalb von 5 stunden schaffe. meine mutter ist sehr krank. mein mann ignoriert meine gefühle und bedürfnisse und die von seinem sohn auch. ich bin totunglücklich, habe tinnitus bekommen und bluthochdruck, aber keine zeit um zum arzt zu gehen, weil dann das kind zu lange alleine zu hause bleibt und sich seine noten verschlechern. nach seiner arbeit geht mein mann entweder in die sauna oder fährt rad, abends in die kneipe, keine ahnung, aber ich muss nach hause und darf nicht zum arzt. und ich bin immer unglücklicher, was soll ich machen? Natalie
Hallo, Natalie
Dieser teufelskreishafte Zustand, den Sie beschreiben führt unweigerlich in das, was Manager "burn-out-syndrom" nennen. Sie werden irgendwann wie ausgebrannt zusammenbrechen.
Ihr Mann hat sich sein Familienleben so bequem wie möglich eingerichtet. So bequem wie möglich. Möglich bedeutet, dass es geht. Dass es geht, bedeutet, dass Sie ihn lassen. Sie lassen ihn, weil Sie hoffen, dass er - wenn Sie sich weiterhin für die Familie aufopfern - erkennt, was Sie leisten und Ihnen hilft. Daran glaube ich nicht. Dazu müsste er sich wahrscheinlich zu einem (Traum-)Prinzen verwandeln. Wann haben Sie den Letzten gesehen?
Ist es gut, wenn ich Ihnen rate, diesen Mann (vielleicht erst einmal auf Zeit) zu verlassen? Für Ihre Gesundheit vermutlich schon (Tinnitus ist häufig ein Zeichen von Überforderung und Belastung). Für Ihr Selbstbewusstsein scheint diese Möglichkeit so ganz weit weg zu sein. Und da steckt das Problem.
Und vielleicht ist Ihr Mann einfach nur so faul und bequem, weil er es bei Ihnen sein kann. Vielleicht glaubt er, es läuft alles ganz gut so. Dabei ist es doch so: Bei dem, was Sie tun, kämen Sie alleine genau so gut zurecht. Alleine sind sie schließlich schon. Nicht nur das, sie versorgen Ihren Mann ja auch noch. Es sieht so aus, als würden Sie es ohne ihn sogar leichter haben.
Warum also nicht? Aber vielleicht geht es auch anders. Im Grunde zeigt Ihnen Ihr Mann, wie es geht.
Natürlich ist es unfair, die gemeinsame Arbeit nur dem Partner zu überlassen. Doch haben Sie diese, mehr oder weniger bereitwillig angenommen. Und solange Sie glauben, dass es nicht anders geht, werden sie diesen Abhang immer weiter hinunterrutschen. Bis es nicht mehr geht. Und da würde ich Ihnen gerne den Weg hinaus zeigen:
1. Schützen Sie sich:
Gehen Sie zum Arzt und beantragen Sie eine Mutter-Kind-Kur. Richten Sie sich auf Schwierigkeiten ein, aber bleiben Sie hartnäckig (bei der Kasse und bei Ihrem Mann).
2. Brechen Sie aus dem Trtt und den Gewohntheiten aus:
Müssen Sie arbeiten gehen? Wenn das Geld nicht reicht, kann doch Ihr Mann zusätzlich noch jobben. Gibt es eine Kinderbereuung, die Ihnen einiges abnehmen kann?
Seien Sie nicht mehr so perfekt. Wer alles am besten kann, muss letztendlich auch alles machen.
3. Lernen Sie von Ihrem Mann:
Tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun. Setzen Sie die Prioritäten nicht mehr auf Funktionieren sondern auf Wohlbefinden. Nur eine entspannte Frau und Mutter ist eine gute Frau und Mutter.
All' diese Schritte können Sie nur tun, wenn Sie sich anders als bisher sehen können. Das kann vielleicht noch etwas dauern. Ihr Mann wird dies als Herausforderung ansehen. Es ist auch eine. Die Frage ist, ob und wie er sie annehmen kann. Eine selbstbewusste Frau finden Männer oft interessant. Nur heiraten wollen sie solche Frauen oft nicht. Bequemlichkeit ist für uns alle fesselnd. Sie spüren Ihre Fesseln schon auf schmerzhafte Weise.
Ich wage, kaum, bei Ihrem Pensum, Ihnen etwas zum Lesen vorzuschlagen. Aber das ist das Typische an Teufelskreisen: Anzuhalten scheint alles zum Einsturz zu bringen. Nur: Die Welt wird nicht von so Etwas einstürzen. Es wird sich nur Etwas ändern. Und davor hat man manchmal mehr Angst als nötig.
Lesestoff wäre:
1. Wenn Frauen zu sehr lieben, Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden von Robin Norwood,
2. Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin, Warum Bravsein uns nicht weiterbringt von Ute Ehrhardt
Vielleicht ist an Ihrem Ort ein Frauentreff, Frauencafé oder eine Frauenbuchhandlung. Oder in der Nähe. Sie benötigen dringend einen Wechsel der Perspektive und vielleicht auch Unterstützung. Zu wissen und zu sehen, dass es auch anders geht, ist oft eine große Hilfe, sich zu entscheiden.
Ich wünsche Ihnen viel Mut dabei. Kraft haben Sie schon, das beweisen Sie jeden Tag. Setzen Sie sie vielleicht auch einmal für sich ein.
Das haben Sie sich verdient. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

41. Anfrage vom 23.20.06
seit 4 monaten bin ich mit einem mann zusammen und wir lieben uns.plötzlich sagt er mir,daß er fremdgegangen ist und mich aber genau noch so liebt wie bisher,nur kann er dadurch nicht mehr mit mir zusammen sein, weil er mir nicht mehr in die augen schauen könnte. wir haben über die ganze sache ruhig gesprochen ohne beleidigungen und beschimpfungen. ich sagte ihm,der seitensprung interessiert mich nicht, ich kann es ihm verzeihen aber nicht verstehen. er sagte,daß schluß ist. wie kann ich ihm beweisen, daß ich es ernst meine und nur ihn haben will? wie kann ich um ihn kämpfen?
p.s. ich bin 43 jahre und das ist der erste mann der mich respektvoll behandelt.
vielen dank Carola
Hallo Carola, Ihre Mail ist sehr kurz und dennoch bewegen mich Ihre Worte. Er ist der erste Mann, der sie respektvoll behandelt. Es interessiert Sie nicht, Sie verzeihen und wollen um ihn kämpfen. Wieviele Verletzungen stecken dahinter?
Er hat Sie nach so kurzer Zeit mit einer anderen Frau betrogen und Sie wollen dennoch weitermachen, als wäre nichts geschehen. Da Ihr Freund Schluss gemacht hat stehen Sie natürlich in einer ganz schwierigen Situation, weil Sie ihre Gefühle nicht einfach abschalten können. Sie wollen um ihn kämpfen. Das kann ich auch gut verstehen, aber wie soll das weitergehen? Werden Sie ihm jemals wieder vertrauen können? Einer der wichtigsten Punkte in einer Beziehung.
Lieben Sie diesen Mann oder steckt dahinter die Angst nicht allein sein zu wollen? Seien Sie bitte ganz ehrlich zu sich selber, denn so cool, geht man über einen Seitensprung nicht hinweg. Sie sollten verletzt, verärgert und wütend sein, das wären normale Reaktionen.
Sie sind von Männer schon stark verletzt worden, wie sind sie damit umgegangen? Denn ich habe den Eindruck, Sie reagieren so, weil Sie schon so viel erlebt haben. Und nun haben Sie sich eine gute Schutzmauer zugelegt. Die Botschaft lautet: KEINE VERLETZUNGEN MEHR! Und genau das ziehen Sie nun durch, Sie lassen die Verletzung gar nicht an Ihre Seele und Ihr Herz. Ist das der richtige Weg?
Denn er hat sie verletzt und sie sollten zulassen, dass es wehtut, ansonsten haben Sie in dieser Beziehung kaum eine Chance, denn Sie haben zwar vorbildlich reagiert, aber nicht, weil Sie so sind, sondern weil Ihre Seele nach Liebe schreit und Sie aus irgend einem Grund, den ich nicht kenne, versuchen diesem Konflikt auszuweichen.
Ich frage Sie, warum?? Wo stehen Sie ganz persönlich in Ihrem Leben? Wer sind Sie ohne diesen Mann? Sind Sie es wert geliebt zu werden? Was ist Liebe für Sie?
Seien Sie ganz ehrlich und kämpfen Sie um sich selbst, denn irgendwo haben Sie sich auf Ihrem Weg verloren und kein Mensch wird das ausgleichen können und Ihnen das geben können, was Sie wirklich brauchen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie, die Frau finden, die sich ganz tief in Ihnen versteckt.
Ganz herzlich, Marion Kuhn

40. Anfrage vom 22.10.06
Meine freundin hat mich vor sechs Wochen für einen bei ihr auf der Arbeit, der ihr schöne Augen gemacht hat, beiseite geschoben. Im Oktober hat sie unseren Sohn zur Welt gebracht, ich habe ihm noch nicht gesehen bis jetzt. Sie sieht seit sie mich bei seite geschoben hat sehr traurig, nach denklich, und unglücklich aus. Selbst als jetzt unser Kind zur Welt kam. Sie fuhr die ganzen Wochen jetzt mit dem Bus an mein Fenster vorbei und schaute immer mal kurz rein und drehte sich dann wieder weg. Sie ist psychisch krank und ich denke mal ihre Krankheit von der Vergangenheit bricht wieder aus. Bin selber so hilflos vor allem weil sie mir polizei schickte sie mag keinen Kontakt mehr, und dann kriegte ich noch einen Brief das sie Anzeige gemacht hat ich hätte sie geschlagen... Bin selber jetzt beim Psychologen in Behandlung weil ich nicht mehr weiter weiss. Der Psychologe ist auch ihr Arzt wo sie in Behandlung ist. Sie sagte mir noch vor wochen sie sei in Behandlung doch bei intensiver Prüfung. Ist sie nirgendwo in Behandlung. Obwohl ihr Arzt sagte sie müsste ganz dringend in Behandlung. Am 20.10.06 kriegte ich eine SMS von ihr wo sie schrieb der kleine hätte an jeder Hand sechs finger. Ich war geschockt bin zum Krankenhaus doch keine von den hebammen hatte sowas bei einem Kind bemerkt. Ich selber bin verzweifelt weil ich Liebe sie. Und das schlimme ist der Mann den sie da hat ist Alkohol und drogen Abhängig und sie weiss es nicht mal anscheinend :-( wer kann mir Helfen? Norbert
Hallo, Norbert
Das sieht echt schwierig aus, bei Ihnen.
Vorab: Eine Schwangerschaft, die Geburt und die Zeit danach können durchaus psychische Veränderungen auslösen. Es ist also möglich, dass die vorher stabile Situation Ihrer Freundin dadurch „gekippt“ ist. Vielleicht sind ihre Anzeigen und die Nachrichten eine Art Hilferufe. Zumindest sind sie Besorgnis erregend.
Gegen die derzeitige Partnerwahl Ihrer Freundin lässt sich wenig machen. Auch wenn diese Beziehung ihr nicht gut täte, haben Sie dabei wenig Möglichkeiten.
Da ich nicht weiß, wie alt sie sind, bzw. ob sie einen Beruf, bzw. eine gesicherte Existenz haben, kann ich nicht sagen, inwieweit Sie in Betracht kämen, auch für dieses Kind zu sorgen. Dieser Gedanke scheint Ihnen bisher auch noch nicht gekommen zu sein.
Wenn ich einmal so „hart“ sein darf: Als erwachsener Mann würde ich mir mehr Sorgen um die Sicherheit und Geborgenheit meines Kindes machen, als um die Beziehung einer Frau, die vielleicht Hilfe bräuchte, diese aber im Moment nicht annehmen kann/will. Einerseits ist sie alt genug, ihre eigenen Fehler zu machen. Und diese auch auszubaden. Anderseits kann sie vielleicht im Moment nicht anders. Doch es gibt im Moment wichtigeres: Das Kind kann nichts dafür. Dieses Kind hat einen Vater, der dafür sorgen kann, dass es ihm so gut wie möglich geht – wenn dieser Vater dazu in der Lage ist.
Was halten Sie von diesem Perspektivenwechsel? Da Sie auch in psychiatrischer Behandlung sind, sollten Sie diesen Gedankengang vielleicht einmal für sich berücksichtigen und ggf. in der Behandlung ansprechen.
Vielleicht benötigt die Mutter/oder das Kind Hilfe. Vielleicht kann Sie dabei das Jugendamt oder vorab der örtliche Kinderschutzbund unterstützen. Wenn Sie diese Verantwortung annehmen und diesen Weg gehen können und wollen. Darüber sollten Sie sich zuerst klar sein.
Wenn Sie im Moment jedoch nur Ihrer Freundin, der Mutter Ihres Kindes nachtrauern, sind Sie derzeit zu sehr mit sich selbst und Ihrem Schmerz beschäftigt, um dem Kind eine Hilfe zu sein. Insofern ist Ihre Behandlung für Ihr Kind die Grundlage.
Nur starke Eltern können Kinder stärken.
Also: Helfen Sie sich. Lassen Sie sich helfen. Erkennen Sie Ihre Möglichkeiten und verbessern Sie sie, wo es geht. Dann können Sie diese Aufgabe angehen.
Ihre Freundin muss diesen Weg für sich selbst gehen. Wie dies ausgeht, kann niemand vorhersagen. Sie können sie jedoch, besonders in Ihrer neuen Rolle als Vater, dabei unterstützen. Wenn Sie sie lieben, kann aus dieser Richtung Ihrer Kraft dafür wachsen. Und vielleicht braucht Ihre Freundin Sie gerade jetzt. Wer weiß, vielleicht wendet sich dabei Einiges zum Guten.
Mit den besten Wünschen hierfür, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

39. Anfrage vom 11.10.06
hallöchen... also ich hab mal hier bischen rumgestöbert auf der seite und würde auch mal gerne mein problem schildern, da ich zur zeit nicht weiß was richtig und was falsch ist... also ich (18) bin im märz 3 jahre mit meinem freund(20) zusammen. hm, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...die ersten 6 monate unserer beziehung waren ein traum. er war so lieb zu mir, hat mir jeden wunsch von den augen abgelesen, mich ständig überrascht mit blumen vor der tür und dergleichen.... jedoch war ich zunächst nicht so verliebt in ihn wie er in mich... ich sagte treffen oft ab, unternahm am wochenende lieber was mit anderen oder gar nichts als mit ihm und ging ihm sogar einmal fremd (was ich ihm auch offen gestand da ich eh nicht wirklich viel für ihn fühlte)... aber irgendwann hat er mein herz dann erobert und seit dem zeitpunkt ist alles schlimmer geworden. er hat eine ziemlich große clique und anfangs war es ihm unheimlich wichtig das ich mich mit den allen verstehe, wollte mich auf parties und der gleichen immer bei haben, hat mich also oft gefragt und war traurig wenn ich mal nicht mitkam... naja das sit alles lange her. inzwischen kann ich die male nicht mehr zählen in denen wir auseinander waren und doch wieder zusammen kamen... und jedes mal war ich die jenige die schluß gemacht hat... denn nach ca einem jahr hat er angefangen mich zu belügen, er hat seine ex freundin bei sich schlafen lassen, zwar einen kollegen und ne andere freundin auch noch aber es war für mich grund schluß zu machen. zumal er es mir verheimlicht hat.... er ließ aber nicht locker, suchte nach ausrede um mich zurück zu gewinnen und schaffte es auch. auch als ich erneut und erneut schluß machte da er mich ständig anlog und ich das gefühl hatte er liebt mich nicht mehr , diese beziehung bringt nix. er sagt oft er wäre zu hause, dabei war er auf partys oder in discos gewesen. früher hat er mir immer erzählt als er feiern ging. dann garnicht mehr und zu zeit weiß ich es nicht.... zur zeit läuft unserer beziehung so lala... er scheint mir so lustlos was uns angeht. es gibt kaum tage wo er mal fragt "schatz sehen wir uns heute?" oder so eine typische frage, die er früher immer beim abschied gestellt hat "wann sehen wir uns denn wieder?" die kommt gar nicht mehr... was für mich irgendwie bedeutet er will erstmal seine ruhe... dagegen hätt ich ja auch nix wenn ich aber nicht das doofe gefühl hätte er liebt mich nicht mehr so wie früher, wo er traurig war wenn man sich mal paar tage nicht sah. heute ist es so da sieht man sich ne woche nicht und er empfängt einen trotzdem mit einem irgendwie unzufriedenen ausdruck..... und was ich auch mittlerweile schlimm bzw traurig finde ist, dass er mich seit langem GAR NICHT mehr fragt ob ich villeicht lust hätte mitzukommen wenn in seiner clique wieder was ansteht... als ob ich für ihn eine spaßbremse wäre wenn ich mit käme da er dann sich dann ja auch mit mir beschäftigen muss... ok ich gib zu ich hab ihm einmal gegenüber geäußert das ich mit seiner clique und ihm zusammen nichts mehr unternehmen will, aber das hat auch seinen grund... es war nämlich oft so das er mich sozusagen abgesetzt hat als wir zb auf ner party eines kollegen ankamen und zu mir wie zu einem kleinem kind sagte, setz dich hier hin ich komm gleich, und hey darfst auch mit denen reden.... mit einem verschmitzten lächeln sagte er das... und es war auch so das ihm  glaub ich auch peinlich war sich zuuu viel mit seiner freundin zu beschäftigen wenn mehrere bei waren, er achtete viel mehr auf seine kollegen und während die sich mehr ihren freundinnen zuwendeten als ihm suchte er jedoch weiter zu anderen nur nicht zu mir anschluss. das alles ist jedoch länger her und seitdem ich Ihm gesagt hab das ich sein verhalten mit gegenüber blöd fand und ich deshalb nicht mit will hat er mich auch nie gefragt. nun ist es aber so das es mich stört, da diese beziehung in einer art "heimlich" ist, denn die öffentlichkeit weiß zwar das wir zusammen sind jedoch zeigen wir uns nie wo zusammen. er findet es auch nicht schlimm dass er eine freundin hat ohne sie mit auf geburtstage oder derartiges zu nehmen... wenn wir uns treffen dann machen wir nur was zu zweit nie mit anderen. da er bei meinen freunden auch immer gelangweilt rüberkam wenn ich zb einen abend zu viert organisiert hab... und er von sich aus fragt mich ja nie wenn es um seine freunde geht...es gibt vieles was vorgefallen ist in unserer beziehung und das vertrauen ist auch so gut wie weg (nach so vielen lügen) aber dennoch lieb ich ihn und komm einfach nicht von ihm los... es gibt aber soooo viele dinge die mich an dieser beziehung stören.... ich weiß jetzt kommt der rat, rede mal mit ihm.... das hab ich aber schon aufgegeben denn wenn ich ganz lieb in einem eher schüchternen ton eine sache anspreche wie die mit dem das ich das gefühl hat er will sich mir mir nirgends mehr zeigen dann eskaliert es weil er einfach keine kritik ab kann... dabei versuch ich es schon mit all möglichen es als solche nicht rüber kommen zu lassen... er fühlt sich aber direkt angegriffen und versteht einfach nicht das ich ihm meine gefühle mitteilen will. von ihm kommt dann aber nur: du musst mich andauernd kritisieren.... er tickt direkt aus und wird laut. dann vergeht mir die lust über mein anliegen weiter zu reden da es immer als angriff sieht. auch wenn ich ich dinge erzähle, aus der vergangenheit oder so, ist es oft vorgekommen das er mich einfach unterbricht und dinge fragt wie zb: "bestellen wir uns gleich noch ne pizza?" oder "was läuft heute eigentlich im fernsehn?" da merk ich direkt er hört mir gar nicht zu, ihn interessiert es nicht was ich erzähle, er nickt zwar mit dem kopf aber ist mit dem gedanken wo anders... und wenn ich ihm dann sage, er sei ein schlechter zuhörer, regt er sich direkt wieder auf und verteidigt sich wo es nur geht: es regt mich einfach auf das man mal so eine schöne beziehung hatte und was jetzt nur noch geblieben ist....´was soll ich tun das er der alte wird? so wie damals als er mich sozusagen "erobern" musste... was kann ich um ihn meine gefühle zu vermitteln ohne das es in einem streit endet? ich bin schon seit langen für mich selbst am rätseln wie ich wieder interessant für ihn werden kann, so das er mich gerne wieder unter seine leute bringt und auch auf meine wünsche und gefühle eingeht und sich nicht nur über sie aufregt... bitte helft mir. eure Dora
Hallo, Dora
Um Ihren Freund so zu bekommen, wie er vorher war, müssten Sie sich (wieder) von ihm trennen und sich (wieder) von ihm erobern lassen. Dann bliebe alles, wie es Ihnen gefallen hatte. Die Nachteile:
1. Dieser Vorgang nutzt sich ab, früher oder später geht dann gar nichts mehr.
2. Das Leben und wir funktionieren nicht so, dass alles bleibt, wie es einmal war.
Also vergessen Sie's. Sie können nichts zurück holen.
Sie können jedoch etwas anders machen. Sie können sich und die Beziehung entwickeln lassen. Das reicht vom Scheitern bis zur langjährigen Ehe. Das geht jedoch nicht, wenn man versucht, die "gute alte Zeit" festzuhalten. Das geht meist auch nicht, wenn man es "einfach so laufen lässt".
Doch fangen wir ganz von vorne an:
Ihnen hat es gefallen, dass sich der Mann um Sie bemüht hatte. Sie haben sich zuerst in dieses Gefühl, umworben zu sein, verliebt. Begehrt zu werden ist schon eine verführerische Erfahrung.
Ihm hat es offensichtlich gefallen, sie zu erobern. Danach wollte er seine alltäglichen Gewohnheiten wieder aufnehmen. Eine Beziehung ist für ihn möglicherweise nichts, für dass man sein Leben groß ändern muss.
Sie waren sich sicher, solange Sie wussten, was Sie wollten oder nicht wollten. Dann wurde es irgendwann irgendwie etwas ernster. Sie haben sich entschieden (haben Sie?), nun eine richtige Beziehung mit diesem Mann zu leben. Sie wollten weiterhin diese angenehmen Zuwendungen von ihm und machten davon auch die Beziehung abhängig. Und so kam das Trennen-Zusammensein-Spielchen.
Das geht so: Alleinsein. Zusammenkommen. Jeder probiert sein Ding. Es klappt nicht. Verzweiflung. Wiederholung(en). Keiner lernt etwas. Frust. Resignation. Alleinsein.
Sie versuchen gerade zaghaft diesen Kreis zu durchbrechen. Aber mit "wie früher" ist nicht. Und mit "laufenlassen" ebenso wenig (siehe oben).
Verliebte und Liebende sind bereit, sich für die Beziehung und den anderen nötigenfalls zu ändern.
Man muss dazu aktiv etwas tun. Man muss dazu bereit sein. Man muss den Unterschied von Verliebtheit und Liebe kennen.
Man muss bereit sein, sich zu ändern, besser zu werden. Sie ahnen es schon - es artet in Arbeit aus. Eine Arbeit, die aber nur zu zweit erfolgreich sein kann.
Sie sind sich jetzt nicht mehr so sicher. Das, was zum Erhalt dieser Beziehung nötig wäre, können Sie alleine gar nicht leisten.
Er scheint auch keine so rechten Lust zu haben, irgend etwas zu vertiefen. Solange jeder darauf wartet, dass der andere etwas tut, damit es einem (wieder) gut geht, wird nichts Brauchbares geschehen.
Da ist für ihn vielleicht etwas Verliebtsein. Da ist keine Liebe. Eher die Gewöhnung an etwas angenehmes, das schon langsam nachlässt.
Und für Sie? Wenn Sie eine Beziehung wollen, die über etwas "gemeinsame Freizeit" hinausgeht, brauchen Sie jemand der das Gleiche will. Sie haben versucht, mit ihm zu reden. Sie haben versucht, ihre Gefühle mitzuteilen. Das ist gut. Vielleicht haben Sie mit: "Ich denke, Du solltest...musst....machst etwas nicht (richtig)...." begonnen. Damit erntet man meist Ablehnung. "Ich fühle mich....,wenn..." klingt da oft besser. Nur nützt es nichts, wenn der Partner nicht zuhören will.
Haben Sie Ihren Freund gefragt, wie er sich Ihre Beziehung vorstellt? Wenn die Antwort sinngemäß hauptsächlich auf "gemeinsam Spaß haben" hinausläuft, dann nehmen Sie dies ernst. Und vor allem wörtlich. Dann wird von ihm nicht mehr zu erwarten sein. Dann will er "nur" jemand zum Poppen und für Party und sonst nichts. Manchen genügt das. Das Weitere ist dann oft zu mühsam. Und Sie werden es nicht ändern können. Aber Sie können viel bei sich ändern.
Doch im Moment haben Sie sich in dem Gefühl der Gewohnheit mit diesem Mann leider schon zu sehr eingerichtet. So sehr, dass Sie gar nicht mehr in Frage stellen, ob das überhaupt sinnvoll ist, so weiter zu machen bzw. dieses Weitermachen ständig zu wiederholen. Es gibt andere Straßen als Sackgassen. Es gibt bessere Möglichkeiten, eine Beziehung zu leben. Es gibt noch andere Männer!
Leben, ....da war doch was? Da gibt es noch einiges über sich kennenzulernen. Sie haben es in der Hand, ob das Leben wild und gefährlich oder einfach nur langweilig ist. Und dazwischen ist auch Einiges möglich. Nur was man selbst tut, tut man für sich. Worauf warten Sie? Vielleicht brauchen Sie etwas literarische Schützenhilfe: Das Buch "
Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin - Warum Bravsein uns nicht weiterbringt" von Ute Ehrhardt könnte eine sein.
In diesem Sinne: Viel Erfolg wünscht Wolf (Marion-Kuhn-Team)

38. Anfrage vom 8.10.06
Guten Abend Ich bin Ken (24) meine Freundin ist 21 Jahre und ich brauche dringend einen guten Tip. Ich habe vor drei Jahren meine Liebste kennengelernt. Die Beziehung war von Anfang an sehr innig. Sie ist auch gleich zu mir gezogen. Wir sahen uns von da an jeden Tag und die nächsten zwei Jahre waren die schönsten in meinem Leben! Bis wir irgendwann Anfingen uns wegen Kleinigkeiten zu streiten, wir hatten uns am Anfang versprochen uns auf die Fehler des anderen aufmerksam zu machen damit wir gleich drüber reden können. Ich tat dies zu oft wir stritten fast jedes Wochenende im letzten halben Jahr und entfernten uns immer mehr voneinander Sie konnte mir oft nicht sagen was ich falsch mache weil Sie Angst hatte das ich es nicht verstehen würde. Ich nörgelte immer mehr an Kleinigkeiten rum und sagte oft das Schluß ist meinte es nicht ernst und verletzte sie immer mehr. Ich tat dies weil ich glaubte so noch was zu retten damit es wird wie in den ersten zwei Jahren . Bewirkte aber genau das Gegenteil Sie entfernte sich immer mehr von mir. Konnte vor drei Tagen nicht schlafen weil ich über die Beziehung nachdenken musste ich schrieb ihr am nächsten Morgen per Sms wie wichtig sie mir sei und das ich sie über alles liebe und nicht verstehe wieso sie mich so auf Abstand hält. Sie schrieb zurück das ich Ihr auch wichtig sei sie aber ehrlich keine Zukunft sieht. Sie ist am selben Tag ausgezogen und sagt das es ihr alleine besser geht Sie will sich über ihre Gefühle im klaren werden Schluß gemacht hat sie noch nicht . Wie soll ich mit der Situation umgehen soll ich sie in Ruhe lassen wenn ich Ihr sage das ich Sie immer noch über alles liebe und was ich alles falsch gemacht hab sagt sie nur das sie das weis und ich ihr nichts neues Erzählen kann! Führ mich ist eine Welt zusammengebrochen wie soll ich mich Verhalten ich will sie nicht verlieren. Sieht nicht gut für mich aus oder? Sorry für den langen Text brauche dringend einen guten Rat. Vielen Dank im Voraus
Hallo, Ken
Nein, gut sieht es im Moment nicht aus. Aber auch noch nicht ganz hoffnungslos. Leider ist Ihr Konzept, alle Fehler gleich anzusprechen nicht so ausgegangen, wie Sie es sich erhofft haben. Die Problematik dabei ist: Meist ist es nicht der Fehler des Anderen, sondern die eigene Sichtweise, die wir ansprechen und vertreten. Der Ansatz, dass der Partner alles richtig machen muss/soll und so für das eigene Glück verantwortlich ist, erweist sich stets als ein Beziehungs-Rohrkrepierer. Das mag am Anfang gar nicht so aussehen, da man mit rosa Brille meist noch toleranter ist, als mit zunehmender Gewöhnung und Enthemmung. Und gerade Letztere ist es, die dann nur noch verletzt statt hilft.
Wenn die Verliebtheit aufhört, ist es Zeit mit der Liebe anzufangen. Man stellt fest, wie der Partner „wirklich“ ist, wenn man ungeschminkt und nicht mehr verliebt ansieht. Ist es ein Mensch, mit dem ich mich arrangieren kann? Kann ich seine „Fehler“ als das akzeptieren, was sie sind? Nämlich Eigenheiten und persönliche Eigenschaften, die nur anders sind als meine? Dazu gehören auch die Fragen: Was braucht der Partner, um glücklich zu sein? Was kann ich zu einer guten Beziehung beitragen? Wie kann ich besser werden? Denn wer so bleiben will, wie er ist, hört langfristig auf zu leben.
Diesen Wendepunkt haben Sie beide leider verschlafen. Und durch Verstärkung Ihres ursprünglichen Konzeptes hat sich die Sache noch beschleunigt.
Ist das Obige eine Gedankengrundlage mit dem Sie sich anfreunden können?
Wenn ja, dann besteht noch Hoffnung. Teilen Sie Ihre neue Erkenntnis mit Ihrer Freundin und fragen Sie sie, ob sie sich mit Ihnen vorsichtig auf einen neuen, anderen Weg begeben möchte. Den einer dauerhaften Beziehung und nicht den einer, mit Gewalt aufrecht erhaltenen, Verliebtheit oder besser: Gewohnheit.
Sie können Ihre Freundin aber nur überzeugen, wenn Sie selbst an das glauben, was sie sagen. Wenn Sie entsprechend handeln. Gedanken und Einsichten müssen reifen. Geben Sie sich beide die nötige Zeit dazu.
Werden Sie der Partner, den eine Frau/Ihre Freundin braucht! Auch das kostet Zeit. Aber vor allem: Gemeinsame Gespräche.
Wenn Sie die Herausforderung lieben: Im Buch „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ von John M. Gottmann können Sie sich (vielleicht mit Ihrer Freundin) an die Feinheiten einer langfristigen Beziehung heranarbeiten. Das ist noch nicht alles (stöbern Sie vielleicht einmal auf unseren Literaturtipps):
Sprechen und Verstehen, Erkennen was der Partner benötigt, Freiräume lassen, Gemeinsames unternehmen, Vertrauen aufbauen,.....
Sie haben einiges vor sich! Ich glaube, es lohnt sich.
Viel Erfolg dabei wünscht Ihnen herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

37. Anfrage vom 27.9.06
Hallo. Habe ein für mich ziemliches Problem mit meinem Freund und hoffe, Sie können mir den einen oder anderen Ratschlag geben. Er (30) und ich (27) sind etwa ein halbes Jahr zusammen. Bis jetzt lief es eigentlich recht gut obwohl ich mich zeitweise sehr zurückhalte, da ich bei früheren „Bekanntschaften“ öfters fies abserviert wurde und somit eine große Unsicherheit bei mir breit gemacht hat. Dazu kommt noch dass ich ein sehr emotionaler Mensch bin und er eher der Rationalist ist, der kaum Gefühle zeigt.
Für ihn ist eine Beziehung erst dann richtig bindend wenn man zusammen wohnt und das tun wir nicht. Er meinte beim letzten Gespräch, dass er mich aus seiner Familie raushält (er hat auch ein Kind, das ich nicht kenne) und auch nicht an meiner interessiert ist, um den Alltag noch eine Zeit lang zu erhalten. Wenn ich so darauf erpicht bin könnte ich natürlich gleich jetzt alle kennenlernen, aber er meinte ich wäre noch nicht bereit dazu und ich spüre deutlich, dass er es auch nicht ist.
Einerseits finde ich, dass er recht hat und wir es wirklich LANGSAM angehen andererseits wünsche ich nur eine richtige Beziehung mit Alltag usw. Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig aber ich habe auch Angst, dass er einer dieser Menschen ist, für den ich ein Spaßfaktor bin und nichts anderes. Wir reden relativ offen miteinander, vertrauen uns, geben uns gegenseitig genug Freiraum und sind uns treu. Bin ich nur verrückt? Bin ich „beziehungsunfähig“? Ich kenne mich selber nicht wieder und dadurch, dass ich durch diese Unsicherheit momentan so angespannt bin geht er innerlich auf Distanz. Ich bin mittlerweile schwer verliebt in ihn und kann nicht einfach so aufgeben, aber auch ich kann meine Gefühle nicht so leicht zeigen aus dem Grund, dass seine Reaktion daraufhin negativ ausfällt.
Oje, dieser Text ist hoffentlich nicht genauso verwirrend wie mein Kopf. Vielen Dank im Voraus! Katja.
Hallo, Katja
Du bist sicher nicht verrückt. Aber Verliebte verhalten sich auch nicht immer vernünftig. Meist beruht das auf Gegenseitigkeit und ist daher nicht so schlimm. Du wünscht Dir, auch aus Deiner Erfahrung, Sicherheit für Eure Beziehung.
Dein Freund kommt aus Verhältnissen in denen er lernen musste, dass es diese Sicherheiten nicht gibt. Trotz Familie und Kind(ern). Insofern kommen zwei gebrannte Kinder zusammen, die einerseits realistisch sind, weil sie wissen, was in der Wirklichkeit passieren kann und die dennoch davor Angst haben, weil man sich stets das Gute und Richtige wünscht und eine Möglichkeit hierfür nicht verlieren will. In dieser Aufregung werdet Ihr keine ruhigen Gedanken fassen können. Daher mein Tip: Nehmt Euch gemeinsam Zeit, um abzuwarten, bis das Herzklopfen etwas nachlässt, aber plant diese. Das bedeutet: In 3,4, 5 oder 6 Monaten setzt Ihr Euch noch einmal zusammen und besprecht Eure Möglichkeiten, Wünsche und evtl. Pläne der gemeinsamen Zukunft. Ein fester Termin. Das macht den Kopf und so auch das Herz erst einmal frei.
Und bis dahin lasst Ihr das Thema möglichst links liegen und arrangiert Euch mit dem was Ihr gerade habt. Genießt es dann, in dieser Zeit nicht planen zu müssen. Danach, habt Ihr ein viel sichereres Gefühl, wie und wo Ihr gut (oder vielleicht weniger gut) zusammenpasst. Wo jeweils Eure Stärken und Schwächen sind. Was Ihr evtl. wie anpacken müsst, damit etwas Gemeinsames daraus wird. Lasst das Ergebnis dabei offen, denn keiner kann sich jetzt schon oder später für ewig festlegen. Wichtig ist: Seid ehrlich zueinander. Liebe braucht Freiheit. Liebe braucht ihre eigene Zeit. Gerade wenn man das Gefühl hat, jemanden so sehr zu brauchen, vergisst man dies oft.
Eine schöne "Wartezeit" wünscht Euch, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

36. Anfrage vom 21.9.06
hallo, ich weiß manchmal einfach nicht mehr weiter! ich bin jetzt seid 11 monaten mit meinem freund zusammen ich bin deutsche ( 21 jahre) er ( 22 jahre) auch, aber kommt aus dem libanon. ich kenne ihn schon seid 5 jahren. wir hatten früher oft telefoniert msn kontakt und haben uns oft getroffen und hatten auch sex miteinander (obwohl wir beide andere langjährige beziehungen hatten ich 4 jahre er 2 jahre)! naja so lief das lange bis wir an sylvester diesen jahres zusammen kamen!
ich war vorher nie so weit, weil ich wusste nicht was ich von ihm halten soll. er war immer auf sozusagen aufreisser-tour und er hatte bei mädchen keinen guten ruf....aber ich wusste auch, dass ich genauso oft weg war an den wochenenden und wir uns fast jedesmal gesehen haben und wir auch immer denn zusammen z.b. in der disco die zeit verbracht haben.!
naja nun sind wir zuammen gekommen und ich muss sagen, ich war sooo doll überrascht. er war ein engel. er hat alles für mich getan und ich habe ihm 100 prozentig vertraut. jeden tag haben wir uns gesehen, am wochenende auch bei uns übernachtet. meine eltern möchten ihn nach anfänglicher skeptik auch richtig doll. wir haben viel unternommen: schwimmen, kino, in andere städte fahren, disco. dann waren hier in der disco, er hat mich überrascht und auf ein konzert eingeladen davor waren wir hsv- fussball gucken im stadtion und, naja er hat sich richtig viele süße überraschungen einfallen lassen.
Iregdwann war es klar, auch bei uns kam streit über ganz normale dinge ab und zu seid ungefähr 3-4 monaten ist es aber das wir uns öfters streiten aber hinterher war alles wieder ok wie vorher bis er auf einmal anfing, dass er wieder mit seinen freunden mehr machen will AM WOCHENDE WEGGGEHN! ( aber dazu muss ich sagen seine freunde sind auch alles ausländer und ich kann die nicht ab, die sind das typische klischee: nur aufreissen, gaffen usw.) auf einmal sagt er, er wolle keine beziehung mehr, er sagte ich nehm ihm die freiheit mit seinen freunden und das tat mir weh, das möchte ich ja nicht und naja, wir haben uns geeinigt das er vielleicht 1- 2 mal an einem tag am wochende was mit einen freund (den einen dem ich auch vertraue und mag) was unternimmt und ich dann ja in der zeit zu einer guten freundin von mir kann und wir uns nachts treffen und bei ihm oder bei mir schlafen. das hat eine zeit lang auch wunderbar so geklappt!!
jetzt ist es so: er will jedes ganze wochenende weg und ich darf nicht zu meiner freundin. ich muss zu hause bleiben er meldet sich ja auch zwischendurch und kommt danach auch weiterhin zu mir oder wir fahren zu ihm, aber mit mir möcht er abends gar nicht mehr los. ich habe angst, dass er mich verarscht, wenn ich ehrlich bin!!!!
und auch so am tage ist es so: total oft bleibt er zuhause nach der schule und nach meiner arbeit und will lieber schlafen ( ich weiß dann auch das er zu haus ist!) und danach geht er zum fussball training und naja das wars, vielleicht sehn wir uns dann zwischendurch einmal eine stunde!!
naja, und nicht nur dass ich zuhaus sein muss immer wenn er irgendwo ist ( auch mal am tage) z.b. beim fussball oder am wochenende, abends wenn er in seiner cocktailbar ist! er ist allgemein fies zu mir geworden. er sagt gemeine sachen, wenn er sauer ist wie "hure", "schlampe", usw., aber es gibt keinen grund. ich habe keine kontakte zu alten freunden (jungs) und teils auch mädchen mehr und naja, wie gesagt ich bin immer zu hause, wenn er nicht bei mir ist oder ich bei ihm! ich würde ihm nie fremdgehn oder ihn verletzen. deswegen macht mich es traurig, dass ich zu hause bleiben muss, um ihn nicht zu verlieren! und nicht mal mit einer freundin oder meiner mutter zum shoppen fahren kann ( mit meiner mutter rede ich übrigens nicht über dieses problem)!
naja und dann ist es so: ich kenne seine Mutter gar nicht und sein papa nur kurz vom sehn! seine schwester kenne ich sehr gut sie ist so ca. 25 und sein bruder (ca 30) und seine nichten noch ganz klein, die kenne ich auch gut!!
seine eltern haben nix gegen unsere beziehung! aber sie sind ja alle moslems. naja und wenn ich auch eine werden würde, würden die es schön finden. meine eltern und ich haben nix dagegen und mein freund und ich würden uns dadurch verloben. das hat mein schatz vor 2 monaten angesprochen, bevor wir in unseren tunesien urlaub gefahren sind. wir wollten es nach dem urlaub machen aber von ihm kam nix mehr er sagte auch er wollte mich bald richtig seinen eltern zu hause vorstellen (er sagte auch mal, er will seine eltern nicht entäuschen und ihnen nur eine richtige frau vorstellen) und im moment frage ich immer danach, aber er sagt immer nur "bald, bald" und ich soll nicht immer fragen, genauso mit dem verloben!
ich weiß einfach nicht was los ist!!! er ist gemein geworden wie vorher noch nie, aber trotzdem auch oft der süßeste und liebste mann der welt!!
was soll ich tun? Tabea
Hallo, Tabea. Du bist von Deinem Freund, in der Zeit als er um Dich warb, vermutlich so gut wie schon lange nicht mehr behandelt worden. Arabische Männer, so die Erfahrung vieler deutscher Frauen, können das wirklich gut (das ist vielleicht auch so ein Klischee). Sie interessieren sich für die Seele in der Frau und verstehen es, ihre Träume wirklich zu machen. Bis sie sie heiraten. Das schlimme daran ist: Du kennst diese Welt nicht. Nicht wirklich. Bestenfalls aus einem Urlaub in der Türkei oder Tunesien.
So wie sich die Sache entwickelt, rutscht Du (leider wieder ziemlich klischeemäßig) in die Rolle einer arabischen/muslimischen Ehefrau. Verschleiert (oder ähnlich abgeschottet von der Welt) und zu hause. Ausser Kinder, Essen und die evtl. vorhandene Familie gibt es keine/wenige Ansprechpartner - während man wartet bis der Macho-Gatte sich bequemt nach hause zu kommen. So wird es enden, wenn Du - aus lauter Angst vor dem Alleinsein - die Augen vor dem zu machst, was Du siehst: Schau' wie Er und seine Brüder und Freunde ihre Frauen behandeln. Wie ihre Mütter leben. Das wird Dich auch erwarten - besonders wenn Du in seiner Heimat leben wirst. Das ist kein endloser Urlaub dort!
Eine Frau in der arabisch/muslimischen Welt hat (leider) in der Regel keine Freiheiten - es sei den, sie nimmt sie sich - mit den entsprechenden Konsequenzen, die ihr dann blühen können. Frauen sind dort oft Besitz, den man mühselig erobert hat und der es zu sichern gilt. Das hört sich für uns fast unglaublich an, doch es ist leider oft die Wahrheit. Dein Freund weiß, dass Du aus der Welt der "Schlampen und Huren" kommst - so nennen sie die Frauen, die sich mit Männern (auch mit ihnen) ohne Heirat einlassen. Er wird er Dich, wenn Du seine Ehefrau werden solltest - auch nicht mehr in diese schreckliche Welt zurücklassen wollen. Das jedoch nur dann, wenn er meint, dass Du es trotz Deiner Herkunft wert sein solltest, seine Frau zu werden. Schließlich will er seiner Familie keine Schande machen (und eine Frau, bei der Gefahr besteht, dass sie sich irgendwann trennen will, ist eine Schande).
Vielleicht merkst Du: Es geht vermutlich um Alles oder Nichts für Dich. Ich habe den Eindruck, dass Dir das, was Dich bei diesem Mann erwartet, noch nicht so recht klar ist. Es geht nicht nur darum, dass Dich dieser Mann, seit er Dich "hat" auf einmal schlechter behandelt. Dies an sich, wäre schon ein Grund, sich zu überlegen, ob man noch bei ihm bleiben sollte. Es geht darüber hinaus auch noch darum, dass es für ihn und seine Landsleute einfach "normal" ist, eine Frau zu "besitzen". Etwas, das bei uns von einer Frau nicht mehr geduldet werden muss, obwohl einige Männer aus unserem Kulturkreis sich dies gerne auch so wünschen würden.
Du bist damit nicht allein. Es gibt schon länger die Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen (IAF). Suche im Internet nach einer Gruppe in Deiner Nähe. Wende Dich dort an Frauen, die diese Erfahrungen schon gemacht haben, bevor es für Dich Ernst wird.
Lasse Dich nicht einfach so treiben, bloß weil es so süß und bequem ist. So ist das Leben nicht. Leider. Daher nimm' Deines selbst in die Hand.
Viel Erfolg dabei wünscht Dir Wolf (Marion-Kuhn-Team)

35. Anfrage vom 26.8.06
Liebe Frau Kuhn. Ich hoffe sie können mir einen guten Rat geben. Bin mit meinem Freund über 4 Jahre zusammen, dachte es wäre die große Liebe. Wir verstanden uns super, er war richtig aufmerksam, zärtlich,machte mir Komplimente, zog mich mit seinen Augen förmlich aus, zeigte mir das er mich liebt. Aber das alles, was ich an Ihm schätzte, ist Vergangenheit. Keine Zärtlichkeiten (nur wenn er sex will) keine Komplimente, er zeigt kaum noch das er mich liebt. Wenns mal Streit gibt, behandelt er mich wie ein dummes Kind, gibt mir oft die Schuld. Auf Partys lässt er mich links liegen oder schaut anderen Weibern nach. Er sagt aber dennoch er liebt mich.
Kann ich das glauben? findet er mich noch sexy? Ist das schon der Alltag? Ina
Hallo Ina, was heißt da "schon Alltag"? Bei vielen beginnt der Alltag viel früher. Es ist nicht das Problem, dass der Alltag beginnt, sondern, wie wir damit umgehen. Ein allgemein weibliches Problem scheint zu sein, dass wir von allem MEHR wollen. Mehr Liebe, mehr Komplimente, mehr Zärtlichkeiten. Das ist auch nicht ganz verkehrt. Doch wir müssen auch schätzen lernen, was wir bekommen. An diesem Punkt, müssen wir in jeder Beziehung arbeiten. Dem Partner unsere Wünsche und Ängste mitteilen. Auf einer Party muß man als Paar nicht ständig zusammen sitzen. Männer können sich viel entspannter unterhalten, wenn keine Frauen dabei sind. Wenn er wirklich anderen Frauen nachsieht, ist das noch kein Verbrechen. Wir schauen alle. Es ist jedoch nicht der richtige Weg diese Frauen als Weiber zu bezeichnen. Sie richten Ihre Aggression, die aus Ihrer Unsicherheit geboren wird, gegen diese Frauen. Warum? Sie können am wenigsten dazu. Sie stellen Ihren Freund in Frage, doch was ist mit Ihnen?  Zu lieben, bedeutet zu vertrauen. Liebe gibt Freiheit, sie bindet nicht. Liebe ist ehrlich, offen und treu. Je mehr Probleme wir damit haben uns selbst anzunehmen, um so mehr zweifeln wir daran, dass es ein anderer kann. Hören Sie auf daran zu zweifeln, dass man Sie lieben kann. Fangen Sie an, die kleinen Liebesbeweise Ihres Freundes zu sehen und sagen Sie Ihm ruhig, wenn es Ihnen fehlt, dass er Sie einfach nur in den Arm nimmt, oder ein Kompliment macht.
Wenn Sie mit ihm reden, dann stellen Sie ihn nicht auf die Anklagebank in dem Sie sagen "Du hast...." Da wird er blockieren. Sagen Sie Ihm wie Sie bestimmte Situationen empfinden, was Sie fühlen. Es hört sich ganz anders an, wenn Sie sagen: "Ich fühle mich ungeliebt, wenn du mir keine Komplimente machst." oder "Du liebst mich doch gar nicht mehr. Du hast ja auch aufgehört mir Komplimente zu machen."
Wenn er Sie liebt, muß er Ihnen bei einer solchen Aussage widersprechen, weil Sie ihm etwas unterstellen. Reden Sie jedoch von Ihren Gefühlen, kann er viel leichter verstehen was in Ihnen vorgeht. Versuchen Sie es.
Eine Beziehung ist wie ein lebender Organismus, der wächst und sich verändert. Wachsen Sie mit! Und so wie Frauen sich beim Reden bestätigt und angenommen fühlen so erleben Männer ihr Angenommensein in der Sexualität. Hier können die meisten Männer ihre wahre Gefühle zeigen, also werten Sie es nicht ab, sondern reden sie auch darüber. Hier ist die Gefühlswelt des Mannes und er ist an diesem Punkt sehr verletzlich. Und wenn die Verliebtheitsphase vorbei ist, dann heißt es auch an der Beziehung zu arbeiten, damit die Liebe wachsen kann. Ich wünsche Ihnen den Mut und die Kraft zum Arbeiten.
Ganz herzlich, Sabine (Marion Kuhn Team)

34. Anfrage vom 28.8.06
Hallo. Ich habe seit über 4 Jahren einen Freund und seit ca. einem Jahr ist bei uns der Alltag ausgebrochen. Er kommt von der Arbeit und legt sich vor den Fernseher. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich so im Moment unzufrieden bin und es so nicht ewig weitergehen kann. Außerdem hat sich mein bester Freund in mich verliebt. Er hat mir am Anfang nur Komplimente gemacht und behandelt mich so großartig. Dadurch ist mir klar geworden, dass ich mit meinem Freund nicht mehr glücklich bin. Ich fühle mich so zu meinem besten Freund hingezogen, weiß aber nicht, ob ich mich tatsächlich in ihn verliebt habe, oder ob ich nur mal ne Abwechslung von diesem Alltag brauche. Lisa.
Hallo Lisa, der Alltag zieht bei uns allen ein. Hat Dir Dein Freund nicht auch mal Komplimente gemacht? Diese Mechanismen laufen in allen Beziehungen ab. Man lernt sich kennen, es ist alles neu und toll, man gibt sich Mühe und je länger die Beziehung anhält um so nachlässiger wird man. Wenn man von der Arbeit kommt ist man müde und ohne das Verliebtsein bringt man die Energie für den Partner einfach nicht mehr auf. Die Zeitspannen variieren in denen dieser Prozeß (bis zu 2 Jahren) statt findet. Es liegt jedoch an Euch beiden, ob ihr es schafft immer wieder aus diesem Schema auszubrechen. Gib ihm Zeit "anzukommen", zur Ruhe zu finden und den Arbeitstag hinter sich zu lassen. Doch Ihr müßt Euch immer wieder Raum für Euch beide schaffen und es beide wollen. Das ist nichts, was nur einer leistet. Du wirst sehen, wie schwer es ist spontan Dinge zu tun. Wenn ihr Euch feste Tage für bestimmte Unternehmungen einrichtet wirst du feststellen, dass auch das zum Alltag wird, der Dich mit der Zeit langweilt. Wir sind so auf Reize von außen fixiert, dass wir alles gefestigte, gleichmäßige, schnell als langweilig empfinden. Du wirst mit jedem neuen Partner früher oder später an diesem Punkt stehen. Du kannst die Beziehung dann beenden und neu beginnen, oder Ihr geht gemeinsam weiter und beginnt an Euch und Eurer Beziehung zu arbeiten.
Nach der Verliebtheitsphase beginnt die Entscheidung ob es Liebe ist oder nicht. Nun kommt das Problem mit Deinem besten Freund hinzu. Du kannst nur auf  Dein Herz hören ob Du verliebt bist, aber auch mit diesem Freund wirst Du an einen Punkt kommen, wo man das Gefühl hat der Alltag ist da. Allerdings kann man mit seinem besten Freund oft sehr viel besser reden. Rede mit Deinem jetzigen Freund ganz ehrlich über Deine Gefühle, und wenn Du Dich für Deinen besten Freund entscheidest dann sag es es ihm bald. Fahre nicht zweigleisig! Ich wünsche Dir die richtige Entscheidung! Ganz herzlich, Sabine ( Marion Kuhn Team)

33. Anfrage vom 19.8.06
hallo frau kuhn! ich habe zur zeit ein riesiges problem mit eifersucht und stehe kurz davor mich zu trennen, da dieses schlimme gefühl mir immer mehr meiner lebensqualität raubt. da diese ganze geschichte ende mai rausgekommen ist, befinde ich mich quasi seit fast 3 monaten in einem gefühlsmäßigen ausnahmezustand. mein freund und ich sind mittlerweile seit 4 jahren zusammen. er war schon seit kindertagen meine große liebe und es war für mich sozusagen "der himmel auf erden" als wir zusammen kamen. dass er ein sehr verschlossener mensch ist, wusste ich schon vor unserer beziehung, auch dass seine 1. beziehung eine sehr distanzierte war. man muss dazu sagen, dass er 27 jahre alt ist und ich seine 2. freundin bin. im übergang zwischen der 1. freundin und mir hatte er wohl einige "techtelmechtel". seine 1. freundin hat ihn quasi erobert. ein jahr lang haben sie nur miteinander geredet bevor sie zusammenkamen. als die sache zwischen ihm und mir begann steckte ich selbst noch in einer beziehung, habe diese aber nach 2 wochen affäre beendet. muss noch hinzufügen, dass ich ganz im gegenteil zu meinem freund eine sehr lebhafte vergangenheit hatte: ich hatte sehr viele wechselnde partner und das hat er auch mitbekommen.
unsere beziehung war von anfang an sehr schwierig. er war immer sehr distanziert, zurückhaltend mit liebesbekundungen und hat stets extrem viel wert auf seine unabhängigkeit gelegt. seiner ansicht nach müsste man aufpassen, dass man in einer beziehung nicht der "unterlegene" ist. es geschahen dann kurz nach unserem zusammenkommen einige sachen, die in mir bereits eifersucht schürten: am ersten wochenende an dem wir "öffentlich" zusammen waren, ging er eines abends mit freunden auf eine feier und übernachtete danach bei einer frau mit der er kurz bevor wir zusammen kamen etwas gehabt hatte. allerdings versicherte er mir damals, dass er dies nur gemacht habe weil er zu betrunken war mit dem auto nach hause zu fahren und es sei nichts gewesen. da ich wusste, dass er eigentlich ein treuer typ ist, habe ich ihm das damals geglaubt, aber auch gesagt, dass ich das nicht mehr möchte. außerdem hatte er noch lange zeit recht regen kontakt mit seiner exfreundin, auch das störte mich sehr. eines abends waren wir zusammen auf einer party und ich bemühte mich sehr mit seinen freunden gut auszukommen und redete viel mit ihnen. er hingegen sprach ca. eine stunde lang recht intensiv mit einer frau, der gastgeberin, danach ging er mit ihr zusammen in ihre wohnung, weil er auf toilette wollte, und kam erst nach ner guten halben stunde wieder mit der begründung "sie habe ihm die wohnung gezeigt und dann noch auf ein besonders guten wein eingeladen". ich fand es ein ziemlich starkes stück, dass er mir nicht bescheid gesagt hat, er bezeichnete mich als extrem eifersüchtig. zu diesem zeitpunkt dachte ich, dass er sich möglicherweise nur bei mir interessant machen möchte. wie auch immer führte dieses für mich seltsame und sehr distanzierte verhalten dazu, dass ich ihn einmal mit einem eigentlich platonischen freund von mir betrug. ich erzählt ihm die geschichte aber kurz danach und hoffte jetzt endlich mal eine gefühlsregung in ihm mitzubekommen. aber nichts dergleichen: er hat es einfach so hingenommen! ich hätte in einer vergleichbaren situation wohl schluss gemacht. erst letzte woche, d. h. 3 jahre später hat er mir erzählt, dass er seit diesem zeitpunkt nur sehr wenig vertrauen mir gegenüber hatte. jetzt komme ich aber erst zu meinem eigentlichen problem:
im frühjahr hatte ich sehr viele prüfungen und kaum zeit. außerdem lief es gleichzeitig in der beziehung ganz arg schlecht wir haben uns nur noch gestritten und irgendwann habe ich dann zu ihm gesagt \"am liebsten wärs mir wenn du ne andere hättest, dann hätte ich endlich einen grund zu gehen". ich vermisste in dieser zeit nähe und unterstützung, habe ständig an ihm genörgelt und er meinte ich solle mir doch langsam mal darüber klar werden ob ich bei ihm bleiben möchte oder nicht. olaf ist in dieser zeit verstärkt weggegangen, vor allem in eine bestimmte disko. ich bemerkte, dass diese location wohl einen besonderen reiz auf ihn ausüben musste. er hatte sich davor immer darüber beschwert, dass er in unserer stadt schon so lange keine neuen leute mehr kennen gelernt hätte und in dieser zeit hatte er einen neuen weggehkumpel gefunden und deswegen schob ich dieses interesse an der disko darauf. ich bemerkte in dieser zeit, dass er irgendwie distanzierter und härter zu mir war als sonst, wirklich sicher bin ich mir aber nicht. ich habe zu dieser zeit sogar einen seiner freunde gefragt ob er einschätzen könnte, dass mich mein freund noch liebt, aber sowas habe ich auch schon vorher gemacht, muss nicht unbedingt was mit dem gleich folgenden ereignis zu tun haben.
eines morgens erzählte er mir, dass er am abend vorher eine frau kennengelernt habe, sie hätte ihn angesprochen und sie hätten sich ca. eine h unterhalten. ich fand das ok, habe deswegen mir gar keine gedanken gemacht. wochen später stellte sich aber heraus als wir gemeinsam in seinem emailaccoutn eine adresse suchten und in einer email seines freundes der name dieser frau vorkam, dass er sie wohl noch zweimal alleine in dieser disko getroffen hatte und eind drittes mal mit einem guten freund von ihm, den ich auch kenne. er versuchte zunächst das ganze zu entschärfen indem er sagte es handle sich um eine freundin seines kumpels hat aber kurz danach zugegeben, dass es diese diskobekanntschaft war. nun war meine eifersucht aber vollends entflammt und ich forderte ihn auf die emails dieser frau lesen zu dürfen (sie hatte ihn angeblich nach seiner emailadresse gefragt), ich durfte 3 mails lesen, darin ging es um einen gemeinsamen kinobesuch. die letzte email von ihr beinhaltete ihre aussage "nein, das wird mir zu spät". er meinte, er wollte mit ihr nicht ins kino gehen, weil ihm die sache "zu heiß" geworden wäre und hätte, dass versucht so schonungslos wie nur möglich ihr beizubringen. danach habe sie sich lange zeit nicht mehr bei ihm gemeldet, erst vor kurzem wieder, aber er habe den kontakt nun eingestellt.
ich glaube ihm, dass zwischen den beiden nichts war und kann mir auch gut vorstellen, dass er mir nicht alles erzählt hat um unnötigen stress zu vermeiden. auf der anderen seite quält mich der gedanke, dass er für sie etwas empfunden hat und das alles nicht so freundschaftlich war, wie er es darstellt. freunde versuchen mich die ganze zeit davon zu überzeugen, dass mein freund ein so distanzierter typ ist und so lange braucht, bis er sich auf jemanden einlässt und diese frau wohl eher als neutrum gesehen habe und sich gar keine großen gedanken gemacht hat. mein freund beharrt nach wie vor auf der aussage, dass diese frau absolut unwichtig gewesen wäre. andererseits hat er aber auch mal gesagt, dass er sich hätte vorstellen können mit ihr "abzustürzen" wenn er single gewesen wäre. was soll ich nur glauben? macht es überhaupt noch sinn bei ihm zu bleiben? hoffe auf baldige antwort, vielen dank! doreen
Hallo, Doreen
Sie beschreiben Ihren Freund als einen zurückhaltenden, geduldigen, vorsichtigen und gewissenhaften Menschen. Sie selbst dagegen sind eher spontan, impulsiv, leidenschaftlich. Diese Kombination so unterschiedlicher Charakteren ist auch so schon schwierig zu handhaben. Gegensätze können mit der Zeit als anstrengend empfunden werden. Sie Beide sind sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen in einem einig: Jeder wartet auf das Entgegenkommen des anderen. Ihr Freund hat zwar richtig erkannt: Sie können sich offensichtlich nicht zu ihm bekennen. Aber er schafft es ebenfall nicht. Sie werden in dieser Beziehung von Zweifel geplagt. Die Frage ist: Liegt das an Ihrem Freund, an Ihrem Selbstbild oder an beidem?
Vielleicht vertrauen Sie sich in dieser Hinsicht selbst nicht so - und können daher Ihrem Freund ebenfalls wenig vertrauen. Er scheint die Beständigkeit zu lieben, macht nicht viele Worte, weiß aber, dass er eine Frau mit einem lebhaften Vorleben und impulsiven Verhalten um sich hat. Er möchte nicht verletzt werden, und umgeht so auch eine Entscheidung: Sich ebenso für Sie zu bekennen. Aus dem was Sie über Ihren Freund erzählen, sieht es so aus, als liebt er Sie (noch, irgendwie, so vom Weitem), möchte aber bequemerweise eine Entscheidung von Ihnen. Ebenso wie Sie eine von Ihm wollen. Wobei ich mir bei Ihnen über das mit der Liebe nicht so sicher bin. Sie wollten Ihren Freund schon immer haben, doch jetzt haben Sie ihn aus Unzufriedenheit von sich getrieben. Ich glaube, diese derzeitige Eifersuchtsidee verwirrt Sie nur. Sie verdeckt die eigentlichen Fragen: Was macht sie so unzufrieden? Ist er wirklich der Partner den Sie sich geträumt hatten? Ist diese Lebens- und Beziehungsform wirklich die, die sie haben wollen? Haben Sie dazu einen Standpunkt?
Nehmen Sie sich diesem Thema als Erstes an. Dann erst folgen weitere Entscheidungen und mögliche Konsequenzen. Sollten Sie sich für Ihren Freund entscheiden können, sagen Sie ihm das. Wenn Sie diese getrennte Beziehung nicht mehr aushalten, sagen Sie ihm das auch. Er muss dazu dann ebenso Stellung beziehen.
Sollten Sie sich da einig werden, machen Sie sich auf Mühen gefasst. Denn dann geht die Arbeit erst richtig los! Es bedarf unbedingt einer Verbesserung des Selbstwertgefühles und der Fähigkeit Vertrauen zu schenken - bei Ihnen beiden. Daran sollten Sie arbeiten (vielleicht sogar in einer Paartherapie). Hier werden Sie die Unterstützung Ihres Freundes brauchen. Er braucht Sie schließlich auch. Danach können und müssen Sie Ihre Beziehung gemeinsam(!) gestalten.
Sollten Sie sich gegen Ihren Freund entscheiden, oder gibt es keine Möglichkeit mehr, eine gemeinsame Linie zu finden hat das auch seine Gründe, die Sie sich ruhig zugestehen können. Jeder Mensch kann sich irren. Jeder Mensch kann sich verändern. Jeder Mensch kann sich auf etwas versteifen, dass bei näherer Betrachtung nicht ganz so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Man muss nur dazu stehen, wenn man es erkennt.
Die Wahrheit wirkt stets beruhigend und klärend auf eine Situation, so kritisch sie auch sein mag. Daran werden Sie es erkennen.
Seien Sie fair zu sich. Seien Sie fair miteinander. Haben Sie beide den Mut, ins eigene Herz zu schauen.
Mit den besten Grüßen, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

32. Anfrage vom 11.8.06
Hallo liebes team, ich habe ein sehr großes problem! Ich bin seit 1 1/2 jahren mit meinem freund zusammen! Ich liebe ihn auch echt über alles! Es ist so: Ich habe ein jahr lang die pille xyz genommen! Davon habe ich schwere depressionen bekommen und habe sie auch immer noch! Ich habe jetzt die pille abgesetz und es müsste jetzt bald besser werden! Seit 2-3 wochen stelle ich mir manchmal die frage, ob ich meinen freund noch wie früher liebe! Dann muss ich heulen, weil ich solche angst habe ihn zu verlieren! Es sind auch immer nur so ein paar momente! In anderen momenten denke ich mir dann nur: "Wie konnte ich das nur denken"! Und bin dann wieder total glücklich mit ihm! Wir wollen jetzt mal zusammen wegfahren um vielleicht, unsere beziehung aufzufrischen und mal was anderes machen! Kommt es von der pille oder was ist das? Ich möchte das nicht mehr denken! Ich liebe ihn doch über alles! Ich will doch einfach wieder so glücklich mit ihm sein wie früher!!!! bitte helft mir! Ich kann nicht mehr! Ich bin nur noch am heulen weil mir das so wehtut, wenn ich daran denke das ich sowas überhaupt denke, dass ich ihn weniger lieben könnte! Ich genieße jede sekunde so mit ihm und ich bin auch total froh wenn ich bei ihm bin und total unglücklich wenn ich nicht mehr bei ihm bin! Was ist das nur???? Ich will das nicht mehr und ich will unsere beziehung retten auf jeden falle! Dafür werde ich alles tun! Bitte helft mir so schnell wie möglich! Eure Maria
Hallo, Maria
Es ist gut möglich, dass durch das Absetzen der Pille Dein Horomonhaushalt durcheinander gekommen ist. Dies wirkt sich auch auf die Stimmung aus. Dazu kommt auch noch der wieder einsetzende Zyklus mit seinen Auswirkungen auf die eigene Stimmung. Diese können im Moment etwas überschießen. Die nachwirkende Nebenwirkung dieser Pille können es auch noch sein, die Dir zu schaffen macht. Mein Tipp:
1. Die eigene Stimmung vorerst etwas gelassener sehen und nicht gleich alles auf die Goldwaage legen. Diese komischen Gedanken einfach durch laufen lassen. Nur die, die nach einer durchschlafenen Nacht noch vorhanden sind, solltest Du ernst nehmen. Die anderen sind im Moment einfach nicht so wichtig. Im Moment ist es nicht günstig, das was erlebt wird, gleich zu bewerten - auch wenn die Versuchung dazu besteht. Die derzeitige Färbung Deiner Stimmung wird Dich nur verunsichern.
Dein Freund sollte auch davon wissen, dass im Moment nicht alles so geordnet verlaufen wird. Erst wenn Du Dich wieder im Gleichgewicht fühlst, bist Du in der Lage zu entscheiden und Deine Situation angemessen einzuschätzen. Wenn es also möglich ist, und Dein Freund Dich da unterstützen kann, wartet einfach die nötige Zeit ab, bis alles wieder etwas klarer wird. Das kann noch einige Monate dauern.
2. Einen Frauenarzt/Psychotherapeuten/Psychologen aufsuchen, der sich mit diesen Nebenwirkungen auskennt und dabei unterstützen kann. Ich glaube, dass Du im Moment mit diesen Körper- und Seelenreaktionen einfach überfordert bist. Eine fachlich Hilfe kann da gute Sicherheit geben.
3. Überlegt Euch eine Verhütungsmethode, die Du besser verträgst.
Ansonsten genießt gemeinsam Dinge, die Ruhe und Entspannung bringen. Unternehmt vielleicht ab und zu etwas milde Aufregendes oder auch leicht Anstrengendes. Doch alles sollte in kleineren Einheiten und Portionen erfolgen. Das heisst: Ruhig etwas langsamer durch das Leben gehen. Und dann werdet Ihr sehen, was Eure Beziehung ausmacht. Und Du wirst Dich wieder sicherer fühlen. Eine Beziehung benötigt ähnliche Pflege wie ein Garten: Die Blüten sieht man erst nach der Arbeit des Pflanzens und Hegens. Und wenn das Unkraut einmal wuchert, dauert es wieder, bis man die gewünschte Ordnung gefunden hat. Geduld und Zuversicht gehören auch dazu.
In diesem Sinne wünsche ich Dir den rechten Mut und weniger Sorgen. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

31. Anfrage vom 30.7.06
Guten Tag. Ich verstehe unter Umständen da etwas falsch. Vor ca. 4 Wochen habe ich (59, auch wenn man sooo alt ist gibt es immer noch Fragen) beim Fahrradfahren eine Frau kennen gelernt. Am Ende meiner Radstrecke, Sie fuhr noch weiter, haben wir uns zu einer weiteren Tour verabredet und Sie hat mir ohne großes Nachfragen sofort Ihre Telefonnummer und E-Mailadresse gegeben und hat mir das "Du" angeboten. Wichtig ist, Sie ist noch verheiratet zieht aber bald aus der gemeinsamen Wohnung aus. 2 Tage später haben wir uns auch bei mir zu hause zu einer Ausfahrt getroffen. Leider ist Sie schon nach kurzer Zeit gestürzt und hat sich ziemlich verletzt. Wir sind sofort zu mir nach Hause gefahren, wo Sie sich Ihre Wunde versorgte. Sie ist noch ca 1-2 Stunden hier geblieben und dann mit Ihrem Auto nach Hause gefahren. Die Verletzung war jedoch so schwer, dass Sie für über eine Woche nicht arbeiten gehen konnte. Während dieser Zeit haben wir und hin und wieder E-Mails geschrieben wobei ich sagen muß, dass die Initiative mehr von mir aus ging, wahrscheinlich auch wegen der Verletzung. Einen Tag vor Ende der Arbeitsunfähigkeit ist Sie 2 mal zu meinem Haus gefahren hat mich dort aber nicht angetroffen und einen Zettel an die Türe geklebt. Tags darauf bekam ich eine E-Mail mit u. a. folgendem Satz:
„Habe schon Lust zu einem Treffen, schon allein um eine für mich wichtige Frage an dich zu stellen: Welche Erwartungen verknüpfst du damit, wenn ich mich mit dir öfters treffen würde? Du solltest dir darüber schon Gedanken machen, denn ich werde es dich mit Sicherheit fragen. So viel zur Lust, mit der Zeit sieht es weniger gut aus, da müsstest du dich evt. auf einen ganz kurzfristigen Termin einstellen“.
Tage später, Montags, habe ich Sie dann zufällig vor Ihrer Arbeitsstätte getroffen Sie hatte es eilig zu einer bis weit in den Abend gehenden beruflichen Veranstaltung zu kommen. Ich lud Sie für danach zu mir nach Hause ein wo Sie dann auch eintraf. Wir tranken Wein zusammen und nach ca. 2 Stunden fuhr Sie ohne, dass wir uns weiter verabredeten, wieder zu sich nach Hause. Am Freitag habe ich Sie per Mail für Freitag oder Samstag eingeladen zusammen auszugehen. Leider hat Sie mir für beide Tage aus Zeitgründen abgesagt. Vorsorglich hat Sie mir für den besseren Kontakt gleich zwei weitere Telefonnummern mitgeteilt und dazu folgendes geschrieben: „Da ich daheim schwer zu erreichen bin gebe ich dir für alle Fälle mal meine Handynummer und meine Direktwahl zu meinem Zimmer - da könntest du mich evtl. auch erreichen Deine Nummer hab ich ja :-) -- > für ganz spontane Vorhaben, die leider jetzt noch nicht vorauszusehen sind; außerdem steht meine Frage noch im Raum“.
Meine Frage nun was soll ich mit diesen Botschaften anfangen. Wer versteht diese Frau? Gibt es da Hoffung auf mehr als nur gelegentlich Fahrradtouren? Danke für die zu erwartende Antwort. Werner.
Hallo, Werner. Sie verstehen nichts falsch. Sie zögern jedoch, sich zu öffnen.
Diese Frau ist gerade in einem turbulenten Umbruch. Wer dabei ist, sich zu trennen, erfährt und bewirkt einige Veränderungen im Leben. Man will vielleicht etwas nachholen, Dinge auskosten und ausleben, die man bisher nicht oder wenig beachtet hat und Einiges mehr. All' dies könnten Sie von ihr schon erfahren haben, wenn Sie sich mit ihr darüber unterhalten hätten.
Sie hat Sie etwas gefragt. Haben sie (schon) eine Antwort? Dies ist kein Quiz. Es gibt keine richtig falsche Antwort. Es gibt nur aufrichtige und unaufrichtige Antworten. Hier möchte jemand von Ihnen wissen, wie Sie zu ihm (und damit auch zu sich selbst) stehen. Mein Eindruck ist, dass Sie für sich schon wissen, was Sie von dieser Frau wollen. Sie haben Angst, dass Ihr Wunsch zum unpassenden Zeitpunkt kommt. Dass Sie sie dadurch vielleicht verlieren. Es kann sein, dass sie sich derzeit nicht fest binden will. Es kann sein, dass sie nur einen Freund zum Zuhören braucht. Es kann alles Mögliche sein.
Sie werden es nur erfahren, wenn Sie sich darauf einlassen und mit ihr sprechen. Über sich. Über Ihre Gefühle, Ihre Lebensziele. Das kann man ganz unverbindlich und ungezielt tun. Sie sind anscheinend schon einen Schritt weiter. Dennoch sollte Ihre neue Freundin das von Ihnen erfahren. Dieses Risiko müssen Sie schon eingehen. Als Frau ist sie Ihnen da vielleicht etwas voraus. Aber, auch wenn es nicht immer leicht ist: Als Mann kann man das ebenso lernen oder anwenden und davon profitieren. Es verschafft Klarheit über die eigene Stimmungslage. Diese ist bei uns Männern oft etwas im Dunklen. Wir gehen oft sehr zielgerichtet vor: Nur mit einer Frau zu reden, die sich dann auch heiraten lässt, ist - beispielsweise - eine sehr eingeschränkte Position. Das Leben ist nicht immer so geradlinig. Diese Frau ist es im Moment auch nicht. Aber sie ist offen zu Ihnen und sagt dies auch. Ich glaube, dies kann Sie weiterbringen. Vielleicht nicht genau dahin, wo sie eventuell hin wollten. Aber wer weiß das schon? Sind sie daran interessiert? Dann nur zu! Schreckt sie das ab? Dann seien auch Sie offen und sagen Sie das! Wenn Sie große Erwartungen haben sollten, kann eine Enttäuschung sehr verletztend sein. Diese Frau scheint das berücksichtigen zu wollen. Ich glaube, bei dieser Frau werden Sie fair behandelt. Also verhalten Sie sich ebenso! Klarheit ist etwas befreiendes. Und vielleicht können Sie einen guten Freund - auch wenn es eine Frau sein sollte - gut gebrauchen.
Alles Gute dabei, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

30. Anfrage vom 18.7.06
Hallo, kann zu viel liebe eine beziehung zerstören? Gruß, Oliver
Hallo, Oliver.
Zu viel Liebe kann eine Beziehung nicht zerstören. Zu viel Liebe gibt es gar nicht. Jedoch nur, wenn ich diesen Begriff wertfrei und naiv, also ohne Hintersinn betrachte. Das Fatale ist, dass mit "zu viel Liebe" oft etwas anderes gemeint ist. Es ist also nicht ganz so einfach: Das, was als "zu viel Liebe" ausgegeben wird, ist eher das Gegenteil. In der Regel also Eigennutz und/oder Abhängigkeit (auch in beiden Richtungen). Die Liebe selbst lässt den anderen wie er ist.
Sobald Bedingungen gestellt, konstruiert oder z.B. durch eigenes Leiden indirekt eingefordert werden, liebt man nicht mehr, sonder versucht zu manipulieren. Wer sich also als ein Mensch darstellt, der "zuviel liebt", versucht dabei etwas für sich heraus zu handeln. Versucht den anderen zu nötigen, Dinge zu tun, die er vielleicht sonst nicht täte. Und wenn er sie sonst auch täte, sorgt es dafür, dass er es irgendwann bereut. Wer also das Gefühl hat, dass er "zu viel Liebe" erhält, fühlt sich dabei schon unter Druck gesetzt und in seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Irgendwann wird dieses Gefühl zu einer Last. Irgendwann ist die Liebe dann erschöpft und geht verloren.
Also ist das "zu viel Liebe" - im gebräuchlichen Sinn verstanden - als kontraproduktiv anzusehen. Es wird genau das Gegenteil "gewünscht". Dies wird jedoch so nicht gesagt. Entweder aus Berechnung oder - meist häufiger - weil man die Mechanismen, die dahinter stehen, nicht erkennt oder erkennen will. Wer "zu viel Liebe" verspürt, hat ein (anderes) Problem: Es geht dabei um Macht und Abhängigkeit(en) und daher um das Fehlen von Freiheit. Dieses Thema wäre wichtig zu klären, bevor man "die Liebe" damit strapaziert. Dann kann man sehen, was noch an echter "Liebe" übrig ist. Hier nähern wir uns der Notwendigkeit einer Therapie oder begleitenden Gesprächen. Da dabei Abhängigkeiten ins Spiel kommen, geht es dabei (leider) wie bei anderen Süchten (wie Alkohol) zu: Nur wer seine Abhängigkeit wirklich erkennt, ist zu einer Änderung bereit. Ansonsten wird dieses Thema bis zur Selbstverleugnung gemieden. Und dies kann (leider) so gut wie nichts anderes, als eine Beziehung zerstören.
Insofern lautet meine Antwort auf Deine Frage: Ja.
Ich hoffe, ich konnte damit helfen. Viele Grüße, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

29. Anfrage vom 13.7.06
Ich meine vor 11 Monaten meinen Traummann gefunden zu haben. Das einzige Problem ,wir führen eine Fernbeziehung und das auf sehr lange Distanz (20 Stunden Autofahrt). Als er mich besuchen kam hat er mich gefragt ob ich ihn in Zukunft mal heiraten will, ich habe ja gesagt, und seit dem Moment tragen wir auch Verlobungsringe. Ich bin erst 17,und er 19, trotzdem war ich mir meiner Gefühle immer sicher, und ich dachte das wäre er auch. Vor ein paar wochen sagte er mir, dass er mich irgendwie nix mehr für mich fühlt, aber er noch nicht weiss, ob es endgültig ist. Er hätte Gefühle für seine langjährige teenie-liebe, und dass die Enfernung an ihm nagt, und er einfach jemanden spüren will. Ich habe ihn nicht aufgegeben und nach 3 Tagen teilte er mir mit, dass alles wieder OK ist, er nur eine doofe Phase hatte, er nie aufgehört hatte mich zu lieben und mich immer noch liebt. Er ist jetzt auch wieder wie früher, aber ich mache mir immer noch sorgen.War das wirklich nur eine Phase? Er sagt er will mich immer noch heiraten, aber was mach ich, wenn ihn wieder sowas überfällt? Ist er bereit, um verlobt zu sein? Was soll ich machen, ich liebe ihn wirklich sehr und er bestätigt mir jeden Tag wie sehr er mich liebt, aber ich habe immer noch Zweifel. Kann ich ihn irgendwie testen? Wäre sehr nett wen ich ne antwort kriegen könnte.Danke sehr, Maja.
Hallo, Maja
Das mit dem Testen kannst Du vergessen. Erstens gilt dies nur für den Augenblick und gibt daher keine Sicherheit. Zweitens ist das Leben - und gerade Eures durch die Fernbeziehung - eh’ schon Test genug. Dein Freund hat diesbezüglich gerade seinen Ersten hinter sich. Wenn er schwankt und es Dir mitteilt ist er fair und offen. Wenn er sich fängt, vielleicht weil Du auch weiterhin zu ihm stehst, ist das eine Bestätigung für Dich und kann Eurer Beziehung Tiefe geben. Diese Prüfung habt Ihr dann im Ganzen geschafft, wenn Du ihn nicht mit Deiner Angst und Deinen Zweifeln belädst. Das ist leichter gesagt, als getan. Nur zu oft macht man den Partner für das eigene Glück verantwortlich. Er ist ein freier Mensch, der sich zu Dir bekennt. Das ist ein Geschenk. Darauf hat man keinen Anspruch.
Meine Zufriedenheit muss ich mir selbst schaffen. Wenn der Partner, den ich mir gewählt habe, dazu beiträgt - um so besser. Eine Garantie darauf gab es noch nie. Aber man kann Einiges dazu tun. Glück geschieht nicht einfach so. Man kann versuchen, daran zu arbeiten. Nähe und Vertrauen zu erhalten oder, trotz der Entfernung, aufzubauen. Doch was geschieht, wenn die für eine Fernbeziehung typischen, lange unerfüllten Gefühle nahezu überlaufen und vor den eigenen Augen die nächste Versuchung erscheint? Wie heisst es: Der Teufel ist immer und überall. Man muss "nur" nicht auf ihn hereinfallen.
Aber Menschen sind nicht immer stark. Du bist es auch nicht, wenn Du Kontrolle über die Liebe und Treue Deines Freundes haben möchtest. Deine Zweifel sind in Dir. So wie auch das Vertrauen nur in Dir sein kann. Deinem Freund geht es ebenso. Wenn er Dir vertraut, macht Dich das stark. Wenn Du ihm vertraust, stärkt es ihn. Zweifel schwächen Dich und Eure Beziehung. Sie sind eher ein Ausdruck für eigene Gefühlszustände oder Schwierigkeiten. Manchmal ein Hinweis darauf, dass man ist sich selbst nicht sicher, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat und so dieses Gefühl auf den Partner überträgt. Oder dass noch tiefer unklare Gefühle bestehen, mit denen man sich näher befassen sollte: Verlustängste, Eifersucht und mangelndes Vertrauen zeigen oft, dass man als Kind zeitweise wenig Sicherheit und Geborgenheit erlebt hat, als man es brauchte. Nun will man vermeiden, dass dies erneut geschieht.
Doch die Realität ist: Das kann man nicht. Es ist immer möglich, dass man enttäuscht wird. In einer intensiven Beziehung ist es sogar normal, dass man einander weh tut - so hart sich das anhört. Natürlich will das keiner, doch es ist nahezu unvermeidlich. Die Kunst dabei ist es dies einzuschränken und, wo nicht möglich, damit schmerzfreier umzugehen.
Aber mache Dir keine allzu großen Sorgen: Das sind ganz normale "Probleme" eines Paares. Diese sind stets angenehmer von anderen kennenzulernen, als sie selbst zu erleben. Vielleicht stöberst Du hierzu einmal auf unserer Literaturseite. Dort gibt es möglicherweise Lesestoff, der Euch in diesen Fragen unterstützen kann. Vielleicht lest Ihr gemeinsam an den Fragen und Themen die Euch interessieren? Ich mache das heute noch gerne mit meinem Partner.
Ich wünsche Dir viel Zuversicht für die Tage ohne und viel Freude und Glück für die mit Deinem Freund.
Macht was draus!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

28. Anfrage vom 19.6.06
Hallo Marion. Ich hab ein riesiges Problem. Ich bin mit meiner Freundin seit fast 6 Monaten zusammen. Seit ein paar Wochen ist es so das wir uns ab und an streiten und sie vollkommen unglücklich ist. Ihr Vater ist schwer krank und wurde schon vor 3 Jahren für tot erklärt und bei ihrer Arbeit wird sie gemobbt. Also sind sowieso schon große Belastungen die auf sie einwirken. Wir haben uns letzte Woche tierisch gezofft und es wäre von ihrer Seite fast aus gewesen. Vom 15. bis zum 18. Juni waren wir an der Ostsee und da haben wir eigentlich kaum Zärtlichkeiten ausgetauscht, ausser das wir in der kurzen Zeit sehr viel Sex hatten (sonst ist es aber auch nicht grad wenig). Auf jeden Fall entfernen wir uns immer weiter von einander obwohl wir uns beide sehr lieben und über die Verliebtheitsphase schon ca. 2 Monate hinweg sind. Ich weiss wirklich nicht mehr was ich machen soll. Wir reden eigentlich viel miteinander und diskutieren Probleme auch aus, nur leider lässt der Erfolg zu wünschen übrig. Sie wird schnell zickig und ich schnell bockig und so kommt es immer wieder zu Streitigkeiten. Man muss auch dazu sagen, dass wir uns, seit dem wir zusammen sind, eigentlich täglich sehen und das nicht nur für 2 oder 3 Stunden. Wie können wir das Problem lösen? Wenn Sie noch spezielle Fragen, die zur Lösung des Problems dienen oder zu unserer Beziehung haben, dann schreiben Sie mir doch bitte eine Mail. Über eine Antwort und Ihre Hilfe freue ich mich schon und bedanke mich im Voraus. LG Norbert
Hallo Norbert. Nach der Verliebtheitsphase beginnt der Alltag und da steckt ihr mitten drin. Nach dieser Phase entscheidet sich ob man tatsächlich länger zusammenbleiben kann, ob daraus Liebe wird. Ihr habt ganz positive Aussichten, aber es gibt einige Dinge, die man wissen sollte!
Der andere ist nicht für mein Glück verantwortlich. Wenn Deine Freundin schlecht drauf ist, weil sie ein recht schweres Leben im Moment hat, dann darf sie das nicht an Dir auslassen. Doch wenn man das nicht weiß, versucht man dem anderen diese Rolle zuzuschieben. Jetzt bin ich nicht mehr alleine und der andere hat alle meine Launen zu ertragen, er muss mich glücklich machen. Das ist eine große Beziehungsfalle. Sie muss lernen, mit ihren Launen alleine klarzukommen und es nicht an Dir auszulassen. Du bist nicht ihr Mülleimer und ihr Vater wird davon auch nicht gesund. Du kannst ihr zuhören und sie trösten, allerdings musst Du wissen, welchen Trost sie braucht. Frag sie, was sie von Dir erwartet.
Lernt miteinander zu reden. Auch das ist ein Prozeß, jeder von Euch hat seine Geschichte und ist geprägt und an manchen Punkten verletzt. Erzählt Euch von Eurer Vergangenheit von Euren Verletzungen, damit der andere damit umgehen kann und nicht seine Finger in diese Wunde legt. Versteht  Eure Vergangenheit und redet darüber. Lernt miteinander streiten, das ist ein sehr schwerer Prozeß, aber auch das kann lernen.
Versucht nicht alles, was Euch nicht passt in den Streit reinzupacken, sondern bleibt an einem Punkt dran.
Vermeidet die Worte nie und immer.
Rede in "ich" Botschaften. Ich würde mir wünschen mehr Zärtlichkeit beim Sex zu haben , hört sich anders an als: Du gibst mir keine Zärtlichkeit beim Sex.
Arbeitet an Eurer Beziehung, das ist das Wichtigste! Ohne diese Beziehungsarbeit bleibt eine Beziehung stehen und kann nicht wachsen. Ein gutes Buch zum Einstieg ist: Die fünf Sprachen der Liebe.
Nehmt Euch ab und zu einen Abend Zeit um über Euch zu reden, was Euch gut gefällt aber auch was nicht so gut läuft und das ganze bei einer schönen,  entspannten Atmosphäre. ( Meistens finden diese Gespräche erst statt, wenn einer so geladen ist, dass es nur knallt). Rede mit ihr ganz offen und ehrlich was Du empfindest und geht die Punkte an, die Spannungen bei Euch auslösen. Jede Beziehung hat ab und zu Probleme und muß lernen damit umzugehen, nur  reden die meisten sehr ungern darüber, Du bist da schon einen großen Schritt weiter. Wenn Du noch Fragen hast kannst gerne schreiben.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Beziehungsarbeit! Ganz herzlich, Marion

27. Anfrage vom 7.7.06
Liebe Frau Kuhn! Habe zufällig ihre Internetseite gefunden und darin etwas herumgeschmökert – war sehr begeistert über ihre hilfreichen Antworten. Ich bin 34 J. bin Krankenschwester, 2 Kinder (13 J. & 16 J.), geschieden und habe meinen jetzigen Freund im letzen Jahr übers Internet kennen gelernt. Seine Annonce hat mir sofort zugesagt, klang sehr ehrlich, ohne Foto und deshalb habe ich ihn angeschrieben. Es stand auch drin, dass er von seiner Frau getrennt lebt. Ich weiß bis heute nicht warum ich diesen Mann angeschrieben habe oder ob es einfach nur Neugierde war. Nach ein paar Tagen schrieb er mir zurück, wir tauschten Bilder aus und waren beide ganz hingerissen. Er erzählte mir auch per Mail, dass er seit ca. 2 Monaten von seiner Frau getrennt bzw. in Scheidung lebt (Sie reichte die Scheidung ein). Per Mail machte ich ihn Mut, berichtete ihn über meine Scheidung von meinen Mann und wie er damit umgehen könnte. Das es ungefähr 1 Jahr braucht, bis man darüber hinweg sei, dass es allmählich verblasst. Und das ich seine jetzige Situation sehr gut verstehen könnte. Zu erst stand für mich fest, dass dieser Mann für mich erstmal ein guter Internet-Freund ist. Denn er wohnt ja ca. 100 km von meinen Wohnort entfernt. Wir telefonierten anschließend auch schon regelmäßig. Nach 2 Wochen Telefonieren und per Mailaustausch wollten wir uns dann doch (Ende November) persönlich kennenlernen. Ich hatte sowieso Urlaub und wir einigten uns dass wir uns über’s Wochenende treffen. Also fuhr ich zu ihm. Es war ein sehr aufregendes Gefühl. Wir schauten uns in die Augen und es funkte sofort bei beiden. Ich erzählte ihn (genauso wie es in der Schilderung steht) dass meine Kinder zurzeit nicht bei mir lebten. Sondern vorübergehend in einem Heim. Kurze Schilderung: Nach der Inhaftierung ihres Vaters haben die Schwiegereltern dafür gesorgt, dass die Kinder von mir weg wollten und letztendlich auch kamen. War in dieser Zeit leider nicht zu ändern. Ich stimmte zu das die Kinder erstmal vorübergehend in ein Heim leben sollen um Abstand zu gewinnen. Von meinen damaligen Partner trennte ich mich sofort. Heute haben die Kinder und ich wieder ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Denn ich ließ sie nicht fallen. Stand immer hinter ihnen, egal was sie ausgefressen haben Wir telefonierten regelmäßig miteinander und Sie kamen auch regelmäßig zu Besuch nach Hause. Auch heut noch.
Meine Tochter erzählte mir dass damals einiges schief gelaufen sei. Sie wollte mich eigentlich nur glücklich sehen und das ich wenig Zeit hatte für meine Kinder. Denn zur damaligen Zeit war ich in eine Ausbildung zur Krankenschwester. Hatte wirklich wenig Zeit und die Kinder hatten das Gefühl das mein Partner nur für mich aktuell war. Aber es war nicht so. Denn meine Kinder sind das wichtigste für mich. Meine Tochter äußerte mir auch gegenüber das es ihr sehr Leid tut was sie mir angetan hat. Jetzt möchten beide wieder nach Hause. Worüber ich mich sehr freue und sehr glücklich bin. Meine Kinde werden weiterhin an erster Stelle stehen.
Er war darüber gar nicht erfreut. Denn er wünscht sich sehr gerne ein Kind. Denn er kann keine eigenen Kinder erzeugen. Wir hatten trotz alldem ein sehr schönes Wochenende gehabt. Muss dazu sagen wir hatten schon am ersten Abend Sex miteinander. Das war, glaube ich ein Fehler. Ich fuhr montags wieder nach Hause und wir wollten uns wieder sehen. Wir telefonierten und schrieben uns SMS. Wir waren beide Happy. Doch einen Monat später rief er mich an und sagte „ K. es tut mir leid aber ich möchte es noch mal mit meiner Frau versuchen – denn immerhin waren es 12 Jahre. Wenn wir uns 12 Jahre eher kennen gelernt hätten. Ich wünsche dir alles Gute!“
Er legte auf – für mich tat es einfach nur weh! Denn ich mochte ihn sehr! Ich rief ihn nach 5 min zurück und sagte: „M. ich kämpfe um dich“ Ich schrieb ihn nächsten Tag eine SMS – Zitat: „Wenn du jemanden brauchst – weißt du ja welchen Knopf du drücken musst. Ich reiche dir freundschaftlich die Hand.“ Er schrieb eine SMS zurück, bedankte sich und reichte mir auch freundschaftlich die Hand. Ich war sehr traurig – doch ich wusste, dass das noch lange nicht mit uns zu Ende ist. Ich wartete einfach nur ab. Er rief mich auch wirklich irgendwann an. Von da an telefonierten wir jeden Abend und schrieben uns jeden Tag SMS. Er berichtete mir wie es verlaufen ist – die Gespräche + Treffen mit seiner Frau. Ich begleitete ihn und war für ihn da – so weit wie es ging. Sagte auch, nachdem er mir das alles so berichtet hat von seiner Ex-Frau – das sie ihn verarschen tut. Weil Sie es nicht ertragen könnte, das er eine neue Frau gefunden hat. So weit so gut – es stimmt auch. Sie hat ihn verarscht. Er kam zwischen Weihnachten uns Silvester zu Besuch. Denn ich hatte in der zwischen Zeit Geburtstag. Es freute mich sehr. Aber er wollte nicht, dass wir gemeinsam Silvester zusammen feiern – das kam mir etwas seltsam vor. Wir hatten wieder Sex miteinander. Ich konnte es nicht einordnen – kam er nun als Freund oder als Partner. Denn wir konnten über alles reden nur nicht über uns. Selbst ich blockte davor. Obwohl ich es gerne getan hätte. Wir telefonierten weiterhin jeden Abend. Einige Zeit später, ich kam von der Arbeit, hatte ein sehr komisches Gefühl im Bauch. Ich rief ihn an - Er teilte mir mit, dass er das alles nicht mehr möchte, jeden Abend zu telefonieren und wünschte mir wieder alles Gute. Nach 2 Wochen rief ich ihn an – ich hielt es einfach nicht mehr aus. Ich musste einfach seine Stimme hören. Ich mochte ihn immer noch und konnte ihn einfach nicht vergessen. Ich hatte das Gefühl, er freute sich das ich am anderen Ende war. Wie es der Zufall möchte – waren wir auch meiste Zeit gleichsam im Chat. Er schickte mir per Mail eine Valentinstagsgrußkarte. Es freute mich sehr und bedankte mich dafür. Eines Tages war er auch wieder im Chat. Er Lud mich, zu sich zur Faschingsfeier ein. Und er schrieb auch, dass er mich zu 90 % liebt. Ich fragte ihn nach den restlichen 10%? Er konnte es mir nicht beantworten. Er äußerte nur, dass ich ihn noch 1 Jahr Zeit geben soll. Denn er muss das alles erstmal verarbeiten. Im Frühsommer fuhr er eine Woche mit Kumpels im Urlaub. Er rief mich bevor er abgeflogen ist noch mal an. Selbst im Urlaub schrieb er mir von dort aus kurze Mail’s und SMS. Es freute mich, weil es überraschend für mich war. Als er wieder zu Hause war – sagte er „Ich würde dich gerne nächstes Wochenende besuchen.“ Ich stimmte zu. Wir redeten über den Urlaub, über seine Ex-Frau. Er hatte sie noch mal besucht. Er war irgendwie enttäuscht über diesen Besuch. Und er äußerte auch, dass er das alles nicht mehr möchte. Hatte das Gefühl das er jemanden braucht zum reden. Ich war da für ihn. Von da an – unerklärlicher Weise – besuchen wir uns alle 14 Tage. Die meiste Zeit fahr ich zu ihm, weil er auf sein Grundstück noch viel zu tun hat. Ich muss noch dazu sagen – wenn ich da bin oder er bei mir ist – unternehmen wir viel gemeinsam und wenn es nur ein Stadtbummel ist. Ich fragte ihn, was das alles zu bedeuten hat mit uns? Er Antwortete – so wie es jetzt momentan läuft ist das gut! Er möchte mich nicht missen und das er mich liebt. Er weiß, dass meine Kinder diesen Monat für immer nach Hause kommen. Ich fragte ihn ob er sie kennen lernen möchte. Er Antwortete: „Ja“ Aber ich habe Angst, dass meine Kinder zwischen uns stehen und das er ebenfalls Angst hat vor der damaligen Situation. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll bzw. wie wir es anpacken können. Denn auch ich möchte, dass meine Kinder ihn kennen lernen.
Meine Frage an Sie, liebe Frau Kuhn: Sieht er mich vielleicht immer noch als gute Freundin oder als Partnerin? Ich kann das irgendwie nicht einordnen. Ich weiß, dass er mit seiner damaligen Frau nicht besonders über Probleme reden konnte. Denn er hat immer alles stillschweigend für beide entschieden und Sie hat einfach stillschweigend mitgezogen. Er hat für beide gesorgt. Und das merkt man auch. Er ist ein gütiger und führsorglicher Mensch. Wir Kochen auch, so weit wie es die Zeit erlaubt, sehr viel zusammen. Ich möchte ihn nicht verlieren – ich mag Ihn sehr. Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich, danke! Gruß S. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
Hallo, S. Sie haben sich mit Ihrem Freund ein kleines Glück erarbeitet. Zum großen Teil durch Ihre Geduld und Beharrlichkeit. Diese Eigenschaften sind es vermutlich auch, die die Beziehung zu Ihrem Freund stützen. Er scheint eher jemand zu sein, der reagiert, der sich bietende Gelegenheiten nutzt und lieber einen Weg geht, der wenig Widerstand vermuten lässt. Ihr Fleiß fördert natürlich solche Bequemlichkeit. Die damit verbundenen "Probleme" haben Sie zumindest im Moment im Griff. Nun kommt Ihre ursprüngliche Familie, durch die Kinder, wieder zusammen. Sie spüren selbst, dass Ihr derzeitiges "Kartenhaus" am Wackeln ist.
Also: Was ist zu erwarten?
Kinder wollen nicht zurückstecken. Gerade wenn Sie schon einmal, durch das Heim, auf so viel verzichten mussten. Sie werden mißtrauisch sein, wenn ein neuer Partner
da ist. Andererseit sind da vielleicht noch ein paar Schuldgefühle, weil sie einen Anteil daran hatten, als man dafür gesorgt hatte, dass sie von Ihnen weg kommen. Es dürfte in den Kindern, auch wenn man es nicht gleich erkennen kann, gefühlsmäßig sehr aufgewühlt und durcheinander zu gehen.
Und Ihr Freund wird von dieser Situation und den Kindern stark gefordert werden. Ebenso wie Sie dadurch stark belastet werden. Es ist anzunehmen, dass Sie Ihre volle Aufmerksamkeit benötigen, um das Nachzuholen bzw. Auszugleichen, was all die Jahre an Ihnen und den Kindern vorbeigegangen ist. Ich weiß nicht, ob Ihr Freund die Stärke besitzt, dies auszuhalten, bzw. mitzutragen. Er hat dadurch einerseits die Schwerere und andererseits die leichtere Rolle: Wenn es zuviel wird, kann er einfach gehen. Er hat dies leider auch schon Ihnen gegenüber getan. Das macht ihn zu einem für Sie unsicheren Partner.
Leider ist Ihr starker Wunsch nach familiären Glück schon fast zu einer kleinen Abhängigkeit zum diesem Mann angewachsen. Dies wird Sie in Ihrer Rolle als Mutter schwächen. Das müssen Sie berücksichtigen.
Mein Tipp: Reden Sie mit den Kindern über Ihre Situation und diesen Mann. Sagen Sie, dass er für Sie im Moment wichtig ist.
Seien Sie aber auch offen und realistisch, indem sie sagen, dass Sie noch nicht wissen, wie es sich entwickeln wird.
Lassen Sie sich und den Kinder erst einmal Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Solange sollte Ihr Freund sich zurück halten und auch für Sie etwas Geduld aufbringen. Die Kinder haben im Moment einfach Vorrang.
Binden Sie Ihren Freund nach einer gewissen Zeit schrittweise in Ihre Familie ein. Vielleicht führen Sie diese Beziehung in lockerer Form fort - sofern es Ihre Zeit und Ihre Verpflichtungen zulässt. Er hat Sie bisher eher als Freundin, statt als Partnerin gesehen. Eine Partnerschaft wächst gerade in schwierigen Zeiten. Wenn Ihr Freund diese Zeit mit Ihnen durchzustehen vermag, Sie sogar stärken und unterstützen kann, wird vielleicht noch etwas "Richtiges" daraus.
Wer weiß, vielleicht müssen Sie nach einiger Zeit eine ganz andere Entscheidung fällen? Hören Sie dabei auf Ihr Gefühl und auf das, was Ihnen wichtig ist. Halbherzige Dinge kosten unnötig Zeit und Kraft. Beides haben Sie und Ihre Kinder nicht beliebig viel, bis sie groß sind und ihre eigenen Wege gehen.
Ich wünsche Ihnen die nötige Energie und Klarheit für Ihre weitere Zukunft. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

26. Anfrage vom 28.5.06
Hallo. Ich habe eine Frage wegen meiner derzeitigen Beziehung! oder nicht-Beziehung mit einem Mann. Wir haben seit 2 Jahren ein rein sexuelles Verhältnis. Beide sind wir nicht anderweitig liiert. Er weiß, das ich ihn liebe, geht aber auf meine Fragen wegen einer tieferen Beziehung nicht ein oder ignoriert sie einfach. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich meine, soll ich solange warten, bis er mal von sich aus das thema zur sprache bringt. Andererseits bin ich schon 27 und möchte auch mal eine dauerhafte Beziehung und evtl. später auch Kinder mit dem Mann haben. Können Sie mir weiterhelfen??? Daniela
Hallo, Daniela. Ich befürchte, dass sich Ihr Freund kaum stärker in Ihre Beziehung einbringen will. Er hat es im Moment auch sehr bequem durch sie: Eine sexuelle Spielwiese ohne weitergehende Verpflichtungen. Was will ein Mann mehr? Die meisten fänden das gut.
Vieles ist möglich: Natürlich gibt es auch Männer, die an Familie denken. Manchmal ist es eine Frage der Zeit, wann sie sich dazu entschließen. Dann haben sie sogar ziemliche Ansprüche an die Frau und mögliche Mutter ihrer Kinder. Dann ist eine bequeme Bettgespielin vielleicht auf einmal gar nicht gut genug für sie. Weil sie möglicherweise zu unentschlossen oder durchsetzungsschwach ist.
Und es gibt Männer, die Familiengedanken weit von sich weg schieben. Die ihre Freiheit behalten wollen. Die noch so viel erleben wollen. Die froh sind, dass es noch Frauen gibt, die sich hin halten lassen. Und sollten sie dann doch nerven - es gibt (hoffentlich) noch genug Andere.
Machen Sie einen Test: Sprechen Sie ihren Freund direkt darauf an. Sagen Sie, dass Sie Kinder von ihm wollen. Sofort.
Je schneller die Ausreden kommen, bzw. er sich vom Acker macht, um so eher ist er ein Vertreter der zweiten beschriebenen Männergruppe. Und Sie wissen woran sie sind. Und sind dann vielleicht allein. Ist das der Grund, warum Sie zögern?
Sie scheinen sich selbst mit Ihrem Freund nicht sicher zu sein. Und da tickt auch noch die biologische Uhr. Solche Überlegungen sind ein schlechter Ratgeber. Man geht Kompromisse ein, weil man glaubt nichts Besseres mehr ab zu bekommen. Zur Not auch faule Kompromisse. Finden Sie heraus, was Sie wirklich für Ihr Leben wollen. Wollen Sie das, was Ihnen im Moment geboten wird? Können Sie das nicht besser selbst in die Hand nehmen? Können Sie eher alleine sein, als nur mit dem Spatz in der Hand zu leben? Wollen Sie auf die Suche nach der Taube auf dem Dach gehen? Finden Sie heraus, was für ein Mann zu Ihnen passt, wenn Sie so sind, wie Sie sein wollen. Finden Sie heraus, ob es Ihr momentaner Partner ist.
Das Leben ist mehr, als ein langer ruhiger Fluss an dem man sitzt und das nimmt, was gerade vorbei treibt. Wenn man es will. Dazu muss man sich jedoch selbst bewegen. Und Risiken eingehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
PS: Vielleicht ein Buchtipp, der Sie auf den Geschmack bringen könnte: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin von Ute Ehrhardt

25. Anfrage vom 27.5.06
Liebe Frau Kuhn, ich bin völlig durch den Wind, da ich etwas ausholen muss, wird der Beitrag etwas länger.
Ich bin 41 J. seit langen keinen feste Beziehung gehabt (passive Beziehungsangst?). Letztes Jahr in Sept. hatte ich eine sog. Bettgeschichte mit einem Kumpel meines Bruders. Ich bin schon länger in ihn verliebt (Kumpel), näher kennengelernt hatten wir uns letzten Sommer. Nach einem Monat hat er es beendet, wegen Missverständnisse und er war nicht in mich verliebt. Nach zwei Monaten klopfte er bei mir und wir hatten uns ausgesprochen, sagte ihm auch dass ich mich in verliebt habe. Er blieb bis zum späten Abend bei mir, wir kochten zusammen, unterhielten uns über vieles, es war ein schöner Abend (ohne Sex), was ich ihm auch dann sagte. Dann hörte ich eine Woche nichts mehr von ihm. Das ist bei ihm normal, nach Nähe braucht er erstmal Distanz, hat er auch bestätigt.
Wir sahen uns etwas 1x in der Woche oder alle zwei Wochen. Mal meldete er sich, mal ich. Der Sex war von Anfang an super, wir verstanden uns ohne Worte. Wenn er bei mir war, war viel Vertrautheit, Nähe. Das ist jetzt meine Sichtweise, aber ich weiß von ihm dass er sich bei mir wohlfühlt. Wir unterhielten uns viel (nur nie über uns), aber wir trafen uns nur bei mir. Ein Kinovorschlag ist im Sande verlaufen und dass wir auch mal zu ihm gehen könnten hat er auch irgendwie abgeblockt. Zärtlichkeiten kam nur beim Sex, sonst nicht. Aus Gesprächen weiß ich, dass er auch nicht die besten Beziehungserfahrungen gemacht hat (er ist 39 J.). Was ganz komisch war, was ich nicht kannte, war, dass er beim Sex nur außerhalb kam. Er hatte viele ONS und in der Vergangenheit wollten einige Exfreundinnen schnell ein Kind. Er wußte von mir, dass ich keins mehr wollte(habe eine Tochter). Da kam er auch in mir, was ich als Vertrauensbeweis ansah. Ich habe auch das Gefühl, dass er mir gegenüber offener geworden ist. Das heißt, der Sex war auch zärtlicher (er scheint früher nur genommen zu haben).
Aber ich war /bin unsicher, warum er sich trotz allem Distanziert verhält. Ich habe die Bücher "Warum Männer mauern", "So Nah und doch so fern" und "Ich liebe Dich nicht wenn Du mich liebst" gelesen. Ich habe mich darin gesehen und auch Ansätze, dass bei ihm auch eine Bindungsangst vorliegen könnte. Ich muss auch sagen, das ich auch aus seinem Frauenraster rausfalle. Er ist Biker, kennt natürlich Frauen die auch auch dieser Szene kommen, die ja ganz anders sind als ich (zwar unkonvertionell, aber der etwas ruhige Typ (introvertiert), schon jung geblieben aber dennoch "bürgerlich"(keine Drogen /Alkohol). Er sagte mal seine Exfreundinnen waren entweder Sozialarbeiterinnen oder Pädagoginnen, die ein Helfersyndrom hatten. Das habe ich nicht, denn jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Wollten die ihn ändern? Wir habe zwar verschiedene Interessen, aber in der Lebenseinstellung, was Beziehungen betrifft u.ä. sind wir uns ähnlich. Wenn man ihn nicht kennt, er ist der typische Rocker (Sex, Drugs and Rocknroll), er hat schon manchmal eine schroffe Art, kommt vielleicht arrogant rüber. Also nicht gerade ein Traum von Schwiegermüttern. Aber er ist auch verletzlich, einsam, zuverlässig und ehrlich. Ich habe ihn so kenngelernt, dass er mich (alle Frauen?) mit Respekt behandelt, die Worte Bitte und Danke kennt, mir die Autotür zuerst öffnet, den Tisch abräumt (hat mein Exmann nie gemacht). In der letzten Zeit habe ich ihm auch beim Sex anders erlebt, nicht mehr so fordernd, sondern irgendwie auch verletzlicher, ich weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll.
Wenn er sich nicht gemeldet hat, wußte er, ich mache keine Szene. Ich ließ ihm Raum, er konnte sich also von mir nicht eingeengt fühlen. Letztes WoE war er erst kurz bei meinem Bruder, dann bei mir. Er sagte, dass er vieleicht später nochmal bei mir vorbei kommen wollte, konnte es aber nicht versprechen. So gegen 23 Uhr kam er doch noch. Wir lachten, redeten über vieles, schauten Fernsehen. Wie selbstverständlich blieb er auch über Nacht, doch wir hatten keinen Sex. Er hatte sich zwar an mich gekuschelt, aber sonst kam nichts von ihm. Er ging aber ohne Frühstück, weil er noch was erledigen mußte.
Am Montag rief ich ihn an und lud ihn für Mittwoch zum essen ein. Er kam auch. Es war wie immer. Die Nacht auch ohne Sex. Am Morgen sagte ich ihm dass ich Abends Lust auf ihn hatte, ob er keine Lust mehr auf mich habe. Er druckste rum und sagte nein. Er sagte, es bringe ihm nicht viel, er sei nicht in mich verknallt (ich hatte den Eindruck, er war etwas traurig). So. Aber so ganz nehme ich ihm das nicht ab. So wie ich ihn kennengelernt hatte, dachte ich wir hätten eine Basis worauf man aufbauen könnte. Ich hatte auch vor bei passender Gelegenheit etwas Klarheit über uns zu bekommen. Denn wir haben nie über uns geredet. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass er schon etwas für mich empfindet, oder bilde ich mir das ein?
Ich möchte mit ihm zwar eine Beziehung eingehen, aber ich bin auch kein Mensch, der ständig Kontakt braucht. Mir würde es reichen, wenn man sich 1-2 mal in der Wochen sehen würde, auch mal telefoniert, jeder hat ja sein eigenes Leben, aber das wichtigste, dass er sich zu mir bekennt! Das hat er nicht getan. Ich bin mir sicher, dass er in 3 oder 4 Wochen wieder ein klärendes Gespräch sucht. Da würde ich ihn gerne fragen, warum er überhaupt wieder gekommen ist, wie er sich gefühlt hat, wenn er bei mir war. Ich würde ihm gerne sagen, was er mir bedeutet (auch als Mensch), dass ich seine Stimme mag, seine Art zu lachen, dass ich ihn gerne neben mir liegen habe (obwohl er schnarcht), dass ich ihn so aktzeptiere wie er ist, dass ich sein Geruch mag (Kopfkissen), dass ich mich mit ihm wohlfühle. Das ist mein Bedürfnis, auch damit er darüber Nachdenken kann, was er bei mir ausgelöst hat. Hätten wir unser Verhältnis von Anfang an geklärt, hätte ich entscheiden können, lasse ich mich darauf ein oder nicht. So sind meine Gefühle immer tiefer geworden, weil ich die Hoffnung hatte/habe, dass wir eine ernsthafte Beziehung eingehen können.
Oder habe ich mich da in was verannt? Ich bin so traurig, wütend auf ihn aber auch auf mich.  Ich hoffe, Sie können etwas Klarheit in mein Chaos bringen.
Mit freundlichen Grüßen, Stella
Hallo, Stella. Eigentlich haben Sie beide die idealen Voraussetzungen für eine Beziehung: Sie kommen jeweils mit der gleichen Menge an Nähe und Distanz zurecht. Das ist nicht immer so. Und es ist auch, so wie Sie es leben, nicht unbedingt das Übliche. Aber wen juckt das schon, wenn es für Sie beide passt. Dass bei einem Mann die Sexualität das bedeutet, was für eine Frau Zärtlichkeit ist, geschieht häufig. Frauen trennen Sex und Liebe voneinander. Männer tun dies normalerweise nicht. Oft ist es auch ein Schutz, Zärtlichkeiten nur auf den Sex zu beschränken. Manchmal muss ein Mann es auch erst lernen, seine Gefühle auszuleben und auch zu zeigen. Es hat den Anschein, als könnten Sie sich beide so lassen, wie sie jeweils sind.
So weit so gut. Dennoch geschieht auch bei Ihnen, was normalerweise jedem Paar passiert: Wenn die Verliebtheit vergeht - und das wird sie früher oder später immer - was tut man dann? Hier scheint Ihr Freund in dieser Hinsicht etwas ratloser zu sein, denn er glaubt wohl, dass damit die Beziehung zu Ende ist. Diesem Irrtum, der manchmal auch nur Bequemlichkeit sein kann,  unterliegen viele Paare. Dabei geht es hier normalerweise erst los! Das Dumme: So gut wie nirgendwo steht, was dann zu tun ist (nebenbei: wir arbeiten daran). Und das Schlimme: Viele denken, danach kommt nichts mehr.
Es ist wie unter freiem Himmel zu leben, ausgesetzt dem Regen und Sturm, weil man vergessen hat, wie man Häuser baut. Also läuft man lieber der Sonne hinterher, statt sich sein Leben an dieser Stelle einzurichten. Kurios, aber wahr.
Also: Es ist wichtig, dass Sie über Ihre mögliche gemeinsame Zukunft reden. Über das, was jeden bedrückt, wovor er Angst hat. Eine Freundschaft kann dies. Eine Paarbeziehung, die nicht nur auf die Schmetterlinge im Bauch hört, kann das auch. Die Verliebtheit geht und etwas Neues kommt hinzu. Freundschaft, Vertrauen, Liebe. Sie haben schon diese Ansätze in Ihrem Hinterkopf und das ist gut so. Die Frage ist, wie steht Ihr Freund dazu? Glaubt er, wenn die Verliebtheit schwindet, und der Sex vielleicht nicht mehr ganz so leidenschaftlich ausschaut, dass dann auch die Beziehung zu Ende ist? Hat er vielleicht Furcht, dass er sich zu fest binden könnte? Weiss er, was er dabei gewinnt oder verliert? Erinnert ihn das möglicherweise an frühere, manchmal auch kindheitsbezogene Erfahrungen, die seine Freiheit in dieser Frage einschränken? Möchte er sich davon befreien? Mit dem Herangehen an diese Fragen kann alles zu Ende sein, aber auch alles beginnen.
Sie sind beide in Ihrer Beziehung schon etwas weiter, als ihr und sein Herz und vor allem der Kopf sich vorgestellt hatten. Die Kraft der Sexualität auf unsere Gefühle wird leider oft unterschätzt. Diese Schwierigkeiten lassen Sie wütend und traurig sein. Doch da müssen Sie jetzt durch. Schildern Sie ihm Ihre Gefühle, die Sie für ihn haben. Hören Sie ihm zu, was er dazu denkt. Sagen Sie ihm - wenn Sie schon so weit sind - wofür Sie sich entschieden haben. Denn das werden Sie tun müssen - früher oder später. Vielleicht entscheidet er sich ebenso. Vielleicht auch nicht. Frei und ohne Zwang sollte er es tun, damit er fest dazu stehen kann. Etwas Mut gehört dazu - wie zum Leben überhaupt. Die Möglichkeiten sind herausragend. Die Risiken sind nicht unerheblich, aber es meistens wert. Kein Versagen ist so schlimm, wie das Gefühl, etwas nicht versucht zu haben. Herzen zerbrechen, aber heilen auch wieder. Dafür sind sie gemacht. Sie werden auf jeden Fall eines erreichen: Klarheit.
Eine Last wird von Ihren Schultern genommen, wenn Sie ehrlich sagen können, was Sie bewegt. Ihm wird es auch so gehen. Freundschaftlicher Respekt ist etwas wertvolles. Und wenn daraus mehr werden kann - was ich Ihnen herzlich wünsche - haben Sie einen guten Anfang getan.
Und wie schon gesagt: Dann fängt die Arbeit erst an. Aber dann schafft man etwas Gemeinsames.
Viel Glück hierfür, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

24. Anfrage vom 21.5.06
liebe marion kuhn! Sie haben mir schon einmal einen guten tipp gegeben und daher erlaube ich es mir sie noch einmal um hilfe zu bitten. Mein Freund und ich sind jetzt seit 8 monaten glücklich zusammen, abgesehen von kleinen problemen. Nun jedoch merke ich langsam, dass sich der alltag einschleicht. es ist nicht mehr das gleiche wie am anfang, was eigentlich auch logisch ist. ich merke ausserdem, dass ich einen bestimmten mann auf einmal viel interessanter finde als früher. nun weiss ich überhaupt nicht, was ich machen soll. ich habe meinen freund wirklich sehr gerne, aber ich weiss nicht, ob der andere mann für mich nur so eine ablenkung vom alltag ist oder mehr. dieser andere mann ist vom äusseren wirklich mein absoluter traummann, innerlich kenne ich ihn jedoch überhaupt nicht richtig. ich fühle mich sehr schlecht, wenn ich mit meinem freund zusammen bin und dabei manchmal an den anderen denken muss. ich habe meinem freund gesagt, dass es für mich im moment nicht mehr so ganz stimmt, von dem anderem habe ich aber nichts erzählt. mein freund hingegen hat jetzt total angst mich zu verlieren, er hat das letzte mal sogar geweint, was mich sehr überrascht hat, da er sonst wirklich nicht der typ war, der so stark seine angst zugeben konnte. dass er geweint hat hat mich total unter druck gesetzt, ich weiss wirklich nicht ws das beste für uns beide, ihn alleine und mich ist. ich mag ihn sehr, aber ich weiss nicht, ob das nicht nur noch routine ist oder wahre gefühle. vielleicht entpuppt sich der andere mit der zeit als arschloch (entschuldigung wegen meiner wortwahl), aber ich muss trotzdem sehr oft an ihn denken. auf der einen seite wäre ich sehr gerne weiterhin mit meinem freund zusammen, aber auf der anderen seite zieht mich dieser andere magisch an. bitte helfen sie mir, ich komme alleine echt nicht mehr weiter... liebe grüsse und danke!!! Marietta
Liebe Marietta, aus der Verliebtheit kann Liebe wachsen. Das bedeutet, man nimmt den anderen mit seinen Fehlern und Schwächen an und kann sich vorstellen eine  gemeinsame Zukunft aufzubauen. Die Verliebtheit ist nun bei Dir am Abflachen. So wie es aussieht wächst daraus nicht mehr, sondern Du bist im Begriff Dich in einen anderen zu verlieben. Oder bist sogar schon verliebt. Ich habe keine Ahnung wie dieser Traummann sich entpuppt, das wirst Du erst wissen, wenn Du ihn näher kennenlernst. Möglicherweise passiert dann mit ihm das gleiche, wie mit Deinem Freund.
Er scheint zwar ganz lieb und nett zu sein, aber mehr ist es auch nicht. Aber Du kannst nicht einfach bei Deinem jetzigen Freund bleiben aus Sicherheit oder aus Angst vor dem Alleinsein, sollte es mit dem anderen nichts werden. Das wäre auch Deinem Freund gegenüber nicht fair, denn irgendwann trennst Du Dich, weil Du ihn nicht genug liebst. Also rede mit ihm und sage ihm ganz ehrlich wie es um Deine Gefühle steht und ziehe die Konsequenzen. Ich kenne so viele Paare, die sind halt  zusammen, weil sie irgendwann einmal zusammen kamen, und dann nicht mehr alleine sein wollten. Wenn Du tief in Dich hineinhörst, dann wirst Du mit der Zeit auch  herausfinden was Dein Herz Dir sagt. Ihr hattet eine schöne Zeit miteinander, aber in dieser Kennenlernzeit sollte es auch immer möglich sein sich zu trennen, wenn man merkt es geht nicht weiter. Oder kannst Du Dir vorstellen ein ganzes Leben mit ihm zusammenzusein?
Ich wünsche Dir Mut und die richtigen Worte! Ganz herzlich, Marion

23. Anfrage vom 16.5.06
Liebe Frau Kuhn, ich bin 25J und seit einer Woche von meinem Freund (24) getrennt. Wir waren jetzt 15 Monate zusammen und hatten auch eine sehr innige Beziehung! Es war auch Liebe auf den ersten Blick. Unsere Beziehung lief super, jedoch wurde er im September durch die Bundeswehr ca. 250km weg versetzt. Es änderte sich alles! Wir kamen beide nicht mehr richtig klar, mit uns und der Situation. Anstatt an einem Strang zu ziehen, machte jeder nur was er wollte und jetzt kam es nach einigen Streits soweit das wir uns trennten. Wir lieben uns beide immer noch sehr, aber anscheinend bekommen wir es grad einfach nicht auf die Reihe. Durch ein Trennungsgespräch konnten wir das erste mal wieder richtig über unsere Probleme reden und auch die Chemie stimmte seit langem wieder zwischen uns, aber wir trennten uns trotzdem da wir es für sinnvoller empfanden. Wir stecken einfach zu tief in unseren Problemen. Er geht mir nicht aus dem Kopf und ich liebe ihn über alles! Ich möchte ihn nicht verlieren!! Ich bekam dann vor 2 Tagen eine SMS von ihm, in der stand, dass er nach dem Gespräch weinte und es ihm beschissen geht! Ich hab ihm geantwortet, dass es mir auch nicht gut geht... Jetzt weis ich einfach nicht mehr weiter! Ich würde ihm so gerne schreiben oder anrufen und ihm sagen das wir zusammengehören und es nochmal versuchen sollten, hab aber Angst das ich dadurch alles kaputt mach oder er vielleicht auch genervt ist! Wie kann ich die Situation verstehen und wie soll ich mich verhalten?? Ich will ihn einfach nur zurückgewinnen! Bitte helfen Sie mir!!! Ich möchte mich jetzt schon mal für Ihre Hilfe bedanken!! Liebe Grüße, Brigitta
Hallo, Brigitta. Sie haben eigentlich nicht mehr viel zu verlieren. Also schreiben Sie ihm, was sie fühlen. Treffen Sie sich mit ihm und reden Sie miteinander. Fangen Sie es behutsam und geduldig an. Lernen Sie sich richtig kennen (wie so eine Trennung den Partner doch verändert hat, nicht wahr?). Es muss nicht immer vernünftig sein, was man aus Liebe tut. Es hilft jedoch, wenn man seiner Liebe einen vernünftigen Rahmen gibt. Das haben Sie beide versucht - jedoch ohne zu ahnen, was ihr Herz dazu zu sagen hat. Freuen Sie sich beide darüber, so tief zu empfinden! Nehmen Sie die Herausforderung an, etwas Gutes daraus zu machen! Klären Sie miteinander, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben wollen. Seien Sie ehrlich zu sich und zueinander - und dann treffen sie Ihre Entscheidung.
Wenn Sie sich beide die Beziehung neu fortführen wollen, wird es natürlich nicht einfacher. Eine Fernbeziehung zu führen hat ihre Tücken aber auch ein paar gute Seiten.
Und: Nahbeziehung können genauso schwierig werden. Auf die Entfernung allein kommt es nicht an. Sie war für sie beide nur der Katalysator. Sie haben doch schon gemerkt, worauf es (unter anderem) ankommt: Ihre durch die Trennung wieder einsetzenden Gespräche haben ausgereicht, um sich wieder näher zu kommen. Sie waren gefühlsmäßig motiviert, ihr Bestes zu geben. Schaffen Sie dies auch im Alltag, auch über eine Entfernung hinweg?
Die meisten Paare kommen gar nicht auf den Gedanken, dass Beziehung nicht einfach so von selbst läuft, dass man aktiv etwas dazu tun muss. Ich vergleiche das gerne mit einem Garten: Ihn zu haben reicht nicht. Wer sich nicht um ihn kümmert, ihn regelmäßig und mit Geduld pflegt, wird hinterher nichts ernten können. Wissen, Erfahrungen, Vertrauen und die Liebe in diese Arbeit helfen dabei. Man kann nicht alles nur aufs Wetter schieben.
Es ist entscheidend für eine Beziehung, was nach den großen Gefühlen (und nichts heizt diese mehr an, als eine große Entfernung) übrig bleibt. Gegen die Gefühle kann man wenig tun, wie Sie schon festgestellt haben. Für die Zeit danach, wenn sie dann - natürlicherweise - wieder abflauen jedoch schon. Wenn es Ihnen gelingt, aus der Verliebtheit die LIEBE zu gestalten, ist für Ihre Beziehung diese Trennung eher eine Prüfung als eine Gefahr. Ohne Risiken wird es - auch bei Ihnen - nicht gehen. Aber die Chance des Lebens zu verpassen - wer will das schon?
Viel Glück Ihnen beiden hierzu! Wenn Sie sich entschieden haben, und noch Fragen da sind, gerne.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

22. Anfrage vom 6.5.06
Hallo Frau Kuhn! Ich bin 18 w und habe folgendes Problem: Ich habe bis jetzt noch nie jemanden gefunden mit dem ich zusammen war und von vorneherein genug Gefühle für diese Person hatte. Das war eher der Wunsch nach einer Beziehung .Denn bei den Jungs in die ich mich verliebe, klappt es nie. Das merkwürdige ist: zuerst sind die immer total interessiert an mir und ich sehe Anzeichen von erster Verliebtheit oder so und dann, total schlagartig, melden sie sich nicht mehr oder es kommt immer irgend etwas anderes dazwischen. Z.B. Der letzte konnte sich nicht entscheiden zwischen mir und einer anderen. Er hat sich dann irgend wann doch für die andere entschieden. Es ist mir bis jetzt bestimmt schon an die 7-8 mal hintereinander passiert innerhalb der letzten 4 Jahre, dass es immer wieder gleich gelaufen ist .Erst finden sie mich toll und dann schieben sie mich ab. Ich finde echt keine Erklärung dafür. Ich würde mich auch überhaupt nicht als komplizierten Menschen oder so einschätzen und denke, dass ich auch ganz gut aussehe. Es ist schon hart für das Selbstbewusstsein immer wieder nach großer Hoffnung sich wieder neu aufzubauen und frei zu machen von dem Gedanken "Es wird doch eh nichts" aufgrund meiner Erfahrungen. An sich denke ich schon, dass ich liebenswert bin und auch gewisse Stärken habe, nur durch die ganzen Mißerfolge ist es echt schwer Selbstzweifel oder Unsicherheiten weg zu schieben von sich. Es kommt mir vor wie ein Fluch, aber das möchte ich immer gerne zur Seite schieben ,weil ich eigentlich immer versuche, positiv zu denken und dass es noch wird ,dass ich jemand kennen lerne, verliebt bin und es auch wirklich erwidert wird. Andererseits denke ich mir auch, dass ich vielleicht den Dingen auf den Grund gehen sollte. Ich habe mir schon überlegt, ob dies evtl. mit irgend welchen Kindheitsmustern zusammenhängt. Z.B. war ich, bis ich 7 Jahre alt war, immer der kleine Liebling von meinem Vater. Als mein Bruder dann zur Welt kam hat er mich nicht mehr beachtet.
Dies hab ich sogar schon verglichen mit dem Kennenlernen und der Typ ist interessiert und plötzlich schlag auf schlag bin ich uninteressant.....Andererseits möchte ich aber auch frei von dem ganzen sein und einfach alles auf mich zu kommen lassen... Ich hab keine Ahnung wie ich mein Problem lösen soll...
hmm ok vielleicht denken Sie sich jetzt auch: Mädchen du bist erst 18. Du hast noch soviel vor dir. Naja.... egal wie, ich würde mich freuen wenn sie vielleicht eine Idee haben zu dem Ganzen oder einen Ratschlag, S.
Hallo, S. Vielleicht wollen Sie einfach "zuviel"? Zumindest scheinen Sie mehr zu wollen, als die Jungs bieten oder "verkraften" können, die sie anfangs ganz nett finden. Wenn Sie Ihre Kindheit in dieser Sache heranziehen, scheint mir ein Punkt da zu sein, der hier eine Chance hat, in Frage zu kommen: Ihr möglicher, enttäuschter Wunsch nach vollster Zuwendung. Zuwendung die jedoch nur passiv war, denn man musste als Kind nichts dazu tun, außer vielleicht lieb und nett sein. Vielleicht erwarten Sie, dass der Mann die Beziehung am Laufen hält, während sie selbst zwar "lieb und nett" sind, ansonsten jedoch nicht viel dazu beitragen. So könnten bestimmte "Gewohnheiten" erklärt werden, die jedoch - wenn man sie sich bewusst macht - abgelegt werden können.
Das kann ich jedoch nur vermuten, da ich nicht weiß, welche Gründe (und Ausreden) diese Jungs vorbringen würden, wenn ich sie danach fragte, warum sie nicht mehr mit Ihnen zusammen sein wollten.
Eines ist mir jedoch sicher: Die meisten Jungs haben Angst davor, wenn eine Partnerin starke Bindungswünsche äußert bzw. einfordert. In dieser frühen Lebensphase wollen die meisten noch etwas experimentieren bzw. ausprobieren und haben vor lauter Hormonen im Blut eher Angst, etwas zu verpassen. Wenn eine Frau z.B. gleich von Heirat und Kindern spricht, werden viele nervös. Erst wenn sie gelernt haben, dass viele Beziehungen nicht zufriedener machen als eine gute, taugen sie für eine solche.
Das geht bei einigen Männern schneller und bei anderen fast gar nicht.
Dann kann es natürlich auch sein, dass Sie sich bisher nur zu den eher lockeren Typen hingezogen fühlen. Solche, die cool wirken (wollen), aber meist nicht die Fähigkeit haben, zuverlässig zu sein. Vielleicht sind sie für diesen Männertyp (noch) zu leicht zu beeindrucken. Frauen, die gelernt haben, dass dies nicht unbedingt die besten Männer sind, haben dann auch die Reife für eine länger Beziehung.
Sie sehen, es läuft vielleicht darauf hinaus, dass beim ersten Flirten auf der einen oder anderen Seite der Geschlechter falsche Erwartungen gesetzt werden: Der coole Aufreißer-Typ wird kaum eine Dauerbeziehung suchen. Und von einer hippen Diskomaus erwartet man auch keine längere Beziehung. Das Leben fängt da an, wo die Party aufhört, auch wenn dort manche gar nicht hinwollen. Auf keinen Fall hat dies etwas mit "Fluch" oder sonstigen schicksalhaften Dingen zu tun.
Es kommt häufiger vor, dass man auf Partner "steht", die einem gar nicht so gut tun. Irgend etwas an ihnen findet man reizvoll und man verliebt sich schnell in sie. Das kann ganz schön nervig sein. Und Frauen scheint dies häufiger zu passieren, als Männer.
Das ist eine Sache. Dann kommt noch ein Punkt hinzu: Um zusammen zu bleiben, genügt es nicht, sich vor ein paar Tagen und Wochen ganz nett gefunden zu haben. Verliebtheit ist nur das Stroh mit dem man das Feuer entzünden kann. Zum längeren Brennen benötigt man festere Substanz: z.B. Gespräche, gemeinsame Ziele und Interessen.
Sie schreiben leider nichts, was sie mit diesen bisherigen Männern verbunden hat, außer dass es Männer waren. Was wollen Sie von einer Beziehung? Was können Sie dazu einbringen? Der Wunsch, eine Beziehung zu haben ist wie der Wunsch einen Garten haben zu wollen: Wenn man sich nicht um ihn kümmert, wird er veröden oder verwildern. Wenn man nicht die gleichen Interessen hat, oder sich auf solche verständigt, wird er nicht so aussehen, dass er beiden "Gärtnern" Freude macht. Man kann nicht alles immer nur aufs Wetter schieben.
Ich sehe Ihre Situation als eine Chance: Sie sind unzufrieden über ein flatterhaftes Partnerverhalten.
Sie sind bereit, für die "schwierigeren Aufgaben" innerhalb einer Beziehung (zusammen bleiben zu wollen gehört schon dazu). Sie wissen nur noch nicht, wie sie das anstellen sollen. Und sie bemerken, dass es mit dem einfachen "Laufenlassen" nicht so recht funktioniert. Spielen war gestern.
Verlassen Sie also den "Sandkasten" und suchen sie sich die Gesellschaft von Menschen (und auch Männern), die auch bereit sind, mehr zu wollen, als nur ein paar lockere Abende oder Wochen. Doch haben Sie Geduld! Sie fangen gerade erst an. Bis all diese Dinge zusammen passen, vergeht Zeit. Zeit, die man sich einplanen und nehmen muss. Für sich und für den Anderen. Was man aus der Kindheit mitbekommen hat, erklärt oft, warum man sich so oder so verhält. Das, was man aus seiner Situation machen kann, muss man jedoch selbst entwickeln. Und hierfür wünsche ich Ihnen viel Zuversicht und Erfolg.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)
PS: In dem Buch von Bas Kast: "Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" kann man einiges über die versteckten Mechanismen erfahren, die der Verliebtheit zu Grunde liegen. Vielleicht stöbern Sie einmal in unseren Literatur-Empfehlungen.

21. Anfrage vom 23.4.06
Ich habe seit 18 Monaten einen Partner, seit 15 bin ich unglücklich, er ist das, was ich einen "Glotzer" nenne. Bei jeder, in weicher Form dargebotenen aufreizenden Weiblichkeit fallen ihm die Augen aus dem Kopf. Das habe ich mehrmals geäußert - aber ich fühle, dass er nur um keinen Streit zu bekommen damit aufhört. Er kann es aber nicht wirklich. Eine Frau, eine Brust , ein Fuß in High-Heels..... sofort läuft sein sexuelles Kopfkino an. Sind alle Männer so? Wenn ja, ist das für mich nicht akzeptabel. Dann muss ich mich trennen und alleine glücklich werden.
Hallo. Es gibt zwei Aspekte am Schauen der Männer:
1. Männer schauen immer! Die, die nicht nach Frauen schauen, sind schwul, lügen oder schon so gelangweilt, dass sie kaum mehr als lebendig bezeichnet werden können. Natürlich gibt es einige Ausnahmen, aber wirklich seltene. Männer sind "Augen-Wesen". Während Frauen auf Worte "anspringen", sind es beim Mann optische Reize, die seine Instinkte anfachen. Frauen wissen dies instinktiv und nutzen das natürlich bei der Partnerwahl, indem sie - bei gefallen - entsprechende Signale der Körpersprache einsetzen. Daher haben sie - verständlicherweise - oft etwas dagegen, wenn die Gefahr besteht, dass der Mann in ihrer Nähe auch noch auf die Reize anderer Frauen reagieren könnte.
Nur: Männer können dieses Verhalten nicht nach belieben Ein- und Ausschalten. Die Wirkung weiblicher Reize ist eine Natürliche. Die Angst davor der Frauen ebenso. Hier ist Vertrauen und Ehrlichkeit in der Beziehung eine gute Stütze. Normalerweise ist das Schauen bei einem Mann in einer glücklichen Beziehung ohne Belang. In diesem Fall wird der Mann dann seine Wahl und damit Frau durch diesen Vergleich bestätigt finden. Dieses Programm läuft unbewusst, aber ständig ab.
2. Es kommt darauf an, WIE ein Mann schaut. Sind Sie nur empfindlich, wenn er das tut und er verhält sich - auch aus der Sicht von anderen, die Sie kennen - nicht besonders auffällig, so wie viele andere Männer auch? Dann machen Sie sich keine Sorgen um ihn. In diesem Falle sollten Sie versuchen, an Ihrer Toleranz arbeiten. Ihre Befürchtungen würden dann eher Ängste berühren (frühere Enttäuschungen, Verlassensängste oder Ähnliches), die sich zwischen Sie und Ihren Partner drängen könnten. Das wäre dann ein anderes Thema.
Reden Sie mit ihrem Partner darüber, wenn es nur eine Form von Eifersucht bei Ihnen sein sollte. So kann er Sie auch besser verstehen und Sie können sich in dieser Frage vielleicht etwas annähern. Schließlich wollen Sie einen Mann, der auch Ihre Reize ansprechend findet, oder?
Können Sie allerdings seine Augen abschneiden, wenn er schaut - und anderen Mitmenschen fällt dieses Glotzen ebenso unangenehm auf - dann haben sie ein anderes Problem:
Einen - in der Hinsicht, was Frauen angeht - noch pubertierenden Mann an Ihrer Seite zu haben. Solches Starren ist unhöflich dem/der Angestarrtem gegenüber (der eigenen Begleitung gegenüber natürlich peinlich) und zeugt von mangelhaften sozialen und erwachsenen Fähigkeiten, oder großer Respektlosigkeit gegenüber Frauen, wie es in patriarchalischen Kulturen oft zu sehen ist. Frauen sind dann eher Objekte.
Auch wenn die Pubertät bei Jugendlichen nur vorübergehend ist, bei Männer kann diese Phase leider bis ins hohe Alter reichen. Sollten Sie an einen dieser "unreifen Männer" geraten sein, so zögern Sie es nicht zu lange hinaus, Konsequenzen zu ziehen. Mürrische Zurückhaltung wird hier nicht zu einer Besserung führen.
Zu Objekten werden Frauen auch in dem Fall, wenn dieser Mann eine besondere, evtl. übertriebene Neigung zu optischen Reizfaktoren hat. Hier beginnt die Grauzone der "Perversion",  d.h., dass dieses Verhalten die normale Sexualität ersetzen kann bzw. ersetzt. Solches Verhalten ist therapiebedürftig.
Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, diese Sache zu bewerten.
Beobachten Sie sich und Ihren Partner. Entscheiden Sie nach dem, was Ihnen wichtig ist. Sagen Sie was Sie wollen.
Ändern werden Sie die Männer im allgemeinen, insbesondere einen einzelnem Mann, kaum können.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen brauchbaren Einblick in diesen Teil der Männerwelt geben und wünsche Ihnen Alles Gute für Ihre Entscheidungen. Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

20. Anfrage vom 20.4.06
Hallo... ich habe ein kleines problem das aber immer mehr zum für mich grösseren problem wird. und zwar lebe ich (30) seit 2 jahren in einer fernbeziehung mit meinem freund (45) der in S. lebt. wir sehen uns fast jedes wochenende. unter der woche geht jeder seinen interessen und aktivitäten nach. er hat zwei langjährige freunde die er jeweils regelmässig an zwei tagen in der woche trifft. ich dagegen verbringe die meiste zeit zu hause oder allein, beschäftigte mich aber anderweitig. nun hat er noch einen guten freund in I, der ab nächster woche in seinen Ort zieht um dort zu arbeiten und er wird vorübergehend bei ihm einziehen. mein problem ist nun, dass ich eine ziemliche angst und eifersucht habe, dass wir noch weniger zeit füreinander haben und er ihn ständig für sich einnimmt. er ist ein sehr geselliger typ und auch nicht abgeneigt, schnelle kurze affairen zu haben. ich vertraue da meinem freund, aber er ist auch sehr beeinflussbar und kann nicht nein sagen, um einen freund einen gefallen zu tun etc. also ich habe nun angst das wir uns auf diesem wege verlieren und der freund uns auch an den wochenenden "stört". ich weiss nicht wie ich diese gedanken abstellen kann oder damit umgehen soll. im grunde ist es verrückt, jetzt schon so zu denken, wo ich nicht mal weiss wie es sein wird. mit meinem freund darüber reden, ist schwierig, denn ich komme mir blöd vor zu sagen, hey mach nicht soviel mit ihm usw. lass dich nicht zu etwas verleiten, es ist ja seine freie zeit, in der er machen kann was er will. doch wie verhalte ich mich, wenn unsere zeit (wir chatten unter der woche regelmässig abends) dadurch noch weniger wird und wir keinen "alltag" mehr austauschen können, weil er zu beschäftigt mit seinen freunden ist. einerseits denke ich, ok dann lenke ich mich in der zeit, wo er etwas mit anderen unternimmt ab und gehe auch aus, treibe sport etc. aber es ist doch irgendwie etwas anderes, da meine freunde unter der woche abends keine zeit haben und ihr eigenes programm leben. ich mache mich wohl umsonst verrückt, aber es belastet und beschäftigt mich sehr.
wie könnte ich mich verhalten oder was könnte ich ändern, dass es mir besser geht bei dem gedanken, da ist noch einer unter der woche evtl. auch am wochenende der seine zeit möchte. ich weiss, es ist ziemlich egoistisch, aber ich bin es mir nun so mit ihm gewöhnt, und da wir eh nicht sehr viel zeit miteinander verbringen, wäre es für mich wohl eine sehr grosse belastung noch weniger von ihm zu haben. hilft es wenn ich mir einrede das wird schon, er bekommt das schon auf die reihe mit seiner planung und ich gehe dabei nicht unter? ich weiss nicht so recht was ich davon halten soll. könnten sie mir ein paar tipps geben wie man mit so etwas umgehen kann? vielen dank im voraus.
Hallo, ich kann Ihre Bedenken gut verstehen, eine Fernbeziehung hat ihre eigenen Gesetze. Die Tatsache, dass ein Freund bei ihm einzieht macht die Sache ganz bestimmt nicht einfacher.
Sich selbst einzureden, das kriegt er schon alles hin wird Ihnen nicht weiterhelfen. Eine Fernbeziehung lebt noch stärker, wie eine normale Beziehung von der Kommunikation. Sie sollten mit ihm reden, über ihre Ängste und Gefühle.
Er muss wissen,  wie sie darüber denken, dann können sie gemeinsam einen Weg finden, um damit umzugehen. Ich glaube, dass Ihr Freund das versteht. Vielleicht hat er sogar ähnliche Bedenken und weiß nicht wie er das alles unter einen Hut bringen soll. Sie haben sowenig Zeit miteinander und eine Wochenendbeziehung ist eine große Belastung, deshalb ist es ganz wichtig sehr ehrlich und offen im Gespräch miteinander umzugehen, ansonsten lernt man den anderen nie richtig kennen.
Er soll wissen was sie bewegt nur so hat ihre Liebe auf Dauer eine Chance. Ich finde es übrigens schon sehr bemerkenswert wie gut sie bisher damit leben.
Ich wünsche Ihnen Mut und die richtigen Worte. Ganz herzlich, Marion Kuhn

19. Anfrage vom 18.4.06
Hallo! Habe ein kleines (oder auch großes) Problem. Ich habe jemand sehr netten kennengelernt. Das Problem dabei: er ist sehr sehr seeehr schüchtern (auch im alkoholisierten Zustand)... Dabei kommt mir manchmal vor, gewisse, kleine "Signale" von ihm zu erhalten (was mir die Leute in meiner Umgebung auch bestätigen). Diese Ungewissheit, ob von seiner Seite irgendwelche Gefühle da sind oder nicht, macht mich schön langsam fertig.
Wie kann ich herausfinden, was er für mich empfindet? Bzw. wie kann ich ihm helfen, seine Schüchternheit etwas abzulegen und mehr aus sich herauszugehen? Ich weiß, ich könnte genauso den ersten Schritt machen, habe jedoch ihm gegenüber schon mal Andeutungen gemacht, auf die er mit Abstand reagierte. Wir haben uns darauf einen Monat nicht gesehen. Sein Freund meinte, er reagierte deshalb so, weil er nicht weiß, wie er damit umgehen soll.
Aber gerade letzten Samstag hatten wir wieder einen total netten Abend. Und wie gesagt, mir kommt es auch so vor als wäre (zumindest etwas) Interesse vorhanden. Ich hoffe, ihr habt ein paar gute Tipps für mich, da mir wirklich viel an ihm liegt!
Mit freundlichen Grüßen, Fanny
Hallo Fanny, die Ungewißheit ist nicht leicht zu ertragen, aber das positive daran: Es eine aufregende Zeit. Die Zeit bevor man vielleicht zusammenkommt ist voller Energie. Du denkst nur an ihn und machst Dir tausend Gedanken darüber, wie Du erkennen könntest, was er für Dich empfindet. Dann die ersten Berührungen und immer ist noch alles unsicher bis zum ersten Kuß.
Also bring ein wenig Geduld auf, denn erst, wenn diese Zeit vorbei ist, weißt Du wie toll es eigentlich war. Aber trotz allem musst Du ja irgendwie erfahren, was der junge Mann für Dich empfindet. Ich denke, so ab und zu treffen sich Eure Blicke. Oder? Wenn er schon mal Deine Hand so ganz zufällig berührt, wäre das auch ein gutes Zeichen. Sucht er Deine Nähe? Fehlen ihm die Worte, wenn er dich sieht? Auch das wäre ein gutes Zeichen.
Welche Hobbies hat er denn? Kannst Du darüber etwas intensiver einsteigen? Darüber sind viele Jungs zu erreichen. Sein Freund weiß Bescheid, also gehe ich mal davon aus, er weiß auch etwas. Hat der Freund nichts verraten, wie sein Freund Dich findet? Warum also der Rückzug, wenn er sich relativ sicher sein kann? Du hast ihn gern und würdest ihn nicht abblitzen lassen. Da passt irgend etwas nicht zusammen. Könnte es sein, dass einer seiner Freunde Dich auch mag und er sich deshalb zurückzieht? Jungs denken manchmal so! Aber das ist wirklich nur eine Vermutung, das muss überhaupt nicht stimmen.
Du kannst davon ausgehen, er ist genauso unsicher ist wie Du und er versteht Dein Denken vermutlich auch nicht. Versuche einfach soviel wie möglich mit ihm gemeinsam zu unternehmen, habt Spaß miteinander, hör ihm zu, erzähle ihm was Dir wichtig ist und dann  wird allmählich etwas wachsen.
Wenn Du nicht warten willst, bleibt Dir nur die Möglichkeit selbst die Initiative zu ergreifen, aber der andere Weg hat auch seinen Reiz. Wenn ihr beide zusammenfinden sollt, dann wird es auch passieren, da kannst Du ganz ruhig darüber sein, aber der Zeitpunkt ist und bleibt ungewiß.
Nun musst Du entscheiden welchen Weg Du gehen willst. Ich wünsche Dir, dass Du bald von Deiner Ungewißheit erlöst wirst.
Ganz herzlich, Marion

18. Anfrage vom 17.4.06
Hallo Frau Kuhn, ich heisse Ralf, komm aus A und bin 23. Habe die letzte Zeit 4 Absagen von Mädels bekommen und das immer mit der gleichen Begründung: "du bist sehr lieb, aber viel zu gutmütig". Das gleiche hat eine gute Kollegin von mir bestätigt, als ich sie darauf angesprochen habe. Sie hat gesagt, dass für Mädels kein Reiz mehr darin besteht, wenn ein Junge so nett ist wie ich.
Naja,.. ich weiss jetzt nicht, ob ich mich ändern sollte und wenn ja, weiss ich nicht wie bzw. in welche Richung. Hätte gerne eine Freundin, der ich meine Liebe geben kann, nur scheinbar wollen die Mädels lieber einen Macho oder einen gemeinen Typ als einen wie mich. Können Sie mir einen Rat geben bzw. bin ich der einzige mit diesem Problem?
Danke für Ihre Mühe, LG Ralf
Hallo, Ralf. Marion Kuhn hat mir Deine Frage zugesteckt, da sie meint, dies sollte eher ein Mann beantworten.
Die Erkenntnis, dass man von Frauen leider nicht unbedingt erfährt, was sie von Männern wollen, haben Sie schon erhalten. Das liegt weniger daran, dass sie es uns Männern nicht sagen, sonder daran, dass das, was sie uns sagen, unter Umständen so widersprüchlich sein kann, dass wir es kaum verstehen.
Aber fangen wir von vorne an. Ich weiß wenig über Sie, daher werde ich mich in verschiedene Richtungen vortasten. Eines ist jedoch sicher: Sie sind mit 23 langsam in dem Alter, in dem Sie als potentieller Partner eines Mädchens, oder besser einer Frau, einer ernsten Prüfung unterzogen werden. Da genügt es nicht mehr - wie beim Sänger von Tokio Hotel - süß auszusehen und "rette mich" zu rufen. Die Mädchen, denen das (noch) gefällt, ändern sich, wenn sie älter werden. Sie sind letztendlich dann diejenigen, die schwanger werden können, die dadurch erwachsen werden müssen und dann bescheiden dumm dastehen, wenn sie keinen Mann an ihre Seite haben, der sie unterstützt. Da haben es Männer schwer, die so aussehen, als ob sie es mit den Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, nicht aufnehmen können.
Ohne es direkt zu wollen, orientieren sich Frauen instinktiv an einem Männerbild, dass ihnen und ihren zukünftigen Kindern Schutz bieten, sie auch versorgen und Sicherheit geben kann. Dazu muss man kein Kraftmeier oder Macho sein. Diese Typen haben jedoch auf den ersten Blick den Vorteil, so auszusehen, als wären sie "der Fels in der Brandung". Meist wollen oder können diese Männer das am wenigsten - deshalb spucken sie sohl auch so große Töne, um darüber hinweg zu täuschen, dass man auf sie nicht bauen kann. Frauen, die auf diese Männer stehen, haben dieses Risiko entweder noch kennenzulernen oder dann halt zu tragen. Aber solche Frauen sind gar nicht so selten, wie Sie auch schon wissen.
Umgekehrt haben Frauen, die sehr selbstbewusst auftreten, Probleme mit den meisten Männern. Wenn diese "ganzen Kerle" diese Frau nicht "erobern" und letztendlich dominieren können, überwiegt eher die Angst vor so viel Selbstbewusstsein - natürlich gut versteckt, hinter abfälligen Kommentaren. Sie sehen, den richtigen Partner zu finden indem man sich "gefällig" gibt, ist genauso schwierig, als wenn man nur den Typ erwählt, der einem auf den ersten Blick gefällt.
Und das scheint mir der Kern Ihres Problems zu sein: Sie wollen den Frauen gefallen! Das ist ein verständliches Motiv. Aber mir scheint sie wollen (im Moment) nicht viel mehr. Viele Frauen sind in dieser Hinsicht den meisten Männern überlegen: Es genügt ihnen nicht! Ihr kabarettistischer Landsmann Bernhard Ludwig hat es (in seinem Video-Vortrag "Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit") auf den Punkt gebracht: "Frauen wollen in Wirklichkeit nur Eines: MEHR!"
Also: KEINEN der, um eine Frau für sich zu gewinnen, ihnen nach dem Mund redet; KEINEN Mann, der nur an sich denkt; KEINEN der macht, was man ihm sagt - weil das bedeutet, dass er selbst nicht weiß, was zu tun ist; KEINEN, der nicht auf sie hört, weil er dann wieder nur an sich denkt und, und, und.... Zusammenfassend: Eine starke UND einfühlsame Persönlichkeit.
Für die meisten Männer ein sich heftig widersprechendes Anforderungsprofil. Ihnen genügt meist, wenn die Frau gut aussieht und ansonsten nicht so viel spricht - dann muss man auch nicht viel verstehen. Diese Männer haben, wenn überhaupt, dann auch nur Frauen, die (noch) nichts anderes können. Stärke ist nicht automatisch körperliche Stärke.
Sie wollen also eine Freundin? Dann seien Sie ein Mann!
Welcher? Nun, was für ein Mann sind Sie überhaupt? Was für ein Mann können Sie sein? Was für ein Mann wollen Sie - für sich selbst! - sein? Was wollen Sie vom Leben? Wie sieht Ihre Zukunft aus? Was haben Sie für Pläne? Wollen Sie eine Familie und Kinder? Wie wollen Sie ihnen ein Zuhause geben?
Das sind Fragen, die sich eine erwachsene Frau insgeheim über ihn stellt, wenn sie einen Mann kennenlernt. Fragen, auf die sie sichere und zuverlässige Antworten haben will. Natürlich findet eine Frau die kernigen, gutaussehenden Typen reizvoll. Aber mit etwas Erfahrung wissen die meisten, dass dies nichts Verlässliches ist.
Gute Chancen haben dann die Männer, die zwar mit weniger Macho-Reizfaktoren, doch mit großer Zuverlässigkeit ausgestattet sind. Wenn sie dann noch in der Lage sind, auf die Bedürfnisse der Frau einzugehen, ohne dabei ihr Profil zu verlieren, also kein "Weichei" sind, dann um so besser!
Ist es das, was Sie eigentlich vorhaben? Dann entwickeln Sie sich danach!
Fleiß und Geduld gehören dazu. Zeigen Sie, was sie sind und was sie wollen. Klappern gehört zum Handwerk. Wer nicht springt, schnappt die Wurst nie.
Sind sie sich noch nicht sicher? Beobachten Sie die Männer, die - ohne dicken Bizeps - Frauen an ihrer Seite haben, die sie lieben. Diese Männer sagen nicht nur "ich liebe Dich", sie schaffen ihr auch die Umgebung in der die Frau - die davon viel abhängiger ist, als wir - sagen kann: "Ich liebe Dich". Eine Umgebung in der sie sich sicher und geborgen fühlen können.
Sind sie (noch) der weniger entschlossene Typ?
Was genauso vorkommen kann und wozu man stehen sollte, statt es zu überspielen. Auch das ist ein Zeichen innerer Stärke. In diesem Fall benötigen Sie eher eine Frau, die die ihnen fehlende Entschlusskraft in die Beziehung mitbringt - und die - wie Sie - selbst dazu stehen kann, was auch nicht immer einfach ist. Dann ist es, wie mit vielen Dingen, die etwas spezieller werden: So etwas läuft nicht um jede Ecke!
Je mehr man vom Klischee abweicht, desto dünner wird die Luft. Je weniger "typisch" Sie sind, desto weniger Frauen finden gerade DAS interessant. Aber das ist letztendlich ganz normal.
Denn die Paare, die auf den ersten Blick so gut zusammen passen, erfahren früher oder später auch noch, was sie trennt. Und je oberflächlicher der erste Blick, desto heftiger die nachfolgende Ernüchterung. Und das sie in der Zwischenzeit einen Partner hatten, muss dabei nicht immer von Vorteil sein.
Wenn sie also mehr als nur der "nette, gutmütige Typ" sein wollen, müssen Sie zu Ihrer Person stehen und sie entwickeln. Und, egal wie dies aussieht: es gibt dafür ein Equivalent.
Wenn Sie wissen, wer und was Sie sind, können Sie auch erkennen, was für Sie am besten zu Ihnen passt. Oft macht man sich da die falschen Vorstellungen und läuft einem Traumpartner-Bild nach, mit dem man im Grunde nie glücklich werden könnte.
In der Liebe entwickelt man sich; wächst man manchmal über sich hinaus; will man für den anderen manchmal mehr als für sich selbst. Liebe macht einen Mensch stark im Herzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Geduld, Beharrlichkeit und Erfolg!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

17. Anfrage vom 12.4.06
Guten Tag,  ich hoffe Sie können mir helfen... Seit einigen Wochen habe ich einen neuen Freund, eigentlich läuft alles gut, nur es ist schon ein paar mal vorgekommen, dass er meistens nach dem Sex "ich liebe dich" sagt, und nun habe ich angst, dass er nur deswegen mit mir zusammen ist. Seit 8 Wochen sind wir jetzt ein Paar. Wir haben auch noch nichts großartiges gemacht.
Vielen dank im voraus. Mfg Maritta
> Liebe Maritta, Sexualität hat immer eine große Eigendynamik, und da ihr Sex hattet, ohne Euch richtig zu kennen, erleben Sie gerade eine Situation, die für Sie nicht so schön ist. Sie müssen wissen: Männer fühlen sich akzeptiert, angenommen und geliebt in der Sexualität. Hier können sie ihre ganzen Gefühle zum Ausdruck bringen, ohne viel Worte. Deshalb sagt er auch nach dem Sex "ich liebe Dich" weil er es so empfindet, das ist ganz ehrlich. Frauen hingegen empfinden das eher im Gespräch, in dem dabei entstehenden vertrautem Gefühl. Sie merken, das fehlt Ihnen gerade.
Und Sie liegen mit Ihrem Gefühl genau richtig, denn nur mit Sex kann keine Beziehung wachsen. Ihr habt Eure Beziehung auf Sex aufgebaut und das Kennenlernen muss nun kommen. Machen Sie ihm einen Vorschlag, was sie gemeinsam unternehmen können, das Ihnen beiden Spaß macht: Raus aus dem Bett und rein ins Leben.
Männer und Frauen sind sehr unterschiedlich und deshalb ist es auch so schwierig, eine gute Beziehung zu leben. Man muss daran mitarbeiten und die Unterschiedlichkeit in der Gefühlswelt kennen, sonst kann man nur schwer damit umgehen. Die 5 Sprachen der Liebe sind ein guter Einstieg um damit mal anzufangen. Oder auch: 16 Jahre und noch keine Sex gehabt (lassen Sie sich vom Titel nicht abschrecken , es geht darin auch darum, wie man Beziehung leben kann). Versuchen Sie ihm das zu erklären was Sie brauchen und schildern Sie ihm Ihre Gefühle. Ich wünsch Ihnen die richtigen Worte und den Mut, das alles anzusprechen.
Ganz herzlich, Marion

16. Anfrage vom 10.4.06
Hallo Marion, ich bin völlig am Ende. Ich bin 24 und wurde von meinem Freund (23) vor einem Monat verlassen. Wir waren 6 Jahre zusammen. Wir kennen uns schon ewig und waren die allerbesten Freunde. Wir waren so was wie ein Traumpaar, denn wir konnten immer über alles sprechen und hatten keine wirklichen Probleme. Vor 9 Monaten dann kam es von heute auf morgen, dass er meinte, dass er nicht mehr mit seinem Leben klar kommt. Er wüsste nicht mehr, wer er ist und hat gemerkt das er mich über sich selbst hinaus geliebt hat und er einfach mehr Freiraum braucht. Ich konnte das gar nicht verstehen, da ich ihn nie etwas verboten habe oder so. Er meinte, er habe auf vieles verzichtet, weil ich an erster Stelle stand und er hat auch nichts gesagt weil er mich nicht enttäuschen wollte. Wir haben dann versucht, es zusammen weiter zu schaffen. Es lief aber nicht so gut, weil er sich dann nicht sicher war, ob er mich noch liebt und dann haben wir uns einige Zeit nicht gesehen und er hat gemerkt das er mich noch liebt. Leider hat er sich keine Mühe gegeben, es mir wirklich zu zeigen und meine Unsicherheit war stets da.
Er war so verändert. Mal war er ignorant und kalt und dann wieder liebevoll und anhänglich. Wir waren gefangen in einem Teufelskreis, in dem ich unsicher über seine Gefühle war und er war davon genervt. Er sagte auch, dass, wenn ich stets zweifele, er es irgendwann auch tut. Die letzten Monate über lief es wirklich gut und ich sagte auch, dass, wenn er es nicht wirklich ernst meint, er es lassen soll. Aber er sagte das er mich über alles liebt und nicht verlieren will. Es folgten so schöne Tage und wir waren beide so glücklich und dann hat er von heute auf morgen vor einem Monat Schluss gemacht und mir mein Herz wieder gebrochen. Ich war so fertig, er meinte dass er mich nicht mehr liebt und wir erstmal keinen Kontakt haben sollten und wir dann wieder Freunde werden könnten und dann weiter mal schauen wie sich das entwickelt. Jetzt habe ich durch Freunde erfahren, dass er sich sicher ist, dass er mich nicht liebt, aber bis zum Schluss geliebt hat, nur das es dann nicht mehr gereicht hat. Er hat sich bei mir gemeldet per email und geschrieben das er meine Freundschaft weiterhin will, aber kein Interesse an einem neuen Versuch hat, unsere Beziehung wieder aufblühen zu lassen. Was soll ich bloß machen? Können Gefühle wirklich einfach so komplett weg sein? Gibt es keine 2te Chance, wir hatten noch nie eine wirkliche Trennung. Kann ich durch eine Freundschaft alte Gefühle wieder wecken? Was soll ich bloß machen? B.
Hallo, B. 6 Jahre sind eine lange Zeit! Was ist bei ihm geschehen? Warum hat er diesen Schritt getan? Kann es sein, dass er sich in jemanden anderes verliebt hat? Gibt es bei dir eine Vermutung, denn es ist fast unerklärlich wie er sich verhält. Vielleicht hat er nur Sehnsucht nach einem Kribbeln im Bauch? Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit für Beziehungen (für die aufmerksamen Leser unserer Seiten wiederhole ich mich hier). Jeder lebt nach dem Lustprinzip, und wenn die Verliebtheitsgefühle nachlassen, trennt man sich. Die ganzen TV-Soaps und Hollywoodfilme zeigen das ja auch: es geht nur um Verliebtheit. Und genau hier ist ein wesentlicher Punkt, wenn die Phase der Verliebtheit vorbei ist, dann ist der nächste Schritt LIEBE. Liebe heißt den anderen mit seinen Fehlern und Schwächen annehmen zu können, dann erst kann man über  eine dauerhafte Beziehung nachdenken. Bei der Verliebtheit sieht man die Fehler meistens nicht. Wenn jemand nur in dieser Verliebtheit bleiben will, kann sich die Beziehung nicht entwickeln. Sie bleibt oberflächlich. Darüber war Eure Beziehung zwar schon hinaus, aber irgendwie hat er Angst, etwas zu versäumen und will vielleicht diese Gefühle wieder haben. Habt Ihr darüber schon mal gesprochen?
Ja, Gefühle können aufhören, aber Liebe wird niemals aufhören. Das ist das  einzige, an das Du Dich im Augenblick klammern kannst, wenn ihr zusammengehört, dann werdet ihr Euch wieder finden, aber sollte er wieder zu Dir zurückfinden, dann  bitte ich Dich:  Arbeitet die Trennung auf, und beginnt bitte an Euerer Beziehung zu arbeiten. Denn keine noch so große Liebe kann halten, wenn nicht BEIDE bereit sind, etwas dazu zu tun. Sucht eine Beratungsstelle auf und beginnt mit dem Buch "die 5 Sprachen der Liebe" (Chapman). Wieviel Menschen habe ich schon gesehen, die sich getrennt haben, weil sie nie gelernt haben, etwas für ihre Liebe zu tun. Viel zu spät erkennen sie, was sie aufgegeben haben. Doch wichtig ist nun, dass Du jetzt mit dieser schweren Situation klar kommst, denn Du kannst ja nicht einfach den Schalter umlegen und sagen: Ich liebe ihn nicht mehr! Ihr hattet ein Prozeß und irgendwie haben Deine Zweifel, etwas bei ihm ausgelöst. Auch das würde ich nochmal ansprechen: Thema Vertrauen.
Deine Aufgabe wird sein ihn loszulasssen, aber wann und wie Du das schaffst, ist nun wiederum Dein Weg. Aber mit jemanden zusammen zu sein, der Dich nicht liebt, damit würdest Du Dich und Deinen Selbstwert aufgeben. Wir können seine Gefühle nicht analysieren, weil er sich von Dir zurückzieht und gegen Liebeskummer gibt es keine Hilfe, außer die Zeit. Mit jeden Tag  kannst Du lernen damit umzugehen. Ich würde eine Freundschaft mit ihm empfehlen, wenn Du für Dich noch eine Möglichkeit siehst, seine Liebe wieder zu wecken und natürlich können Gefühle wieder kommen. Aber in der Liebe gibt es keine Garantie.
Wenn Du frei werden willst, dann wäre es für Dich leichter ihn eine Zeit  nicht mehr zu sehen, aber ich denke soweit bist Du noch nicht. Und Du hast ein Recht auf Ehrlichkeit und auf die Möglichkeit noch ein paar Fragen zu stellen. Setzt Euch gemeinsam mit Euerer Trennung auseinander. Ich wünsche Dir viel Kraft und verkrieche Dich nicht, sondern triff Dich mit Freunden und versuche trotz allen etwas zu machen, das Dir Spaß macht.
"Es gibt Menschen, die sind wie ein Bumerang: wenn sie zur rechten Zeit loslässt kommen immer wieder zu Dir zurück."
Das wünsch ich Dir von ganzem Herzen. Marion

15.Anfrage vom 10.4.06
Hallo, ich habe eine dringende Frage: Meine Freundin(16) ist mit einem Mann (22) zusammen. Ich wollte fragen: ist das vom Gesetz her erlaubt? können ihre Eltern Probleme bekommen? Und kann man einer 16jährigen denn Kontakt zu einem Freund verbieten? Vielen Dank Vera
Hallo, Vera. Solange es die Eltern dulden und der freie Wille der Tochter nicht in Gefahr ist, macht sich keiner strafbar. Sogar die Eltern, die das Recht auf die Bestimmung des Umgangs mit der Tochter haben, greifen dabei zum Teil in das Selbstbestimmungsrecht der Tochter ein. Jugendliche erhalten so etwas mehr Eigenverantwortung, auch wenn die Eltern letztendlich die möglichen Folgen mittragen müssten. Die Eltern könnten jedoch den Umgang untersagen und die Tochter von diesem Mann fernhalten. In der Praxis kann dies schwierig werden, denn die Eltern müssten ständig für die nötige Aufsicht sorgen. Nur wenn diese Beziehung zum Schaden der Tochter oder unter Beeinflussung und Druck zustande kommt, also ein Mißbrauch vorliegt, greift die Fürsorgepflicht der Eltern, etwas dagegen zu tun. Dies ist z.B. wenn der Mann Lehrer oder Vorgesetzter und dadurch die Tochter eine "Schutzbefohlende" ist, notwendig.
Ansonsten würde ein Gericht nach dem jeweiligen Einzelfall entscheiden müssen (siehe auch §182: Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen und §174: Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen). Du siehst, es ist auch für die Eltern nicht so einfach, damit umzugehen. Und Deine Freundin, die sicher große, erste Gefühle für diesen Mann hegt, wird darüber wohl nicht diskutieren wollen. Meist sorgt der Druck dagegen noch für eine unnötige Verstärkung der Beziehung. Dies muss auch von den Eltern abgewägt werden, die mit einem guten, offenen Verhältnis zu ihrer Tochter in dieser Frage die besten Chancen haben ihre Tochter so zu unterstüzten, dass sie keine Dinge tut oder zulässt, die sie vielleicht noch nicht richtig einschätzen kann. Auch wenn der Körper schon seine gewissen Reife hat, muss nicht gleich alles was möglich ist, auch gut für einem sein. Gerade in dieser Entwicklungsphase ist es als Jugendlicher wie für die Eltern schwer, so etwas zusammen zu besprechen und zu entscheiden. Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.
Viele Grüße, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

14. Anfrage vom 4.4.06
hallo...also mein freund hat vor ca 3 wochen gesagt dass er eine pause braucht. er weiß nicht ob er mich noch genug liebt. und die beziehung war auch etwas stressig. vielleicht zu alltäglich, es gab öfters ärger (manchmal ohne grund, bzw nur einen kleinen grund), es hat ihm einfach nicht mehr so spaß gemacht, sagt er. und nach der pause hat er schluss gemacht, er liebt mich nicht mehr genug für eine beziehung. das ist jetzt 2 wochen her. ich hab natürlich sehr viele fragen an ihn, ich denk die ganze zeit darüber nach etc...
ich denk mir aber irgendwie, dass die liebe ja nur weggegangen ist weil die beziehung ihm kein spaß mehr macht. also dass er die beziehung nicht mehr liebt, dass das aber nichts mit mir selbst zu tun hat. ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine. und wenn die beziehung wieder passt, würde das mit den gefühlen wahrscheinlich auch wieder werden. so denk ich mir das halt!
er meint aber, er hätte echt gern noch mal so ne schöne zeit, kann aber nicht einfach wieder mit mir zusammen kommen, denn er liebt mich ja zu wenig. er müsste sich also zuerst wieder in mich verlieben. was meint ihr zu dem ganzen? und wie bring ich es her, dass seine gefühle wieder für mich kommen? hab ihm auch schon einen brief geschrieben, mit erinnerungen die mir gut gefallen haben, und dass ich echt gern eine chance hätte, ich würde mich echt bemühen, diese dinge zu ändern... hat aber nichts gebracht...(der brief hat er in der pause bekommen) ichwürde mich echt über eine antwort freuen! A.
Liebe A., wie lange wartIhr denn zusammen? Ich würde mal vermuten nicht länger als 2 Jahre! Ihr erlebt genau das, was  jedes Paar irgendwann erlebt, die Verliebtheit geht vorbei und dann taucht die Frage auf: Was kommt dann........
Dein Ansatz, dass er die Beziehung nicht mehr liebt geht in die richtige Richtung. Du spürst schon, da steckt etwas anderes dahinter. Aber es würde Dir nichts nützen, wenn er die Beziehung wieder lieben würde, weil der Hintergrund ein anderer ist. Wir leben in einer sehr schwierigen Zeit für Beziehungen, jeder lebt nach dem Lustprinzip, und wenn die Verliebtheitsgefühle nachlassen, trennt man sich. Die ganzen TV-Soaps und Hollywoodfilme zeigen das ja auch: es geht nur um Verliebtheit. Und genau hier ist der Knackpunkt, wenn die Phase der Verliebtheit vorbei ist wäre der nächste Schritt LIEBE.
Liebe heißt: den anderen mit seinen Fehlern und Schwächen annehmen zu können, dann erst kann man über eine dauerhafte Beziehung nachdenken. Bei der Verliebtheit sieht man die Fehler meistens nicht. Wenn jemand nur in dieser Verliebtheit bleiben will kann sich die Beziehung nicht entwickeln. Sie bleibt oberflächlich. Wenn man merkt, dass man sich liebt, sollte man auch beginnen an der Beziehung zu arbeiten, denn das ist eine der wichtigsten Lektionen. Jedes Paar muss an seiner Liebe arbeiten, denn im Alltag verliert man sich oft in der Gleichgültigkeit. Aber dagegen kann man etwas tun.
Das mit dem Brief war eine gute Idee, damit hast Du ihm die alten Gefühle wieder in Erinnerung gerufen, doch nun müssen wir überlegen wie Du weiter vorgehen kannst. Vor allem mach Dich nicht so klein, Du musst Dich nicht ändern, das wäre der falsche Weg. Du wirst ein offenes Gespräch mit ihm führen und ihn fragen ob er tatsächlich sein ganzes Leben nur diesem Verliebtheitsgefühle hinterher rennen möchte. Erkläre ihm die Zusammenhänge, dass Liebe etwas anderes  ist, und es ein ganz normaler Prozeß ist, wenn sich die Gefühle verändern. Rennt nicht den alten Gefühlen nach sondern sucht neue Wege!
Du musst für Dich ganz persönlich prüfen, was Du willst. Ist das der Mann mit dem Du zusammen sein möchtest? Wenn er nicht bereit ist mit Dir darüber zu reden oder an der Beziehung zu arbeiten, wird es früher oder später wahrscheinlich sowieso scheitern.  Dann lass ihn los und trauere um diese Liebe, aber renne ihm nicht hinterher, denn ihr habt dann keine Zukunft. Du bist jetzt in einem ganz wichtigen Prozeß, viele Menschen, die in ihren Beziehung scheitern, bleiben dort wo Dein Freund ist stehen, und die Folge sind immer wieder Trennungen. Also: Du hast nun eine ganz große Chance auch für Dich! Nutze sie! Ich wünsch Dir alles Gute! Und meine Erfahrung ist, wenn 2 Menschen zusammen gehören, finden sie auch den Weg zueinander.
Ganz herzlich, Marion

13. Anfrage vom 3.4.06
Ich hab ein Problem und weiß nicht wie ich es lösen kann. Ich bin in einer Beziehung, wir haben einen 8 Monate alten Sohn. Wo soll ich bloß beginnen? Mein Freund war schon immer so ein der Mensch der jedes Wochenende weggegangen ist, mich hat es nie wirklich gestört, aber jetzt wo unser Sohn da ist, ändert er es auch nicht. Ich muss sagen, er wollte nie Kinder, er wollte auch nie so früh von zuhause ausziehen. Er ist jetzt 25 und wir sind seit fast 2 Jahren zusammen. Wir streiten leider so oft, oft nur wegen Kleinigkeiten. Jetzt haben wir am Freitag geredet, das so nicht weiter gehen kann, wenn wir nur streiten. Es gibt bei uns schon lang kein kuscheln mehr, rein gar nichts. Er hat gesagt er versteht nicht das er bei mir so ist, und das er mir seine Gefühle nicht zeigen kann. Das kann doch was nicht stimmen, oder? Jetzt haben wir beschlossen wir probieren es noch einmal, und wenn es nicht klappt, dann müssen wir uns trennen. Ich liebe ihn schon sehr. Ich weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Seit den Gespräch fühlen wir uns sehr distanziert. Was soll ich bloß tun? Was kann ich tun? Dagmar
Hallo, Dagmar
Sie Schreiben, dass Sie Ihren Freund lieben. Was fühlt er in Ihrem Fall? Bisher sieht es so aus, als dass Ihr Freund sich erfolgreich um das Erwachsenwerden hat "drücken" können. Im Hotel Mama kann man die Wäsche lassen und ansonsten machen, was man will. Bei Ihnen scheint es schon so leicht auch in diese Richtung zu gehen. Wenn Sie sich wie seine Mutter verhalten, wird er vermutlich eher bei Ihnen bleiben, aber dann ist die Beziehung und die Familie um einen Mann ärmer und um einen Jungen reicher geworden.
Durch das Kind kann es sein, dass er sich wieder in einer Situation vorkommt, die der entspricht, die er zu hause hatte: Er wohnt bei Mutter und Kind und fühlt sich selbst eher als Kind, hinzu kommt noch, dass Sie weniger Zeit für ihn haben, als vorher.
Die Situation ändern kann er, indem er sich zu seiner Familie, also Ihnen und dem Kind bekennt. Wenn er dies als Aufgabe und Verantwortung annimmt, haben Sie eine gemeinsame Richtung und können sich gegenseitig dabei unterstützen.
Die Frage ist: Will Ihr Freund dies wirklich? Und: Unterstützen Sie ihn dabei wirklich?
Wenn Sie von ihm eine Entscheidung verlangen, dann kann es sein, dass er lieber der Bequemlichkeit folgt (und vielleicht wieder bei Mama einzieht), oder dass er sich einen Ruck gibt, um die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in Verantwortung und Stolz (denn eine Familie mit liebender Frau und Kind sind schon ein Grund dafür!) annimmt. Es ist eine Möglichkeit, aus diesem Leben etwas Sinnvolles und Schönes zu machen.
Sie können vielleicht eher einschätzen, wozu er tendieren wird. So wie Sie schreiben, zögert er noch und versucht es "auszusitzen". Sie können auch einschätzen, was ihm bisher dafür "geboten" wurde. Manche Mütter sind so sehr mit ihrem Kind beschäftigt, dass sie ihren Mann im Geiste eher mit auf den Wickeltisch legen, als ihn neben sich zu stellen, ihm zuzuhören und ihn in seinen Zielen zu bestärken. Nun haben Sie ein gemeinsames Ziel.
Sie müssen entscheiden, ob sie einen reifen Mann an Ihrer Seite haben, und dies von ihm verlangen wollen. Weil Sie sich bemühen werden, ebenso ihre Reife einbringen. Lassen Sie es so wie er ist, wird diese Chance für sie beide ungenutzt verstreichen. Und wer weiß, ob sie noch einmal wieder kommt.
Mein Rat also:  Dies müssen Sie MITEINANDER besprechen. Geben Sie ihm etwas Zeit, aber bleiben Sie bestimmt. Fragen Sie, was er sich für sein weiteres Leben vorstellt. Ob er seinem Kind ein würdiger Vater sein will, oder nur ein beliebiger Erzeuger. Unterstützen und stärken Sie ihn dabei, indem Sie auch für ihn und seine Bedürfnisse da sind. Sie sind seine Frau, seine Kameradin, seine Geliebte - nicht nur die Mutter seines Kindes.
Dies sollte man nie aus den Augen verlieren, sonst verliert man einander. Die Aufgaben eines Paares können Sie nur gemeinsam bewältigen. Sagen Sie es ihm und zeigen Sie, dass Sie dazu bereit sind.
Ich wünsche Ihnen beiden, dass er dieses Angebot - lieber früher als später - zu schätzen weiß. So etwas gibt es nicht an jeder Ecke. Nicht nur Ihr Kind kann eine beständige und zuverlässige Familie - wie sie letztendlich auch aussehen mag - gut gebrauchen. Auch dann ist das Leben nicht gerade einfach, aber man erhält etwas Schönes dafür zurück. Ich wünsche Ihnen die Kraft, in dieser Sache stark zu sein.
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

12. Anfrage vom 2.4.06
Hi! mein freund ist sich seit ca 2 monaten nicht mehr sicher ob er mit mir zusammen sein möchte. wir führen eine wochenendbeziehung und er war auch öfter alleine unterwegs beim Fasching und beim ski fahrn.... dort hat ihm eine andere Frau den kopf verdreht er sagt es sei nur eine gute freundin aber er schreibt hinter meinem rücken sms mit ihr und sie telefonieren regelmäßig. ich hab heimlich in sein handy geschaut. er schreit ihr das er immer an sie denken muss... mir gegenüber ist er liebevoll und zärtlich. wir lachen zusammen und haben sex.... wie soll ich mit der situation umgehen? sie weiß nicht das es mich gibt..... bea
Hallo, Bea. Das einfachste wäre natürlich ein offenes Gespräch, aber wird es wirklich offen sein? Der Mensch braucht Liebe und Nähe und Sie sind ihrem Freund jetzt nah. Von Ihnen bekommt er was er braucht. Die andere ist ein Risikofaktor. Er weiß nicht, was sie wirklich will. Ob es für eine Beziehung reicht. Er muss erst alles austesten.
Doch erfahrungsgemäß besteht bei Männern ernsthaftes Interesse, wenn sie regelmäßig telefonieren oder schreiben, ob das e-mails oder SMS sind spielt keine Rolle. Männer beschäftigen sich nicht mit Dingen die sie nicht interessieren. Das Ganze ist wohl noch ein Flirt, sonst hätte er Sie schon verlassen. Doch es scheint ihn immerhin so in Anspruch zu nehmen, das er sich aus ihrer Beziehung  schon zurückgezogen hat. Er hat sie reduziert. Wochenendbeziehung.
Möchten Sie eine solche Beziehung führen? Möchten Sie im Hintergrund abwarten, bis  sich diese Affäre verlaufen hat? Möchten Sie, das er danach auf Sie als Notnagel zurückgreifen kann? Wie läuft Ihre Beziehung dann weiter? Haben Sie noch volles Vertrauen zu ihm? Vertrauen ist die Grundlage der Liebe. Ohne Vertrauen kann eine Beziehung nicht gedeihen und auch keine Liebe. Ihr Freund war sich nicht sicher, ob er mit Ihnen zusammen bleiben will. Wie sieht es mit Ihnen aus, nachdem er das gesagt hat? Wollen Sie jemanden, der sich nicht sicher ist, oder einen Mann, der sie ohne Wenn und Aber will?
 Manchmal haben wir es zu eilig, wollen nicht alleine sein, haben Angst vor der Einsamkeit und nehmen einen Partner, der nicht für uns bestimmt ist. Ich rate es Ihnen jetzt doch: Fordern Sie ein offenes Gespräch und sehen Sie,  ob Sie seinen Worten noch vertrauen schenken können oder nicht. Sie werden wissen, was zu tun ist. Frauen tragen Ihr verborgenes Wissen tief in sich. Sie müssen es nur zulassen, dann haben Sie auch Zugang zu diesem Wissen.
Viel Glück auf Ihrem Weg. Sabine (Marion-Kuhn-Team)

11. Anfrage vom 27.3.06
Hallo! Ich hoffe sie haben einen Tipp für mich. Ich habe mich Anfang letzten Jahres nach 10 Jahren Beziehung getrennt. Es war eine Beziehung zu einem Drogenkonsumenten, während der 10 Jahre war er mit Unterbrechungen 8 Jahre in Haft. Die Zeit außerhalb der Haft auch auch durch Drogen seinerseits geprägt. Ich habe in dieser Zeit sehr gelitten, aber das war mir nicht wirklich bewusst oder ich wollte es nicht wahrhaben. Ende der 90er lernte ich durch meinen Ex jemanden kennen, ebenfalls damals in Haft und mit Drogenproblemen, allerdings weniger extrem. Mit diesem Mann verstand ich mich sehr gut, er hörte mir oft zu, war verständnisvoll und ich schwärmte sehr für ihn. Er sagte mir auch oft, wie mies er es findet, wie ich behandelt werde etc., wir schrieben uns über all die Jahre immer wieder und er meldete sich immer wieder bei mir, wenn auch größere Zeiträume dazwischen lagen teilweise. Aber der Kontakt brach nie wirklich ab. Jetzt haben wir seit letzten Sommer intensiven Kontakt, zu der Zeit war er noch in Haft. Es entwickelte sich ein intensiver Kontakt mit Telefonieren und Briefen und ich besuchte ihn seit Herbst auch regelmäßig. Er war immer sehr lieb, verständnisvoll etc. zu mir, hat nie etwas von mir verlangt, mich zu nichts gedrängt. An Weihnachten war ich mit seiner Schwester gemeinsam beim Besuch und er meinte dann, er wolle sich mit mir eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Er wollte auch nach seiner Entlassung direkt zu mir kommen, als Alternative hätte er auch bei seiner Schwester wohnen können. Jetzt wurde er Anfang des Monats entlassen und nun kommt das eigentliche Problem. Er war zwei Tage bei mir, verschwand dann zu seiner Schwester, kam nach zwei Tagen wieder zu mir usw., so ging das zwei Wochen. Dann hatten wir eine gründliche Aussprache, um die er gebeten hatte, und in der er mir erklärte, er fühle sich sehr für seine Schwester verantwortlich. Diese ist psychisch krank (Persönlichkeitsstörung) und er hat zu ihr kein normales Verhältnis, er nennt sie "mein Stein" etc., unsere Aussprache verlief sehr positiv und er war auch total liebevoll und kuschelig an dem Tag, las mir jeden Wunsch von den Augen ab. Sagte mir dass er mich lieb hat und dass das mit uns momentan am wichtigsten ist. Die nachfolgenden beiden Tage telefonieren wir noch mehrmals, alles war o.k.,. Und seitdem kann ich ihn nicht mehr erreichen, keiner weiß wo er ist und er meldet sich auch nicht. Ich bin völlig verunsichert, verzweifelt und weiß nicht mehr weiter. Ich hab solche Angst ihn zu verlieren oder davor, dass er Mist gebaut hat, ihm etwas passiert ist usw. Ich hoffe Sie haben einen Rat für mich, danke! Gruß Sandra
Hallo Sandra, was ich ihnen jetzt schreibe, werden sie nicht hören wollen. Sie haben einen Inhaftierten kennen gelernt. Für mich ist es kein Zufall, dass er die gleichen Probleme hat, wie ihr Exfreund. Solange man eine große Distanz zwischen sich hat, ist es auch kein Problem nett zu sein. Aber er hat seine Probleme und wie alle Suchtkranken ist er unbeständig. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, warum sie diese Wahl getroffen haben? Vergessen Sie diese Herren erst mal ganz und suchen sich Rat bei einem Profi.
Machen Sie eine Therapie, denn Sie brauchen Hilfe! Ich kenne eine Frau, die zweimal mit einem Alkoholiker verheiratet war und noch jetzt findet sie in einer Gruppe Männer zielsicher den einzigen Alkoholiker heraus, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Solche selbstzerstörerische Anlagen muss man bewusst entgegentreten. Wenn Sie schon mit einem Drogenabhängigen zusammen waren, wissen Sie, dass man als Laie da kaum helfen kann und selbst die Profis versagen oft genug. Denken Sie an sich selbst, helfen Sie sich selbst! Oder Sie werden in Ihrem selbstgewählten Leid jeden Schmerz durchleben, den Sie sich wünschen.
Vor allem hören sie auf, Angst um ihn zu haben, denn damit helfen sie ihm in überhaupt nicht weiter. Sie leiden vermutlich an einer Art Helfersyndrom. Für sie bedeutet Liebe, sich selbst aufgeben und dem anderen helfen zu müssen, aber damit zerstören sie Ihr eigenes Leben. All ihre Energie, die sie so aufwenden, hilft niemanden. Die Sache mit der Schwester ist Ihrem Freund seine Geschichte. Sie werden da nichts dran ändern. Er wird immer wieder verschwinden, vermutlich auch aus Angst vor Nähe und Bindung. Sie müssen auf ihre eigene Geschichte schauen und versuchen Ihren Selbstwert zu finden. Das heißt erkennen: Wer bin ich eigentlich? Warum bin ich so? Und dann lernen damit zu leben. Nehmen Sie sich selbst ernst und wichtig, denn dieser Mann wird es nicht so tun, wie Sie es brauchen.
Ich wünsche Ihnen die Kraft loszulassen. Es grüßt Sie, Sabine (Marion-Kuhn-Team)

10. Anfrage vom 15.3.06
Also, mein Problem ist folgendes, ich bin mit meinem Freund jetzt etwas mehr als 8 Monate zusammen und ich bin soooo wahnsinnig verliebt, so habe ich noch nie zuvor für jemanden empfunden. Seit einigen Wochen aber ist er ziemlich merkwürdig und auf Distanz gegangen mir gegenüber. Darüber geredet hab ich auch schon mit ihm und er meint halt, dass bei ihm zwar noch Gefühle da sind (seiner Meinung nach reichen die auch für eine Beziehung...), diese aber schrumpfen!! Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann und will mir mein zukünftiges Leben nicht ohne ihn vorstellen geschweige denn führen! Er meint an mir würde es nicht liegen, ich könne nichts dafür. Doch das kann ich nicht einfach so hinnehmen schließlich waren die letzten 7-8 Monate ein absoluter Traum und den kann ich doch nicht einfach kampflos aufgeben?! Helft mir bitte, gebt mir irgendwelche Tips wie ich unsere Beziehung wieder auf Vordermann bringen kann, denn ich kenne das selbst von mir von Früher. Damals ist es bei mir genauso gewesen und ich hab auch gedacht, dass meine Gefühle wieder kommen, sie kamen aber nicht wieder und ich hab eine Riesenangst das es bei meinem Freund genauso ist. Also gebt mir bitte Tips, ich wäre euch so dankbar! Chrissi
Hallo, Chrissi. Du schreibst, Du kennst selbst schon dieses Gefühl, dass sich bei Deinem Freund breit macht: Die Verliebtheit schwindet. Die Wirkung dieser angenehmen "Droge" lässt nach. Man fängt an, sich langsam an sich und den Partner zu gewöhnen. Hört sich erschreckend, langweilig und öde an, nicht? Diese Ernüchterung kann einem schon etwas Angst machen, denn schließlich hat man sich in einer intimen Beziehung schon auf ein gewisses Gefühlsniveau eingestellt. Das droht nun verloren zu gehen. Leider, oder zum Glück - je nach Sichtweise - muss das so sein.
Wir Menschen sind so eingerichtet, dass normalerweise jedes Gefühl durch ihre Gewöhnung einmal nachlässt. Jedes noch so gute Essen, jeder noch so angenehme Anblick, jede noch so intensive Beziehung wird irgendwann alltäglich, normal, gewöhnlich. Das soll uns schützen, uns zu überlasten und den Blick für die Wirklichkeit zu verlieren. Nur: welcher Verliebte ist an der Wirklichkeit wirklich interessiert? Beide Empfindungen - die Verliebtheit und die nachfolgende Ernüchterung - entsprechen übrigens nicht ganz der Realität. Anfangs wird durch die Verliebtheit unser Empfinden übertrieben aufgeputscht, später dagegen genauso übertrieben ernüchtert. Dennoch ist dieses Gefühl nicht verloren. Es verändert sich, es lebt weiter und ebenso auch wieder auf. Doch das geht nicht (mehr) von alleine.
Dein Freund hat die Ernüchterung auch schon erkannt. Er hat auch noch etwas getan: Er hat dieses Gefühl mit Dir geteilt. Er sieht eine Zukunft z.T. schon ohne rosa Brille, während Du noch über die Wolken schweben willst. Gute und Schlechte Zeiten miteinander zu teilen, gehört - nicht nur im Fernsehen - dazu. Er ist vielleicht schon in der Startposition, Du bist noch in der ersten Zuschauerreihe. Euer Ziel: Die Langstrecken-Beziehung in der Zweier-Staffel.
Das ist aber eher etwas für Mutige und Ausdauernde. Die Goldmedallie einer langen UND glücklichen Beziehung ist ständiges Training und Durchhalten. Hast Du die Winter-Olympiade 05/06 gesehen? Glaubst Du, dass die, die auf dem Treppchen standen, das so nebenher und mit links haben machen können? Dass die Athleten keine Rückschläge haben einstecken müssen? Wärst Du für so eine Disziplin (da ist es schon, dieses unangenehme Wort) bereit?
Was kann also tun? Natürlich, die bequemste Lösung ist, sich wieder einen neuen Partner zu suchen und so auf die Schmetterlingstour zu gehen. Irgendwie aber nicht ganz so das Wahre, oder? Immer irgendetwas anfangen und nie richtig vollenden? Das ist vielleicht am Anfang ganz nett, aber auch das wird in der 29. Wiederholung nicht unbedingt besser. Wie könnte diese "Olympia-Vorbereitung" aussehen?
Vielleicht so: Probleme entdecken, sie betrachten und so gut es geht, lösen. Zusehen und miterleben, wie man sich selbst, wie sich der andere ändert und entwickelt. Den Anschluss nicht zu verpassen, wo die gemeinsame Reise hingeht. Darauf zu achten, dass dafür der nötige Proviant an Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit füreinander nicht ausgeht. Verzweiflungen  überwinden. Mut fassen. Das Glück, auf das gemeinsam Erreichte zu blicken, erleben. Festzustellen, dass Schmerzen vergehen und in glückliche Gefühle umgewandelt werden können. Dass man Dinge schafft, die man sich anfangs gar nicht zugetraut hat. Und so weiter, und so weiter....
Also: Vom Zuschauer zum Mitarbeiter werden. Diese faszinierende Daily-Soap könnte die wichtigste Rolle Eures Lebens werden! Klingt das interessant? Ist das spannend? Willst Du da mitmachen?
Dein Freund verlässt Dich nicht! Er ist nur etwas schneller vom Himmel auf den Erdboden "gefallen". Begleite ihn dabei und macht Euch diesen Erdboden zu eurem Himmel. Es ist nicht so einfach wie im Traum, aber es kann traumhaft werden. Es gibt keine ständigen, aber einige, vielleicht sogar mehrere unvergessliche Momente. Momente, die durch ihre dahinter stehenden Mühen erst an Größe bekommen.
Dafür wünsche ich Euch alle Kraft und viel Glück!
Herzlichst, Wolf (Marion-Kuhn-Team)

9. Anfrage vom 5.3.06
hallo ...ich bin seit sieben monaten mit meinem ex freund auseinander und hatten in der zeit auch keinen kontakt. nun haben wir seit einiger zeit wieder kontakt. wir telefonieren und haben uns schon sehr oft wieder getroffen. es ist sehr schön und ich habe mich erneut in ihn verliebt. er hat mir gesagt, dass er nie aufgehört hat, mich zu lieben und mich zurück haben möchte. er weiss das ich ihn auch liebe. wir wollten uns dieses wochenende treffen. doch ihm kam immer was dazwischen. ich habe das gleiche gefühl wie vor unserer trennung, dass er mir aus dem weg geht. ich brauche einen rat wie ich an die sache mit ihm rangehen soll. vielen dank schon mal im voraus. ina
Liebe Ina, das einzige was Du tun kannst, ist ganz ehrlich über dieses Gefühl zu sprechen, schieb es nicht auf, denn ich vermute, genau deshalb ist Eure Beziehung gescheitert. Nur wenn Du ehrlich zu Deinen Gefühlen stehst und mit ihm darüber sprichst, weißt Du wo Du dran bist. Also ich kann Dir nur raten zu reden, denn die meisten Missverständnisse beruhen auf diesen Gefühlen, die man sich nicht traut auszusprechen. Keine Liebe kann wachsen ohne Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen. Vielleicht ist ja wirklich was dazwischen gekommen, aber meistens haben die Frauen schon das richtige Gefühl. Wenn er Dir ausweicht, dann musst Du  wissen warum. Sollte er sich nicht auf ein Gespräch einlassen, dann überleg Dir sehr genau, ob Du wieder mit ihm zusammen sein willst, denn ihr werdet an der mangelnden Kommunikation wieder scheitern. Also nimm Dir ein Herz und rede mit ihm.
ganz herzlich, Marion

8. Anfrage vom 12.2.06
Liebes Marion Kuhn Team, ich bin nun seit 4 Monaten mit meinem Freund zusammen. Eigentlich führen wir wirklich eine gute Beziehung, jedoch gibt es einige Streitpunkte. Nämlich war seine Ex-Freundin für ein Jahr im Ausland, in diesem Jahr sind wir zusammen gekommen. Nun ist sie wieder zurück. Er sagt mir, dass er für sie keine Gefühle mehr hat und sie auch nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Er liebt mich und unsere Beziehung wäre ja sowieso viel besser als die Vorherige. Eigentlich tönt dies ja gut und ich könnte zufrieden sein, aber irgendwie bin ich es eben doch nicht. Nun habe ich herausgefunden, dass 1. sie sich eigentlich erst getrennt haben als mein Freund und ich zusammengekommen sind (sie hatte jedoch in ihrem Auslandjahr schon einige Affären) und 2. er mir einen Spitznamen gegeben hat, dem seine Ex ihm früher gegeben hat. Nun weiss ich nicht, ob er vielleicht doch noch etwas für sie empfindet... Ich habe immer das Gefühl, dass ich gegen seine Ex ankommen müsste, dass ich also beweisen müsste, dass ich besser sei. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er mich nicht richtig liebt. Aber ihn direkt fragen, ob er es tut, kann ich auch nicht, da er ja sowieso "Ja" sagen würde. Könnt ihr mir vielleicht helfen, wie ich mit dieser Situation umgehen könnte? Hinzu kommt noch, dass ich ihm vielleicht zu wenig oder gar nicht zeige, wie gern ich ihn habe, da ich sehr grosse Angst habe, verletzt zu werden.
Ich freue mich sehr über ihre Ratschläge, vielen Dank im Voraus. Bine
Hallo Bine. Liebe hat ja sehr viel mit Vertrauen zu tun, und wenn Du an dem Punkt Probleme hast, wirst Du in jeder Beziehung irgendwann Probleme bekommen. Er steht ganz klar zu Dir! Er hat sich definitiv getrennt und das mit dem Spitznamen würde ich auch nicht überbewerten. Wenn Du nicht glaubst was er Dir sagt, dann wirst Du immer einen Streitpunkt finden. Denn er hat doch keine Chance, wie soll er Dir beweisen, dass er Dich liebt und die andere Sache vorbei ist? Deshalb solltest Du ihm glauben. Ich denke, Du musst bei Dir hinschauen und die alten Verletzungen aus Deinen vorherigen Beziehungen aufarbeiten. Denn immer wieder erlebe ich, dass diese Verletzungen in die neue Beziehung hineinproduziert werden. Auch solltest Du lernen ihm zu zeigen, wie sehr Du ihn magst. Klar Du bist von anderen enttäuscht worden, aber warum soll er das jetzt ausbaden?
Rede mit ihm über Deine Probleme und den Schwierigkeiten und lernt  gemeinsam damit umzugehen, denn er kann nur damit umgehen, wenn er weiß warum Du so reagierst. Und noch eines, dass Du akzeptieren musst: Menschen werden Dich immer verletzen, und gerade, die Du so sehr liebst, können Dir besonders weh tun. Jeder Mensch erlebt das, deshalb ist das "Verzeihen" können sehr wichtig. Ansonsten wirst Du immer unglücklicher und es ist wie ein Gift, das sich in Dir ausbreitet. Vertrauen und Verzeihen sind wichtige Punkte, die in einer Beziehung gelebt werden müssen, damit man überhaupt beziehungsfähig bleibt.
Also fang am besten gleich damit an und zeig ihm wie sehr Du ihn liebst. Heute ist doch ein guter Tag dafür!!
Ganz herzlich, Marion Kuhn

7. Anfrage vom 11.2.06
Hallöchen ihr alle. Mir gehts momentan sowas von total scheiße, ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Bin insgesammt 4 mal mit meinen Exfreund zusammen gewesen und ich gebe ganz einfach zu, dass ich ihn immer noch über alles liebe. Und das allerschlimmste ist ja auch noch, dass er in meiner Klasse ist. Er machg mich nur noch fertig usw., und ich weiß einfach nicht warum. Ich meine er hat ja schluss gemacht und nicht ich. Ich weiß das er mich geliebt hat. Ob er mich immer noch liebt hab ich keinen Plan. Ihn selber kann ja auch keiner in meiner Klasse mehr so richtig leiden, weil er sich total verändert hat. Die Einzigsten die er noch in meiner Klasse hat sind 2 eingebildete Weiber. Ich versuch ihn andauernd zu ignorieren aber das bringt gar nix, entweder er beobachtet mich die ganzen Schulstunden, beleidigt mich, oder schlägt mich. Ich hab schon so vieles gemacht, damit das Verhältnis zwischen uns besser wird, aber es hat vielleicht höchsten nur ein paar Tage angedauert. Ich hab auch manchmal richtig das Gefühl, dass er mich manchmal nur verarscht. Entweder kommt er sich bei mir einkratzen, wenn er keine Freunde mehr hat oder wenn er mal wieder geil ist. Ich weiß einfach nicht mehr weiter vielleicht könnt ihr mir ja n'en Tipp geben, was ich tun soll. Andrea
Hallo Andrea, versuche Dich nicht auf seine Spiele einzulassen! Ich würde mal ein klares Wörtchen mit ihm reden, denn ihr wart immerhin mal zusammen. Und zwar sollte er schon Respekt Dir gegenüber zeigen. Das Problem ist natürlich, dass Du noch in ihn verliebt bist! In der Verliebtheit sieht man die Fehler des anderen nicht, er scheint perfekt.  Liebe ist das noch lange nicht, denn Liebe ist mehr als nur Kribbeln im Bauch. Also, Du bist unglücklich verliebt, das ist schlimm, aber das gehört  nun mal dazu, um irgendwann den Richtigen zu finden, den man liebt.
Lass ihn los, Du hältst krampfhaft an ihm fest und genau das spürt er, deshalb behandelt er Dich auch so. Wenn Du ihn wirklich ignorieren würdest, dann würdest Du doch gar nicht merken, dass er Dich die ganze Stunde beobachtet. Versuche Dich abzulenken, unternimm etwas mit Deinen Freundinnen und beginn Dir Dein Leben ohne ihn vorzustellen. Weißt Du, wenn man 4mal auseinander war, dann geht das Spiel meistens so weiter. Willst Du das? Für seine Notgeilheit da zu sein, dafür solltest Dir zu schade sein!
Ich wünsche Dir viel Kraft, und dass es nicht so arg weh tut ihn loszulassen. Ganz herzlich, Marion

6. Anfrage vom 30.1.06
Frau Kuhn, ich habe vor ein paar Monaten eine Frau kennengelernt. Wir hatten ein paar Treffen. Wir kamen dann zusammen. Im Laufe der Zeit erzählte Sie immer mehr von ihren Ängsten (Beziehung; vor dem Älter werden) Sie sagte, dass Sie Ihre leben wieder im Griff bekommen hat und jetzt wieder eine Beziehung probieren möchte. Sie sagte auch, dads Sie mir nicht sagen kann, dass sie mich liebt. Sie bekomme auch wieder Angst vor Nähe und dass sie sich manchmal eingeengt fühlt. Jetzt kam noch dazu, dass sie schwanger wurde. Wir haben uns für das Kind entschieden. Für mich war es gleich klar. Sie wusste es erst nicht, weil sie mit der Entscheidung nicht klar kam. Das hat sie ganz schön runter gezogen. Nun sagte Sie mir auch, dass Sie nicht weiss ob wir noch zusammen sind, wenn das Kind da ist, weil Sie denkt, dass sie sich dann nur noch ums Kind kümmert und ich keine große Rolle mehr spiele. Wie gehe ich mit so einer Situation um? Ich Liebe Sie! Konrad
Hallo, Konrad. das hört sich nicht ganz einfach an. Reden sie mit ihr und sagen sie ihr ganz klar, dass ein Kind die Probleme, die sie hat, nicht lösen wird. Denn ein Kind kostet sehr viel Kraft, und so wie sie ihre Partnerin beschreiben, wird sie die Realität bald einholen, wenn das Kind erst einmal da ist. Sie braucht dringend Hilfe.
Angst vor Nähe und vor Beziehungen sollte man anschauen und aufarbeiten,  es gibt sehr gute Therapeuten, die ihr helfen können, oder sie machen eine Paarberatung - das wäre auf alle Fälle gut. In jeder Stadt werden von den Kirchen diese Dienste kostenlos angeboten. Ein Kind braucht Vater und Mutter und es nicht fair ihm das einfach zu entziehen. Kämpfen sie um sie und zeigen sie Profil, lassen sie sich nicht so einfach abservieren. Entwickeln sie Ideen, ihre Liebe zu zeigen. Was mag sie gerne? Überraschen sie ihre Partnerin. Hören sie gut zu und reden sie mit ihr, sie braucht jemanden, der sie versteht. Lesen sie mit ihr Die 5 Sprachen der Liebe von Chapmann. > Schauen sie sich den Film Hitch, der Date-Doctor gemeinsam an und reden sie dann darüber. Es gibt so vieles was man tun kann, nur geben Sie nicht auf. Sie haben eine Verantwortung gegenüber dem Kind und sie lieben diese Frau. Ich wünsche Ihnen, dass sie einen Weg finden, das Herz Ihrer Partnerin wieder zurückzuerobern. Ganz herzlich, Marion Kuhn

5. Anfrage vom 27.1.06
Hallo! Ich treffe mich seit mittlerweile 1 1/2 Jahren regelmäßig mit einem Mann. Wir haben uns vor 1 1/2 Jahren in einer Disco kennengelernt und sind dann auch sofort zusammen gekommen. Es waren schöne 3 Monate. Dann hat er das erstmal Schluss gemacht. 1 Woche später wollte er wieder mit mir zusammen sein und ich habe mich darauf eingelassen. Dann waren wir wieder 1 Monat zusammen, bis ich Schluss gemacht habe. Danach ging das Chaos los. Wir haben uns trotzdem immer und immer wieder getroffen. Er nannte es offene Beziehung und wir hatten viele schöne Wochen und Monate. Das negative an der ganzen Sache war nur, dass er immer und immer wieder Schluss gemacht hat. Mal war der Grund, dass er eine neue kennengernt hatte, dann wollte er mal keine Freundin usw. Trotzdem ist er nach spätestens 1 Woche immer wieder angekommen und wollte sich wieder mit mir treffen. Ich habe mich immer wieder darauf eingelassen. Im Sommer waren wir dann nochmal richtig fest zusammen. Wieder für 3 Monate. Es war sehr, sehr schön. Er war genau so wie ich es gerne wollte. Im Oktober haben wir uns dann zum 5. Mal getrennt. Er hatte wenige Wochen später eine neue Freundin. Trotzdem hat er mich immer und immer wieder angerufen. Bis wir uns wieder getroffen haben. Von da an war ich für einige Tage seine Geliebt, bis er sich schließlich von seiner Freundin getrennt hat und wieder mit mir zusammen war. Wir haben uns nur noch gestritten. Es war schrecklich und so haben wir uns zum 6. Mal getrennt. 2 Tage später hat er wieder angerufen. Ich habe alles ignoriert auch als er mit mir ins Kino, essen gehen usw. wollte, habe ich nicht reagiert. Letzte Woche Samstag bin ich spontan zu ihm gefahren. Mir ist klar geworden, dass ich ihn nicht verlieren will. Naja, und jetzt treffen wir uns wieder. Er sagt, das er nur Freundschaft will, aber er schläft bei mir und ich schlafe bei ihm. Und ich habe ihm auch endlich gesagt, dass ich ihn liebe. Davor hatte ich die ganze Zeit Angst. Naja, und jetzt weiß ich einfach nicht, wie es weiter gehen soll. Was will dieser Mann von mir und was soll ich nur machen, damit er mich nicht wieder verlässt und damit wir vielleicht doch nochmal irgendwann zueinander finden? Jana
Hallo, Jana. Das hört sich ja ziemlich chaotisch an. Du hast 3 Fragen an mich.
1.Was will dieser Mann von Dir? Ich würde mal vermuten, im Bett läuft es gut zwischen Euch! Ansonsten scheint Euch nicht viel zu verbinden. Könnt ihr gut miteinander reden? Was er genau von Dir will, musst Du ihn fragen, und ich glaube, er weiß es wohl selbst nicht so genau.
2.Was kannst Du tun, damit er Dich nicht wieder verlässt? Du kannst gar nichts tun, ihr wart schon so oft getrennt. Jede Trennung  hinterlässt Spuren und das Vertrauen kann nicht wachsen. Ihr könnt nicht miteinander, aber auch nicht ohne Euch. Das sind die schwierigsten Beziehungen, dass ihr eine ungute Abhängigkeit lebt. Du musst Dir klar werden was Du willst. Ist das der Mann, mit dem Du Dein Leben teilen willst? Ist das Liebe? Sei Dir soviel wert, ehrlich zu sein. Wenn etwas nicht zusammenpasst, dann kannst Du es nicht schön reden.
3.Wie könnt ihr zusammenfinden? Wenn ihr bereit seid, an Euch und Eurer Beziehung zu arbeiten. Da heißt Vertrauen und gegenseitigen Respekt und Angenommensein lernen und einüben. Ich habe auch schon beobachtet, dass manche Menschen durch die ständigen Trennungen das Kribbeln im Bauch immer wieder her holen. Diese Menschen  sind süchtig nach dem Gefühl der Verliebtheit und daran muss man arbeiten. Denn Liebe und Verliebtheit sind zwei sehr unterschiedliche Gefühle. Nach einer gewissen Zeit verändern sich die Verliebtheitsgefühle, das ist ganz normal, nun entscheidet sich ob es Liebe ist und man zusammen bleiben will - mit allen Höhen und Tiefen. Ich denke, da steht ein Gespräch an und bitte stell Dir die Frage: Was willst von diesem Mann? an erste Stelle. Alles Liebe und nimm Deine Gefühle ernst! Ganz herzlich, Marion

4. Anfrage vom 19.1.06
Ich habe ein großes problem: mein freund und ich sind im februar 6 jahre zusammen. Vor zwei monaten hat er eine andere Frau kennengelernt. Gut, nach 6 jahren und noch nie ne andere, hab ich gedacht wäre normal und hab gesagt, ist schon ok Doch dann ist er einige Zeit zweigleisig gefahren. Und so dumm wie ich bin, hab ichs ihm nochmal durchgehen lassen. Doch nach kurzer Zeit stellte sich raus, er belügt mich schon wieder. Er sagte, dass es nur wegen der arbeit ist. Das heisst, sie hat einen einflussreichen Vater und könnte ihm eine neue arbeit verschaffen und er hat gesagt, wenn er das noch drei wochen durchhält, dann können wir uns bald eine neue bessere Zukunft aufbauen. Ich hab das spiel mitgespielt, doch er zögerte es immer weiter raus. Nun hat er gesagt, ich liebe sie mehr wie dich aber dich auch. Nun möchte er, dass wir uns weniger sehen und uns neu kennenlernen und die liebe wieder zurückkommt, aber sie möchte er weiter behalten. und jetzt weiss ich nicht, ob ich weiterhin für ihn da sein soll oder ihn einfach in ruhe lassen soll. Ich habe vorher viele fehler gemacht in der beziehung, dass es erst soweit kommen musste. Ich will nur noch eine zweite canche, es zu ändern. Wie erreiche ich das? Ich weiss ja, dass er mich noch liebt und nicht verlieren möchte und ich weiss jetzt auch, wie sehr ich ihn liebe. Anke
Hallo, Anke. Ja , Du hast ein großes Problem! Er muss sich ja sehr sicher sein, denn woher nimmt er die Sicherheit Dir das sagen zu können, ich will Euch beide! Willst Du wirklich, dass er nachdem er in ihrem Bett war, in Deines kommt? Er liebt sie mehr, bist Du dann für die Bügelwäsche da? Was will er von Dir? Wo ist Dein Selbstwertgefühl?
Kein Mann ist es wert, dass Du Dich selbst aufgibst, das ist keine Liebe. Man glaubt, wenn man jemand verliert meistens, dass es die einzige Liebe ist, aber mit den Voraussetzungen machst Du Dich nur abhängig. Sage ihm klar, wie Dich das verletzt und das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert ist. Zieh Dich zurück bis er sich entschieden hat! Lass nicht mit Dir spielen, das ist entwürdigend! Jeder macht Fehler in der Beziehung, doch daran müssen beide arbeiten. Ich würde Dir raten, die Auszeit zu nutzen und an Dir und an Deinem Selbstwert zu arbeiten, damit Dir das nicht noch einmal passiert. Ein gutes Buch hierzu: Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse überall hin. Weißt Du, ich glaube Du wirst ein klein wenig leiden, aber dann wenn Du Dich entschieden hast merken, es gibt keinen anderen Weg für Dich. Ich wünsche Dir viel Kraft und glaub mir, Du fühlst nach einer klaren Entscheidung besser. Ganz herzlich, Marion

3. Anfrage vom 13.1.06
Seit ca. 16 Monaten bin ich (24) mit meinem Freund (29) zusammen. Wir sehen uns jeden Tag, wohnen aber nicht richtig zusammen, da er in seinem Heimatort (ca.40km entfernt) noch ein Zimmer bei seinem Onkel hat. Er war in seiner Jugendzeit häufiger mit Cliquen in Clubs etc. unterwegs. In der Zeit, in der wir zusammen sind, haben sich drei seiner Ex-Freundinnen , u.a. aus dieser Zeit, per SMS gemeldet. Sie hätten alle Probleme mit ihren jetzigen Partnern oder Langeweile und wollten mit ihm reden und sich treffen. Allen Frauen wurde von ihm gesagt, dass er sich in einer Beziehung befinde. Da ich in meiner Vergangenheit häufig von Männern enttäuscht wurde bzw. mich einmal mit einem Mann eingelassen hatte, der vergeben war - kommt in mir jedes Mal, wenn er mir von solchen SMS oder Anrufen berichtet, ein Misstrauen hoch. Ich kenne wohl beide Seiten: Die der Männer, und die der Frauen. Wir diskutieren dann recht intensiv und er sieht meine Einstellung dazu ein. Er verzichtet dann auf ein Treffen mit diesen Frauen. Meinetwegen. Ich sehe einfach keinen Grund, warum man sich mit irgendwelchen Ex' en treffen sollte. Nebenbei könnte es doch sein, dass er durch diese Frauen wieder Kontakt in dieser Szene hätte. Ich versuche, ihm wirklich zu vertrauen. Auch hat er mir noch nie einen Anlass gegeben, eifersüchtig zu sein. Er ist immer ehrlich und steht voll hinter mir. Alles klappt prima bei uns, bis eben immer wieder solche Anrufe kommen. Kann er denen nicht einfach klipp und klar sagen, dass so was in seiner Beziehung keinen Platz hat? Momentan hab ich das Gefühl, irgendwas würde sich ändern. bzw. er könnte sich von mir eingeengt fühlen. Bin ich zu eifersüchtig, oder was würden Sie mir raten? Er sieht da seiner Meinung nach gar keinen Grund, für das Misstrauen ihm gegenüber. Liliane
Hallo Liliane, ich glaube Du musst Dir keine Sorgen machen! Ihr habt eine gute Beziehung, ihr redet miteinander und er verzichtet  darauf sich mit seinen Ex' en zu treffen. Du schreibst, er soll einfach klipp und klar sagen, dass er in einer Beziehung ist und das hat er ja auch getan. Das Problem sind die Frauen. Manchmal erkennen Frauen, wenn sie einen tollen Mann haben gehen lassen, ihren Fehler und wollen ihn wieder zurück. Aber das ist das Problem dieser Frauen und nicht Dein Problem oder das Deines Freundes! Dir steht im Augenblick Deine Geschichte mit den Verletzungen im Weg. Du hast in Deiner Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht, aber nicht in dieser Beziehung, das musst Du trennen. Das ist ganz wichtig!
Jeder hat diese Probleme, da wo Dir jemand wehgetan hat bist Du empfindlich. Liebe heißt auch, an der Beziehung arbeiten und das beginnt nun bei Euch. Die Enttäuschungen haben nur etwas mit Dir zutun, nicht mit Deinem Freund,  aber Du hast Angst wieder enttäuscht zu werden. Das musst Du ablegen. Vertrauen und Ehrlichkeit sind wichtige Pfeiler in einer Beziehung. Wahrscheinlich fühlt er sich schon eingeengt, wenn Du ohne Grund eifersüchtig bist. Das tut keiner Beziehung gut. Erkläre ihm, dass es mit Dir zu tun hat und dann wird er es verstehen. Selbst wenn er sich mal mit einer Exfreundin treffen sollte, denk daran, Deine Verletzungen nicht zu seinem Problem zu machen. Ich wünsch Euch alles Liebe und Gute und: Ihr habt eine tolle Beziehung,  arbeitet daran, dass es so bleibt. Ganz herzlich,  Marion

2. Anfrage vom 7.1.06
Hallo, ich bin momentan sehr verwirrt. Ich hatte vor ein paar monaten eine längere affäre mit T. Der hat bei einem urlaub mit seiner exfreundin wohl gemerkt, dass er sie doch noch liebt und sie zurück haben will. Vor dem urlaub allerdings hatte er mir gesagt, dass er sich mit mir ne beziehung vorstellen könnte und es von seinem gefühl her mehr als ne affäre wär. Hab mir dementsprechend hoffnungen gemacht. Die nach seinem urlaub zerplatzt sind. Er hat vor ein paar tagen gesagt, dass er sich sehr wünscht wieder mit seiner ex zusammen zukommen, womit ich mich auch abgefunden hab. Ich versteh mich mit ihm sehr gut, er ist für mich eine absolute vertrauensperson, und er sagt mir auch, dass es zwischen uns eine besondere verbindung geben muss, da wir gleich denken und uns auch so sehr ähnlich sind. Er hat mit erzählt, dass er silvester mit seiner ex gefeiert hat, und dass es wohl nicht so toll war, keine ahnung warum. Er meinte er würde das "abhaken". Gestern lagen wir dann als gute freunde nebeneinander und haben uns dann plötzlich geküsst, alles schien wie früher bei der affäre zu sein, es war sehr merkwürdig, weil ich ihn ja darin unterstützen wollte wieder mit ihr zusammen zu kommen. Ich weiß dass er mich mag, aber ich weiß nicht wie sehr. Ich möchte die freundschaft zu ihm auf keinen fall verlieren und ich kann nicht glauben dass er so ein arsch ist und seine "ex" betrügt noch bevor sie wieder zusammen kommen. Was war das für ihn mit mir? Ich weiß dass ich ihm wichtig bin. Er hat gefragt, wann wir uns wieder sehen, aber mir ist klar, dass es so nicht mit uns weiter geht. Empfindet er doch was für mich? Früher sagte er, dass er jeden abend vor dem einschlafen an mich denken muss, egal ob er will oder nicht. Wie soll ich mich verhalten? Liebe grüße, Carmen
Hallo, Carmen. Der junge Mann scheint noch nicht zu wissen was er will. Du weißt es hoffentlich? Denn Frauen sind manchmal schon ganz schön verrückt, wenn sie den Mann nicht bekommen, dann wollen sie wenigstens seine Freundschaft. Freundschaft ist eine sehr gute Basis für eine spätere Beziehung, denn wenn die großen Verliebtheitsgefühle sich verändern, begegnet man sich oft  über diese Freundschaftsebene. Aber Du willst keine Freundschaft, Du willst ihn als Partner. Und so wie es aussieht könnte da ja was daraus werden. Er hakt seine Ex ab, er küsst Dich, er denkt an Dich vorm Einschlafen. Du kannst eigentlich nur geduldig abwarten wie sich das weiterentwickelt, lass ihn kommen, mach es ihn nicht ganz so einfach, denn er ist der, der Dich hat zappeln lassen. Aber wenn er nicht gerade wieder umschwenkt, kannst Du Dir Hoffnungen machen. Ganz herzlich, Marion

 

1. Anfrage vom 5.1. 06
hallo.......ich bin eine alleinerziehende mama und sehnte mich nach knappen 4 jahren wieder nach nähe nach gesprächen ausserhalb von windeln und kleinkindern.... ich schaffte mir das internet an damit ich abends halt einwenig unterhaltung hatte.... und ich auch mal anderes sah ausser meine mutter, da ich durch andere persönliche dinge meine brücken zu fast jedem abgebrochen habe. sehr wenige freunde sind mir geblieben .... und meine mutter hat da so einiges mit zu tun aber das ist eine andere geschichte .....ich lernte anfang märz diesen jahres viele leute kennen .... ich chattete ein paar monaten mit diesen menschen und man hatte spass und freude .... doch mit einem chattete ich besonders gern, da ich endlich bei ihm wieder lachen  und einfach ich sein konnte, ohne mich zu verstellen oder mich anstrengen musste, jemanden zu gefallen ..... doch eines tages, ich weiss nicht wann - wandelte es sich - wurde irgendwie anders ..... ich freut mich immer wenn ich ihn im net sah.... und wenn nicht, war ich irgendwie traurig.... wir telefonierten dann irgendwann ..... und ich bemerkte, dass dieser mensch sehr interessant ist ... er hat die gleichen ansichten .... die gleichen gedanken wie ich.... aber ich dachte mir, da noch nichts bei... monate später wandelte sich mein verhalten wieder.... ich begann gefühle zu entwickeln, einem menschen gegenüber den ich nur von buchstaben und telefonaten her kannte ... natürlich hatte ich auch ein foto von ihm... ich konnte es mir nicht eingestehen, dass ich das jemanden gegenüber empfinden könnte, da ich ein visueller mensch bin ... ich sprach darüber mit ihm und es kam heraus, dsas er auch etwas empfinden würde aber keine liebe und kein verliebtsein zu diesem zeitpunkt...... naja unsere gespräche wurden immer intensiver und persöhnlicher genauso unsere telefonate.... dann kam der tag das wir uns treffen wollten. wir machten einen termin aus ... leider waren meine kiddies krank... wir verschoben es .... wieder kam was dazwischen.... und das ging eine weile so .... ich muss auch sagen das meine mutter immer im weg stand, da meine mutter eine sehr dominante frau ist und mich heute - nach über 30 jahren - mein leben immer noch nicht leben lässt, mich kontrollieren will und mir vorschreiben will, wenn ich sehe und wen nicht ... heute denke ich, dass ich immer eine ausrede suchte, um ihn nicht sehen zu müssen, weil ich angst hatte.... wenn es so weit kam, nach knappen 4 jahren wieder jemanden sehen und dann vielleicht sich zu verlieben ...... denn auf diesen weg war ich ...mich zu verlieben und unter umständen mehr zu wollen.... aber meine mutter war irgendwie im weg.... und ich hatte angst davor, was passieren wird wenn ich einen neuen partner hab und was passieren wird, wenn sie die kinder nicht mehr so oft sieht ...denn das ist sie im moment gewöhnt ... und hält mir auch immer wieder vor, wenn ich mich nicht melde oder ihr die kinder nicht bringe, dann tickt sie aus ....sie will immer wissen was ich tue und was ich nicht tue daher ist es noch komplizierter als es eh schon ist...... doch dann kam der tag an dem wir uns sehen sollten .... es war eine woche nach meinem geburtstag.... der zug hatte verspätung ... mein herz schlug bis zum hals.... ich wollte flüchten wie ein gehetztes tier .... aber auch da bleiben weil ich ihn sehen wollte.... und dann stand er vor mir ... im ersten moment war ich geschockt, weil er anders aussah wie auf dem bild .... aber als ich in seine wundervollen blauen augen sah ... ich denke da war es um mich geschehen .... aber ich wollte nicht das er es bemerkte... wir gingen ins kaffee und unterhielten uns über gott und die welt .... wie in den chats und telefonate war es .... es wurde kalt und ich wusste dann auch nicht mehr wohin noch, also fuhren wir zu mir nach hause... meine kinder waren bei meiner mutter die übrigens neben mir wohnt... wir schlichen uns rein damit die kinder uns nicht hörten, da ich noch nicht wollte das sie ihn sehen, da ich mir nicht sicher war ob es wirklich passte oder nicht .... wir redeten und bestellten uns pizza .... dann kam meine mutter und schaute verdutzt .... klar weil sie nicht damit gerechnet hatte... und guckte mich komisch an... naja, ich stellte beide vor und damit war die sache gegessen, dachte ich... wir unterhielten uns weiterhin und irgendwann saßen wir uns gegenüber und dann passierte es, wir küssten uns .... es war wunderschön ... ich brachte ihn wieder zum bahnhof ... und ich ging freudestrahlend nach hause ... doch als ich meine kinder abholte und das gesicht meiner mutter sah, da bekam ich wieder angst ... was mir denn einfallen würde, fremde männer nach hause zu bringen als sei ich eine dahergelaufene und was würde das denn für ein kerl sein ... ich stritt mich mit ihr vom feinsten ... dass ich gross genug sei und das er der erste nach jahren sei und das immer noch meine wohnung ist und ich einladen kann und mitnehmen wen ich auch immer will... dann kam silvester... meine mutter fragte mich ob ich wegfahren wolle, sie sei ja zu hause ... ich wollte zuerst nicht, da es das erste jahr wäre das ich nicht mit den kiddies zusammenwäre... meine mutter bedrängt mich sozusagen, wenn du willst dann feier auswärts... mein freund lud mich zu sich ein, in der kneipe würde eine party steigen aber ich brauchte eine karte ... ich haderte hin und her bis ich ja sagte... ich stritt mich wieder fürchterlich mit ihr weil sie es nicht verstand ... mir kann sonstwas passieren ... dann sind die kinder weg ... ich sagte ihr doch du hast doch gesagt ich kann fahren und ich wollte ja zuerst gar nicht... nun fuhr ich ich, rief sie an das ich da bin... meinen kindern ging es auch gut.... also war ich beruhigt... dann 12 juhuuuuuu ein neues jahr ich rief zu hause an leider kam ich mit meinem handy nicht durch versuchte es regelmässig bis 4 uhr morgens ... nichts und danach rief ich wiederum nicht mehr an weil die kiddies bei meiner mutter schliefen... es wurde acht uhr als ich mit ihm zu hause ankam und es war 14 uhr als ich wieder wach wurde... ich rief an und sagte dem anrufbeantworter das ich auf dem weg nach hause war da ich sie weder über handy noch festnetz erreichen konnte.... als ich zu hause ankam versuchte ich es erneut aber wieder nichts... langsam machte ich mir sorgen... so gegen 20.00 kamen sie dann... ich wollte fröhliches neues jahr wünschen aber sie ging mir aus dem weg ... und beachtete mich nicht die bohne ... ich wollte ihr erzählen und sie fragen wie es wahr ... aber nichts... und jetzt hab ich angst davor, meinen freund zu mir kommen zu lassen denn meine mutter macht ne szene, egal wer vor ihr steht, da er nicht weiss was hier wirklich los ist weil ich ihm das nicht erzähle ... menno, was soll ich tun... einerseits will ich meiner mutter nicht vor dem kopf stossen, ich habe ihr versucht die situation mit uns beiden - ihr und mir - zu erklären aber sie versteht nicht, redet davon ich will sie rumkommandieren oder ich will ihr die kinder wegnehmen ... ich weiss einfach nicht weiter ... Tanja
 Hallo Tanja, ich weiß nicht so genau welche Anfrage Sie an mich haben, da sie  mittendrin aufhören.
Sie haben einen Mann kennengelernt, mit dem sie sich gut verstehen und sich vielleicht sogar verliebt haben. Nun, mit Ihrer Mutter haben sie wohl einige Probleme. Durch die Kinder sind Sie wohl auf sie angewiesen, aber deshalb müssen sie sich dennoch von der Mutter lösen und einen eigenen Standpunkt finden. Ob sie austickt oder nicht, spielt da einen untergeordnete Rolle, sie sind nicht mehr das kleine Mädchen von damals und ich rate Ihnen, schauen sie da hin, denn ansonsten wird das sehr unschön enden.
Sie haben bestimmt einige Verletzungen aus der Kindheit, arbeiten sie daran. Sie haben wahrscheinlich ein sehr niedriges Selbstwertgefühl, auch da sollten sie ansetzen. Und dann sollte der Prozess der Loslösung von den Eltern kommen.
Es gibt dazu einige gute Bücher (Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse überall hin, Aussöhnung mit dem inneren Kind), aber ich würde Ihnen empfehlen eine Beratung in Anspruch zu nehmen. In jeder Stadt gibt es von den Kirchen sehr gute Beratungsstellen. Oder Sie machen eine Therapie.
Also, es gibt einiges zu tun im Neuen Jahr. Fangen Sie an, sich und Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und beginnen Sie Ihr Leben so zu leben, wie sie es wollen. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft dazu.
Ganz herzlich, Marion Kuhn
 

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